The Cathwalk

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Kategorie: Spiritualität (Seite 1 von 8)

Vom „popule meus“ hin zur „felix culpa“

Von Markus Lederer

Es dürfte keine intensivere und heiligere Woche für einen Christen geben, als die Karwoche, die im Triduum Sacrum (oder auch Triduum Paschale genannt) gipfelt. Der Verrat des Judas am Gründonnerstag, das Abendmahl und die Einsetzung des Priestertums, führt uns über die dunkelste Stunde überhaupt – dem Karfreitag – zum Wendepunkt der gesamten Heilsgeschichte: der Auferstehung Christi an Ostern.

Sowohl das „Dunkel“ als auch das „Licht“ präsentieren sich in dieser Woche in ihrer Absolutheit und werden konkret in Jesus Christus. Er, der das Schicksal der gesamten Menschheit in sich getragen und vollendet hat.

Die Tragweite dieses Trdiuum Sacrum erschließt sich nur, wenn man sich die Zeit nimmt, die Bedeutung für sich persönlich zu erschließen. Der Gründonnerstag, der Karfreitag und Ostern sind keine abstrakten Gedenktage, sondern sind auf das innigste mit dem eigenen Leben verbunden: Wegen uns setzte Christus die Hl. Messe am Gründonnerstag ein, wegen uns wurde Christus gekreuzigt und für uns ist er auferstanden. Kardinal Ratzinger setzte diese Haltung der persönlichen Anteilnahme mit dem Schicksal des Herrn in seiner Kreuzwegandacht im Jahre 2005 voraus:

Hilf uns, nicht nur mit hohen Gedanken mit dir mitzugehen, sondern uns mit dem Herzen, ja mit den ganz praktischen Schritten unseres Alltags deinen Weg zu gehen.

Heute am Karfreitag können insbesondere die Improperien uns zu einem tieferen Verständnis helfen. Im „popule meus“ klagt der Herr die Treuelosigkeit seines Volks an:

Mein Volk, was habe ich dir getan, womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir!

Diese Perspektive des anklagenden Gottes, welcher durch die Abwendung des Menschen betrübt ist, muss uns bestürzen.

Ich habe dir ein Königszepter in die Hand gegeben, du aber hast mich gekrönt mit einer Krone von Dornen. Mein Volk, was habe ich Dir getan.

In Glaubenszeiten, in welchen oftmals nur noch im Mittelpunkt die Frage nach dem: „Wie sehe ich Gott“ steht, kann diese Perspektive befreien. Es steht die Reflexion der Frage an: Wie sieht Gott mich? Was sagt Gott zu meinem Leben? Wo habe ich gefehlt?

Die Sünde, die freiwillige Abwendung des Menschen vom Willen Gottes, ist keine Bagatelle. Da Jesus unserer Sünden willen gekreuzigt worden ist (Röm 5,6), ist klar, dass er die Folge unserer menschlichen Verfehlungen auch ganz konkret auf seinem Kreuzweg spürte und durchlitt. Der hohe Preis unserer Erlösung, den der Herr aus Liebe zu uns gezahlt hat, darf nie vergessen werden. Dieses Bild sollte man sich am Karfreitag vor Augen führen: Auf Golgatha wurde zwar die Menschheit erlöst, aber Christus hat auch die Sünden jedes Einzelnen mit seinem Kreuzesopfer gesühnt.

Trotz dieser Erlösung ist die Nacht menschlichen Daseins, die Sünde, bis zum heutigen Tag nicht das Ende. Allerdings hat die Kirche aus dieser Not, quasi eine Tugend gemacht und spricht in der Osternacht in Bezug zur Erbschuld sogar von einer felix culpa:

O glückliche Schuld, welch großen Erlöser hast du gefunden!

Die Nacht ist besiegt durch das Licht aller Völker, Jesus Christus. Der Sieg Christi über die Sünde hat uns bessere Güter gegeben als die, welche die Sünde uns weggenommen hatte. „Wo die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden.“ (Röm 5,20). Den vielfältigen Versuchen die Auferstehung symbolisch umzudeuten, muss der immense Glaubenseifer der ersten Christen entgegengestellt werden.

Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift.“(1 Kor 15, 3-4)

Durch sein Kreuz und seine Auferstehung sind wir von Satans Joch befreit. Darum sollte die gesamte Christenheit vor Freude jauchzen. (Vgl. Freu dich, du werte Christenheit) Der beste Beweis der Auferstehung Christi ist die jahrtausendealte tiefe Freude der Christen weltweit, die bis heute andauert und nie vergehen wird.

Verleiht etwa nicht die Gewissheit, dass Christus auferstanden ist, den Märtyrern jeder Epoche Mut, prophetische Unerschrockenheit und Ausdauer? Vermag etwa nicht die Begegnung mit dem lebendigen Jesus so viele Männer und Frauen zu bekehren und zu faszinieren, die seit den Anfängen des Christentums alles verlassen, um ihm zu folgen und ihr Leben in den Dienst des Evangeliums zu stellen? „Ist aber Christus nicht auferweckt worden“ – sagte der Apostel Paulus -, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos“ (1 Kor 15,14). Aber er ist auferweckt worden! – Papst, Benedikt XVI. Generalaudienz, 26. März 2008

Nicht das Leiden und das Kreuz stehen am Ende dieser Woche, sondern die beglückende Freude, dass das Leben durch Christi Sieg gewonnen ist. Die tiefe Dimension dieser Tage wird man nur verstehen, wenn man die Herzen wirklich zu Gott erhebt und sich in diese österlichen Geheimnisse nicht nur ein- sondern komplett fallen lässt: Die eingehende Betrachtung des Leidens (Johannespassion), die Kreuzesverehrung mit seinen wunderbaren Gesängen (popule meus und crux fidelis) sowie später dann das Nachempfinden der Osterfreude (Exsultet).

kreuzigung photoDabei kann uns unsere himmlische Mutter das beste Beispiel sein: Sie stand vor dem Kreuze und sah dort ihren eigenen Sohn nackt und entstellt, Blut überströmt hängen; sie ging nicht weg. Doch Jesus stellt uns abermals die Frage, ebenso wie der klagende Gott im popule meus, „Und ihr, wollt ihr mich etwa auch verlassen?“ (Joh 6,67) Versuchen wir Christus nicht zu verlassen und besonders diese Tage aufrichtig seinen Leidensweg zu betrachten, um mit ihm zusammen am Ostermorgen zu jubeln:

Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?

„Viele leben als Feinde des Kreuzes Christi.“

Johannes Chrysostomus (+ 407) – Zum Brief an die Philipper

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Quelle: SarahC. / pixelio.de

Feinde des Kreuzes Christi

Nichts ist so ungereimt und so unverträglich mit dem Wesen eines Christen, als wenn er Ruhe und Müßiggang sucht. Nichts ist so unvereinbar mit seiner Aufgabe, seinem Kriegsdienst, als wenn er dem gegenwärtigen Leben verfallen ist. Dein Herr hat sich kreuzigen lassen, und du suchst die Ruhe? Dein Herr wurde ans Kreuz genagelt, und du führst ein Leben in Üppigkeit? Ist das das richtige Verhalten eines edlen Kriegers? Deswegen schrieb Paulus:

„Viele, von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche, leben als Feinde des Kreuzes Christi.“ (1)

Es gab Christen, deren Christentum geheuchelt war. Sie lebten in Bequemlichkeit und Üppigkeit. Das aber widerspricht dem Kreuz! Deshalb sprach er dieses Wort. ,Kreuz‘ aber heißt: im Kampf stehen, nicht nach einem lockeren Leben, sondern nach dem Tod verlangen. Jene aber tun das Gegenteil. Wenn sie auch behaupten: Wir gehören zu Christus, so sind sie doch Feinde des Kreuzes. Denn liebten sie das Kreuz, so müßten sie sich um ein Leben des Kreuzes bemühen. Wurde dein Herr nicht gekreuzigt? Wenn du es auf seine Weise nicht kannst, ahme ihn so nach: Wenn dich kein anderer kreuzigt, kreuzige dich selbst! Ich sage: Kreuzige dich selbst! Aber das heißt nicht: Töte dich selbst! Nein, das nicht! Das wäre frevelhaft. Halte es wie Paulus, der sagt:

„Mir ist die Welt gekreuzigt und ich der Welt!“ (2)

Wenn du deinen Herrn liebst, dann stirb seinen Tod! Lerne, welche Kraft das Kreuz hat und wieviel Gutes es gewirkt hat und wirkt, wie sehr es eine Sicherung des Lebens bedeutet. Durch das Kreuz wird alles vollendet. Die Taufe kommt durch das Kreuz – man muß die Besiegelung (mit dem Kreuzzeichen) erhalten. Die Handauflegung geschieht in der Form des Kreuzes. Ob wir unterwegs sind oder zu Hause oder irgendwo sonst, immer ist das Kreuz ein hohes Gut, eine Rettung bringende Waffe, ein unüberwindlicher Schild im Kampf gegen den Teufel. Wenn du also gegen ihn kämpfst, dann trägst du das Kreuz.

