The Cathwalk

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Schlagwort: Edith Stein

Ist mit dem Beginn des neuen Jahres Weihnachten vorbei?

Mit Edith Stein und ihrem Vortrag „Das Weihnachtsgeheimnis“ ins Jahr 2017

von Rut Müller

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Bei vielen wird nach den Weihnachtsfeiertagen ein wehmütiges Bedauern Einzug eingenommen haben, dass die Zeit des Advents und der Erwartung auf das Fest vorüber ist.

Für viele mag spätestens mit der Silvesterparty, in der das alte Jahr verabschiedet und das neue Jahr ausgiebig begrüßt wurde, die Weihnachtszeit beendet sein. Beim Einkauf bemerkte ich bereits, dass die Weihnachtsdekoration aus den Regalen entfernt wurde. Schon eine Woche (wir feierten gestern den 8. Tag der Geburt des Herrn) liegt er zurück, der Heilige Abend und die Erinnerungen an ihn: Viele Stunden des Beisammenseins im Kreis der Familie bei Plätzchen, Glühwein und feiner Weihnachtskost. Einige Leser werden froh sein, dass ihnen der Balanceakt zwischen der eigenen Familie und den Schwiegereltern am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag geglückt ist. Andere Leser sind vielleicht nach all dieser Feierei erschöpft und im Stillen froh darüber, dass es vorüber ist. Wiederum andere spürten trotz des üppigen Essens eine innere Leere umgeben vom äußeren Schein weihnachtlicher Familienidylle.

Bei vielen wird nach den Weihnachtsfeiertagen ein wehmütiges Bedauern Einzug eingenommen haben, dass die Zeit des Advents und der Erwartung auf das Fest, der Moment, in dem in der Kirche das Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ erklang, vorüber ist.

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Edith Stein um 1920

Die heilige Edith Stein (*1891 – †1942 im KZ Auschwitz-Birkenau) hielt Jahre 1931 einen Vortrag mit dem Thema: „Das Weihnachtsgeheimnis“. Zu einem Zeitpunkt, der aus heutiger und auch damaliger Sicht überrascht: am 13. Januar. Liturgisch gesehen befanden sich die Zuhörer des Vortrages zwar noch inmitten der Weihnachtszeit. (Das Ende der Weihnachtszeit markierte damals nicht das Fest Taufe des Herrn, sondern das Fest Darstellung des Herrn oder auch bekannt unter Maria Lichtmess). Und dennoch konnte Edith Stein sich kein besseres Thema vorstellen, als das Weihnachtsgeheimnis im Vortrag zu betrachten. Die Weihnachtsfeiertage vorbei und der Jahreswechsel vollzogen, so befinden wir uns – wie die Zuhörer ihres Vortrages – in einer sehr ähnlichen Situation.

Schon die Wahl des Wortes Geheimnis drückt auf treffende Weise aus, dass Weihnachten offenbar doch kein sich so einfach erschließendes Fest ist.

„Ja, wenn am Abend die Lichterbäume brennen und die Gaben getauscht werden, …die Glocken zur Christmette läuten…“ „Solches Weihnachtsglück hat wohl jeder von uns schon erlebt. Aber noch sind Himmel und Erde nicht eins geworden. Der Stern von Bethlehem ist ein Stern in dunkler Nacht, auch heute noch.“

Es mag den den Kirchgänger verwundern, weshalb schon am 2. Weihnachtsfeiertag Stephanus, der erste christliche Märtyrer, gefeiert wird. Und auch das Fest der Unschuldigen Kinder, welches an den brutalen Kindermord des Herodes erinnert, ist alles andere als idyllisch. Diese beiden Feste tragen einen scheinbaren Widerspruch in sich: „Was will das sagen? Wo ist nun der Jubel der himmlischen Heerscharen, wo die stille Seligkeit der Heiligen Nacht? Wo ist der Friede auf Erden“, fragt Edith Stein in ihrem Vortrag.

Spätestens als wir in den Weihnachtsfeiertagen die Nachrichten verfolgt und uns die Tagesschau angesehen haben, tat sich der Widerspruch auch in der Gegenwart auf: das passte so gar nicht in das friedvolle Weihnachtsfest. Diesen Widerspruch nehmen wir allerdings resigniert hin. Nicht selten versuchen wir umso verkrampfter wenigstens in der Familie Weihnachten als ein harmonisches Fest auf höchstem kulinarischem Niveau zu bewahren, reagieren empfindlich auf jegliche Disharmonien und Streitigkeiten oder verhindern diese längst auf mannigfaltige Weise vorsorglich.

Liest man das Buch Das Weihnachtsgeheimnis von Edith Stein, wird man als Leser aufgerüttelt. Hat man das Weihnachtsfest in seinem eigentlichen Kern eigentlich verstanden und wahrhaftig gefeiert?

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Der Engel der Armen am Ölberg

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Eine Missionarin der Nächstenliebe auf dem Petersplatz bei der Messe für die heilige Mutter Teresa von Kalkutta am Montag, 5. September. Foto: CNA/Daniel Ibanez

Mutter Teresa, die seit gestern als Heilige weltweit verehrt werden darf, wird vielleicht zur lebendigen Ikone dieses Jahres der Barmherzigkeit. Als Krankenschwester wusste sie um das Leiden der Menschen, kannte sie körperliche und seelische Not. Sie ist bekannt und verehrt für Ihren selbstlosen Einsatz unter den Leidenden und findet dafür Anerkennung bei fast allen.

