The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Feuilleton (Seite 1 von 42)

Doku: Hitler und der Papst

Pius XII. bezog nicht offen Stellung gegen den Rassenwahn und Völkermord der Nazis. Neuere Untersuchungen sollen belegen, dass der umstrittene Papst den Widerstand heimlich mit Informationen versorgte, um Hitler zu stürzen.

Die Verteidigung der Tradition

Der Gongschlag des Roberto de Mattei

Eine Buchkritik von Hannes Kirmse

Der Titel „Verteidigung der Tradition“ klingt reißerisch. Er verweist auf das in der Kirche in allen Zeiten gültige Prinzip der Überlieferung, aber auch der Auslieferung an die sich im Wandel befindliche Welt. De Mattei ist es daran gelegen, uns zu zeigen, daß sich dieses Traditionsprinzip nicht ausschließlich auf die apostolische Sukzession in Form der Weitergabe einer Amtsvollmacht bei Bischofsernennungen beschränkt, wie gemeinhin angenommen werden könnte. Die Tradition will sich gar nicht als eine rein bürokratisch-ernüchternde Kategorie verstanden wissen. Sie will durch ihre universelle und reichhaltige Vitalität nicht nur überzeugen, sondern gerade auch den Menschen inspirieren und erfüllen. Sie will in ihrer Schönheit in die Welt der unübersichtlichen Obskurität und Ungewissheit hineinstrahlen. Da ist es in diesem Zusammenhang nicht zu leugnen, daß es die Missa tridentina ist, die durchweg die großen Komponisten immer wieder angeregt hat. Ohne die wie ein Schatz gehütete traditionelle Liturgie mit ihrer Ästhetik und Formensprache, die nicht von dieser Welt ist, könnten wir heute genauso wenig die Klänge von Haydns grandioser Paukenmesse, von Mozarts Krönungsmesse, wie die von Verdis Messa da Requiem vernehmen. Die Töne dieser Werke mit ihrem Verweis auf die Transzendenz wären uns unwiederbringlich abhandengekommen. Die Welt wäre laut, sehr laut sogar, könnte aber keine wahren lichthaften Momente für uns bereithalten. 2017 als Erscheinungsjahr der deutschsprachigen Ausgabe von de Matteis‘ Schrift ist dann auch neben dem Fátima-Jubiläum das Jahr, in dem sich das Summorum Pontificum Benedikts XVI. zum zehnten Mal jährt, aus dem ein besonderes Bewußtsein für die überlieferte Liturgie neu erwachsen ist.

Auf dem Umschlag der im St. Grignion Verlag bei Altötting erschienenen Übersetzung von Roberto de Matteis „Apologia della Tradizione“ prangt Erzengel Michael, wie er auch auf dem römischen Castel Sant’Angelo anzutreffen ist. Er erscheint uns keinesfalls drohend, aber sehr wohl sich seiner Bedeutung bewußt. Es ist ihm anzusehen, daß er in die Welt hineinragen, sich behaupten und seine Fittiche gebrauchen will. Der als Büchnerpreisträger und Verfasser der „Häresie der Formlosigkeit“ bekanntgewordene Martin Mosebach empfängt den Leser mit einem knappen, aber fundierten Prolog. Er will uns heranführen zu jenem neuralgischen Punkt, an dem die katholische Amtskirche nunmehr angelangt ist. Es wird bei ihm nicht gefragt, wie der amtierende Papst handelt, wie sein Handeln unter bestimmten Gesichtspunkten zu bewerten sei und gibt sich damit auch keiner gewissen Lagerbildung im Inneren der Kirche hin. Er weist, wie Roberto de Mattei es dann fortführt, auf die Frage hin, der wir uns angesichts der gegenwärtigen Lage ausgesetzt sehen: Was ist das Wesen des Papstamtes und wie ist die Kirche, für die er wirkt, beschaffen? Es wird versucht, das anklingen zu lassen, woran sich der Papst in seinem bewussten Handeln selbst bemessen sollte. Theologisch greift Mosebach hierfür die von Benedikt XVI. 2005 eingeführte Hermeneutik der Kontinuität auf, der die Hermeneutik der Diskontinuität, des Bruches gegenübersteht. Daß dies kein Alleingang des gerade frisch in das Amt Eingeführten war, zeigt sich auch daran, daß sein Vorgänger Johannes Paul II. 1980 während seiner Reise nach Lisieux zwei Tendenzen ansprach, die dem katholischen Glauben abträglich seien: Integralismus und Progressismus. Die Kirche darf sich der Welt nicht verschließen, muß aber gleichwohl sich ihres Sendungsauftrages bewußt bleiben. De Mattei gräbt sich dann durch die Tiefenschichten des Werdens der Kirche wie wir sie heute vorfinden – durch das Zeitalter der Verfolgungen, die Krise von Avignon, bishin zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Die Kirche hatten in diesem Werden zahlreiche Krisen und Zerwürfnisse erlebt, die aber nie eine Sinncrisis werden konnten durch die Rückkopplung an die Ursprünge, an das Mysterium, an die Heilsnotwendigkeit, an die Tradition.

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Gedicht zum Sonntag – „Wann kommst du, Morgenwind“

„Die Nacht“ von Joseph von Eichendorff (1788-1857)

Wie schön, hier zu verträumen die Nacht im stillen Wald
Wenn in den dunklen Bäumen das alte Märchen hallt.
Die Berg‘ im Mondesschimmer wie in Gedanken stehn,
Und durch verworrne Trümmer die Quellen klagend gehn.

