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Häresie der Hässlichkeit: Katholische Ästhetik und ihr Feind

The Cathwalk im Gespräch mit Dr. Maximilian Krah, Vollblutanwalt, Vollblutkatholik und Vollblutvater aus Dresden.

Maximilian Krah, *1977, Deutscher, lebt in Dresden, hat in Dresden Jura (Dr. iur.) und in London und New York Betriebswirtschaft studiert (M.B.A.), interessiert sich für Kunst, Literatur, Philosophie, Theologie, Mode und Politik. Verheiratet, fünf Kinder, katholisch.
Maximilian Krah *1977, Deutscher, lebt in Dresden, hat in Dresden Jura (Dr. iur.) und in London und New York Betriebswirtschaft studiert (M.B.A.), interessiert sich für Kunst, Literatur, Philosophie, Theologie, Mode und Politik. Verwitwet, fünf Kinder, katholisch, Christdemokrat.

Herr Doktor Krah, Sie prägten einst den Ausdruck „lange Wickelröcke sind unmoralisch, weil hässlich“ – durch welche Milieubeobachtungen sind Sie zu diesem Schluss gekommen?

Mir scheint, dass manchen Protagonisten dieses sonderbaren Hangs zu langen Röcken überhaupt nicht klar ist, wie abstoßend sie die ganze katholische Traditionsbewegung erscheinen lassen. Es erzeugt bei geistig gesunden Menschen einen innerlichen Widerstand, sich zu einer so demonstrativ hässlich auftretenden Gruppe hinzu zu gesellen. Die katholische Lehre assoziiert das Gute mit dem Schönen; Gott ist schön, Ästhetik, Stil, Geschmack sind deshalb positiv. Umgekehrt ist das Hässliche schlecht. Eine Moral, die zu hässlicher Kleidung aufruft, ist Widermoral.

Dr. Maximilian Krah mit Familie: Vollblutanwalt, Vollblutkatholik und Vollblutvater aus Dresden.
Dr. Maximilian Krah mit Familie: Vollblutanwalt, Vollblutkatholik und Vollblutvater aus Dresden.

Als Kenner der katholischen Szene verurteilen Sie scharf einen präpotenten, frauenfeindlichen und auf seine eigene Art und Weise unschamhaften Moralismus. Wo liegen aus Ihrer Sicht die Wurzeln dieses pathologischen Phänomens?

Es gibt viele. Wir müssen uns klar machen, dass die religiöse Welt vieler Katholiken mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil zusammengebrochen ist. Diese Leute halten einfach an dem fest, was bis dahin war. Das ist nicht falsch. Aber sie dehnen es auf alle Bereiche des Lebens aus. Vor 1960 trugen Frauen keine Hosen oder kurze Röcke – also lehnen wir es auch jetzt ab. Man macht einfach aus pastoralen oder geschmacklichen Fragen dogmatische. Das ruiniert die Dogmatik, die Pastoral und den Geschmack. Schauen Sie, die Modernisten erklären jede Wahrheit zu etwas zeitabhängigem. Damit ist letztlich ein seiender Gott nicht mehr zu begründen. Die falsche Antwort zu vieler Konservativer ist es nun, jede Angelegenheit zu unveränderlichen Wahrheiten zu erklären. So wird aus Mode, die schon dem Wort nach zeitabhängig ist, plötzlich ein dogmatisches Problem. Das ist intellektuell unterirdisch und in der praktischen Konsequenz hässlich.

Hinzu tritt eine generelle Verklemmtheit Frauen gegenüber. Bis in die 1950er war wirtschaftlicher Wert eine Konsequenz aus Muskelkraft und damit männlich. Heute ist wirtschaftlicher Wert eine Konsequenz aus Intelligenz und Kommunikation, und darin sind Frauen nicht schlechter als Männer. Also hat sich auch das Rollenverhältnis neu justiert. Das vermögen aber nicht alle nachzuvollziehen und erklären nun das frühere Rollenbild zu einem Dogma, weil sie nicht begreifen wollen, dass Mode, Stil, auch Geschlechterrollen ganz praktische, irdische Ursachen haben.

Und schließlich spielt unerfüllte Sexualität eine Rolle, gerade im konservativen religiösen Milieu mit seiner Überbetonung des Sechsten Gebotes. Wer sich als Mann zu viele Gedanken über die Kleider fremder Frauen macht, sollte beichten gehen und sich eine Freundin suchen.

3. Wie könnte ein sozusagen katholisch-barocker Gegenentwurf zu derlei jansenistischen Engführungen aussehen?

Ich mochte den Versuch des Papstes Benedikt XVI. Er betonte die Vernunftmäßigkeit des Glaubens. Das ist sicher nicht für jeden ein Ansatz, aber in unserer Zeit hat er das Potential, zumindest die tonangebenden Schichten zu erreichen. Und ich würde ihn ausdehnen; nicht nur die Vernunft, auch die Ästhetik sollte Kennzeichen des Katholizismus sein. Ästhetik schützt dabei auch vor Vulgarität, und zwar viel besser als starre Kleidungsregeln, die ja nur solange halten, wie sie auch durchgesetzt werden, aber nie innerlich Wurzeln schlagen.

Die Religion hat die Kultur geschaffen, deshalb kann auch über die Kultur der hinter ihr stehende Glaube wieder erstrahlen. Gerade angesichts des Islam, der keine Musik, keine Bilder, keinen Wein und keine Miniröcke haben will, vermag der Verweis auf die katholische Hochkultur doch überzeugend die Größe unseres Gottes demonstrieren. Wer aber diese Kultur auf Sektenniveau reduziert, der reduziert auch Gott. Das ist die Häresie der Hässlichkeit.

"Alle theologischen Argumente für einen religiösen Dresscode sind leicht zu widerlegen."
„Alle theologischen Argumente für einen religiösen Dresscode sind leicht zu widerlegen.“

4. Verfechter eines engherzigen Moralismus verweisen immer wieder auf das Kirchenrecht als Argumentationsgrundlage. Wie bewerten Sie aus juristischer Sicht diese Berufung?

Alle theologischen Argumente für einen religiösen Dresscode sind leicht zu widerlegen. Und kirchenrechtlich gibt es ja nicht einmal mehr das Gebot der Kopfbedeckung in der Messe, das bereits in den 1950ern in Westeuropa keiner mehr praktiziert hat. Zu recht, denn das Christentum ist gerade keine Gesetzes-Religion, sondern eine der Liebe, Vernunft und Schönheit. Man sollte sich mit diesen Haarspaltereien auch nicht zu lange befassen, es ist verlorene Zeit. Wer immer sich über Kleiderregeln religiös absondern will, ist nicht mehr Kirche, sondern Sekte. Und mit Sektierern lohnt es nicht zu diskutieren.

5. Sie vertreten die Meinung, wer ein Problem mit aufreizender Kleidung hat, habe ein Problem in seiner Hose hängen, mehr nicht – eine bewusste Pauschalisierung?

Nein, die schlichte Wahrheit. Schon als Schüler fiel mir immer auf, dass Jungs immer die Mädchen als „Schlampe“ beschimpften, bei denen sie abgeblitzt waren. Wer sich als Mann an Schönheit, und dazu gehört nunmal ein gewisser Sex Appeal, nicht still erfreuen kann, muss an sich arbeiten. Weder aggressives Anmachen noch aggressives Ablehnen sind angemessene Reaktionen, beide sind aber Ausdruck der selben persönlichen Unreife.

"Wer immer sich über Kleiderregeln religiös absondern will, ist nicht mehr Kirche, sondern Sekte."
„Wer immer sich über Kleiderregeln religiös absondern will, ist nicht mehr Kirche, sondern Sekte.“

Wer mehr über Maximilian Krah erfahren will: https://maximiliankrah.wordpress.com

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102 Kommentare

  1. Denis modin 21. Oktober 2017

    Minirock und katholisch schließt sich, komplett, aus. Die Frau hat sich schicklich aber schamhaft zu kleiden. Mit sexueller Verklemmtheit hat dies nichts, im geringsten, zu tun. Frauen sind nun mal keine Sexualobjekte, sondern ehrbare Ehefrauen. Als solche hat der Mann sie auch zu sehen. Sieht er in ihr ein Lustobjekt, ist der Mann nicht ehrbar. So einfach ist das .

  2. Veronika Oehme 20. Oktober 2017

    Ich kann hässlich=unchristlich nicht nachvollziehen. Aus einem ganz einfachen Grund: ein Mensch aus Fleisch und Blut, angenagelt an ein Kreuz und über Stunden jämmerlich verreckend. Das ist etwas abgrundtief hässliches. Und dennoch für uns Inbegriff des Christlichen.

    Herr Krah ist oberflächlich wie nur sonstwas. Was wird er machen, wenn einmal sein äußerlicher Glanz dahin ist, er mit Glatze, Brille, Hörgerät, Zahnprothese, am Rollator und vielleicht noch mit Pullerbeutel an der Hüfte durch das Pflegeheim schleicht? Sind diese starken Menschen, die ein ereignisreiches und mitunter schweres Leben hinter sich haben, keine Christen? Sie haben Würde wie jeder andere. Sogar wie Herr Krah.

  3. Rombach 20. Oktober 2016

    Ich habe Angst vor Herrn Krah. Ich habe den Eindruck, dass andere ihm zu leicht folgen und sich unterordnen. Dabei kann ich nicht mal sagen, ob er selbst das überhaupt weiß.

  4. Natalie Hanke 28. September 2016

    Mit Entschiedenheit verwahre ich mich dagegen, dass lange Röcke unbedingt hässlich seín müssen bzw. geradezu zwangsläufig die weibliche Attraktivität entstellen. Um es mit einem in den USA sehr bekannten Slogan zu illustrieren: „Modest does not mean frumpy!“ Ich möchte von einem Mann nicht in erster Linie deshalb wahrgenommen werden, weil diverse unverhüllte Hautpartien seine Blicke anziehen, sondern ich möchte als Person wahrgenommen werden: durch mein Lachen, meine Blicke, meinen Charakter, meinen Geist. Gerade in Bezug auf Letzteres möchte ich anmerken, dass es hier – wie jemand in den Kommentaren bereits aufzeigte – um die Kleidung der Frau geht, nicht um das Rollenverständnis. Lange (zumindest längere, also das Knie bedeckende) Röcke sind nicht automatisch farblose Müllsäcke, in die eine Frau sich wickelt. Es gibt sehr hübsche Röcke, die in Muster, Farbgebung und Schnitt durchaus die Attraktivität der Trägerin betonen. Ich besitze Stolz, Anstand und Würde, und daher habe ich es schlichtweg nicht nötig, herumzulaufen wie die Frischfleischauslage in der Metzgertheke. Nicht mal bei 30 Grad im Schatten.
    …meint eine 40jährige, tiefkatholische und nicht unattraktive Lange-Röcke-Trägerin!!

  5. Ignaz 22. Juli 2016

    Wer selbst fett und hässlich ist, sollte sich in Sachen Ästhetik vornehm zurückhalten.

    • Rombach 20. Oktober 2016

      Diese Art Antwort ist unterirdisch. Natürlich hört sie sich nach einem unreifen Schreiber an, der noch gar keine Gelegenheit hatte, an Gewicht zuzulegen. Redet sich leicht, wenn man selbst noch nie Streß hatte. Und keine Erfahrung.

  6. hans 4. Januar 2016

    Diese verweiblichte, Mannlose Kirche als Frauenfeindlich anzusehen ist absurd. Wir leben im Zeitalter der Hyperfeminisierung und der völligen marginalisierung des Mannes, der Männlichkeit und des religiösen heterosexuellen patriarchalen Mannes.

    Dauernd wird von Frauen geredet, dabei sind Männer nicht anwesend. Und ja das hat auch mit dem Sakrileg der Altarmädchen zu tun.

    • Toni M. 5. Januar 2016

      Ich weiß ja nicht, welche Signale sie so empfangen, aber wir sind uns doch sicherlich einig, dass diese katholische Kirche sehr männlich geprägt ist und auch dort auf den nötigen Chic Wert gelegt wird. Denken Sie nur an den früheren Papst und dessen rote Schuhe! Wer klar marginalisiert wird, ist die Frau. Meinetwegen auch gerade die, die sich „anders“ anziehen, aber der Vorwurf die Kirche sei unmännlich ist nicht einmal mehr nur hanebüchen. Das ist einfach Schwachsinn.

  7. Anja Felbing 15. November 2015

    Danke Pater Marc Gensbittel!

    Man beachte auch die roten Schuhe!
    Selten so einen Krahhmpf gelesen!

  8. maximiliankrah 3. November 2015

    Virtus-stat-in-media, leider lese ich Ihren Kommentar erst jetzt. Ich denke, dass die sexualmoralischen Aspekte der Kleidung ein Teil dessen sind, was wir am Ende als Eleganz erkennen. „Too sexy is not sexy“ ist eine Regel der Eleganz. Insofern decken Sie, wenn Sie nach Eleganz streben, das Problem des „too sexy“ zu mindestens 95% mit ab. Und bei den verbleibenden maximal 5 % stellt sich die Frage, ob es nicht schlauer ist, das auszuhalten, anstatt nun „moralisch“ induzierte Regeln aufzustellen; oft ist der Schaden, den derlei Eifer auslöst, größer als der Nutzen.

    • Nepomuk 5. November 2015

      nur daß die Regeln, soweit es sie tatsächlich gibt, halt nicht nicht „aufgestellt“ werden können. Die Frage „ist das erlaubt, ja oder nein“, die irgendwann mal kommen wird, kann nur mit „ja“ oder mit „nein“, aber nicht mit „du sollst nicht moralisieren“ beantwortet werden… denn auch wenn man sicherlich als Katholik nicht immerzu moralisch zu analysieren braucht (das halbwegs vernünftig gebildete Gewissen wird sich schon melden, wenn’s brenzlig wird) – einen moralfreien Lebensbereich gibt es nun einmal nicht, und damit auch keinen, bei dem man solche Fragen nicht beantworten kann, wenn sie gestellt werden.

      Und irgendwann werden sie gestellt werden.

      Und irgendjemand wird, vor allem wenn sie „nein“ lautet (und manchmal, wenn auch seltener als manche Kommentatoren hier annehmen, wird sie halt doch „nein“ lauten), die Antwort hernehmen und sie zu einer unpassenden Gelegenheit anbringen (sagen wir, bei einer sehr freizügig gekleideten jungen Dame, die ergriffen in einer katholischen Kirche sitzt und vom nächstbesten Passanten wissen will, was wir denn eigentlich glauben). Das ist dann eben so (wenn es auch zu vermeiden ist), aber deswegen kann man in dem Fall, in dem man tatsächlich „nein“ sagen muß (wie häufig er denn auch ist), halt auch nicht mit einem „ja“ oder einem „wurscht“ durchwinken.

    • Nepomuk 5. November 2015

      „aufgestellt“ in Anführungszeichen, weil es ja nicht um Gesetzgebung geht, sondern um Analyse dessen, was aus der Natur der Sache folgt.

    • maximiliankrah 30. Dezember 2015

      Meine Güte, Nepomuk, sie wollen Kleiderregeln aus dem Naturrecht „erkennen“? Das ist doch absurd. Das Naturrecht gibt Ihnen vielleicht ein paar Prinzipien – aber die Übertragung ins Jetzt und Hier ist natürlich immer ein Akt willentlicher Regulierung. Was denn sonst?

    • Nepomuk 10. Juli 2016

      Um das Erkennen wird man nicht drum herumkommen. Denn nicht nur „das ist verboten“, sondern auch „das ist erlaubt“ ist nun einmal eine Regel.

  9. Dismas 15. Oktober 2015

    @virtus-stat-in-medio

    Offensichtlich hatte Herr Krah nicht den Anspruch, den Maßstab zu definieren, sondern lediglich, die subjektiven Maßstäbe, die zu teils sehr skurilen Auswüchsen führen, wie man in diesem Thread erkennen kann, auch bei Priestern, in Frage zu stellen.

    Aber vielleicht fährt man gar nicht so schlecht damit, wenn man den Maßstab in der Tat der Wahrnehmung des Einzelnen überläßt.

    Insbesondere einigen Herren hier, auch einigen klerikalen Standes, sei in Erinnerung gerufen, daß nicht das, was in den Menschen hineinkommt (also in diesem Kontext was man sieht) unrein macht, sondern das, was aus dem Menschen heraus kommt. Die unreinen Gedanken entstehen im Kopf, nicht im Auge.

  10. Joe 9. Oktober 2015

    Auch wenn es nicht jeder glauben mag: Ein wichtiges, aber fast vernachlässigtes Thema. Diese Thesen schießen jedoch weit über das Ziel hinaus.

    Die junge Schauspielerin Jessica Rey erklärt, warum gute und bedachte Kleiderwahl wichtig ist:
    http://www.retrokatholisch.de/2015/10/modesty-auf-dem-laufsteg/

    „Modesty istn’t about covering up our bodies because they’re bad, modesty istn’t about hiding ourselves… it’s about revealing our dignity.“

  11. Christian Blatter 7. Oktober 2015

    Archivperle aus DGW 2/2012 zum Thema Kleidung

    7. Oktober 2015Der Gerade Weg

    „Sage mir, was du trägst, und ich sage dir, wer du bist!“

    Als Priester frage ich mich oft, ob und wie ich das Thema „Kleidung“ anpac­ken soll, denn es ist eine sehr sensible Angelegenheit. „Herr Pater, ist es nicht meine Sache, wie ich mich anziehe?“ und: „Gibt es nicht wichtigere Dinge als die Kleidung?“ Und doch hat die Kirche bezüglich der Kleidung sehr wohl ihr Wort zu sagen, da sie die Sittenlehre betrifft. Pius XII. selbst zögerte nicht, diese Fra­ge als Papst öfter zu behandeln.

