The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Schlagwort: Stil (Seite 1 von 2)

Angeln im Bikini! Wie Frauen auch im Sommer gute Männer finden – und dabei deren Seelenfrieden nicht gefährden

Angeln-im-Bikini-Blogbeitrag

von Dr. Gudrun Kugler

WIEN (kathtreff).- Der Sommer hat für mich als Mutter von vier kleinen Kindern eine Menge Vorteile. Einer davon ist es, dass ich die Kleinen nicht gegen ihren Willen in siebenundzwanzig verschiedene warme Kleidungsteile zwängen muss. Das Sommerkleidchen ist schneller übergestreift, als sich der Protest formieren kann. Für so manche junge Frau liegt der Bonus spärlicher Bekleidung jedoch nicht in der Anziehgeschwindigkeit und wohl auch nicht im Preis. Irgendwo zwischen Ober- und Unterbewußtsein liegt vielleicht der Plan, sich dadurch einen Mann zu angeln. Denn auch wer im Winter nicht bemerkt worden ist: Im Sommer scheinen die Karten neu gemischt zu werden.

Ich erinnere mich, wie mir ein Philosoph von der Liebe erzählte: Eine Prostituierte geht auf der Strasse. Sie dreht sich um, um zu sehen, ob ihr jemand nachschaut. Sie zeigt sexy ihren Reiz, lüftet den Rock. Komm und folge mir! Warum? Weil ich dir all das hier geben kann. Eine Königin geht auf demselben Weg. Ein Mann folgt ihr. Komm und diene mir, sagt sie. Warum? Für nichts, entgegnet sie. Das ist die Liebe: sie berechnet nicht, erwartet nicht, sie will nichts für sich, sie verlangt keinen Lohn.

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Sonntagsputz

Darf ich mich für den Gottesdienstbesuch aufbrezeln? Eine Verbreitung auf dem Felde der Eitelkeit.

Von Franziska Holzfurtner

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Bild: Franziska Holzfurtner

Wenn ich mich Samstag Abend oder Sonntag Früh für die Kirche frisch und fertig mache, dann braucht das für gewöhnlich seine Zeit. Wenn es sich vermeiden lässt, dann würde ich niemals in Jeans, die für mich immer noch unter Alltags- und Arbeitsbekleidung fallen, ungeschminkt oder ungeduscht im Gottesdienst erscheinen.

Im Gottesdienst dann, egal ob es sich um ein Hochfest handelt oder den „gewöhnlichen“ Sonntag, wird mehr als ersichtlich, dass ich mit dieser Einstellung weitgehend alleine bin. Schlabberige Wollhosen und Jeans, Kapuzenpullover, fahle Gesichter, lächerliche Pudelmützen, graue Filzmäntel, Turnschuhe, ausgelatschte Mokassins. In meiner Zeit als Oberministrantin, hatte ich es schwer, Eltern davon zu überzeugen, dass dreckige oder blinkende Turnschuhe genauso wie Gummistiefel, Crocks oder Ugg-Boots (ja, die Schuhe, bei denen „hässlich“ schon im Namen vorkommt) nichts unter der Albe zu suchen haben.

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Katholische Dandies

In Catholicism, the pint, the pipe and the cross can all fit together (Chesterton)

von Dr. Alexander Pschera

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Der Dandy pflegt eine auratische Extravaganz. Er will strahlen und auffallen um jeden Preis. Dafür nimmt er sogar die Lächerlichkeit in Kauf. Die Normalität ist sein Hölle.

Der französische Dichter Charles Baudelaire sagte einmal, ein Dandy müsse permanent vor einem Spiegel leben und schlafen. Und er hat Recht: Ein Dandy, ein echter zumindest, einer also, der sein Leben unter die Idee des Dandy-Seins stellt und sich nicht nur stutzerhaft gibt, darf die Welt gar nicht erst zu Gesicht bekommen. Sie muß sich immer hinter dem Bild verbergen, das er von sich selbst hat. Dandys sind nicht nur Ich-besessen: Sie kennen nichts außer sich selbst. Ihr Leben kreist um ihre Person, ihr Aussehen. Dandys benötigen fünf Stunden zum Ankleiden und wienern ihre Stiefel mit Champagner – so zumindest erzählt man vom berühmtesten aller Dandys, George Bryan „Beau“ Brummell.