Mutter Teresa war aber keine Sozialarbeiterin oder Entwicklungshelferin. Das wollte sie nie sein. Sie wollte Christus dienen. Sie verstand, dass Jesus der Ärmste der Armen ist, der gelitten hat und, in geheimnisvoller Weise, noch immer in den Kranken und Hungernden leidet.

Am Ölberg und auf Golgotha standen ihm alle Menschen vor Augen – keine anonyme Masse, sondern jeder einzelne. Und weil er, wahrer Gott und wahrer Mensch, in den Stunden des Leidens alle sah, schmerzten ihn alle bösen Taten, trösteten ihn jedes fromme Gebet, mag es auch 2000 Jahre später gesprochen worden sein. Jedes gute Werk, das heute getan wird, war damals ein Tropfen Wasser auf seinen ausgedörrten Lippen. Mutter Teresa hörte seinen Schrei „Mich dürstete“ und gab ihm zu trinken, indem sie den Notleidenden zärtliche Liebe zeigte. „Mich dürstet“ schreit Christus und sehnt sich nach dem Wasser unserer Hingabe. Die Heiligen haben verstanden, dass es der Herr sich selbst zum dürstenden Bettler gemacht hat, damti wir ihm etwas schenken können, um seine Not zu lindern. So sagt zum Beispiel die heilige Katharina von Siena: „O süsseste liebste Liebe! Es war Dein unendlicher Hunger und Durst für unsere Erlösung, das Dich ausriefen liess mich dürstet! Obwohl Deine Todesqualen einen grossen körperlichen Durst verursachten, Dein Durst für unsere Erlösung war noch grösser! Es ist niemand da, der dir irgendwas geben könnte, ausgenommen die Bitterkeit von übergrosser Sünde! Wie wenige sind es, die Dir zu trinken geben mit einer reinen gefühlsvollen Liebe!“

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Ein „Interview“ mit der Heiligen Edith Stein über Gender

Was die große Kirchenlehrerin, Frauenrechtlerin, Philosophin über die Thesen von „Gender“ sagen würde – Von und mit Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

Was würde diese große Intellektuelle und Heilige über die umstrittene “Gender”-Theorie sagen? Diese wird zwar verurteilt von allen Päpsten seit ihrem Aufkommen, von zahlreichen Kardinälen und Bischöfen sowie jüngst den Berichten der Familiensynode – auch dem der deutschen Gruppe. Aber Gender wird trotzdem von manchen Theologen und sogar in einer von der Deutschen Bischofskonferenz publizierten Broschüre vertreten, die behauptet, dass “Gender katholisch gelesen” werden könne.

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Credo. Wissen, was man glaubt

von Josef Bordat

11231041_173395496344167_1179400731351073545_oDas Apostolische Glaubensbekenntnis ist weit mehr als eine Auflistung von zu glaubenden Aussagen über Gott. Es ist ein dichter, vernünftiger und anspruchsvoller Text von tiefer Weisheit, in dem die zentralen Glaubenswahrheiten als Einsichten vieler Generationen von Christen tradiert sind. Zugleich spricht das Credo die philosophischen Grundfragen des Menschseins an, um Sie von Gott her, aus dem Glauben heraus zu beantworten.

Es ist sicher ein gewisses Wagnis, das Credo als Philosoph zu kommentieren, nicht als Theologe. Aber solange man dabei katholisch bleibt, sollte das wohl möglich sein. So nähere ich mich den Glaubenswahrheiten philosophisch an – Zeile für Zeile, Wort für Wort -, getragen von der festen Überzeugung, dass Glaube und Wissen, Herz und Verstand sich nicht ausschließen, wenn es darum geht, das Glaubensbekenntnis in seiner metaphysischen Weite zu durchdringen.

Rasch stößt man dabei auf die Theodizeefrage: Wie verhalten sich der Vater und der Allmächtige zueinander? Das Apostolische Glaubensbekenntnis bindet die Charakterisierungen Gottes ganz eng zusammen und macht aus ihnen schließlich eine Einheit. Zunächst folgt auf „Vater“ gleich der „Allmächtige“, dann ist vom „allmächtigen Vater“ die Rede; den „väterlichen Allmächtigen“ mag man sich hinzudenken. Wer in seiner Gottesvorstellung A sagt (wie allmächtig) und B (wie barmherzig), der muss sich der Theodizeefrage stellen.

Ich tue dies mit Gottfried Wilhelm Leibniz (dessen 300. Todestag wir in diesem Jahr begehen), aber auch mit Hans Jonas, ehe ich das Golgatha-Ereignis als Antwort auf die Theodizeefrage vorstelle: Aufgrund des Kreuzes können wir „barmherziger Vater“ und „allmächtiger Herr“ in einem Atemzug sagen. Auch in den tiefsten Abgründen des Lebens, in denen wir Verlassenheit spüren, ist Gott da. Gleichzeitig erfährt auch der gekreuzigte Jesus die Gottferne des Menschen. Gott ist in Jesus Christus bei uns, auch, wenn wir leiden. So gibt es kein sinnloses Leid, weil alles im Kreuz aufgehoben ist, im Leid der Gottverlassenheit, das größer ist als jedes andere Leid.

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