    „Es ist Aufgabe der Kirche, auf die Seelen ein­zuwirken, und … [daher auch Aufgabe] Eurer Aktion [also auch der KJB!] in enger Verbindung und unter der Leitung der kirchlichen Hierarchie! Sie nimmt den Kampf auf gegen die Gefahren der Unsittlichkeit … auf allen Gebieten, die für Euch infrage kommen: auf dem Gebiet der Mode, der Kleidung … und des Sports, auf dem Gebiet der gesellschaftlichen Beziehungen und Unterhaltun­gen“ (Soziale Summe Pius’ XII., Nr. 14241).

    In diesem Artikel möchte ich also nicht meine persönliche Meinung äußern, sondern versuchen, soweit es mir gelingt, die Prinzipi­en der christlichen Sittlichkeit darzulegen und Euch vor allem dabei zu helfen, deren Gründe zu verstehen. Dafür setze ich aber die Bereit­schaft und Offenheit voraus, sich von der Kir­che und ihren helfenden Maßstäben formen und bilden zu lassen.

    Das Priester- und Ordenskleid

    Beginnen wir mit einem einfachen Punkt: der Kleidung des Priesters bzw. der Ordensleute. Auf Französisch sagt man zwar: L’habit ne fait pas le moine – „Der Habit macht noch keinen Mönch“. Es reicht also nicht, das Ordenskleid zu tragen, um ein guter Mönch oder Priester zu sein. Jedoch wird niemand von Euch be­streiten, dass das Tragen der Soutane bzw. des Ordenskleides wichtig ist. Wir bedauern alle, dass so viele Priester ihre Soutane abge­legt haben und wie Laien herumlaufen.

    Ein Priester könnte viele Argumente fin­den, um seine Soutane im Schrank zu lassen: Sie ist unangenehm (besonders in der Hitze), sie ist unpraktisch (sie ist teuer und nicht so einfach zu waschen usw.), sie wirkt befrem­dend und trennt von der Welt (soll man nicht mit seiner Umwelt leben?).

    Doch sind diese Argumente von geringer Bedeutung für einen Priester, der an sein Prie­stertum glaubt und für dieses Ideal lebt. Die Soutane trennt ihn von der Welt, weil er nicht von der Welt ist: „Ihr seid nicht von der Welt, sondern ich habe euch aus der Welt erwählt“ (Joh 15,19). Sie ist das Zeichen seiner Hin­gabe an unseren Herrn Jesus Christus und gleichzeitig ein Schutz für den Priester. Sie ist eine dauerhafte Predigt und ein Zeugnis für den Glauben. Deshalb trägt er dieses Kleid gern, auch wenn es mit gewissen Opfern ver­bunden ist.

    Ursprung und Ziel der Kleidung

    Die Bedeutung der Soutane zeigt uns zunächst einmal, dass Kleidung nicht ohne Bedeutung ist. Welche Prinzipien bestimmen nun aber die Kleidung der Laien, Männer und Frauen?

    Moses berichtet uns, dass Adam und Eva nach ihrer ersten Sünde den Bedarf verspür­ten, sich zu bekleiden: „Da gingen beiden die Augen auf, und sie merkten, dass sie nackt waren. Sie flochten Blätter vom Feigenbaum zusammen und machten sich Schurze“ (Gen 3,7). Aus diesem Text geht der Hauptgrund der Kleidung hervor: die Sittlichkeit. Wir be­kleiden uns nicht in erster Linie zum Schutz vor Kälte, sondern zum Schutz vor der Begier­lichkeit. Die Kleidung soll uns die Keuschheit erleichtern und den Blick auf das Geistige statt auf das Sinnliche lenken.

    Dies gilt für Männer wie für Frauen. Je­doch muss besonders die Frau auf ihre Klei­dung achten, damit sie keine Leidenschaft er­regt. Denn der Mann ist von Natur aus mehr von sinnlichen Gelüsten angezogen, weshalb auch die Frauenmode insgesamt (in Beklei­dungsgeschäft und Werbung) eine viel größe­re Rolle als die Männermode spielt. Die Erfah­rung zeigt, dass der Mann viel mehr Schwie­rigkeiten hat, die Reinheit zu bewahren, und es liegt in seiner Natur, dass bei ihm – ob er will oder nicht – das sinnliche Begehren sehr schnell geweckt wird, wenn er eine zu leger gekleidete Frau sieht. Erinnert euch an König David, der in schwere Sünde fiel bis hin zum Mord, weil er seine Augen nicht beherrscht hatte. „Jeder, der eine Frau begehrlich ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen“ (Mt 5,28). Unkeusche Gedanken sind schwer sündhaft, wenn sie gewollt sind, d. h., wenn man sie nicht sogleich zu vertrei­ben sucht, sondern ihnen weiter zustimmend nachhängt. Denn der Wunsch, etwas Uner­laubtes zu tun, wiegt – auch wenn man ihn nicht ausführt – genau gleich viel, wie wenn man die Tat ausgeführt hätte (wie auch bei einem geplanten Diebstahl oder dem Wunsch, jemandem zu schaden usw.). Andererseits ist auch schon die bloße Einwilligung, d. h. das Wohlgefallen am Empfinden geschlechtlicher Lust (die z. B. gerade durch Blicke erregt wird) außerhalb der Ehe schwere Sünde. Diese Lust ist nämlich von Gott für die Weitergabe des Lebens in die Natur gelegt worden (so wie die Lust zu Essen für die Erhaltung des Lebens). Sie ist daher gut, insoweit sie auf diesen ih­ren Zweck, nämlich auf die Weitergabe des Lebens in der ehelichen Liebe, hingeordnet ist. Es ist aber nicht erlaubt, die Lust von ih­rem Ziel zu trennen, weshalb es eine schwere Sünde ist, sie außerhalb der Ehe zu genießen. Außerdem führen unreine Gedanken, wenn sie nicht bekämpft werden, schnell zur Sünde in der Tat. Aufgrund der Verwundung unserer Natur durch die Erbsünde ist daher ein stän­diger Kampf notwendig, damit der Geist die Leidenschaften beherrscht und in die rechten, geordneten Bahnen lenkt.

    Die Verantwortung der Frau bezüglich ih­rer Kleidung wird meistens unterschätzt, weil die Frau auf sinnliche Eindrücke eben nicht im Mindesten so stark reagiert wie der Mann. Während beim Mann der Naturtrieb (der Drang nach Befriedigung der Sinneslust) stark entwic­kelt ist, schweigt er quasi beim reinen Mäd­chen. Bei ihr ist vielmehr der Seelentrieb (der Wunsch, zu lieben und geliebt zu werden) vor­herrschend. Sie sehnt sich nach einem Mann, bei dem sie Geborgenheit und Schutz fühlen kann. Deshalb ist es für sie schwer zu verste­hen, wie sehr der Mann um die Reinheit zu kämpfen hat und dass ihre Kleidung für ihn ein Problem sein kann. Während der junge Mann lernen muss, seine Leidenschaften und den Egoismus zu beherrschen, um fähig zu sein, wahre Autorität auszuüben und Verantwortung als Vater zu übernehmen, muss das Mädchen lernen, zurückhaltend und eine „Hüterin der Reinheit“ zu sein. Die Opfer, die mit der Wahl einer am Ideal der Reinheit ausgerichteten Klei­dung verbunden sein können, sind ein wirkli­ches Werk (und Gebot) der Nächstenliebe. Die­se Gedanken sollen vor allem Euch Mädchen helfen, wenn sich jemand anfangs vielleicht schwertut, alte Gewohnheiten umzustellen oder etwas einzusehen und zu ändern, was für Euch selbst zwar keine bemerkbare Verände­rung bringt, aber den Jungen und Männern in Eurer Umgebung sehr helfen wird.

    „Vielleicht werden einige Mädchen einwen­den, ein bestimmter Kleiderschnitt sei beque­mer und sogar gesünder. Aber wenn er eine schwere und unmittelbare Gefahr für das Heil der Seele wird, kann er sicher nicht gesund sein für Eure Seele: Ihr habt dann die Pflicht, darauf zu verzichten. Der Gedanke an das Heil ihrer Seelen ließ Märtyrinnen wie die heiligen Agnes und Cäcilia zu Heldinnen werden, mit­ten in der Pein und Marter ihres jungfräuli­chen Leibes. Solltet Ihr, als ihre Schwestern im Glauben, in der Liebe zu Christus, in der Hoch­schätzung der Tugend, im Grunde Eurer Seele nicht den Mut und die Kraft aufbringen, ein wenig Bequemlichkeit zu opfern und auch so­gar auf einen körperlichen Vorteil zu verzich­ten, um das Leben Eurer Seelen heil und rein zu bewahren?

    Ihr habt nicht das Recht, um eines einfa­chen eigenen Vergnügens willen die leibliche Gesundheit der anderen zu gefährden – wie sollte es da erlaubt sein, das Wohl, ja sogar das Leben ihrer Seelen aufs Spiel zu setzen? Wenn, wie einige vorgeben, eine gewagte Mode kei­nerlei schlimmen Eindruck auf sie macht, was wissen sie denn über den Eindruck, den ande­re dabei empfinden? Wer gibt ihnen Sicherheit dafür, dass andere nicht böse Verlockungen dabei verspüren?“ (1431)

    Grundregeln

    In der Kleidung soll man alles vermeiden, was die Aufmerksamkeit auf das Sinnliche ziehen könnte. Sie soll im Gegenteil den Blick auf das Geistige, auf die Tugend und die wahre Schönheit lenken.

    Um sittlich zu sein, muss also die Kleidung zum einen den Körper bedecken, zum ande­ren aber auch die Körperformen verhüllen. Es reicht nicht aus, einfach nur die Haut zu be­decken. Denn die Betonung der Formen wirkt auf die Fantasie: „In geschlechtlicher Hinsicht besonders raffiniert zeigt sich die Mode, wenn sie nicht nur möglichst viel unbedeckt lässt, sondern das, was sie verhüllt, durch die Ver­wendung von sehr leichten, sich an den Körper völlig anschmiegenden Stoffen in Form und Bewegung so sehen und weiter erraten lässt, dass es stärker erotisierend wirkt, als wenn es gänzlich entblößt wäre.“2

    Anhand dieser beiden Prinzipien (Haut bedecken und die Form verhüllen) lässt sich herausfinden, wie die Kleidung in der Praxis beschaffen sein soll. Hier seien einige konkre­te Punkte erwähnt:
    1.Die Kleidung soll den Leib verhüllen („oben nicht zu tief, unten nicht zu hoch“)
    •Der Rock muss so lang sein, dass auch beim – Sitzen die Knie vollauf bedeckt sind. Es wäre nicht schicklich, die Wirkung zu beschreiben, die eine solche Haltung sonst bei einem ge­genüber, daneben oder dahinter sitzenden Mann hervorrufen kann. Es geht hier um ein Minimum an Schamhaftigkeit.
    •Der Rock soll keinen hohen Schlitz haben – (logischerweise nicht höher als die Knie), sonst wirkt er unbewusst auf die Fantasie des Betrachters. Aus demselben Grund sind auch die Wickelröcke zu meiden, die sich beim Ge­hen öffnen.
    •Ein Ausschnitt darf nie (d. h. bei allen Hal­- tungen) den Brustansatz freigeben.
    •Die Ärmel sollen lang genug sein, sodass sie – die Schultern gut bedecken und den Arm um­schließen.
    •Die Kleidung darf nicht durchsichtig sein – (man sollte hierbei auch auf Gegenlicht ach­ten). Dass bauch- oder rückenfreie Kleidung nicht frei von Sünde ist, ist sicherlich leicht verständlich.
    2.Die Diskretion hinsichtlich der Formen des Körpers
    •Zu vermeiden sind eng anliegende T-Shirts, – Pullover, Blusen und Hosen oder schmale, enge Röcke (ob kurz oder lang), welche die Formen des Körpers zu sehr betonen.

    Mode

    Es gibt natürlich eine gute Mode und man muss sich nicht so anziehen wollen wie vor 100 Jahren:

    „Eine Modeströmung ist in sich nicht schlecht: Unwillkürlich entspringt sie der menschlichen Geselligkeit, die den Menschen geneigt macht, sich an seinesgleichen und an die Gewohnheiten von Personen anzupassen, mit denen man zusammenlebt. Gott verlangt von Euch nicht, außerhalb Eurer Zeit zu leben und Euch durch die Unbekümmertheit um die Forderungen der Mode lächerlich zu machen durch eine Kleidung, die dem Geschmack und dem allgemeinen Brauche Eurer Zeitgenossin­nen widerspricht und sich gar nichts daraus macht, was ihnen gefällt“ (1429).

    Es gehört sogar zur Tugend, sich gezie­mend zu kleiden, d. h. je nach seinem Stand und je nach den Umständen (am Sonntag soll man schönere Kleider tragen als in der Arbeit), jedoch mit Maß und einer gewissen Natürlichkeit.

    „Der gleiche heilige Lehrer [Thomas von Aquin] spricht sogar von der Möglichkeit ei­nes Tugendverdienstes im fraulichen Schmuck, wenn er in Art und Maß der Person entspricht und von rechter Absicht beseelt ist, und die Frauen sollen geziemenden Schmuck tragen wie es sich für ihren Stand und ihre Würde schickt, sie sollen maßvoll sein in dem, was sie nach den heimatlichen Gebräuchen tun: Dann ist auch der Schmuck ein Akt jener Tugend der Bescheidenheit, welche die Art und Weise be­stimmt im Gehen und Stehen, in der Kleidung und im ganzen äußeren Gehabe“ (1429).

    Ein schöner Schmuck also, der „in Art und Maß“ zur Person passt und nicht aus eitler Absicht getragen wird, schmückt seine Träge­rin in rechter Weise. Dagegen fehlt Maßhalten und vor allem die dazu gehörende Natürlich­keit z. B. beim Piercing, das darauf abzielt, entgegen unseren kulturellen Gewohnheiten Ringe an unnatürlichen Körperstellen zu tra­gen, um aufzufallen, leichtes Gruseln zu be­wirken und so die Zugehörigkeit zu einer be­stimmten Einstellungsgruppe zu signalisieren, die gesellschaftliche Konventionen bewusst brechen und so provozieren möchte.

    Maß und Natürlichkeit sind auch die beiden Prinzipien, die man in der Frage des Schminkens anwenden soll – zwischen „sich etwas zurechtmachen“ und „sich stark zu­rechtmachen“, um attraktiv zu wirken, liegt gerade die Einstellung und Absicht, mit der ein Mädchen sich schminken möchte. Was Schönsein und anziehendes Aussehen be­trifft, so muss man aber unterscheiden zwi­schen einer sinnlichen Schönheit und einer eher geistigen, von innen her kommenden Schönheit. Aufgrund der Erbsünde ist es auch in der Kunst nicht erlaubt, alle Arten von Schönheit darzustellen. Eine Venus von Bot­ticelli ist z. B. eine große Gefahr zur Sünde, denn sie erweckt die Lust, gerade weil sie so „schön“ gemalt ist. Im Gegensatz dazu erhebt eine schöne Muttergottesstatue das Herz zur Tugend. Es ist also immer die Frage, was man durch die Kleidung erreichen will: Will man auf sinnliche Weise anziehend, „attraktiv“ sein und dadurch eigentlich zum Lustobjekt von Männerblicken werden oder will man vor allem durch seine Tugenden und innere Schönheit auch nach außen hin „leuchten“, „etwas ausstrahlen“.

    Die Mode bleibt in jedem Fall den ewigen Prinzipien unterworfen:

    „Gott verlangt von Euch, sich stets daran zu erinnern, dass die Mode nicht die oberste Regel Eures Verhaltens ist und sein kann; dass über der Mode und ihren Forderungen höhere und gebieterische Gesetze stehen, übergeordnete, unveränderliche Grundsätze, die auf keinen Fall dem Belieben des Gefallens und der Will­kür geopfert werden können und vor denen die flüchtige Allmacht der Göttin Mode sich zu beugen wissen muss. Diese Grundsätze wurden verkündet von Gott, von der Kirche, von heili­gen Männern und Frauen, von der Vernunft, von der christlichen Sittenlehre. Sie stecken Grenzen ab, jenseits welcher … keine weibli­che Anmut und keine Frauenehre Wohlgeruch verbreiten, sondern eine ungesunde Luft von Leichtsinn, zweideutigen Reden, [und] frecher Oberflächlichkeit und Eitelkeit … herrscht“ (1430).

    Das oberste Prinzip ist das Seelenheil:

    „Das Wohl unserer Seele hat dem Wohl un­seres Leibes voranzugehen, und das Wohl der Seele unseres Nächsten müssen wir dem Wohl­ergehen unseres eigenen Leibes vorziehen. Seht Ihr also nicht, dass es eine Grenze gibt, die von keinem Einfall der Mode überschritten werden darf, weil sonst die Mode zum Verderben für die eigene Seele und für die der anderen ist?“ (1430)

    Und das ist gerade unser heutiges Problem: Die Grundsätze der Sittlichkeit werden im All­gemeinen nicht mehr befolgt.