Bezeichne dich nicht bloß mit dem Zeichen des Kreuzes, sondern ertrage die Leiden des Kreuzes. Christus nannte die Leiden ,Kreuz‘, als er sagte: „Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt“ (3), das heißt: wer nicht zum Tod bereit ist. Das sind die Mißratenen, die Leib und Leben lieben, und sie sind die Feinde des Kreuzes. Jeder, der Wohlleben und irdische Sicherheit liebt, der ist ein Feind des Kreuzes, in dem Paulus sich rühmt, das er umfaßt, dem er gleichförmig sein möchte, wenn er schreibt: „Mir ist die Welt gekreuzigt und ich der Welt.“ (4) Nun schreibt er: „Ich spreche unter Tränen.“ Warum? Weil sich das Übel verbreitet hat und weil diese Christen beweinenswert sind. Sie sind wirklich zu beweinen, die ein Wohlleben führen, die ihr Äußeres, den Leib, pflegen. Um ihre Rechtfertigung vor dem kommenden Gericht kümmern sie sich nicht.

1. Phil.3,18. 2. Gal.6,14. 3.Mt.10,38. 4. Gal.6,14.

Fastenimpuls: Mit der Bibel und den Wüstenvätern schlechte Gedanken bekämpfen!

Das schaffe ich nie!“ – „Ich bin doch zu nichts zu gebrauchen!“ – „Keiner mag mich!“: Wie oft reden wir uns mit solchen Sätzen Lustlosigkeit oder (unnötige) Ängste ein. Und stehen uns damit selbst im Weg.

Andere Sätze hingegen, die wir manchmal vor uns hersagen, geben uns Kraft und Energie: „Take it easy!“ –  „Halb so wild!” –  „Davon geht die Welt nicht unter.“ – „Was dich nicht umbringt macht dich stärker.“

Von Stefan Ahrens, Bistum Regensburg

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Lateinischer Wüstenvater und „Vater des abendländischen Mönchtums“: Der hl. Johannes Cassian (360-435). Er brachte die Spiritualität der Wüstenväter ins Abendland und beeinflußte unter anderem die Ordensregel des Hl. Benedikt von Nursia. In dieser ruft Benedikt seine Mönche auf, beständig die Werke Cassians zu lesen.

Sowohl um die negative als auch um die positive Kraft der Gedanken und Einredungen wussten auch schon die frühen Christen. Wie  beispielsweise die Begründer des christlichen Mönchtums: Die „Wüstenväter“, die, nachdem das Christentum im Römischen Reich zur Staatsreligion avancierte, sich für eine besonders radikale Nachfolge Christi entschieden und dafür buchstäblich „in die Wüste gingen“. Ihr biblisch begründetes Wissen um den konstruktiven Umgang mit den eigenen Gedanken weckt heutzutage das Interesse von Psychotherapeuten und sinnsuchenden Menschen gleichermaßen. Ein Impuls zur Fastenzeit.

Wer waren die Wüstenväter?

Die Wüstenväter lebten seit dem späten 3. bis zum 5. Jahrhundert in der sketischen Wüste Ägyptens.  Sie führten dort entweder als Einsiedler oder mit anderen in Gemeinschaft lebend ein an der Heiligen Schrift orientiertes sowie von den Weisungen von Mönchsvätern wie dem hl. Antonius dem Großen (251-356), dem hl. Makarios dem Großen (300-390) oder dem hl. Pachomios (292-346) inspiriertes Leben.

Die Vorbilder der Wüstenväter waren hierbei Persönlichkeiten wie  Johannes der Täufer, der hl. Paulus sowie Jesus Christus selbst, der, nachdem er die Taufe im Jordan empfangen hatte, zu Beginn seines öffentlichen Wirkens vierzig Tage in der Wüste fastete und dabei den Versuchungen des Satans widerstand. (Mt 4, 1-11, Mk 1,12 f., Lk 4, 1-13).