Der Dandy pflegt eine auratische Extravaganz. Er will strahlen und auffallen um jeden Preis. Dafür nimmt er sogar die Lächerlichkeit in Kauf. Die Normalität ist sein Hölle. Nochmals Baudelaire: „Ein Dandy kann niemals ein alltäglicher Mensch sein“. Dazu gehört auch, daß er sich die Hände keineswegs mit Arbeit schmutzig machen will. Dandys haben einen raffinierten Geschmack. Ihr ästhetisches Gespür ist bis aufs Äußerste verfeinert. Dandys leben mit allen Sinnen, sie existieren synästhetisch, in einer Welt vollendeter Schönheit. Hier hat der Schmutz der Straße, aber auch ihre Wahrheit, keinen Platz. Friedrich Kluges etymologisches Wörterbuch beschreibt einen Dandy als einen jungen Mann, der in „auffälliger Bekleidung Kirche oder Jahrmarkt besucht“ (1883). Auch die Gotteshäuser sind nur Kulisse, vor deren Hintergrund sich der Dandy abheben will. Die Welt ist dem Dandy nicht mehr als eine große Staffage für sein Ich. Sie ist sein Theater. Ein verspiegeltes Theater allerdings.

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Aschenputtels goldene Schuhe – Die unbekümmerte Schönheit des Katholiken

Warum eine augenzwinkernde Nonchalance gegenüber den sinnlichen Gütern der Welt mit ihren Etiketten, die nie wirklich das Schöne erreichen, katholisch ist.

Ein Debattenbeitrag von Hanna Maria Jüngling

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„Die Mönchskutte drückt auf eine geradezu provozierende Art aus, wie sehr ein Katholik auf das alles pfeifen kann, ohne deswegen hässlich zu wirken.“ – Rembrandt Harmensz. van Rijn: Porträt des Titus in Mönchskleidern (1660)

Die Begriffe „Objektivität“ und „Stil“ sind inkompatibel. – Warum? „Stil“ ist klassisch nicht die Orientierung an einem objektiven Schönheitsbegriff, sondern an einer bestimmten Erscheinungsform des Schönen, deren Normen wiederum hochgradig subjektiv sind. Der Begriff „Objektivität“ passt hier nicht. „Objektivität“ bedeutet philosophisch immer, dass etwas bewiesen werden kann oder den Anspruch erhebt, durch die Art seiner Setzung (etwa eine Offenbarung oder ein authentisches Zeugnis mehrerer Personen) als bewiesen zu gelten.

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Kunst, Geschmack, Manieren und Mode: Stilfragen, um besser zu werden

Hinter Kunst, Geschmack, Manieren und Mode steht ein Begriff, der in bester Weise all dies vereint und etwas erschafft, was ohne Bildung nur schwer zu fassen ist. Neugierig?! Hier geht es zu deiner Portion Kultur für den Alltag.

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© f1rstlife / Renata Crnoja

von Renata Crnoja

Einst sagte eine der größten französischen Modeschöpferinnen und Visionärinnen Coco Chanel:„fashion fades, only style remains the same.“ Wenn nun also Mode vergeht und nur der Stil ein Bleiberecht hat – wie können wir ihn uns zu eigen machen? Was macht ihn überhaupt aus? Wann ist oder wird Stil stilecht und gut?

„Ihre Frage ist nicht Sein oder Nichtsein, sondern ist zugleich Sein und Nichtsein. Sie steht immer auf der Wasserscheide von Vergangenheit und Zukunft und gibt uns, solange sie auf der Höhe ist, ein so starkes Gegenwartsgefühl, wie wenige andere Erscheinungen“ (Simmel).

Die Beschäftigung mit Mode war schon immer kontrovers und bleibt es. Die Begeisterung für das oftmals nur als oberflächlich geschimpfte Phänomen ist eine ständige Gradwanderung zwischen dem Anspruch, sie sei eine Kunstform oder gar Kunst, und der völligen Ignoranz ihrer Bedeutung für die Kultur und das postmoderne Selfie-Individuum. Keine Frage, sie ist wohl das schnelllebigste Phänomen unserer Zeit und doch ist sie – und war es schon  immer – ein Ausdruck und Indikator, ein sensibler Seismograph sozikultureller Strömungen und aktueller Zeitgeschehnisse.

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