    „Mode und Bescheidenheit müssten wie zwei Schwestern miteinander des Weges ge­hen, denn beide Wörter haben den gleichen Ur­sprung. Sie werden vom lateinischen ‚modus’ abgeleitet, das soviel wie ‚rechtes Maß‘ bedeu­tet, über das hinaus man etwas nicht mehr als geziemend empfinden kann. Doch die Beschei­denheit ist nicht mehr in Mode! Gleich den armen Geisteskranken, die den Instinkt für ihre Selbsterhaltung und das Verständnis für Gefahr verloren haben und sich ins Feuer oder in die Flüsse stürzen, vergessen nicht wenige weibliche Seelen aus ehrgeiziger Eitelkeit die christliche Bescheidenheit und rennen elendig­lich in Gefahren hinein, wo ihre Reinheit den Tod finden kann. Sie unterwerfen sich der Tyrannei der Mode, auch der ungehörigen, und zwar auf eine Art, dass sie deren Unge­hörigkeit gar nicht mehr zu merken scheinen. Sie haben selbst den Sinn für die Gefahr, das Gefühl für die Bescheidenheit verloren. Diesen Unglücklichen behilflich zu sein, wiederum das Bewusstsein ihrer Pflichten zurückzuge­winnen, wird Aufgabe Eures Apostolates … in der Welt sein. ‚Eure Bescheidenheit sollen alle Menschen kennen’ (Phil 4,5)“ (1416).

    Hose

    „Warum tragen die Mädchen bei euch alle Röcke?“ fragten mich fremde Leute bei einer Prioratsfeier.

    Der erste Grund, warum ein Mädchen – ohne Not – einen Rock und keine Hose tragen soll, betrifft die Schamhaftigkeit. Die Hosen bedecken zwar den Leib, aber wie wir gesehen haben, soll die Kleidung nicht nur den Leib bedecken, sondern auch die Formen. Nun be­tonen aber die Hosen gerade, vor allem, wenn sie eng sind – was meistens der Fall ist –, die Formen. Wie kann man sagen, dass z.B. das Tragen von Jeans (die um die Taille besonders eng sind) bei einer jungen Dame schamhaft sei?

    Der zweite und wichtigere Grund, warum die Hosen sich für die Frau nicht ziemen, liegt im Unterschied der Geschlechter. Gott hat den Menschen als Mann und Frau erschaf­fen. Das männliche und das weibliche Ge­schlecht sind zwei (nicht ein und nicht drei – was heute manchmal behauptet wird!) ver­schiedene Geschlechter. Deshalb muss auch die Kleidung – genauso wie das Verhalten –, um moralisch gut zu sein, dem jeweiligen Geschlecht entsprechen. Die Hl. Schrift sagt: „Keine Frau darf Männerkleidung tragen, und kein Mann ziehe Frauenkleider an. Denn wer solches tut, ist dem Herrn, deinem Gott, ein Gräuel“ (Deut 22,5). Obwohl es damals kei­ne Hosen gab, war die Kleidung der Männer also offenbar anders als die der Frau. Es gibt natürlich eine Entwicklung in der Kleidung, jedoch sollte immer ein Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Kleidung bestehen bleiben.

    Während die Hosen heute Männerkleidung sind, ist dagegen der Rock eine Frauenklei­dung (da er die Formen im Gegensatz zu den Hosen verhüllt). Würdet ihr es normal finden, wenn ein Junge im Rock herumlaufen wür­de? Das Tragen von Hosen seitens der Frau hängt in der Tat mit der Emanzipation der Frau zusammen: „Die Frauenhosenbewegung ging Hand in Hand mit der Emanzipations­bewegung“ (wörtlich so in Wikipedia!). Der hl. Vinzenz Ferrier sagte (am 13.9.1403) vor­aus: „Die Frauen werden sich so anziehen wie die Männer und werden sich nach deren Gelü­sten verhalten; und die Männer werden sich wie die Frauen anziehen“. Deshalb sagte Mgr. de Castro Mayer, es sei für eine Frau irgend­wie schlimmer, Hosen zu tragen, als einen Minirock, denn letzterer betrifft die Sinne, die Hosen dagegen betreffen den Geist, indem sie das Wesen der Frau angreifen. Eine Frau, die Hosen trägt, verkündet bewusst oder unbe­wusst die Botschaft der Ideologie der Eman­zipierung der Frau und der Vermischung der Geschlechter, sie wirkt an dieser Revolution mit. Eine Frau hingegen, die einen Rock trägt, legt bewusst oder unbewusst Zeugnis für ihre Fraulichkeit, die sittliche Ordnung und die Mutterschaft ab. Wenn alle Frauen sich (deut­lich erkennbar) als Frauen kleiden würden, würde bei den Menschen immer mehr das Bewusstsein dafür zurückkehren, dass jedes Geschlecht anders ist und auch andere, ihm eigene Aufgaben zu erfüllen hat.

    Natürlich kann es Gründe geben, warum eine Frau Hosen trägt, wie z. B. beim Sport, bei bestimmten Arbeiten oder in besonderen Situationen. Aber das müssen die Ausnahmen sein und auch Ausnahmen bleiben. Das be­deutet, man sollte die Hosen dann nur „mit Bedauern“ tragen, und nur, solange es unbe­dingt notwendig ist.

    Aber …

    Wenn Kleidung unkeusch ist, dann ist jedem klar, dass ihr Tragen Sünde ist. Das Problem liegt mehr bei den „Grauzonen“. „Herr Pater, man muss es nicht übertreiben. Mit den Ho­sen, das ist doch nicht so schlimm … Sind meine Ärmel jetzt wirklich 2 cm zu kurz? Sooo eng ist das T-Shirt jetzt auch wieder nicht … Und beim Ausschnitt geht’s doch nicht um ein paar Zentimeter … Das ist doch keine Sün­de?!“

    Ich denke, man sollte solche Fragen nicht immer nach dem Standpunkt Sünde oder nicht Sünde beurteilen – wie weit kann man gehen, ohne dass es zu schlimm ist –, sondern man sollte sich um die Vollkommenheit bemühen. Es ist eine Frage der Einstellung: Bemühe ich mich, nach einem Ideal und nach der Heiligkeit zu streben? Oder versuche ich nur, gerade eben Sünden zu vermeiden und mit knapper Not in den Himmel zu kommen? Es gibt viele Dinge, die an sich keine direkte Sün­de sind (z. B. kein Morgengebet zu verrich­ten), die aber – wenn sie bewusst vernachläs­sigt werden – Hindernisse für die christliche Vollkommenheit sind. Wenn z. B. ein Famili­envater jeden Tag zwei Stunden in der Kneipe verbringt, obwohl seine Frau auf ihn wartet, liebt er sie vielleicht trotzdem, aber diese Lie­be ist unvollkommen. So ähnlich ist es bei uns Menschen, wenn wir zwar versuchen, Gott zu lieben (wir wollen ja schließlich in den Himmel kommen), aber nur so viel wie nötig, ja nicht mehr. Es reicht also nicht, das Minimale für Gott zu tun, sondern man sollte wirklich, wie der hl. Paulus, bereit sein, sei­nen Willen zu erfüllen: „Herr, was willst Du, dass ich tue?“ Wir wollen also lernen, statt: „Ist das eine Sünde“ eher zu fragen: „Ist das, was ich tun, sagen oder tragen will, aus der Sicht des lieben Gottes ideal?“

    Natürlich kann man – wie wir beim Or­denskleid gesehen haben – viele Argumente finden, um es mit der Kleidung nicht so streng zu nehmen, um sich so anzuziehen, dass es angenehm ist, praktisch, weltkonform usw. Doch sind diese Argumente nicht ausschlag­gebend, wenn man für das christliche Ide­al lebt. Die Kleidung ist auch ein Apostolat, denn sie hat eine Ausstrahlung, sie trägt einen Geist, sie vermittelt eine Botschaft: „Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5,14).

    Eine gute Kleidung soll bei den Jungen dem Anstand und dem Christsein entspre­chen (z. B. der Sonntagsanzug) und keine Un­ordnung reflektieren (schlampige Kleidung, ausgewaschene Jeans, T-Shirts mit hässlichen Motiven). Bei den Mädchen soll sie beson­ders die Reinheit ausdrücken, ein Bekenntnis für die Tugend sein, für die Sittlichkeit und für die Morallehre der Kirche, was gerade in der heutigen unsittlichen Welt wichtiger ist, denn je:

    „Schön ist die Tugend der Reinheit, süß die Anmut, die in Werken und auch im Wort her­vorleuchtet, das nie das Maß der Würde und der Höflichkeit vergisst, das auch eine Bemer­kung und eine Mahnung mit Liebe würzt. Aber ebenso sehr leuchtet in seiner Anmut vor Gott und den Menschen das keusche Ge­schlecht jener, die in Tagen der Prüfung, der Leiden, der Opfer, strenger Pflichterfüllung, wie wir sie durchleben, sich nicht fürchten, mit all ihrer Kraft sich auf die Höhe jener schweren Bindungen zu erheben, welche die Vorsehung auferlegt. Heute ist der Kreuzzug für Euch, ge­liebte Töchter, nicht ein Kreuzzug des Schwer­tes, des Blutes und des Martyriums, sondern ein Kreuzzug des Beispiels, des Wortes und der Ermahnung. Gegen Eure Energie und Eu­ren Vorsatz steht der Geist der Unlauterkeit und sittlichen Zügellosigkeit als Hauptfeind. Erhebt Eure Augen zum Himmel, von wo Chri­stus und seine unbefleckte jungfräuliche Mut­ter Euch zuschauen. Seid stark und unbeug­sam in der Erfüllung Eurer Christenpflichten. Zieht gegen die Verderbnis, welche die Jugend schwächt, ins Feld zur Verteidigung der Rein­heit. Leistet damit Eurer lieben Heimat einen unbezahlbaren Dienst, durch Eure wirksame Mitarbeit in den Seelen immer mehr Reinheit und Glanz zu verbreiten, die sie immer klüger, wachsamer, aufrechter, stärker und hochherzi­ger machen können!“ (1434)

    Ich möchte nicht schließen, ohne die Rolle der Mütter zu betonen. Sie sind es, die die zukünftige Generation vorbereiten und den Kindern den Glauben sowie den Sinn und die Liebe zur Sittlichkeit und Tugend vermitteln. Und wer kann diese Werte besser weitergeben als die Mutter!

    „Wie richtig ist doch die Bemerkung: Wenn einige Christinnen eine Ahnung hätten von Versuchung und Fall, die sie bei anderen ver­schulden durch Kleidung und Vertraulichkei­ten, denen sie in ihrem Leichtsinn so wenig Bedeutung beimessen, sie würden erschrecken vor ihrer Verantwortung! Wir zögern nicht, dem hinzuzufügen: Christliche Mütter, wenn Ihr wüsstet, welche Zukunft innerer Nöte und Gefahren, schlecht verstandener Zweifel und schlecht verhaltenen Errötens Ihr Euren Söh­nen und Töchtern bereitet mit Eurer Unklug­heit, sie an ein Leben leichter Bekleidung zu gewöhnen, durch das der angeborene Sinn für Schicklichkeit verloren geht, dann würdet Ihr erröten und erschrecken vor der Schmach, die Ihr Euch selber antut, und vor dem Scha­den, den Ihr Euren Kindern zufügt, die Euch der Himmel zu christlicher Erziehung anver­traut hat. Und was Wir den Müttern sagen, wiederholen Wir nicht wenigen gläubigen und auch frommen Frauen, die im Befolgen dieser oder jener gewagten Mode durch ihr Beispiel die letzten Hemmungen zu Fall bringen, die bisher noch viele ihrer Mitschwestern, die von jener Mode nichts wissen wollten, zurück­hielten, einer Mode, die ihnen ein Anlass zu geistiger Verderbnis werden kann. Solange ge­wisse freche Aufmachungen das traurige Vor­recht von Frauen zweifelhaften Rufes bleiben und gleichsam ihre Erkennungsmarke, wagt man es nicht, sie zu tragen. Sobald sie jedoch von Personen übernommen werden, deren Ruf über jedem Zweifel steht, zögert man nicht mehr, diesem Strome zu folgen, einem Strom, der wahrscheinlich schlimmste Fälle nach sich ziehen wird“ (1432).

    Pater Firmin UdressyNehmen wir schließlich die Muttergottes als unser Vorbild. Wie würde sie sich an un­serer Stelle verhalten oder welchen Rat würde sie uns geben, wenn wir sie fragen könnten?

    „Die Königin der Engel, welche die Nach­stellungen der Schlange überwand, ganz rein und ganz stark in ihrer Reinheit, stütze und leite Eure Anstrengungen in diesem Kreuzzug“ (1435).

    Autor: Pater Firmin Udressy

    Anmerkungen:

    1 Die im Text nur mit Nummern versehenen Zita­te stammen aus: Utz, Arthur-Fridolin OP, Groner, Joseph-Fulko OP (Hrsg.): Soziale Summe Pius’ XII. Aufbau und Entfaltung des gesellschaftlichen Le­bens, Band I (Imprimatur: Freiburg/Schweiz (Pau­lus-Verlag) 1954), dessen Absätze alle durchlaufend nummeriert sind (stellenweise wurde hier die et­was ältere Ausdrucksweise leicht an den modernen Sprachgebrauch angepasst).

    2 Dr. van de Velde, zitiert nach Hardy Schilgen SJ: Du und Er. Des Mädchens Stellung zum Jungmann. Düsseldorf (Schwann) 11928, Imprimatur: Köln 1930.

    • Marie Antoinette 8. Oktober 2015

      Erwürdige Patres in diesem Forum! Merken Sie nicht, dass Sie mit solchen viel zu langen, viel zu formalen Texten die Leser abschrecken? Die Predigten sind bei einer Messe zu halten, Textbeiträge im Internet sollten hingegen sachlich und kurz sein. Vor allem sollten sie die eigene Meinung wiedergeben und nicht einfach irgendein „blabla“ zitieren.

      Zugegeben, den Text habe ich in Teilen übersprungen. Gelesen habe ich, dass eine Hose bei Frauen nur in Ausnahmesituationen zu tragen ist. Sagt wer? Ein Pater XY? Ich bin weiss Gott keine Feministin, aber wenn man mir um des Heils meiner Seele willen verbietet eine Jeans zu tragen (lieber trage ich eine elegante Stoffhose oder knielange Röcke, aber es geht ums Prinzip!), dann sollte man mir auch verbieten, zu studieren, zu arbeiten, eine eigene selbständige Existenz zu haben und Auto zu fahren. Weil wir uns wo befinden? Im 19. Jahrhundert! Lange vor der achso bösen emsnzipatorischen Bewegung..

      Ein Satz hat mir aber ganz gut gefallen: „Die Kleidung ist auch ein Apostolat“. Bravo! Darum geht es doch. Meinen Sie ernsthaft, dass ich im Omi-look jemanden fürs Himmelreich gewinne? Ich nicht. Wiederum: Es geht um die Ästhetik. Hässliche Fetzten sind nun mal hässlich. Dazu dicke Strumphose und Gesundheitsschuh und los geht’s, die Welt zu bekehren!

      • Dismas 8. Oktober 2015

        Wer eine solche Predigt hält, muß damit rechnen, daß ich die Kirche verlasse. Männer in solcher Weise zu Triebwesen zu degradieren ist eine Beleidigung des Schöpfers. Vielleicht sollte der Autor versuchen, seine eigenen persönlichen Probleme in den Griff zu bekommen statt sie zu generalisieren.

  12. Christian Blatter 7. Oktober 2015

    Stellungnahme zu „The Cathwalk“

    7. Oktober 2015Allgemein

    Der Blog „The Cathwalk“ mit seinen verschiedenen Internetauftritten ist kein Projekt der Priesterbruderschaft St. Pius X. oder der Katholischen Jugendbewegung e.V. (KJB) und steht daher in keinem Zusammenhang mit uns. Ebenso bestehen keinerlei Verbindungen zu „DER GERADE WEG“, der Mitgliederzeitschrift der KJB. Die Mitarbeiter dieses Blogs sind kürzlich aus der KJB ausgetreten bzw. waren nie Mitglieder der KJB.

    Als Jugendbewegung der katholischen Tradition in Nachfolge von Erzbischof Marcel Lefebvre distanzieren wir uns hiermit von diesem Projekt und allen seinen Inhalten.

    „Kämpfe den guten Kampf und bewahre den Glauben.“ (2 Tim 4,6)

    Pater Firmin Udressy, KJB-Leiter und Distriktobere Deutschland und der KJB-Stab-Deutschland

  13. JLTD 7. Oktober 2015

    Die „Gedanken“ dieses Herrn sind nichts anderes als die sonstigen verbildeten Versuche, die eigenen Ansichten dadurch zu untermauern, dass man sich selbst (ganz uneitel) in die richtige Mitte setzt, zwischen zwei Übeln, die es zu vermeiden gilt. Dann, für jeden Kampfkatholiken selbstverständlich, Autoritäten der Kirche bemühen, einen pseudo-intellektuellen Brei um die Sache reden, um ganz aufgeklärt daher zu kommen.

    Die Zusammenfassung dieses Interviews ist: der Vielredner mag kurze Röcke nicht. Warum? Weil zu Schönheit „ein gewisser Sex Appeal“ gehört, der ihm wohl abgeht, wenn er lange Röcke sieht. Das ganze wird dann mit Schlagworten vermengt wie „Sekte“, „Katholisch“, „geistig gesund“, etc., sodass das Gerede überhaupt gehört wird. Der offenbar sich selbst sehr mögende Herr schämt sich also für seine Geschwister im Glauben, die aus Glaubensüberzeugungen heraus, lieber keine kurzen Röcke tragen wollen. Seinem feinen und gebildeten Empfinden nach, wird die ganze Katholische „Traditionsbewegung“ (?) abstoßend, wenn Frauen lange Röcke tragen.