Um in der unwirtlichen Wüste körperlich und auch geistig überleben zu können (denn manche, die „ihr Glück“ in der Wüste versuchten, bezahlten dieses Unterfangen mit ihrem Leben oder mit ihrer geistigen Gesundheit) führten die Mönche unter Anleitung eines geistlichen Begleiters eine asketische, aber dennoch von Abwechslung geprägte Lebenspraxis: In dieser erhielten Gottesverehrung, Schriftlektüre, Liturgie, Nächstenliebe, (immerwährendes) Gebet, (Psalmen-)Gesang und Arbeit ihr richtiges Maß. Dieses Wissen gaben sie auch an andere Menschen weiter, die sie in der Wüste aufsuchten und um ihren Rat baten.

Der hl. Johannes Cassian (360-435), ein lateinischer Christ, der sich von der Donau aus zu den Wüstenvätern aufmachte, um sich ihnen anzuschließen und später die Spiritualität der Wüstenväter im Abendland bekannt machte, schrieb im Rückblick über diese: „In der ödesten Einsamkeit leben sie, fernab von jeder Begegnung mit Menschen. Dadurch im Besitz erleuchteter Sinne betrachten und reden sie, was den Unerfahrenen und nicht Eingeweihten entsprechend ihren Voraussetzungen und der Mittelmäßigkeit ihres Lebenswandels vielleicht unmöglich erscheinen wird.“ (Collationes Patrum Teil 1, Prolog -> siehe Literaturliste)

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„Don‘t shake hands with Lucifer!“ – Eine Dieter Bohlen-Betrachtung zum ersten Fastensonntag

(TheCathwalk.deDieter Bohlen lehrt uns: Um dem Teufel zu widerstehen, muss man nicht verbissen sein. Im Himmel ist auch Platz für Playback-Harfen.

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Der Plot ist alt: Jemand zieht sich zur Reflexion an einen entlegenen Ort zurück und kämpft dort mit dem Teufel, der die Abgeschiedenheit nutzt, um „auf offener Flanke“ angreifen zu können. Das kulturgeschichtliche Vorbild aller Vorbilder ist auch hier Christus, der in der Wüste 40 Tage fastete und vom Teufel versucht wurde. Mit dem Unterschied freilich, dass Christus diese Versuchung von außen zulies, wohingegen die Wüstenväter und mancher Erimit nach ihnen mit Versuchungen konfrontiert wurden, die tatsächlich am Inneren dieser sündigen Menschen anknüpfen konnten.

Anfang der 1990er-Jahre machte sich auch Dieter Bohlen diesen großen abendländischen Topos zueigen. Mit seiner Band Blue System (das war die Bohlen – Formation zwischen den beiden Modern Talking-Ären) sang auch er von einem Duell mit dem Teufel. Wie im Evangelium des ersten Fastensonntags findet dieses Aufeinandertreffen ebenfalls an einem abgelegenen Ort statt:

In room 66 – the devil´s playing against me
At the end of the world – there’s a place called the hell
On flight number 9 – there’s smoke without fire

Im Gegensatz zum Evangelium wissen wir nicht, wie die Geschichte ausgeht – die eindringliche Warnung „Dont’t shake hands“ bleibt aber als Ohrwurm haften. Wir dürfen die Geschichte deshalb als persönlichen Anruf verstehen. Auch wir befinden uns noch in der Lebens-Wüste, wollen mit Christi Hilfe unseren persönlichen Versuchungen widerstehen. Der eindringliche Appell Dieter Bohlens kann uns in Situationen, in denen wir uns bewähren müssen, deshalb auch über die 40 Tage der Fastenzeit hinaus zu einem treuen Begleiter werden:

Don’t shake hands – oh baby don’t shake hands with lucifer
Take your chance – ´cause baby all dreams will be crucified
Oh oh – don’t play with lucifer
He catchs you if you fall

Hear the words from heaven
Don’t play with lucifer
Don’t you hear him call
Can’t you see his raven

Dieter Bohlen lehrt uns: Um dem Teufel zu widerstehen, muss man nicht verbissen sein. Oder gar mit unterdrücktem Ärger auf Gott, weil man eigentlich am liebsten doch sündigen würde, wie es nur allzu oft bei moralinsauren Sittenwächtern rüberkommt. Nein, unser „Don´t shake hands“ können wir auch freud- und lustvoll schmettern. Sollen wir sogar, siehe das Evangelium am Aschermittwoch: „Wenn ihr fastet, so macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler.“