Denn müd ging auf den Matten die Schönheit nun zur Ruh,
Es deckt mit kühlen Schatten die Nacht das Liebchen zu.
Das ist das irre Klagen in stiller Waldespracht,
Die Nachtigallen schlagen von ihr die ganze Nacht.

Die Stern gehn auf und nieder – wann kommst du, Morgenwind,
Und hebst die Schatten wieder von dem verträumten Kind?
Schon rührt sich’s in den Bäumen, die Lerche weckt sie bald –
So will ich treu verträumen die Nacht im stillen Wald.

Joseph (Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857) wurde am 10. März 1788 bei Ratibor in Oberschlesien geboren und wuchs auf Schloss Lubowitz auf. Ab 1800 führte der junge Eichendorff Tagebuch und unternahm erste schriftstellerische Versuche. Nach dem Besuch des katholischen Gymnasiums in Breslau studierte er von 1805 bis 1806 Rechtswissenschaften in Halle, von 1807 bis 1808 in Heidelberg. 1809 kehrte er nach einer Reise, die ihn nach Paris und Wien geführt hatte, auf das väterliche Gut zurück. Sein Studium schloss er schließlich 1812 in Wien ab. Nach der Teilnahme an den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815 trat Eichendorff 1816 in den Staatsdienst ein, der ihn nach Breslau, Danzig, Königsberg und 1831 nach Berlin führte. Hier wurde er für das Kulturministerium tätig. 1841 wurde er zum Geheimen Regierungsrat ernannt. 1844 ging er auf eigenen Wunsch in Pension. 1846 unternahm er erneut eine Reise nach Wien. Joseph von Eichendorff starb am 26. November 1857 in Neisse, wo er sich 1855 niedergelassen hatte. Eichendorff gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Romantik. Seine große Heimatverbundenheit zeigt sich in vielen seiner Werke, so z.B. in „Schloss Dürande“ aus dem Jahr 1837.

Quelle: Britta Dörre, zenit.org

Der gotische Baustil (Doku)

Der gotische Baustil entwickelte sich in der Mitte des zwölften Jahrhunderts im Herzen des Königreichs Frankreich, breitete sich über ganz Europa aus und revolutionierte die Architektur. Die Kathedralen, in denen die Kunst der Gotik zur Vollendung kam, haben die Landschaft Nordfrankreichs verändert. Im Laufe der Jahrhunderte sind die riesigen steinernen Kirchenschiffe ein solch vertrauter Anblick geworden, dass sich keine architektonischen Geheimnisse mehr dahinter zu verbergen scheinen. Aber was ist wirklich über ihre Entstehung bekannt? Schließlich haben die Baumeister nur wenig Material für die Quellenforschung hinterlassen.

Seit 20 Jahren begibt sich eine neue Forschergeneration direkt vor Ort, auf die Baustellen in Noyon und Chartres, um die Baudenkmäler selbst als Quellen zu verwenden. Andere Archäologen untersuchen durch den Einsatz von Spitzentechnologie das Herz von Notre Dame in Paris sowie der Kathedralen in Beauvais und Amiens, die echte Herausforderungen an die Gesetze der Schwerkraft stellen. Aus dem im Mittelalter verwendeten Stein, Glas und Eisen schließen sie auf die komplexen Verfahren und das umfassende Wissen der alten Baumeister. Dank dieser Entdeckungen kann so manches Klischee über die Bauwerke der Gotik widerlegt werden.

Gedicht zum Ostersonntag

„Ostern“ von Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)

 

Vom Münster Trauerglocken klingen,
Vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.
Zur Ruh sie dort dem Toten singen,
Die Lerchen jubeln: Wache auf!
Mit Erde sie ihn still bedecken,
Das Grün aus allen Gräbern bricht,
Die Ströme hell durchs Land sich strecken,
Der Wald ernst wie in Träumen spricht,
Und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,
Soweit ins Land man schauen mag,
Es ist ein tiefes Frühlingsschauern
Als wie ein Auferstehungstag.

*

Joseph (Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857) wurde am 10. März 1788 bei Ratibor in Oberschlesien geboren und wuchs auf Schloss Lubowitz auf. Ab 1800 führte der junge Eichendorff Tagebuch und unternahm erste schriftstellerische Versuche. Nach dem Besuch des katholischen Gymnasiums in Breslau studierte er von 1805 bis 1806 Rechtswissenschaften in Halle, von 1807 bis 1808 in Heidelberg. 1809 kehrte er nach einer Reise, die ihn nach Paris und Wien geführt hatte, auf das väterliche Gut zurück. Sein Studium schloss er schließlich 1812 in Wien ab. Nach der Teilnahme an den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815 trat Eichendorff 1816 in den Staatsdienst ein, der ihn nach Breslau, Danzig, Königsberg und 1831 nach Berlin führte. Hier wurde er für das Kulturministerium tätig. 1841 wurde er zum Geheimen Regierungsrat ernannt. 1844 ging er auf eigenen Wunsch in Pension. 1846 unternahm er erneut eine Reise nach Wien. Joseph von Eichendorff starb am 26. November 1857 in Neisse, wo er sich 1855 niedergelassen hatte. Eichendorff gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Romantik. Seine große Heimatverbundenheit zeigt sich in vielen seiner Werke, so z.B. in „Schloss Dürande“ aus dem Jahr 1837.

Quelle: Britta Dörre, zenit.org

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