    In dieser Scham zeigt sich der wahre Grund für die ganze Intellektualisierung seiner Abneigung. Er will nun mal ganz aufgeklärt und modern sein, ein Mann von heute, weltgewandt, lebensfroh, mit Sinn für Humor, für guten Wein, für die richtige Golf-Austattung, für „Schönheit“. Soll er doch, wenn er meint. Aber die ganzen Keulen zeigen nur, wie dünn die Argumentationsgrundlage in Wirklichkeit ist.

  14. JLTD 7. Oktober 2015

    Anscheinend darf nun wirklich jeder als Gelehrter auftreten, egal ob er klar denken kann oder nicht.

    Die „Gedanken“ dieses Herrn sind nichts anderes als die sonstigen verbildeten Versuche, die eigenen Ansichten dadurch zu untermauern, dass man sich selbst (ganz uneitel) in die richtige Mitte setzt, zwischen zwei Übeln, die es zu vermeiden gilt. Dann, für jeden Kampfkatholiken selbstverständlich, Autoritäten der Kirche bemühen, einen pseudo-intellektuellen Brei um die Sache reden, um ganz aufgeklärt daher zu kommen.

    Die Zusammenfassung dieses Interviews ist: der Vielredner mag kurze Röcke nicht. Warum? Weil zu Schönheit „ein gewisser Sex Appeal“ gehört, der ihm wohl abgeht, wenn er lange Röcke sieht. Das ganze wird dann mit Schlagworten vermengt wie „Sekte“, „Katholisch“, „geistig gesund“, etc., sodass das Gerede überhaupt gehört wird. Der offenbar sich selbst sehr mögende Herr schämt sich also für seine Geschwister im Glauben, die aus Glaubensüberzeugungen heraus, lieber keine kurzen Röcke tragen wollen. Seinem feinen und gebildeten Empfinden nach, wird die ganze Katholische „Traditionsbewegung“ (?) abstoßend, wenn Frauen lange Röcke tragen.

    In dieser Scham zeigt sich der wahre Grund für die ganze Intellektualisierung seiner Abneigung. Er will nun mal ganz aufgeklärt und modern sein, ein Mann von heute, weltgewandt, lebensfroh, mit Sinn für Humor, für guten Wein, für die richtige Golf-Austattung, für „Schönheit“. Soll er doch, wenn er meint. Aber die ganzen Keulen zeigen nur, wie dünn die Argumentationsgrundlage in Wirklichkeit ist.

    • Dismas 8. Oktober 2015

      Weniger Polemik und dafür mindestens EIN Sachargument wären hilfreicher.

  15. vijeno 7. Oktober 2015

    „Die katholische Lehre assoziiert das Gute mit dem Schönen; Gott ist schön, Ästhetik, Stil, Geschmack sind deshalb positiv. Umgekehrt ist das Hässliche schlecht.“

    Dass dem so sei, mag natürlich glauben, wer will, egal ob es prä-aufklärerisch ist oder nicht.

    Nur ist es dermaßen eklatant kontrafaktisch, und ein dermaßen offensichtlicher Kategorienfehler, dass es mir schon peinlich wäre, Beispiele dafür aufzuführen, weil ich denke, dass ich damit die Intelligenz meines Gegenübers beleidigen würde.

    Aber, klar, im religiösen Denken kann jede noch so abstruse Assoziation „irgendwie“ wertvoll sein, Gott „irgendwie“ schön und das Schöne „irgendwie“ gut. Die wirklichen Kriterien sind ja nicht sachlicher Natur, sondern, vermutlich, eher psychologisch orientiert. Auch okay, irgendwie.

    Nur, unwidersprochen hinnehmen sollte mans nicht.

    • Dismas 8. Oktober 2015

      Interessante Thesen, wenn Sie die jetzt bitte noch begründen?

  16. Geistlicher Rat 7. Oktober 2015

    @thecatwalk
    Sie schreiben: „Mode ist mehr als Moral. Sie ist Kultur.“
    So so, Sie stellen also die Mode über die Moral, quasi mit der Begründung, daß sie Kultur sei.
    Dr. Krah schreibt in seinem Aufsatz richtigerweise: „Die Religion hat die Kultur geschaffen, deshalb kann auch über die Kultur der hinter ihr stehende Glaube wieder erstrahlen.“
    Was läßt sich nun aus diesen Aussagen ableiten? Nun ja, offensichtlich spielt der christliche Glaube in Europa eine immer geringere Rolle, was ja Fakt ist, und deshalb laufen die Jungs und Mädels halt heute so rum – fragt sich nur, ob dies wirklich gottgefällig ist?
    Wenn Sie, lieber Herr Dr. Krah, schreiben, daß das Christentum gerade keine Gesetzes-Religion sei, sondern eine der Liebe, Vernunft und Schönheit, übersehen Sie einen der fundamentalen Sätze, die Jesus Christus uns hinterlassen hat: „Ich bin nicht gekommen die Gesetze aufzuheben, sondern sie zu erfüllen.“ Sie machen mit Ihrem Satz das Christentum zu dem, was die EKD macht – zeitgeist- und „mode“- abhängig! Richtigerweise sollte es also heißen, daß das Christentum eine Gesetzes-Religion UND eine Religion der Liebe, Vernunft und Schönheit ist, denn das eine schließt ja das andere nicht aus. Das II. Vaticanum hat hier leider viel Porzellan zerschlagen.
    „Gottesdienst“ heißt deswegen so, weil es der „Dienst“ (Verehrung) ist, der allein „Gott“ gebührt. Und dafür hat Gott uns Regeln hinterlassen. Er hat uns gesagt, wie er verehrt werden will. Wenn Sie einmal Zeit haben und Ihren „katholischen“ Horizont erweitern wollen, dann besuchen Sie doch einfach mal eine Hl. Liturgie bei einer altorientalischen Kirche, z.B. den Kopten. Dann werden Sie selbst spüren können, zu welcher Ästhetik und welcher Spiritualität das Christentum fähig ist! Allerdings werden Sie dort keine Frauen am Altar oder Ambo vorfinden, Sie werden Männer und Frauen getrennt von einander vorfinden, Sie werden nur „züchtige“ Kleidung vorfinden, Sie werden bei den Frauen auch Schleier vorfinden. Alles so gar nicht „up-to-date“ und „en vogue“! Aber dafür alle auf das konzentriert, um was es geht: um Vater, Sohn und Hl. Geist!

    • maximiliankrah 7. Oktober 2015

      Geistlicher Rat, da Sie mich persönlich angesprochen habe, möchte ich kurz antworten. Zunächst, ich schätze den armenischen Ritus außerordentlich, wie auch die anderen ostkirchlichen und orthodoxen. Das diesjährige orthodoxe Osterfest habe ich in der Griechisch-Katholischen Kathedrale der Ruthenen in Ungar/ Ushgorod erlebt. Bei meiner letzten armenischen Messe in Istanbul bin ich zu spät erschienen und habe mich dann versehentlich in den „Frauenblock“ gesetzt, musste dann die Seiten wechseln. Also, das ist mir alles wohl bekannt.

      Dass Gott uns „Regeln hinterlassen“ hat, wie die Messe zu feiern ist, halte ich für eine gewagte Formulierung. Die Liturgiegeschichte ist doch etwas komplexer. Auch, dass nur „züchtige“ Kleidung zu tiefer Spiritualität passt, halte ich für eine fromme Selbsttäuschung. Ich bin letztes Jahr in Minsk in die wieder eröffnete katholische Kathedrale gegangen, es war ein Sonntag Abend. Die Kirche war bestens besucht, viele junge Menschen, sichtlich überzeugt bei der Sache – und die jungen Frauen durchweg sehr attraktiv, auch mit sex appeal. Das selbe haben Sie im vermutlich letzten volkskatholischen Land Europas, in Polen. Unlängst war ich bei einer Firmmesse in der Slowakei, die ja auch straff katholisch ist, und ich habe keine Frau unter 40 wahrgenommen mit einem Rock, der über das Knie reichte. In der Osternacht in Ushgorod war das Publikum auch elegant. Schon in Paris ist die „La messe de toujours“ sehr bourgeois. Dass tiefe Religiosität mit einer Abwesenheit von Eros einher geht, ist ein Phänomen, das sich aufon in Paris sieht es übrigens anders aus, da ist die „Mass de toujours“ sehr bourgeois. Hier stimme ich Matthias Schäppi mit seinem Vorwurf des Jansenismus zu.

      Ich warne nun auch, die orientalische Praxis zu verallgemeinern; wir leben nämlich (noch) nicht im Orient. Die gesellschaftlichen Bedingungen und historischen Erfahrungen orientalischer Christen sind einfach andere als unsere, und Kleidung wie das Geschlechterverhältnis sind in erster Linie Konsequenzen dieser sozialen Faktoren und nicht religiös bestimmt. Wer Mode religiös überlädt, der beschädigt am Ende Mode und Religion.

      • Ismael 7. Oktober 2015

        Was hat Minsk mit den Kopten zu tun? Was ist straff katholisch? Reden Sie doch bitte ohne Umschweife und Ablenkung.
        Geistlicher Rat sprach doch von den Kopten und deren Liturgie und nicht irgendwelchen „straff katholischen“ Feiern mit modernistischem Hintergrund.

        Im Übrigen sind Sie auf die Exegese und konkreten Argumente gar nicht eingegangen. Stattdessen schmeißen Sie mit persönlichen Selbsterlebnissen um sich (Ablenkung oder Selbstbeweihräucherung?).

        Im Übrigen bestimmt nicht die Mehrheit was wahr und gut ist. Die Wahrheit und das Gute sind nicht verhandelbar.

      • maximiliankrah 7. Oktober 2015

        Ach Ismael, führen Sie sich doch bitte nicht auf wie die Karikatur des bornierten „Tradis“! Geistlicher Rat hat, was ich sehr schön finde und selbst tue, empfohlen, die Welt des östlichen und orientalischen Christentums zu erfahren, um auch die eigene Glaubenspraxis zu reflektieren und zu weiten. Ein Besuch in einer armenischen Messe kann uns mehr über das Wesen der Liturgie vermitteln als ein Auswendiglernen von Lehrsätzen. Und das gilt für die Kopten, Assyrer und Chaldäer ebenso wie für die Russen.

        Wenn Sie nicht wissen, was „straff katholisch“ ist, dann tut es mir leid. Wenn Sie eine Sonntagsmesse in Minsk als „Feier mit modernistischem Hintergrund“ abwerten, sollten Sie sich fragen, wie es um Ihren Katholizismus steht.

        Und Ihr Verständnis von Wahrheit ist nicht besser. Nochmal: Als Katholiken halten wir fest und bekennen, dass es eine ewige und unveränderliche Wahrheit gibt und dass diese zu jeder Zeit und an jedem Ort mit der menschlichen Vernunft und dank der Gnade erkannt werden kann. Aber wir bekennen ausdrücklich nicht, dass alles, was wir als wahr und gut und schön erkennen, eine ewige und unveränderliche Wahrheit ist. Es gibt allgemeingültige Wahrheiten – ja, aber nicht jede Wahrheit ist allgemeingültig. Und Mode – da steckt ja schon die Freiheit der Auswahl drin – ist eben nichts ewiges, festes, zeitunabhängiges. Und deshalb irrt, wer es dazu macht!

      • Ismael 7. Oktober 2015

        Die Kleidung ist Ursprung der Erbsünde. Adam und Eva erkannten nach dem Sündenfall, dass sie nackt waren. Es geht um Schamhaftigkeit.

        Ich verweise nochmals auf die Ausführungen des Papst Pius XII.:

        „ Gott verlangt von uns nicht, dass wir außerhalb unserer Zeit leben, dass wir uns lächerlich machen, indem wir uns kleiden gegen den Geschmack unserer Zeitgenossen…Gott erinnert uns nur an folgendes: Mode ist nicht und kann nicht höchste Richtschnur sein für unser Verhalten.“
        „Wenn die Christinnen eine Ahnung hätten von Versuchung und Fall, die sie bei anderen durch ihre Kleidung verschulden, sie würden erschrecken vor Ihrer Verantwortung! Seht ihr nicht, dass es eine Grenze gibt, die von keinem Einfall der Mode überschritten werden darf, weil sonst die Mode zum Verderben für die eigene Seele und für die der anderen werden wird?“

        Oberste Richtschnur für die Kleidung ist nicht die Mode, sondern des göttliche Sittengesetz.

      • maximiliankrah 7. Oktober 2015

        Nein, das „Sittengesetz“ ist nicht Richtschnur, sondern höchstens eine Grenze. Und dazu müssten Sie es erstmal konkretisieren. Dass man nicht nackt rumlaufen sollte ergibt sich schon aus kulturellen Gründen. Dass man nicht in zerrissenen Jeans zur Papstaudienz geht ebenso. Über solche sehr allgemeinen Regeln kommen Sie nicht hinaus, weil eben auch das „Sittengesetz“ etwas sehr allgemeines ist und jede Konkretisierung schon wieder zeit- und ortsabhängig ist. Das ist eben so im Christentum und anders als im Islam: Die Prinzipien sind allgemeingültig, aber die konkreten Ableitungen (zumeist) nicht. Und deshalb bleibt das „Sittengesetz“ in seiner Allgemeinheit bestehen, ob aber ein freies Knie nun „sündhaft“ ist oder nicht, dass ist eine zeit- und ortsabhängige Anwendungsfrage.

      • Ismael 7. Oktober 2015

        Ich muss das Sittengesetz nicht konkretisieren. Es gibt genügend Bücher, die hierüber referieren von tugendhaften Priestern und Ordensleuten. Sie dürften bestimmt welche davon kennen, so belesen wie Sie sich darstellen. Diese widersprechen Ihren Ausführungen. Wohlgemerkt, es handelt sich um tugendhafte Schriftsteller.

      • maximiliankrah 7. Oktober 2015

        Jaha, Ismael, aber diese „Bücher von tugendhaften Schriftstellern“ sind eben zeit- und ortsabhängige Anwendungen des Sittengesetzes auf die damalige Zeit und den konkreten Ort, nicht das Sittengesetz selbst! Es sind Zeitdokumente. Sie müssen es aber immer wieder neu anwenden, denn jeder Geist ist gegenwärtiger Geist, und die früheren Anwendungen sind Ihnen nur Beispiel für die Versuche des Anderen, aber nie Ersatz eigenen Denkens und Anwendens!

      • Geistlicher Rat 7. Oktober 2015

        Natürlich ist mein Statement bzgl. der göttlichen Regeln zum Ablauf des Gottesdienstes etwas „gewagt“, weil auch die Liturgie im Laufe der Jahrhunderte einem gewissen Wandel unterlegen war. Nichts desto trotz gibt es diese Regeln durchaus. Lesen Sie doch mal das 2. und 3. Buch Mose – lesen Sie, wie der Altar zu reinigen ist, welche Kleidung zu tragen ist usw. und vergleichen Sie dies mit der christlichen Liturgie! Hier gibt es durchaus viele Entsprechungen. Besonders interessant ist hier die Liturgie der äthiopisch-orthodoxen Kirche, da das vormalige axumitische Königreich sehr stark jüdisch beeinflußt war. Wenn also in der Hl. Schrift von „Judenchristen“ die Rede ist, schließt das diese Gruppe mit ein. Ihre Einlassung, daß die orientalischen Christen quasi „gesellschaftlich“ gezwungen gewesen wären, sich den (mohammedanischen) Gepflogenheiten anzupassen, stimmt so eben gerade nicht! Aus der Geschichte und Tradition heraus blieb die Kleidung eben genau das nach außen sichtbare Kriterium der Abgrenzung! Ich habe ein schönes Photo von meinem letzten Besuch bei Papst Tawadros II., dem koptischen Patriarchen. Vergleichen Sie nun dieses Bild mit dem des Oberrabbiners von Jerusalem, werden Sie sich schwertun diese auseinander zu halten! Dies fußt eben genau auf den Vorschiften des AT (Albe, Zingulum, Quasten, Rauchmantel etc.) und der Tradition. Wenn aber nun die Vorschriften für die Liturgie für die Geistlichen weiter Bestand haben, frage ich mich, wo geschrieben steht, daß diese für das gemeine Volk aufgehoben worden wären? Im Gegenteil findet man genügend Stellen im NT, wie man sich im Gottesdienst zu kleiden und zu verhalten hat, das es gottgefällig ist.
        Im Übrigen kann ich mich durchaus noch an Situationen in meiner Kindheit erinnern, daß der Priester allzu aufreizend gekleidete Frauen und schlampig angezogene Männer aus der Hl. Messe verwiesen hat. Etwas, was ihnen in orthodoxen Kirchen immer noch blüht, weil die noch einen „Ostiarier“ haben! Die Kirche ist immer noch das „Haus Gottes“, sprich nach katholischem/orthodoxem Glauben wohnt Gott in diesem Haus. Wenn Sie nun zu einem „offiziellen“ Empfang eingeladen werden, gehen Sie doch auch nicht in Jeans und Turnschuhen ins Schloß Bellevue, außer Sie heißen „Joschka Fischer“ und haben weitreichende Erfahrung im Steineschmeißen und Polizisten verprügeln, oder? SIe werden, je nach Anlaß, Frack, Smoking oder wenigstens einen dunklen Anzug tragen. Warum aber soll es nun legitim sein, einem Menschen diese Höflichkeit zukommen zu lassen, aber GOTT nicht? Was glaubt der Mensch zu sein gegenüber seinem Schöpfer? Darum lassen Sie auch besser das Beispiel Frankreich außen vor – die Französische Revolution hat hier genug Schaden angerichtet und weitreichend zur Säkularisierung beigetragen! Vielleicht ist diese säkulare/atheistische Denkweise auch genau der Grund, warum sich gerade dort die „Modebranche“ so etablieren konnte?