Sie fragen sich jetzt: Ist dem Cathwalk nicht aufgefallen, dass der Bohlen in der Aufnahme aus der ZDF-Hitparade ziemlich überdreht hin und her hüpft? Dass er in weiten Teilen gar nicht ins Mikro singt? Dass er mit seiner E-Gitarre alles mögliche macht außer E-Gitarre spielen? Und das alles soll mich heiliger machen, dieses ganze Gehüpfe und Geschreibsel des Cathwalks dazu?

ANTWORT: Vielleicht sollten gerade Sie verstärkt über das Bibelwort der Narren um Christi willen nachdenken. Und desweiteren: Vielleicht einfach mal auch die einfachen Hilfsmittel annehmen, die uns der liebe Gott schenkt. Es gibt nicht nur Bach-Cantaten, es gibt eben auch wirksame Gedanken von Blue System & Co. Vielleicht sollten gerade Sie bei der nächsten Versuchung schlicht und eingängig intonieren: „Dont´s shake hands!“

Dieter Bohlen kann uns so eine Hilfe sein. Im Himmel ist auch Platz für Playback-Harfen.

Von leeren Händen und Bäuchen – Ein Kommentar zur Fastenzeit

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Klarheit gewinnen durch Verzicht: Unser Verhältnis mit Gott im Himmel nehmen wir in der Fastenzeit wieder neu in Blick. Foto: (Pixabay)

(CNA Deutsch) Manche fürchten die Fastenzeit, manche – zumeist wenn es um den Versuch geht, abzuspecken und so eine Strandfigur für den Sommer zu bekommen – ersehnen sie. Es sind 40 Tage, in denen es eigentlich nur darum geht, Jesus nachzuahmen, oder besser gesagt, bei ihm zu sein, der selbst in der Wüste gefastet und gebetet hat.

Es geht nicht darum, ob ich schlanker werde oder abnehme – es geht darum, dass er in meinem Leben zunimmt und größer wird. Er muss wachsen. Freilich bedeutet das oft, dass ich mich kleiner machen muss. Hunger und Durst, mancher Verzicht und oft auch unvermeidlicher Schmerz lassen mich spüren, dass mein Ego noch immer der Mittelpunkt ist, um den ich selbst kreise – nicht Er. Wir sind keine Yogis, die asketische Höchstleistungen vollbringen müssen. Wir sind Jünger Jesu, die geistliche und manchmal auch materielle Armut spüren sollen, um sich dann vom Herrn beschenken zu lassen. Fasten, Gebet und Almosen sind Hilfen, damit unsere Hände leer werden, und Jesus sie füllen kann. Wichtiger als die konkrete Umsetzung der folgenden Vorschläge ist die Liebe, die sich in Taten ausdrücken und zeigen soll; es zählt der Glaube, der in Werken wirksam wird.

Fasten – Ballast abwerfen

Vom Fasten spricht man nicht nur, wenn es ums Essen geht. Auch der Verzicht auf Fernsehen, Handy und Radio sowie der Umstieg vom privaten Auto zu öffentlichen Verkehrsmitteln kann gemeint sein. Trotzdem hat die Abstinenz von Speisen eine besondere Bedeutung, die ihr die Heilige Schrift beimisst. Jesus selbst fastete ja 40 Tage in der Wüste bis ihn hungerte.

Auch wir sollten uns in der Fastenzeit nicht scheuen, Hunger zu spüren und durch dieses Opfer unser Gebet, wie der Herr selbst verspricht, noch fruchtbarer zu machen. Dieses Fasten kann verschiedene Formen annehmen: Nur eine einmalige Sättigung am Tag und zwei kleine Stärkungen (das ist die kirchliche Fastenvorschrift für Aschermittwoch und Karfreitag), nur Wasser und Brot (oder vielleicht nur Obst und Gemüse) zu sich nehmen oder mit der sättigenden Mahlzeit bis zum Abend warten.

Natürlich ist der Verzicht auf Süßigkeiten, Kaffee und Alkohol ein Opfer, das auch dem Leib guttut und manchmal mehr schmerzt als das eigentliche Fasten.

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