The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Schlagwort: Nationalsozialismus

Katholizität in Extremsituationen: Die erstaunliche Geschichte des Soldaten Aloys Pappert

Bewegendes Zeitzeugnis, wie ein katholischer Soldat der Wehrmacht mit der Hilfe Gottes die Reise in das Herz der Finsternis überlebte

Aloysius Pappert während des Zweiten Weltkriegs (nach der Rückkehr aus Frankreich)

Aloysius Pappert während des Zweiten Weltkriegs (nach der Rückkehr aus Frankreich).

Der 1924 geborene und aus Hünfeld im Landkreis Fulda stammende Aloysius Pappert wuchs in einer katholischen, das Nazi-Regime ablehnenden Familie auf. Von jung auf praktizierender Katholik, wurde er 1942 gegen seinen Willen in die Wehrmacht eingezogen. An verschiedenen Kriegsschauplätzen in Einsatz (u.a. in Italien bei der Schlacht um Monte Cassino), half ihm sein Glaube, den er auch an seine Kameraden weitergab, in mehreren lebensgefährlichen Situationen. Nach Kriegsende geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft und musste in den Kohleminen der Donbass-Region unter schwersten, häufig menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten. Auch während der Zeit der Lagerhaft, die vielen seiner Kameraden das Leben kostete, erlaubte ihm sein unerschütterlicher Glaube das Durchhalten.

von Michel Lemay, ins Deutsche übersetzt von Dr. Thomas Stauder

Obwohl er aus einer katholischen und das Nazi-Regime ablehnenden Familie stammte, musste Aloys Pappert 1942, erst siebzehnjährig, seine Angehörigen verlassen, um sich der Wehrmacht anzuschließen. Am Tag des Abschieds machte seine Mutter mit Weihwasser das Kreuzzeichen über ihn und überreichte ihm eine Medaille der Heiligen Jungfrau sowie ein Kreuz, die er beide ständig mit sich tragen sollte. Dann fügte sie hinzu: „Möge die Jungfrau Maria dich beschützen und wohlbehalten zu uns zurückbringen.“ Diese Bitte wurde erhört, denn der junge Mann konnte mehrfach dem Tod entgehen, sowohl als Soldat an der Front wie auch als Kriegsgefangener in der Sowjetunion. Diesmal hören wir die Schilderung des heute 92jährigen, der mittlerweile zusammen mit seiner Gattin Isabelle in Monaco lebt, von seiner schrecklichen Zugreise, die ihn von der Stadt Brünn in der Tschechoslowakei bis in das Kohlerevier des Donbass brachte, eine an der Grenze zwischen der Ukraine und Russland gelegene Region. Die Art des Transports erinnert, wie wir gleich sehen werden, an die Züge, in denen die Juden in die für sie bestimmten Vernichtungslager gebracht wurden.

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Neuer Kinofilm über Stefan Zweig

Interview mit Regisseurin und Mit-Drehbuchautorin Maria Schrader zum neuen Film: „Vor der Morgenröte“

Stefan Zweig emigrierte aus Österreich bereits im Februar 1934, nachdem der Einfluss der Nazis auch in Österreich spürbar und Zweigs Haus durchsucht wurde. 1935 wurde er in Deutschland in die Liste der durch die neuen Machthaber verbotenen Autoren aufgenommen. Nachdem sich Stefan Zweig 1938 von seiner ersten Frau Friderike hatte scheiden lassen, heiratete er seine Sekretärin Charlotte (Lotte) Altmann. Dennoch blieb er im freundschaftlichen Kontakt zu seiner ersten Frau. Mit Lotte reiste er von London nach Amerika: Über New York, Argentinien und Paraguay kam Stefan Zweig 1940 in Brasilien an, wo er stürmisch gefeiert wurde. Am 23. Februar 1942 nahm sich Zweig in Petrópolis bei Río de Janeiro das Leben. Lotte folgte ihm in den Tod.

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Mit Bonhoeffer ins neue Jahr

von Rut Müller

Rut

Rut Müller lebt in Berlin und wurde über die Lektüre der „Brautbriefe Zelle 92“ auf den protestantischen Theologen Dietrich Bonhoeffer aufmerksam, der sie als Katholikin überrascht und tief beeindruckt hat.

Am Jahresende schauen wir üblicherweise zurück auf die vergangenen Wochen und Monate, ziehen eine Bilanz. Die meisten Menschen machen daraufhin gute (?) Vorsätze für das neue Jahr. Erstaunlich oft sind diese Vorsätze identisch mit denen des vorjährigen Silvestertages. Sobald wir uns über diese traurige Tatsache klarwerden, denken wir: „Aber im nächsten Jahr schaffe ich das bestimmt! 2016 werde ich mich zweifellos hier und da zum Besseren verändern, meinen Karriereweg konsequenter beschreiten, mich adäquater verhalten und zurückkehren zu manchem, was sich bewährt hat.“

Wir Katholiken hatten übrigens im Dezember schon zweimal Gelegenheit, den Beginn eines neuen Jahres zu feiern: Am ersten Adventssonntag, dem 29. November, begann das neue Kirchenjahr, neun Tage später, am 8. Dezember, ein außerordentliches Heiliges Jahr, welches Papst Franziskus bereits am 12. April ausgerufen und der Barmherzigkeit gewidmet hatte. Ob dieses Heilige Jahr zur wirklichen und wahrhaften Heiligung der Christenheit gereicht und so zu einer nachhaltigen Verbesserung der „Lebenswirklichkeiten“ in den Gesellschaften führen wird… – nun, das entscheidet sich zum einen im Herzen jedes einzelnen Gläubigen, an deren Bereitschaft, Barmherzigkeit dort zu üben, wo sie vonnöten und möglich ist; entscheidet sich aber auch an der Bereitschaft, die angebotene Barmherzigkeit anzunehmen, sich von ihr aufrichten und neu ausrichten zu lassen.

Spätestens seit den Pariser Anschlägen dürfte das unbeschwerte Vertrauen in das neue Jahr nachhaltig erschüttert sein. Hinzu kommt, dass die Flüchtlingsströme, über die rund um die Uhr berichtet wird, zwangsläufig gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringen werden. An die Stelle von Zuversicht tritt deshalb wahrscheinlich bei vielen Leserinnen und Lesern eine Beklemmung. Kann Deutschland den Flüchtlingsstrom ohne Europa bewältigen? Wie stark wird sich der Islam aufgrund der demografischen Entwicklung in zehn oder zwanzig Jahren in Deutschland präsentieren, nachdem Hundertausende junge muslimische Flüchtlingsfamilien einer Gesellschaft zugeführt worden sind, die bereits zu 35% konfessionslos ist, in der 90% der Frauen die Erwerbstätigkeit der Kindererziehung vorziehen bzw. aufgrund des Status „Alleinerziehend“ vorziehen müssen, fast 80% der Frauen erst nach der Stabilisierung ihrer beruflichen Karriere Mutter werden möchten und sich zudem durch mehr als ein oder zwei Kinder überfordert fühlen. Von den potentiellen Vätern ganz zu schweigen, die in Kindern häufig nur Spaßbremsen und Kostenfaktoren sehen.

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