    • maximiliankrah 8. Oktober 2015

      Geistlicher Rat, da sind wir nicht weit auseinander! Die Liturgie hat sich natürlich aus dem alttestamentarischen Gottesdienst entwickelt. Und es war gerade die Liturgiereform von 1969, die diese Traditionslinie massiv beschädigt hat, weshalb die orientalischen Liturgien so wichtig geworden sind, um diese Verbindung in den Alten Bund erfahrbar zu machen. Ich bin auch völlig bei Ihnen, dass in der Messe eine feierliche Kleidung angemessen ist. Es ist ja der Moment, in dem die Gemeinde dem Herrn entgegen tritt. Und wer zum Sommerfest des Bundespräsidenten eingeladen ist, der kommt auch nicht im Blaumann. Nichts anderes darf für den Gottesdienst gelten. Deshalb plädiere ich ja auch nicht für Alltagskleidung und „niedrigschwellige“ Formen oder ähnlichen zeitgenössischen Unsinn, sondern für Ästhetik und Eleganz. Aber das ist eben was anderes als die Dresscodes, die im frommen Milieu teilweise gelten. Wir haben ja oben so einen heroinkopierten Beitrag zum Thema Mode, da geht es um „Schamhaftigkeit“ und gegen Damenhosen, aber von Stil, Eleganz, Ästhetik lese ich nichts. Deshalb mein Verweis auf Polen oder meine Erfahrung in Minsk: Gelebter Glaube kann gut aussehen! Darum geht es, nicht um eine Profanisierung oder gar Vulgarisierung, sondern um das genaue Gegenteil.

  17. Pater Marc Gensbittel 7. Oktober 2015

    Auf die Frage eines Mitarbeiters der Volkswagen AG in Puebla / Mexiko (26.000 Arbeiter – viele davon verstehen oder sprechen sogar Deutsch), ob dieses Interview von deutschen Traditionalisten geführt wurde, fühlte ich mich zur Antwort gezwungen:
    „Das kann doch wohl nicht sein. Es spricht ja eine dem Evangelium und dem Kreuz entgegengesetzte Sprache.“ (s. 1.Joh. 2,15 – Phil. 3,18-21 – 1.Kor. 3,16-18 – Gal. 2,19-20 – etc.)
    Mexikaner schauen sehr auf Europa. Viel mehr als auf die USA. Leider offenbart dieses Interview einmal mehr den inneren Werteverlust europäischer Katholiken, sogar bei sogenannten Konservativen. Wofür muss man sich bei diesem Interview mehr schämen?:
    Für den Text oder für die Bilder?
    Ist denn Frau Krah so sehr mit dem Ausziehen beschäftigt, dass sie keine Zeit mehr findet, ihren Mann einigermaßen korrekt anzuziehen? Im Nachhinein bin ich aber über die von Herrn Krah auf dem Golfplatz getragene mülltütenfarbige Schlabberhose und über die auf dem Familienbild gezeigte Bermudashorts (die hier nur bei einer gewissen Art Touristen mit meistens überwelligem Bauch anzutreffen ist) sehr froh: sie illustrieren und bewerten bestens das Gesagte und erübrigen lange Kommentare.
    Ich selbst gehe als Priester täglich mit einem rabenschwarzen, weiten und knöchellangen Kleid aus. Seit den 60ern ist es völlig verpönt. Dennoch wird es – auch in der femininen Welt – als sehr chic empfunden. Und wenn mir im mexikanischen Stadtrummel jemand offenherzig zuruft: „Padrecito! Sie sehen aber gut aus!“, dann weiß ich, dass ich das nur meinem altmodischen Kleid verdanke. Wie stolz bin ich dabei auf meine Soutane! Wie armselig aber kommen mir dann die „modernen“ Mitbrüder vor, die à la Krah herumlaufen.
    Spätestens beim letzten Gericht werden sich jene, die heute krahfhaft versuchen, die Weisheit des Evangeliums mit der Torheit der Welt zu versöhnen, wie Vollblutidioten vorkommen.
    Entsprechend seien hier Katholikinnen herzlich ermuntert, sich nach 1 Tim. 2,9-10 oder 1. Petrus 3 zu kleiden. Allein diese vom Hl. Geist für die Kinder Gottes diktierten Regeln werden ihnen äußere Würde und wahre Schönheit verleihen. Dem Philosophen nach erfolgt Schönheit aus der Zusammenführung des Wahren und des Guten. Die Sünde ist gerade deshalb so hässlich, weil sie die Zusammenführung von Unwahr und Ungut ist. Seit der Erbsünde wohnt aber die Sünde in unserem Fleische (Röm. 7,18 & 25 – 8,3) und mit ihr Verderbtheit, Hässlichkeit und Tod. Der Apostel Paulus lehrt, dass unser sündhafter Leib in Verweslichkeit übergehen muss, damit er – gereinigt von der Sünde – in Unverweslichkeit auferstehen kann (1.Kor. 15). Viele Heilige sind deshalb nicht verwest, weil sie schon in diesem Leben die Sünde überwunden haben (s. hl. Bernadette). Weil die Sünde und ihre ungeordnete Begierlichkeit in seinem Fleische innewohnen, empfindet der Mensch Scham über sein eigenes Fleisch. Daher kleiden sich Christen, die in der Wahrheit und im Guten, d.h. in der Gottesfurcht, wandeln, mit Zucht. Eine Christin weiß: „Lug ist die Anmut und ein vergänglicher Hauch die Schönheit: ein Weib, das den Herrn fürchtet, das soll man rühmen.“ (Sprüche 31) Scham und Zucht verschwinden jedoch in dem Maße, wie die Sünde in den Herzen herrscht. Schamlosigkeit geht immer mit innerer Verderbtheit oder mit Blödheit einher. Schlimmer noch als zu den Tagen Noahs und Sodomas hat sich jedoch unsere heutige Welt den Werken des Fleisches verschrieben. Jene Christen, die sich von den weltlichen Moden mitreißen lassen, zeigen, dass sie den Sinn für Gottesfurcht verloren haben, und werden einmal vom Fleische ewige Verderbnis ernten (Gal. 6,8).
    Pater Marc Gensbittel

    • Freya Loki 7. Oktober 2015

      @ P. Marc Gensbittel 07.10.2015, 01:46h

      Admodum pater reverendus, ausspreche Anerkennung zu Ihren im Stil konzilianten Deutlichkeiten.

      Ich habe mir erlaubt, am 06. m.c. um 21:53h mich mit mehr lutherischer Wortdeutlichkeit zu den Auslassungen des umtriebigen Herrn Krah hier zu befassen: leider hat Herr Doctor iuris inzwischen zur Zensur gegriffen.

    • thecathwalk Autor des Beitrages | 7. Oktober 2015

      ¡Viva México! Schön, dass aus allen Teilen der Welt sich Katholiken zu Wort melden. Aber was genau ist die Stoßrichtung Ihrer Diskussion? Dass wir dieses „Tabu-Thema“ nicht ansprechen dürfen? Wieso nicht? Sie schmeißen mit Bibelstellen um sich, die gar keiner bezweifeln oder hinterfragen will. Lesen Sie das Interview genau… Darin wird kritisiert, dass gewissen Teile traditionalistischer Prägung aus Kleiderregeln ein Dogma machen, was nicht katholisch sondern jansenistisch ist. Das Interview selbst ist gerade nicht dogmatischen Charakters, sondern erlaubt sich lediglich eine Thematik öffentlich anzusprechen, über die es ja wohl eine Menge(!) Gesprächsstoff gibt, wie die Kommentare und die mittlerweile über 10`000 Leser zeigen. Dr. Krah hat seine Meinung geäußert, that’s it. Er hat in eine Eiterbeule gestochen, die jetzt geplatzt ist, was einigen weh tut – aber schön, jetzt ist das Thema auf dem Tisch und jetzt wird darüber diskutiert (und nicht von oben herab mit Bibelstellen kommandiert).

      Wovor haben hier eigentlich alle Angst?

      • Ismael 7. Oktober 2015

        Euer Problem ist, dass Ihr Eure eigenen Schwächen nicht eingestehen wollt. Eure Rechtfertigung besteht nicht in den Sakramenten und der Abkehr von der Sünde, sondern der Umdeutung der Lehre Christi. Ihr armt das nach, was die Modernisten seit Jahrzehnten machen. Ihr seht nur die Äußerlichkeiten der Tradition, in das Innere vermögt Ihr nicht vorzudringen, wie auch wenn man sich nur mit Äußerlichkeiten, wie Geld, Karriere, Aussehen, Pseudointellektualität, also um es mit den Worten der Bibel zu sagen, Augenlust, Fleischeslust und Hoffart des Lebens, begnügt. Das ist der Modernismus im Deckmantel der Pseudotradition.

        Ihr wirbt doch auch für den NOM.

        Eure Verantwortung vor GOTT wollte ich nicht tragen.

      • maximiliankrah 7. Oktober 2015

        Ismael, damit können Sie jede konstruktive Kritik verketzern. Die Relativsten und ihre theologischen Wiedergänger, die Modernisten, erkennen keine überzeitlichen Wahrheiten an. Das halte ich für falsch. Aber die richtige Gegenposition ist es doch nun nicht, alles als überzeitliche Wahrheit zu begreifen! Die schlichte Wahrheit ist doch, dass das meiste, was uns selbstverständlich erscheint, zeit-, orts- und milieuabhängig ist. Die Behauptung einer Existenz überzeitlicher Wahrheiten ist doch nur dann überhaupt seriös, wenn man diese ewigen Wahrheiten sehr, sehr selten annimmt. Sehen Sie, meine Großmutter war eine der ersten 10 Frauen, die in den 1930ern im damaligen Breslau Medizin studierten – heute haben wir in den Unis sicher 50% Frauenanteil. Daraus ergeben sich doch aber für Kleidung, Auftreten, Geschlechterverhältnis Konsequenzen. Und dass Frauen, deren IQ im Durchschnitt höher ist als bei Männern – bei kleinerer Standardabweichung – aus göttlichem Recht nicht Medizin studieren dürfen, wollen hoffentlich nicht einmal Sie behaupten. Und wenn Matthias Schäppi nun gegen den Schwachsinn ankämpft, dass in manchen konservativen religiösen Gruppen die Religion völlig überdehnt wird, dann ist das konstruktiv und nützt dem religiösen Anliegen.

      • Ismael 7. Oktober 2015

        Dieser Diskussionsstrang galt nicht der Rollenverteilung sondern der Kleidung. Pater Gensbittel hat viele Zitate aus der hl. Schrift gebracht,(Redakteur Frieder Reusch forderte ja, sich mehr mit der Hl. Schrift auseinanderzusetzen), die bislang nicht kontruktiv abgearbeitet wurden, sondern lediglich mit dem Tiefschlagargument versehen wurden, dass sei „Um-sich-schmeißen“ mit Bibelstellen, die niemand bezweifeln möchte, und jansenistisch ohne sich überhaupt mal Gedanken zu machen, was Keuschheit und Schamhaftigkeit bedeuten.

        Es interessiert mich im Übrigen nicht, was und ob Ihre Großmutter studiert hat. Das steht nicht zur Debatte und lenkt ab. Im Übrigen habe ich mich, ob es gut ist, dass Frauen studieren nicht geäußert. Sie unterstellen mir dann einfach mal Schoppenhauers Position. Was ist das für eine Diskussionskultur, die Sie an den Tag legen?

  18. Bernhardus 6. Oktober 2015

    Ich möchte auf die Polemik und Provokation gar nicht weiter eingehen, sondern nur darauf hinweisen, dass die angeschnittene Frage doch gar nichts mit Mode, sondern mit Keuschheit, Zucht, Zurückhaltung, Demut, Bescheidenheit etc. zu tun hat. Niemand wird ernstlich bestreiten, dass die photographierte Dame der Schöpfung sehr gut aussieht – Rock hin oder her. Nur: Erstens ist es klar sündhaft, eine aufreizende Kleidung zu tragen, die unkeusche Blicke provoziert. Zweitens spricht es für die Frau nicht von der nötigen Zurückhaltung. Drittens finde ich es auch etwas frag-würdig, als Idealbeispiel die eigene Frau öffentlich posieren zu lassen.

    Damit will ich jedenfalls überhaupt keinem Moralismus das Wort reden und mich auch überhaupt nicht zu irgendwelchen Modefragen (ja, natürlich der kurze Rock sieht besser und aufreizender aus!), sondern nur die Frage in den Raum stellen, wie ernst wir alle denn eigentlich das Evangelium und seinen Ruf nach Weltabkehr nehmen? Das hat nichts mit Moral zu tun, sondern mit der Frage, ob wir das Evangelium verinnerlicht haben; eine entsprechende Verinnerlichung zieht nämlich das entsprechende äußere Erscheinungsbild nach sich. Also bitte mal etwas Polemik rausnehmen und, da das Ganze ja unter dem Motto des Katholischen steht bzw. stehen soll, auch Den zum Maßstab machen, ohne Den es keinen Katholizismus gäbe: Jesus Christus!

    • Nepomuk 9. Oktober 2015

      Die katholische Tradition hat sich (anders als der Protestantismus) nie allein die Weltflucht der einzelnen gläubigen Seele betrieben (mag sie auch, da härter, an sich das Verdienstvollere sein), sondern strebte und strebt danach (ob nun, der Umstände halber, nur in intentione, oder mit konkreten Handlungen), eine christlich-katholische Gesellschaft aufzurichten. Für das Königtum Christi streiten, usf.

      Das Christentum oder die Christenheit ist (auch wenn ich den Begriff an sich nicht besonders mag) ganzheitlich: der Asket gehört da ebenso dazu wie der (sprichwörtliche) barocke Genießer (der also schon nach einer Glanzzeit des öffentlichen Katholizismus benannt ist). „Alles außer der Sünde“, wie man eben so schön sagt.

      Wenn daher das Evangelium (oder, wo wir vielleicht noch eher drandenken, das katholische Liedgut, Angelus Silesius usw.) zur Weltflucht aufruft, so ist das immer mit einem „insofern“ dahinter zu verstehen: insofern es die Welt der Sünde und der Verführung ist.

      „sonst müßtet ihr ja aus der Welt auswandern“ schreibt der hl. Paulus, ganz so, als ob so etwas dazu hinreicht, eine Forderung ad absurdum zu führen.

      (Einer meiner Lieblingsautoren, Reinhard Raffalt, beschreibt sehr schön diesen sehr glanzvollen weltfreudigen Katholizismus in seinen Rom-Büchern, Concerto Romano usf.)

      In diesem Sinne, um auch noch eins meiner Lieblingslieder zu zitieren:

      „Erde singe, daß es klinge, laut und stark dein Jubellied! Himmel alle, singt zum Schalle dieses Liedes jauchzend mit! Singt ein Loblied eurem Meister, preist Ihn laut, ihr Himmelsgeister, was Er schuf, was Er gebraut preis‘ Ihn laut!

      Kreaturen auf den Fluren, huldigt Ihm mit Jubelruf! Ihr im Meere preist die Ehre dessen, der aus nichts euch schuf! Was auf Erden ist und lebet, was in hohen Lüften schwebet lob‘ Ihn, Er haucht ja allein Leben ein!

      Jauchzt und singet, daß es klinget, laut ein allgemeines Lied! Wesen alle, singt zum Schalle dieses Liedes jubelnd mit! Singt ein Danklied eurem Meister, preist Ihn laut, ihr Himmelsgeister, was Er schuf, was Er gebaut preis‘ Ihn laut!“

      Und eben nicht nur

      „Das Weizenkorn muß sterben, sonst bleibt es ja allein, der eine lebt vom andern, für sich kann keiner sein: Geheimnis des Glaubens, im Tod ist das Leben“.

      Et et, sowohl als auch: das ist fast immer das Katholische.

      Die Lieder sind übrigens bewußt so ausgewählt, daß man sieht: die Annahme, daß Lebensfreudige sei das Moderne und das Streng-Moralische sei das Traditionelle, dürfte ein ziemlicher Irrtum sein. 😉 in dem Sinne noch ein Zitat, und dann is Schluß:

      „The really frivolous man, the frivolous man of society, we all know, and any of us who know him truthfully know that if he has one characteristic more salient than another it is that he is a pessimist. The idea of the gay [= happy] and thoughtless man of fashion, intoxicated with pagan delights, is a figment invented entirely by religious people who never met any such man in their lives.

      The man of pleasure is one of the fables of the pious.

      Puritans have given a great deal too much credit to the power which the world has to satisfy the soul; in admitting that the sinner is gay [=happy] and careless they have given away the strongest part of their case.“ (Chesterton, The Common Man XXI)

      • Nepomuk 9. Oktober 2015

        In den ersten Absatz gehört hinein:

        strebt *auch* danach.

  19. pratu 6. Oktober 2015

    Krauses Zeug

  20. Ismael 6. Oktober 2015

    „Das vermögen aber nicht alle nachzuvollziehen und erklären nun das frühere Rollenbild zu einem Dogma, weil sie nicht begreifen wollen, dass Mode, Stil, auch Geschlechterrollen ganz praktische, irdische Ursachen haben.“

    Willkommen im Gendermainstream, einer neuen bereichernden Mode. Die aktuelle Synode lässt mit Ihrer Unterstützung hoffen. (Satire)

    • maximiliankrah 6. Oktober 2015

      Mich zum Gender-Mainstreaming-Fan zu machen ist wirklich abwegig. Merke: Das Gegenteil eines Fehlers ist oft wieder ein Fehler. Denn dass sich die Geschlechterrollen seit Mitte des 20. Jahrhunderts verändert haben, kann man ja kaum bestreiten. Das hat aber nichts mit Gender Mainstreaming zu tun, denn die Gender-Theorie bestreitet ja, dass es sowas wie biologisch determinierte Geschlechter überhaupt gibt, ergo gibt es auch keine Geschlechterrollen, zumindest keine, die man respektieren sollte.

      • Ismael 6. Oktober 2015

        Gott hat die Menschen als Mann und Frau geschaffen und entsprechend biologisch gestaltet. Er hat die Natur so eingerichtet, dass nur die Frau stillen kann, der Mann kann dies nicht, es ist ihm von Gott nicht gegeben. Gott verleiht seiner göttlichen Ordnung in der natürlichen Ordnung Ausdruck und gibt damit die Sendung des einzelnen auch geschlechtsspezifisch vor, wie man das insbesondere am Priestertum erkennen kann. Die natürliche Rollenverteilung gibt Gott damit selbst vor. Hierin besteht die theologische Dimension, die nicht durch eine Mode ausgehebelt werden darf.

    • maximiliankrah 6. Oktober 2015

      Ismael, die Reduktion der Frau auf die Mutterrolle ist lächerlich. Die Mutterschaft ist ein Teil der Weiblichkeit, auch ein wichtiger, aber doch nicht alles! Aus der Biologie ergibt sich, dass die Frau Mutter ist, aber nicht viel mehr. Insbesondere ihr Hierarchieverhältnis zum Mann ergibt sich daraus nicht, aber auch nicht ihr Platz und ihre Rolle in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat ist davon nicht betroffen. Sie können aus der Mutterschaft keine Folgerungen zu Bildung ableiten. Sie versuchen aus dem Sein ins Sollen zu schließen, aber zum einen erfassen Sie das Wesen der Weiblichkeit nicht im Ansatz, zum anderen ist der Schluss vom Sein zum Sollen nur sehr eingeschränkt zulässig. Das Rollenbild der Frau hat sich in den letzten Jahrzehnten vor allem wegen der Veränderung der Arbeitswelt gewandelt, in der eben nunmehr nicht die Muskeln, sondern der Verstand maßgebend geworden sind. Und diese Veränderung ist völlig areligiös, weshalb auch die Konsequenzen nicht religiös bewertet werden können, aber von einer Religion, die auf der Natur aufbaut, beachtet und respektiert werden müssen.

      • Ismael 7. Oktober 2015

        Gott will in alle Lebensbereiche wirken. Sie verwehren ihm das.

        Mit keinem Satz habe ich die Rolle der Frau auf die Mutterschaft reduziert. Sie sagen mir unwahres nach. Ich habe die Mutterschaft lediglich hervorgehoben. Denken Sie an die Gottesmutterschaft.

        Paulus hat die die göttliche Ordnung niedergeschrieben.

        Selbstverständlich nehmen Veränderungen der Arbeitswelt Einfluss auf das Verhalten der Menschen. Das ist aber nicht areligiös, da es unweigerlich das ethische Verhalten der Menschen beeinflusst. Die Kinder werden den Ideologien, die Gott mit Füßen treten, ausgesetzt. Ist das wirklich areligiös?

        Die Veränderung des Rollenbildes der Frau ist deshalb nicht areligiös, da es die Kinder trifft, die am wenigsten Wehrfähigen und Schwächsten. Ihre Einschätzung geht an der natürlichen und übernatürlichen Realität vorbei. Die Kinder sind die Verlierer im Rahmen der gesellschaftlichen Neuordnung und Sie tragen Mitschuld durch Ihre Unterstützung und Relativierung der Wertigkeiten.

      • maximiliankrah 7. Oktober 2015

        Weil ich abstruse und durch kein religiöses Gebot begründete Dresscodes ablehne, beteilige ich mich an einer gesellschaftlichen Neuordnung? Was rauchen Sie? Ist das legal?

      • Ismael 7. Oktober 2015

        Was bedeutet Schamhaftigkeit? Haben Sie sich darüber überhaupt schon einmal ernsthafte Gedanken gemacht?

        Im Übrigen war wir bei der Veränderung des Rollenbildes, um auf den Kern des Diskussionsstranges zurückzukommen. Sie wollten wohl wieder ablenken. Den Eltern ist nunmal die Aufgabe zuteil in natürlicher und übernatürlicher Hinsicht für die Kinder zu sorgen. Hierfür hat er den Menschen in Mann und Frau geschaffen und Ihnen verschiedene Rollen in der Schöpfung zugeteilt, so der Hl. Schrift. Wer lesen kann, der lese. Wer eine Vertauschung dieser von Gott zugedachten Aufgabenbereiche von Mann und Frau als areligiös und deshalb neutral einstuft, handelt gegen die Hl. Schrift und die mündliche Überlieferung. Die klassische Familienordnung ist gottgewollt. Sie sagen:

        „Und diese Veränderung ist völlig areligiös, weshalb auch die Konsequenzen nicht religiös bewertet werden können, aber von einer Religion, die auf der Natur aufbaut, beachtet und respektiert werden müssen.“

        Die Religion muss also nach Ihrer Meinung also die Neuordnung der Rollen beachten und respektieren, die Religion und damit die Vorgaben Gottes haben sich der Entwicklung unterzuordnen. Das ist Ihre Meinung. Lesen Sie selbst, was Sie geschrieben haben. Sie verlangen die Unterordnung der göttlichen Ordnung zur tatsächlichen Entwicklung. Sie treten damit der Sendung Gottes entgegen. Frau geht arbeiten, das Kind kommt in die Kita etc.

        Sie können die Religion nicht vom Alltäglichen trennen. Gott möchte an allem beteiligt werden. Mit dem Allmächtigen im Alltäglichen, nicht wahr?

      • maximiliankrah 7. Oktober 2015

        Ismael, die Grenzen des religiös Erlaubten sind weit. Es gibt viele katholische Lebensentwürfe. Und eine Frau, die nach zwei Jahren ihr Kind in die Kita gibt und arbeitet, hört nicht auf, Frau zu sein. Es gibt doch viele Möglichkeiten, Frau zu sein, Mann zu sein. Und für welche man sich entscheidet, ist individuell zu klären und hängt von sozialen Umständen ab. Natürlich gibt es auch Lebensmodelle, die nicht katholisch sind. Um die geht es hier aber nicht. Der Glaube gibt Maßstäbe, er schafft in ihnen einen Garten der Freiheit, in dem ich aus vielen zulässigen Wegen meinen wählen kann und von dem aus ich in meine Kommunikation mit Gott trete, der dabei meine Entscheidung, die ich ja in seinem Rahmen getroffen habe, akzeptiert. Sie haben ein gruseliges Gottes- und Menschenbild.

      • Ismael 7. Oktober 2015

        Sie verantworten das Leugnen der göttlichen Sendung.

  21. Ismael 6. Oktober 2015

    „Und kirchenrechtlich gibt es ja nicht einmal mehr das Gebot der Kopfbedeckung in der Messe, das bereits in den 1950ern in Westeuropa keiner mehr praktiziert hat.“

    Das ist nicht wahr. Schauen Sie doch in die Kapellen der Dominikanerinnen von Fanjeaux und Brignoles.

    https://www.youtube.com/watch?v=xfq03CjNLiE

    • maximiliankrah 6. Oktober 2015

      Schauen Sie in den CIC. Und was eine traditionalistische Schwesterngemeinschaft im ländlichen Frankreich macht ist sicher interessant, aber nicht maßgebend.

      • Ismael 6. Oktober 2015

        Sie haben behauptet, dass das Gebot der Kopfbedeckung in Westeuropa keiner praktiziere. Ich habe Ihnen zum Beweis des Gegenteils Beispiele genannt. Das Gebot der Kopfbedeckung wird damit noch in traditionellen Kreisen teilweise praktiziert.

        Ob das für Sie maßgeblich ist, interessiert mich nicht. Mich interessiert nur die Wahrheit.

      • Christian Blatter 7. Oktober 2015

        In der 50er Jahren wurde in Westeuropa größtenteils von den Frauen noch eine Kopfbedeckung getragen. Vor allem in Frankreich.
        Bis 1983 war es laut Kirchenrecht in der Kirche auch noch vorgeschrieben.

    • maximiliankrah 6. Oktober 2015

      Na gut: „nahezu keiner“. Ändert das was am Befund? In Deutschland gingen die Frauen in den 1950ern schon ohne Kopftuch in die Kirche. Der Entfall der entsprechenden Norm im CIC 1983 war folgerichtig. Und auch theologisch zutreffend, denn im 1. Korintherbrief geht es dem Apostel Paulus ja darum, dass manche Urchristen das Evangelium als Rechtfertigung für den Regelbruch verstanden. Zur Zeit des Apostels trugen Frauen immer eine Kopfbedeckung, und Paulus verurteilte den Regelbruch, der unter Verweis auf das Christentum erfolgte. Heute tragen die Frauen keine Kopfbedeckung, es wäre also ein Regelbruch unter Verweis auf das Christentum, eine zu fordern. Da aber genau das nicht geschehen soll – Kleiderregeln sind eben unchristlich, in beiderlei Richtungen – ist die Korrektur des CIC insoweit folgerichtig gewesen. Und die Praxis der französischen Gemeinschaften problematisch.

      • Ismael 7. Oktober 2015

        Sie zeigen, dass Sie es mit der Wahrheit nicht genau nehmen. Schauen Sie sich die Bilder aus den 50er an.

  22. Beate 6. Oktober 2015

    Was mich wirklich schockiert, ist das Thema generell. Mir war gar nicht bewusst, dass es Modevorschriften unter Katholiken gibt. Und auch nicht, und das irritiert mich am meisten, dass die Kleidung ein so großes Thema und so wichtig sein kann. Das bedeutet demnach, dass wenn ich demnächst eine Heilige Messe besuche, andere meinen Kleidungsstil begutachten und bewerten und dann Analysen zu meinem Charakter, meiner Einstellung, meiner religiösen Ausrichtung, meiner Prägung, usw. erstellen. Danke hierzu. Jetzt kann ich wohl nie mehr entspannt in die Kirche und unter Katholiken gehen.

    • Pitrell 6. Oktober 2015

      Beatchen, lass die Kirche im Dorf und bereichere voller Freunde den nächsten Gottesdienst.

    • maximiliankrah 6. Oktober 2015

      Exakt so sehe ich es auch. Diese Kleidungsfixiertheit ist letztlich unkatholisch und abschreckend. Deshalb habe ich auch gern Matthias meine Einschätzung gegeben, als er die Fragen stellte. Es ist wichtig, dass die wenigen Eiferer gestoppt werden.

      • Ismael 6. Oktober 2015

        Die Frage ist natürlich, wer sich hier mehr Gedanken über Kleidung macht. Derjenige der stets stilsicher und modeorientiert gekleidet ist, wendet bestimmt auch einige Mühen und Zeit hierfür auf. Diejenigen, die hier in liebloser Art und Weise wegen Ihrer Stillosigkeit von Ihnen an den Pranger gestellt werden, machen sich offensichtlich über Kleidung weniger Gedanken als Sie. Das erinnert mich ein bisschen an den Splitter und Balken.

      • maximiliankrah 6. Oktober 2015

        Ismael, glauben Sie mir, nirgends macht man sich mehr Gedanken über Kleidung als in den von Matthias zielsicher angesprochenen konservativen Kreisen. Das sehen Sie auch an diesem Beitrag. Marie Antoinette hat es ja auf den Punkt gebracht; 60 Jahre nachdem Yves Saint Laurent den Hosenanzug und 50 Jahre nachdem Mary Quant den Minirock erfunden hat, über Kopfbedeckungen und Damenhosen zu diskutieren ist jenseits des Ernstzunehmenden.

        Und, ganz wichtig: Ich greife nicht diejenigen an, die einfach keinen gesteigerten Wert auf Eleganz legen. Ich greife diejenigen an, die jene, die sich nicht nach ihrem Dresscode kleiden, kritisieren und sich gar moralisch über sie erheben. Denen sage ich, dass sie a) hässlich sind und b) die Religion, auf die sie sich berufen, in Wahrheit gegen sich haben. Wer meint, den Katholizismus dazu benutzen zu können, anderen Kleidungsvorschriften zu machen, der ist doof, verklemmt und verbittert.

      • Ismael 7. Oktober 2015

        „Ich greife nicht diejenigen an, die einfach keinen gesteigerten Wert auf Eleganz legen. Ich greife diejenigen an, die jene, die sich nicht nach ihrem Dresscode kleiden, kritisieren und sich gar moralisch über sie erheben.“

        Auch eine wohlwollende Auslegung kann das nicht bestätigen. Anscheinend verstehen Sie Ihr eigenes Wort nicht und winden sich dann um Ihr Aussagen. Ohne Zweifel bezichtigen Sie die aus Ihrer Sicht stilunbewussten Menschen als abstoßend und hässlich und reden dann ohne Umschweife von der Liebe. Widersprüchlich?!

        Sie und die Ihren definieren sich über die Kleidung, die von Ihnen kritisierten tun das nicht.

  23. Ismael 6. Oktober 2015

    Sollen wir uns jetzt eine Freundin suchen und in wilder Ehe leben?

    Ist das Leben in wilder Ehe jetzt auch en vogue und deshalb Teil des Katholizismus?

    Ist das Leben in wilder Ehe Voraussetzung für die persönliche Reife?

    Die Mode ist vielfältig und bunt. Wer bestimmt was schön und gut ist? Die Masse? Bedeutet das dann die normative Kraft des Faktischen, die Mehrheit trägt den Bikini jahrzehntelang auf der Straße, der Bikini als gewachsener Kultur kommt in Mode und wird Teil der „normalen“ Kleidung auch für den Kirchgang? Oder gilt auch hier die faktische Kraft des normativen, dass sich die Mode am göttlichen Sittengesetz auszurichten hat?

    Steht die Mode tatsächlich über der Moral?

    Wenn dem so wäre, hätte sich Papst Pius XII. geirrt, als er gesagt hat:

    „ Gott verlangt von uns nicht, dass wir außerhalb unserer Zeit leben, dass wir uns lächerlich machen, indem wir uns kleiden gegen den Geschmack unserer Zeitgenossen…Gott erinnert uns nur an folgendes: Mode ist nicht und kann nicht höchste Richtschnur sein für unser Verhalten.“
    „Wenn die Christinnen eine Ahnung hätten von Versuchung und Fall, die sie bei anderen durch ihre Kleidung verschulden, sie würden erschrecken vor Ihrer Verantwortung! Seht ihr nicht, dass es eine Grenze gibt, die von keinem Einfall der Mode überschritten werden darf, weil sonst die Mode zum Verderben für die eigene Seele und für die der anderen werden wird?“

    Wer in wilder Ehe lebt, der braucht auch keine Probleme mit oder ohne Kleidung haben.

    • Beate 6. Oktober 2015

      Das Zitat ist wirklich gut!

    • Nepomuk 9. Oktober 2015

      (zu Teil eins)

      hallo beisammen, vielleicht nehmen wir nicht immer das schlimmste an…?

      Die Rede war von „sich eine Freundin suchen“. Ich habe das oben kurz kritisiert, weil da bekanntlich immer zwei dazugehören – aber von „wilder Ehe“ war keineswegs die Rede, sondern das haben ausschließlich Sie hineininterpretiert.

      Wer gut katholisch von seinen Mitkatholiken erstmal annimmt, daß sie nicht selbstverständlich schwere Sünden begehen, der wird darunter selbstverständlich das verstehen, was man auf italienisch noch heute bereits „fidanzata“ nennt… also eine Freundin halt, mit der man sich ggf. später verloben und die man dann heiraten will.

      Man ist bekanntlich nicht sofort verheiratet, wenn man das gern hätte. Oder wie haben das die anderen katholischen Ehepaare gemacht?

    • Nepomuk 9. Oktober 2015

      (zu Teil zwei)

      Was der ehrwürdige Papst gesagt hat, ist soweit, wie es zitiert worden ist, völlig richtig, und nein, die Mode steht nicht über der Moral, sondern umgekehrt. Die Frage ist nur, 1. ob und inwieweit es sinnvoll ist, darauf herumzureiten (das ist technisch ausgedrückt die ganz allgemeine Frage nach der Klugheit bei Ausübung des ersten und vierten geistlichen Werks der Barmherzigkeit – und ja, hier ist Fingerspitzengefühl hilfreich und „lieber mal geschimpft, daß man ja was gesagt hat“ nicht wirklich ein guter Ratgeber, zumal wenn man ar nicht sicher weiß, ob die Verhaltensweise tatsächlich schlecht ist), 2. ob denn Dinge, die nach der Meinung der 1950er Moraltheologen, *vielleicht* ja tatsächlich auch des Papstes selbst (obwohl das im Zitat nicht mehr vorkommt), jenseits der angesprochenen objektiven modeunabhängigen Grenzen sind, dieses nun denn auch sind oder nicht.

      Es kommt halt letztlich doch weiter auf den Kontext und die Kultur außenrum an, als man manchmal annimmt. Beispiel: Manche Katholiken (zu denen ich nicht gehöre) halten nichts vom Bikini, aber jeder hält Badeanzüge für akzeptabel. Zum Baden. Manche Katholiken halten wenig von Kleidervorschriften in der Kirche, aber jeder hält dort sowohl Badeanzüge als auch Bikinis für inakzeptabel. Securus iudex orbis terrarum.

      * Vor einer Kirche steht ein Schild: „Knie müssen bedeckt sein“.
      * junge Frau steht davor (Sonntagsspaziergang), Knie sind nicht bedeckt, es hat auch keiner der Begleiter (wovon ich einer war) einen Pulli oder sowas dabei… „okay ich wart dann draußen“
      * ältere Frau kommt raus und hat mitgehört: „hören Sie auf, mit dem Schild sind nicht Sie gemeint“ (Subtext: „Sie sehen anständig und auch nicht nach Badebekleidung aus“)
      * junge Frau geht rein

      halte ich nach wie vor für eine recht exemplarisch katholische Weise, derlei Probleme zu lösen.

  24. Marie Antoinette 5. Oktober 2015

    Die Kommentare unter dem Artikel sind unverständlich und ich will nur hoffen, dass sie nicht das gesamte konservative katholische Milieu widerspiegeln. Ich habe mich gerade in die Rolle einer säkularen Frau mit Stil reinversetzt und den Stream nochmal durchgelesen. Da kann man über so viel Borniertheit nur lachen. Wie auch Maximilian Krah sagt, wir Katholiken sollen gerade nicht so eine komische Gruppe von Menschen sein, die mit ihren Themen im 19. Jahrhundert stecken geblieben sind. Es wird schwer auf dieser Platform über Mode, Stil und Eleganz zu diskutieren, wenn alle Prämissen zunächst mal einen bewertenden und damit (ver)urteilenden Charakter haben. Sich darüber zu unterhalten, ob etwas “schamlos”, “erlaubt”, “sündhaft” (allein die Sprache) wäre, ist doch langweilig und längst überwunden. Warum wollen wir immer vier Schritte hinter den plausiblen Themen in der Gesellschaft sein? Die Welt wandelt sich. Es ist schon eine Weile her, als der erste Minirock angezogen wurde (übrigens nicht unbedingt als etwas Aufreizendes, sondern viel eher als Ausdruck von Freiheit). Es sind auch mehr als fünfzig Jahre her, als Yves Saint Laurent den Hosenanzug für Frauen entworfen hat. Warum diskutieren wir heute über so was? Wenn interessiert es überhaupt?

    Ich stimme Maximilian Krah zu, dass die Ästhetik einen zuverlässigen inneren Kompass darstellt. Viel besser als irgendwelche Gebote einer religiösen Gemeinschaft. “Too sexy is not sexy” gehört zu meinen Stilregeln. Ein schlichtes schwarzes Etuikleid ist viel mehr sexy als Leggins (sind Leggins überhaupt eine gute Idee außerhalb des Fitnessstudios?) oder viel nackte Haut auf einmal. Das ist geschmacklos und überlässt der Fantasie keinen Freiraum. Ich weiss, es geht nicht um “sexiness”, sondern um den Himmel. Ich bezweifle aber, dass man den Himmel (nur) in langen Röcken und ausgelatschten Halbschuhen erreichen kann. Wer würde dann in den Himmel wollen?

    Und wenn manche schon keine Ästhetik haben, dann kann man sich einfach an der Gesellschaft-etiquette halten. Die sogenannten Dresscodes. Es ist selbstverständlich, dass nackte Schultern oder ein knapper Rock ein “No go” beim Betreten der Kirche darstellen. Ähnlich im Büro. Wenn man aber in die Oper, zum Candle-Light-Dinner eingeladen wird, oder zur Party geht, darf man, sollte man sogar, die Weiblichkeit mit einem hübschen Stück unterstreichen. Sei es ein Kleid mit Dekolleté, ein enges Top, wenn es lässiger gehen soll, eine gut sitzende Jeans mit Heels. Das ist ja das Schöne an der Weiblichkeit, dass man mit ihr spielen kann, dass sich auch die Augen des geliebten Mannes an ihr erfreuen dürfen. Es ist nichts, wofür man sich schämen, oder gar entschuldigen müsste.

    • Sabine 5. Oktober 2015

      Halllooo, was ist das denn?
      @MarieAntoinette: „Es ist selbstverständlich, dass nackte Schultern oder ein knapper Rock ein “No go” bei der Kirche …. Ähnlich im Büro. … aber in die Oper, zum Candle-Light-Dinner …oder zur Party …, darf man, sollte man sogar, die Weiblichkeit mit einem hübschen Stück unterstreichen. Sei es .. mit Dekolleté, ein enges Top, … eine gut sitzende Jeans mit Heels. Das ist ja das Schöne an der Weiblichkeit, dass man mit ihr spielen kann, dass sich auch die Augen des geliebten Mannes an ihr erfreuen dürfen. Es ist nichts, wofür man sich schämen, oder gar entschuldigen müsste.“ – – – Vielen Dank für die Wahrheit! (Ernst gemeint!)

      a) Woran soll der Mann sich erfreuen? Am schönen Körper der Frau. Deswegen die vielen Scheidungen, weil man erst einen schönen Körper heiratet, vielleicht noch mit schönem Lächeln … Später merkt man, der hat ja auch Geist –> strengt an, verwöhnter Gegenüber etc. Dann nimmt man eben den nächsten schönen Körper. Und so weiter. (Wie bei Willy Brandt, Lafontaine, Schröder und Fischer, die nächste war immer jünger, da schönerer Körper…)

      Brauchen wir Tradis bzw. die, die versuchen, Gott zu lieben, noch irgendeinen Beweis, daß Minirock keine Möglichkeit ist? Er ist nur (!) wegen der schönen weiblichen Körper-Reize da. Sex-Ästhetik. Wer hat hier ein Problem in der Hose? Dessen Herz voll von Fleischeslust ist. Da wird ja sogar Emma wütend, die mehrheitliche** Reduzierung der Frau auf ihren Körper als Lustobjekt. (***Die dämliche Bemerkung, es sei trotzdem „auch“ die Frau als persönl.Wesen gefragt, bestätigt gerade diesen grottenfalschen Schwerpunkt bzw. die grottenfalsche Reihenfolge dieser „homo sapiens“-Spezies!!!!!!!!!)

      b) Die Gott-Ästhetiker übersehen, daß bei uns viele Frauen sich einen Dreck um schöne Körper oder schön Darstellung desselben kümmern. Sie schauen, daß sie günstig über die Runden kommen, sowenig wie möglich sündigen und Gott so viel wie möglich gehorchen, und versuchen, seinen Plan so weit wie möglich zu erfüllen, und ihn aus ganzem Herzen zu lieben. Wo soll da bitte noch Platz für ästhetische Fleischesfreuden sein? Habt Ihr Langeweile? Typisch, die reichen Golfspieler brauchen Augenlust. Und wegen des Gewissens schreiben sie obige Artikel. Dann können sie ruhiger schlafen!!! Darum auch die werbenden Zuwörter für den Herrn RA: Vollblut-blabla. Eher was für die „Single-Börsen“.

      c) Der Vergleich von Äpfel und Birnen klappt nie: Vergleicht schöne lange Röcke mit schönen Hosen und anderem. Nicht häßliche lange Röcke mit kurzen „schönmodelierten“ Röcken, was auch immer das sein soll. Dieser Punkt müßte doch langsam Allgemeingut geworden sein.

      • maximiliankrah 5. Oktober 2015

        Jetzt muss ich doch mal antworten, das ist zu heftig: „Die Gott-Ästhetiker übersehen, daß bei uns viele Frauen sich einen Dreck um schöne Körper oder schön Darstellung desselben kümmern. Sie schauen, daß sie günstig über die Runden kommen, sowenig wie möglich sündigen und Gott so viel wie möglich gehorchen, und versuchen, seinen Plan so weit wie möglich zu erfüllen, und ihn aus ganzem Herzen zu lieben. Wo soll da bitte noch Platz für ästhetische Fleischesfreuden sein?“ – Zunächst, ich finde es gut, dass Du die anti-Ästehtik-Position so offen aussprichst. Da wissen wir wenigstens, wo der Dissens besteht. Dann: Ich finde Deine Position gruselig. Bei Dir besteht das Leben also darin, nicht zu sündigen und zu gehorchen. In dem Gleichnis von den anvertrauten Talenten – wer bist Du darin? Doch derjenige, der vergräbt!

        Die Verneinung der Erotik in Deinem Post ist dabei alles andere als katholisch. Schon eine Bildungsreise in die Vatikanischen Sammlungen würde Dich belehren. Papst Benedikt XVI. hat es in seiner Enzyklika „Deus Caritas Est“ auch nochmal in Erinnerung gerufen: „Demgegenüber hat der christliche Glaube immer den Menschen als das zweieinige Wesen angesehen, in dem Geist und Materie ineinandergreifen und beide gerade so einen neuen Adel erfahren. Ja, Eros will uns zum Göttlichen hinreißen, uns über uns selbst hinausführen.“ Bei Dir hingegen ist der Eros „Fleischeslust“ und folglich Sünde. Das ist nicht katholisch, das ist Katharsis und Kalvinismus vom Schlimmsten.

        Insofern bestätigst Du Matthias, der einen Jansenismus diagnostiziert, und auch mich, der aus der Kulturgeschichte des Katholizismus die Gegenposition ableitet. Aber auf solche Haarspaltereien kommt es gar nicht an: Deine Position ist abstoßend. Wen willst Du damit bekehren? Wer das liest, muss sich mit Grausen abwenden. Was für ein Gottesbild hast Du, wenn Du denkst, dass Gott solche Frauen will? Ich bin ernsthaft erschrocken.

      • Pitrell 6. Oktober 2015

        Ohne die Freude am schönen Körper würde es keine Scheidungen geben.
        Aber auch keine Hochzeiten. Zumindest keine freiwilligen 😉

    • Marie 6. Oktober 2015

      @ Marie Antoinette – Herzlichen Dank für dieses überaus gelungene Kommentar! Ich sehe die Sache genauso. Es ist nicht nötig, dass man sich seiner Weiblichkeit schämen muss. Stil ist schließlich auch keine Frage des Geldes oder religiöser Ansichten oder sonstigem, es ist einfach eine Frage des Geschmacks. Wie bereits mehrfach erwähnt eine Orientierung und Freude an Ästhetik gibt automatisch Orientierung bestimmte Dinge nicht zu tragen oder zu tun und schließlich gibt es auch noch das gesunde natürliche Gespür dafür was angemessen ist und was nicht. Außerdem wenn man sich bemüht in seinem Glauben zu wachsen und Gott zu lieben, dann entwickelt sich auch automatisch ein feines Gespür für Schönheit und Richtigkeit des Tuns. 🙂

  25. Vinzenz 4. Oktober 2015

    Die These von Krah konsequent durchgedacht ergibt die Schlussfolgerung, dass die Menschen durch Miniröcke Gottes Schönheit und Grösse erkennen. Dass dies irrsinnig ist, leuchtet hoffentlich jedem ein.
    Und ebenfalls auf die Spitze getrieben, scheint Krah in eine Stripbar gehen zu können, ohne dass die geringste Versuchung über ihn kommt, denn aufreizende Kleidung mache ihm nichts aus. Ich denke, da hat wirklich jemand ein Problem in seiner Hose hängen.
    Ich bin auch der Meinung, dass in gewissen konservativen Kreisen der Sinn für Ästhetik fehlt, doch mit solchen grobkotzigen Pauschalisierungen wird die beabsichtigte Message bestimmt nicht ankommen. Das ist entweder unkluge Provokation oder gefährliche Selbstüberschätzung.

    • Dismas 4. Oktober 2015

      Es wurde zur keiner Zeit der Minirock als Instrument zur Darstellung von Gottes Schönheit und Größe empfohlen. Das wäre, wenn man es so gesagt hätte, sicher grenzwertig.
      Ich bin allerdings sehr wohl der Meinung, daß man in einer schönen Frau Gottes Schönheit und Größe wiedergespiegelt finden kann. Es wurde in dem Artikel aber sehr wohl gesagt, daß die Diskreditierung des Minirockes als „aufreizende Kleidung“ oder, wie in einem anderen Kommetar gesagt wurde, „schamlos“ unangemessen sei.
      Gerade die, denen es am meisten an Sinn für Ästhetik fehlt, scheinen aber am lautesten solche Thesen zu vertreten.
      Ich vertrete die Auffassung, daß ein psychisch gesunder Mann in der Lage sein sollte, eine attraktive Frau gleich wie gekleidet oder unbekleidet wahrnehmen können sollte, ohne die Kontrolle über seine Triebe zu verlieren.

      • Dismas 4. Oktober 2015

        Als nächstes kommt vermutlich, ich habe gesagt, man könne auch leicht bekleidet oder nackt zur Messe gehen…
        Das habe ich nicht gesagt.

  26. Olympia 4. Oktober 2015

    Das ist doch nichts weiter als mit einem katholischen Deckmäntelchen kaum verhüllter Sexismus, bei dem die Frau auf „schöne Beine“ usw. reduziert wird. Krah verwechselt Frauenfreundlichkeit mit Frauenfleischfreundlichkeit!
    Pech, wenn so einer meint, ausgerechnet beim katholischen Traditionalismus zu Hause zu sein, wo er eigentlich gar nicht hinpasst. Aber sich deshalb den katholischen Traditionalismus nach seinem eigenen Gusto zurechtbiegen zu wollen, ist völlig daneben.

    • maximiliankrah 6. Oktober 2015

      Ich will doch stark hoffen, dass der kirchlich verurteilte Jansenismus nicht zur DNA des katholischen „Traditionalismus“ gehört, sondern eher die intellektuelle Weite und der Sinn für das Schöne, Wahre, Gute.

      • Olympia 6. Oktober 2015

        Ist nach der „Nazi“-Keule im politischen Bereich jetzt die „Jansenisten“-Keule im religiösen en vogue? Das ist doch billig und die ewig alte Masche der Zeitgeistigen, Modernen, Aufgeklärten und ach so Liberalen, die meinen Kommentar erst mit ziemlicher Verspätung überhaupt hier eingestellt haben! Zensur wollten sie sich dann wohl doch nicht nachsagen lassen. Im Übrigen ist das keine Antwort: Was hat aufreizende Kleidung mit Intellektualität zu tun? Und Sie bestimmen wohl selbstherrlich, was „schön, wahr und gut“ ist, ja?

      • thecathwalk Autor des Beitrages | 6. Oktober 2015

        Irrtum, Ihr Kommentar ist leider im Spam-Ordner gelandet, wie viele andere auch!

  27. Sabine 4. Oktober 2015

    1. a) Ich finde es genauso Schwachsinn, daß lange Röcke pauschal häßlich sind. Wer kommt denn auf solchen primitiven Schwachsinn?
    b) Außerdem: Lange Röcke können genauso aufreizend und somit sündhaft sein.
    c) Und solche, die aufreizende Kleidung als sündhaft bezeichnen, gleich als verklemmt in unerfüllter Sexualität zu verschmieren, erinnert an die Flüchtlingsdiskussion. Alle, die das gegen sind, sind Nazis. So auch hier, alle die es nicht für richtig halten, daß Frauen mit nackter Haut versuchen, Aufmerksamkeit zu erregen, sind Sektennazis. Gott sei Dank gibt es genug, die sich von solcher Einschüchterungs-Pi…e nicht einschüchtern lassen!

    2. Und: Warum kam Maria nicht mal mit kurzem Rock? Oder mit größerem Ausschnitt? Warum sagte Maria in Fatima: Viele Ehen sind nicht gut, sie missfallen
    dem Herrn! Es werden gewisse Moden aufkommen, die meinen Sohn sehr beleidigen werden. Personen, die Gott dienen, dürfen die Moden nicht mitmachen. Die Kirche hat keine Mode. Flieht dem Luxus, sucht nicht den Reichtum, liebt die Armut und das Schweigen. Abtötung und Opfer gefallen Jesus sehr. Tja, nicht Häßlichkeit oder Schönheit, sondern Abtötung und Opfer gefallen Gott. Das ist göttlich! Amen.

    3.) Übrigens, die Modernisten haben auch so angefangen:
    a) Sich über die anderen Verklemmten aufgeregen. Sie selbst aber seien der pars sanior, der gesunde Teil der Kirche. (Gell, Pater Recktenwald. Das war sein Spruch damals bei der Gründung der FrPr.)
    b) Die Welt sei doch gar nicht so schlimm.
    c) Die Ehe zwischen Kirche und „Welt“ verkündet. Ergebnis: Rockmusik, Theaterstückchen in der Kirche, oder leere Kirche bzw. nur noch alte Leute.
    An Ihren Früchten werdet ihr sie erkenne.

    • maximiliankrah 5. Oktober 2015

      Wie Maria „kam“, dazu gibt es verschiedene Darstellungen. Bei Jean Fouquet 1456 etwa in einem sexy eng anliegenden Kleid mit schönem Ausschnitt und oben ohne: http://periodistas-es.com/wp-content/uploads/2014/02/Fouquet-virgen-detalle.jpg

      Ich kenne viele Marienbilder, aber Maria im Sack mit Wanderschuhen habe ich noch nicht gesehen.

      Und für das angebliche Zitat aus Fatima interessiert mich die Quelle. Es gibt drei „Geheimnisse“, aus diesen stammt es nicht. Zumal man aus Fatima ohnehin kein Ersatzevangelium machen sollte.

  28. Christian Blatter 3. Oktober 2015

    @ thecathwalk
    Es ist einfach sündhaft wenn man eine Kirche betritt und man bei einer Person die Schultern oder die Knie (außer bei kurzen Hosen bei Kindern) nackt sieht. Dies reizt zur Sünde und ist unschamhaft.
    Es geht hier in unserem irdischen Leben nicht darum möglichst angesehen zu sein, hohe Posten zu bekommen und sich schick zu kleiden, sondern es geht einzig und allein darum in den Himmel zu kommen.

    • Dismas 3. Oktober 2015

      Können Sie die Auffassung, nackte Schultern oder Knie seien sündhaft begründen? Ich persönlich wüßte jedenfalls nicht, wie mich das zur Sünde reizen sollte.

      • Christian Blatter 5. Oktober 2015

        Ich möchte den Hl. Pater Pio zitieren:

        „Mit den Worten ‚Nacktes Fleisch wird brennen!‘ führte der heilige Pater Pio eine Art <>. Er scheute sich nicht, vor allem Frauen immer wieder mit Strenge zu ermahnen. Nicht nur, daß er die unanständig gekleideten Frauen aus dem Beichtstuhl warf, sondern auch seine Worte waren oft wegweisend für wahre Bekehrungen. Einer Frau im ärmellosen Kleid sagte er: ‚Am liebsten würde ich dir die Arme abSchneiden, da würdest du weniger leiden, als du im Fegfeuer leiden wirst!‘ “ (Quelle: Marcellino IasenzaNiro: Der <> – De;r hl. Pio von Pietrelcina. Bd. 1, San Giovanni Rotondo 2010; vgl. S. 160f.)

      • Calvinists go home 5. Oktober 2015

        @ Christian Blatter: Angebliche Heiligenzitate sind (im Gegensatz zu Dogmen) aus dem kulturellen Kontext heraus zu betrachten und zudem in einer dogmatischen Diskussion absolut nicht zielführend. Erinnert mich persönlich an Sedisvakantisten, die aus Heiligenzitaten ihre abstrusen Thesen herleiten.

        Erzbischof Lefebvre, den auch viele für einen Heiligen halten, hat sich sogar mit afrikanischen Teenagermädchen ablichten lassen, die mit ärmellosen Tops und ähnlichem bekleidet waren!

        Sie sehen, man findet für alles mögliche die Reminiszenz eines Heiligen.

        Doch darum geht es hier nicht. Es geht darum, dass das Kirchenrecht keine dogmatischen Aussagen zur Kleidung macht, und deshalb niemand das Recht hat, andere wegen ihrer Kleidung zu belangen.

        Was für ein Glück, katholisch zu sein, denn der katholische Glaube ist das freiheitsliebende, was es überhaupt gibt!

    • thecathwalk Autor des Beitrages | 3. Oktober 2015

      Freie Schultern und Knie „reizen“ nur den zur Sünde, der sich reizen lässt. Es ist dann seine Sünde und niemandes sonst. Und dass es darum geht in den Himmel zu kommen bestreitet hier keiner. Aber wie geht das? Indem man ständig Angst hat, nichts tut, seine Talente vergräbt? Sich hässlich macht, den Blick senkt, abduckt? Sorry, aber genau diese Fehlvorstellung von Katholizismus produziert die ganzen Untertanen, die immer abducken, aber sich stark fühlen, wenn sie kleine Mädchen „zurechtweisen“ können weil das Kleid angeblich nicht lang genug ist. Diese Kombination aus Buckeln nach „oben“ und widerlicher Notgeilheit braucht kein Mensch.

      • Dismas 3. Oktober 2015

        @thecathwalk
        Bravo. Dem ist nichts hinzuzufügen.
        Und das ist auch die passende Antwort auf den albernen Auszug aus der „Gottesdienstordnung des [FSSPX-]Priorats Essen“ von Juli 2012!

    • Dismas 20. Oktober 2016

      Mag ja sein, dass Sie das zur Sünde verführt. Normal und gesund ist eine solche Reaktion aber sicher nicht.

  29. Tabea 2. Oktober 2015

    Aus der Gottesdienstordnung des Priorats Essen, Juli 2012 (Auszug)

    Liebe Gläubige, die warme, sonnige Jahreszeit kann dazu verleiten, zu „luftige“ Kleidung anzulegen und in dieser sogar an der hl. Messe teilzunehmen. Wenn wir uns umschauen, sehen wir, dass man in der Öffentlichkeit heute weitgehend alle Hemmungen verloren hat, sich schamlos zu kleiden. Was „normal“ erscheint, ist in Wirklichkeit für viele Menschen ein großes Problem. Muß man näher beschreiben, worin es besteht? Der Hinweis auf die Wunde der ungeordneten Begierlichkeit, die wir nun einmal als Folge der Erbsünde mit uns tragen, möge genügen. Wer wollte diese Tatsache leugnen? Es ist daher allein schon in dieser Hinsicht unvernünftig, sich freizügig zu kleiden und keineswegs „normal“.

    Was die selige Jacinta von Fatima vorhergesagt hat, ist eingetreten: „Es werden Moden aufkommen, die den Herrn schwer beleidigen.“ Wer bedenkt es noch, daß schamlose, eng anliegende, den Körper preisgebende Kleidung eine Beleidigung Gottes ist und ein Anlaß für andere zu sündhaften Blicken und Begierden? Man überlegen sich: an wie vielen sündhaften Blicken und Gedanken ist eine schamlos gekleidete Frau, ein schamlos gekleideter Mann mitschuldig, wenn sie sich nur einen Vormittag in der Stadt aufgehalten haben und wie wollen sie das wiedergutmachen? Im Beichtstuhl müssen solche Sünden angeklagt werden als Ärgernis, das man anderen gegeben hat.

    … Beispiel: Eine Mutter bat mich vor einiger Zeit mit Reue und Schmerz, bei Gelegenheit ihre eigene Geschichte als warnendes Beispiel darzulegen. Sie hatte toleriert, daß ihre Tochter sich mit einem Minirock kleidete …

    Der Sonntag nimmt in diesem ganzen Zusammenhang noch eine besondere Stellung ein. Es ist der Festtag der Woche, der Tag des Herrn. Dieser Tag ist darum etwas besonderes; das soll sich auch in einer Kleidung zeigen, die sich bewußt von der Alltagskleidung abhebt. Blue Jeans, Turnschuhe, kurze Hosen und T-Shirts sind keine Kleidung für die Sonntagsmesse.Für die Frau sollte es der Rock mit Bluse sein, für den Mann der Anzug mit Hemd. Daran, daß man heutige nicht mehr auf diese Selbstverständlichkeiten achtet, erkennt man die Zurückdrängung des Sinns für das Heilige in der Öffentlichkeit. Das ist sehr zu bedauern, obwohl es eigentlich leicht einsichtig sein sollte. Wie man nicht im Sportdress auf der Arbeit erscheinen kann, so auch nicht im „Freizeit-Look“ in der Kirche, wo wir zum Kreuz Christi hinzutreten, um dem größten Geschehen, das es zwischen Himmel und Erde gibt, beizuwohnen. Möge sich unsere Gemeinde wohltuend von diesem Ungeist abheben und so den Sinn für das Heilige sichtbar werden lassen. Gerade für Gläubige, die neu dazukommen, ist die Art und Weise, wie wir den Sonntag in Festkleidung begehen auch ein Zeichen für einen gesunden katholischen Geist und für die Größen dessen, was sich in unserer Kirche und auf unserem Altar vollzieht.

    Aus der Gottesdienstordnung des Priorats München, März-April 2012
    Zitat Hw. Udressy, er ermutigt zur Kopfbedeckung bei Frauen: „Zudem erinnert sie (die Kopfbedeckung) auch an die Berufung der Frau zur (leiblichen und geistigen) Mutterschaft: Jede Frau ist sozusagen ein lebendiges Ziborium, das das Leben hervorbringen kann: Ihr Schleier erinnert an das Velum des Speisekelches.“

    • Mary Quant 2. Oktober 2015

      Tabea, merkst Du nicht, wie absurd diese Worte sind? Das kann man nur in einer Satirezeitschrift abdrucken, aber niemand, der bei Trost ist, kann das ernst nehmen. Es beginnt schon bei der süßlichen Sprache, die völlig neben der Sache ist und schon in den 1950ern peinlich war. Allein folgende Passage: „Eine Mutter bat mich vor einiger Zeit mit Reue und Schmerz, bei Gelegenheit ihre eigene Geschichte als warnendes Beispiel darzulegen. Sie hatte toleriert, daß ihre Tochter sich mit einem Minirock kleidete.“ – hallo! „Reue und Schmerz“, weil sie ihrer Tochter erlaubt hat, einen kurzen Rock anzuziehen, als „warnendes Beispiel“. Kannst Du so etwas ernst nehmen?“

      • Ambros 2. Oktober 2015

        Auch wenn die obige Ausführung durchaus schwülstig und lächerlich überzogen ist, so ist es genauso abwegig die Kleidung von der Moral abzukoppeln. Aber Ästhetik allein ist nicht der einzige Maßstab für Kleidung, auch wenn er wohltuend mehr Gewicht in den meisten traditionellen Gemeinden erfahren sollte. Wie immer im katholischen Tugendleben gilt, dass es einer gesunden Mittellinie bedarf.
        Es grenzt aber schon ans Lächerliche, den Minirock als Zeichen der katholischen Hochkultur zu verstehen und zu verdrängen, dass die Kirche durchaus immer Wert auf Kleidung gelegt hat, auch wenn Sie glücklicherweise nie so tief gesunken ist, sich Gedanken darüber zu machen, ob ein Rock nun 2 cm zu kurz ist oder nicht…

      • Christian Blatter 2. Oktober 2015

        1960 Jahre hat man sich in der Kirche ordentlich gekleidet und ein Minirock wurde als sündhaft angesehen. Warum meinen Sie, dass man dies ändern sollte?

      • Christian Blatter 2. Oktober 2015

        Mein Kommentar gilt natürlich Mary Quant: 1960 Jahre hat man sich in der Kirche ordentlich gekleidet und ein Minirock wurde als sündhaft angesehen. Warum meinen Sie, dass man dies ändern sollte

      • thecathwalk Autor des Beitrages | 3. Oktober 2015

        Warum ein Mini 1960 „sündig“ war und heute nicht? Weil Mode schon dem Wort nach zeitabhängig ist. So wenig, wie man 2015 die Mode von 1960 empfehlen kann, kann man auf die Mode von 2015 die Bewertung von 1960 anwenden. Ist doch nicht so schwer, oder? – Mode ist mehr als Moral. Sie ist Kultur. Sie ist nicht nur Ästhetik, klar, sie ist auch Wärmeschutz, sie ist Ausdruck der eigenen Milieuzugehörigkeit, der Persönlichkeit und vieles mehr. Und es gibt auch Regeln von Stil, Eleganz, Angemessenheit und – auch klar – Schicklichkeit. Aber die Reduktion der Kleidung auf (Sexual-)Moral und die Vernachlässigung allen Anderen ist peinlich, hässlich, abstoßend. Und ein gut geschnittener kurzer Rock ist allemal attraktiver und ästhetischer und auch zivilisierter als so eine bodenlange um die Beine gewickelte Blumengardine 🙂

  30. Franziska 2. Oktober 2015

    Vielen Dank für das Interview! Tatsächlich bin ich nicht in allen Punkten mit Herr Krah einer Meinung, aber ich empfinde es als geradezu wohltuend, dass auch von der „konservativen“ Seite ein differenzierter Blick zu dieser Sache kommt. Mir persönlich hat eine gewisse „Großelternmentalität“ bei traditionellen Kreisen stets Bauchschmerzen bereitet… Denn mit „Katholisch“ habe ich immer hohe künstlerisch-ästethische Werte verbunden – die zutiefst verletzt werden, wenn ich an Heiligenfiguren aus Plastik (50er Jahre…) oder sterilen Faltenröcke denke, denen man in gewissen Kreisen häufiger begegnet… In der Beziehung könnte man einiges aufholen. Schließlich darf man nicht vergessen, dass die Katholiken stehts eine sehr künstlerische Kirche war – sie hat immerhin die westliche Kunst begründet und ausgebaut. Leider ist dies, wie so Vieles heutzutage, in Vergessenheit geraten. Eine gewissen Hang zu Geschmacklosigkeit findet man ja besonders auch in den eher liberalen Strömungen der Kirche, wenn ich da nur an die „Kirchenverschönerungen“ denke. Da wundert es mich nicht, wenn sich viele junge Menschen zu „exotischen“ Religionen hingezogen fühlen, welche mit Gold, bunten Farben und Räucherstäbchen die Sinne berühren. Umso mehr müssten sich doch die Katholiken der Tradition bemühen, nicht nur in der Lateinischen Messe, sondern auch im ganzen Auftreten ein wenig Stil hineinzubringen.

  31. Christian Blatter 1. Oktober 2015

    Ich finde es größtenteils einen absoluten Schwachsinn was Dr. Krah hier von sich gibt. Lange Röcke sehen viel besser aus, sind eleganter und anmutender. Man schaue sich nur mal bei Hochzeiten oder anderen großen Anlässen von Adligen um: Lange Röcke sind hier an der Tagesordnung.

    • Ankerperlenfrau 1. Oktober 2015

      Oha, wenn da einer „Schwachsinn“ in den Raum wirft (muß das immer sein?) muß hier mal eine Frau ran:
      1. Zustimmung zu jedem Aspekt des Gesagten (Danke „Papsttreuer“ für die Verlinkung).
      2. „Strickrock und Gesundheitsschuh“ sind tatsächlich in Sektenmilieus beliebt und das nicht erst seit gestern…ich hatte eine „Phase“, da hatte das aber mehr mit Hippie – Nachahmung und „Grün“ – Affinität zu tun. Heute trage ich „sauber und praktisch“ weil ich eine Frau im Omaalter bin und weder Figur noch Geldbeutel mir Schickeres erlauben: Fakt ist, wenn ich könnte, würde ich…
      3. Ihre Anmutungen in allen Ehren: Freifrauen entscheiden selbst über ihren Stil! Und wer seine fünf Sinne beisammen hat, der hat auch „Stil“. Es braucht wirklich nicht verbiesterte Moralapostel oder lüsterne Pornohelden, um Frauen die Kleiderordnung zu bestimmen. Ob mit oder ohne Konzil 😉 davon sind wir Gott sei Dank weg (jedenfalls in der freien Welt!).
      4. Der Hochadel folgt bei offiziellen Anlässen höfischen Regeln (eine relativ frei definierte Knielänge als Minimalkondition), die jedoch von hochkatholischen Fürstinnen auch mal gerne konterkariert (sprich hintertrieben) wurden…

      Und eine kleine Reminiszens für den Autor des Blogs:
      Vor ein paar Jahrzehntchen gab es ein nettes Abendessen bei Bischof Moser in Rottenburg unter anderem mit Pater Tattenbach SJ und die „geistlinga Herrn“ unterhielten sich, welcher Orden denn noch fehle. Und nach launigem Austausch kam man zu der Überzeugung es fehle ein Orden „von der Schönheit Gottes (und seiner Schöpfung)“. Diese Geschichte eines Freundes fiel mir ein, als ich diesen Artikel las.

      Freundliche Grüße,
      die Ankerperlenfrau

    • Dismas 1. Oktober 2015

      Der Ausdruck „Schwachsinn“ schient darauf zu verweisen, daß Sie nicht bereit sind, sich differenziert mit den vernünftigen Thesen des Herrn Dr. Krah auseinanderzusetzen. Schön, daß Ihnen lange Röcke besser gefallen. Herr Dr. Krah kritisiert jedoch keine Braut- oder Abendkleidung, sondern die sackförmigen karierten Gebilde, die bevorzugt zu Halbschuhen im Wanderschuh-Look – wie festlich und einem Sonntagshochamt angemessen – getragen, für den ästhetisch fühlenden Menschen eine äußerst schwierige Herausforderung an die Toleranz darstellen.

      • virtus-stat-in-medio 15. Oktober 2015

        Das Feuer dieses Themas wird wahrscheinlich schon erloschen sein, doch ich kann nicht widerstehen, in der Asche nach einem Funken zu suchen um noch einmal draufzupusten:

        Bei all diesen Positionen sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

        Was sich aber – meiner Einsicht nach – wie ein roter Faden durch die Diskussion zieht, ist vor allem die absolut durch den Rost gefallene Beantwortung der sich aufzwängenden Frage, wo nun eigentlich die Mitte in den entsprechenden Tugenden zu finden ist bzw. wo für den mitteleuropäischen Christen sich ein nachvollziehbarer Maßstab bezüglich der Sittlichkeit zeigt?

        Diese Frage richte ich vor allem dezidiert an Sie, Herr Krah. Wo fangen Schamhaftigkeit und Keuschheit in der Kleidung an – und wo beginnen Sie aufzuhören? Ist diese Beurteilung für den einzelnen wirklich so relativ, individuell oder zeit- und kulturabhängig wie Sie es zu postulieren scheinen? Oder gibt es doch einen gewissen Maßstab, an welchem man sich orientieren kann und im Sinne des Evangeliums auch orientieren muss? (Passende Bibelstellen wurden ja schon ausreichend zitiert.)

        Denn wie schon gesagt: Ein Massstab der Beurteilung scheint für Sie nicht zu existieren, zumindest machen Sie sich nicht einmal die Mühe ihn zu definieren. Eher scheint es für Sie eine nicht nur müßige, sondern sogar blödsinnige Frage darzustellen, in welchem Bereich zB. ein Minirock anzusiedeln sei. Man hat den Eindruck, dass für Sie die Kleidungsfrage in gar keinem Zusammenhang mit dem 6.Gebot zu stehen scheint – vielmehr nur in den Bereich der Ästhetik gehöre.

        Ein straff definierter Kleidercodex – den Sie ablehnen – ist ja nicht dasselbe wie ein Maßstab, bzw. ein nachvollziebarer Rahmen für eine sittliche Kleidung. Semper distinguere. Sie lehnen ersteres ab, zweites hingegen überlassen Sie der totalen Freiheit des einzelnen. So unklar kann doch Moraltheologie nicht sein.

        Als Vollblutchrist, als welcher Sie sich hier ausweisen lassen, bitte ich Sie, mir das noch einmal zu erklären, sollte ich Ihre Position nicht richtig verstanden haben. Vielen Dank!

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