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Braut Christi – in Bettlerkutte oder Hochzeitsgewand?

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Die Jungfrauenweihe ist zum Abstellgleis für die demonstrativ hässlich auftretende Wickelrockfraktion degeneriert. Wären eine hl. Agnes, eine hl. Philomena oder eine hl. Julia von Korsika so herumgelaufen, so wäre kein Martyrium notwendig gewesen.

Einwurf einer katholischen Dame.

Ein knöchellanger, grauer Wollrock, weiße Socken in braunen Wandersandalen, dazu ein labbriges, weißes, oberhalb des Schlüsselbeins abschließendes T-Shirt mit luftigen Ärmeln bis zu den Ellenbogen und darüber eine hellblaue, unförmige Strickjacke. Das entspricht vielleicht den Vorstellungen so mancher traditionellen Ordensschwester, wie sich eine Frau zu kleiden habe – ich wohnte einmal einem Vortrag solcher Ordensschwestern über das Thema „angemessene Kleidung“ bei, da wurde dies fast genauso beschrieben!

Doch spätestens seit dem Essay von Dr. Maximilian Krah wissen wir, dass die Kleidungsfrage keine rein religiöse Angelegenheit ist und dass es ganz sicher nicht gegen die katholische Doktrin ist, sich der Mode entsprechend zu kleiden.

Durch seine Kleidung sollte man weder bitchy noch als Reinkarnation sowjetischer Kanalarbeiterinnen beim Wandertag wirken.
Durch seine Kleidung sollte man weder bitchy noch als Reinkarnation sowjetischer Kanalarbeiterinnen beim Wandertag wirken.

Durch seine Kleidung sollte man weder bitchy noch als Reinkarnation sowjetischer Kanalarbeiterinnen beim Wandertag wirken. Wir leben nun einmal in einer Welt, in der das äußere Erscheinungsbild schon immer eine Rolle gespielt hat, in der Mode seit jeher ein allzeit präsentes Thema war und heute noch umso mehr eines ist: „Kleider machen Leute“ hieß schon im Jahre 1874 eine Erzählung von Gottfried Keller, welche 1940 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle verfilmt wurde. Diese Erzählung handelt eben gerade davon, dass in der Regel jeder Mensch zuerst auf das Äußere einer Person schaut und danach automatisch urteilt, ob er diese näher kennenlernen will oder lieber auf Abstand bleibt. Und wir wollen doch die Menschen für Jesus gewinnen, also müssen wir sie zuerst einmal für uns gewinnen und das schaffen wir am besten durch ansprechende, geschmackvolle Kleidung.

Leider konzentrieren sich in der heutigen Zeit viele Menschen nur noch auf das Äußerliche und verlieren dabei zunehmend Gott und die eigene Seele aus den Augen. Doch dann müssen wir umso mehr mit gutem Beispiel vorangehen! D.h. in Anbetracht der Wichtigkeit von Mode und Stil in unserer Gesellschaft, sind wir als katholische Christen dazu aufgefordert, nicht nur durch unser Handeln und unsere Worte Apostel Christi zu sein, sondern gerade auch durch unsere Kleidung – durch unser äußeres Erscheinen; aber eben bitte so, dass die Leute nicht vor uns davon laufen!

Und an dieser Stelle möchte ich die Rolle all jener Frauen in den Fokus nehmen, welche durch ein besonderes Gelübde sich und ihre Jungfräulichkeit ganz Jesus weihen – ihr Leben lang eine „Braut des Himmels“ sein wollen, ohne ins Kloster einzutreten. Die frühchristliche Jungfrauenweihe, eine Praxis, die im Mittelalter zugunsten der Orden aufgegeben wurde und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wieder „in Mode“ kam, ist lustigerweise ausgerechnet im traditionellen katholischen Mileu, eigentlich ja nicht gerade für seine Konzilsfreudigkeit bekannt, wieder ganz groß in Mode. Das wäre ja eigentlich sehr schön, wenn diese Jungfrauen nur wenigstens die Schönheit Gottes nach außen spiegeln würden.

Aber es scheint, als habe sich diese Praxis in der traditionell-katholischen Szene als sozialer Eskapismus derjenigen jungen Frauen etabliert, deren lediger Lebensstand, frei nach Krah, „eine Frage des ersten Blickes“ und nicht der bewussten Entscheidung angesichts eines Heeres an Verehrern zu sein scheint, wie dies bei den großen römischen Jungfrauen aus dem Frühchristentum der Fall war. Die Jungfrauenweihe ist zum Abstellgleis für die demonstrativ hässlich auftretende Wickelrockfraktion degeneriert. Wären eine hl. Agnes, eine hl. Philomena oder eine hl. Julia von Korsika so herumgelaufen, wäre kein Martyrium notwendig gewesen.

Wer sich schon einmal mit dem Thema „Ehe“ beschäftigt hat und deren Aufgaben kennt, weiß, dass es u.a. zu den Aufgaben der Frau zählt, sich immer wieder aufs Neue schön zu machen für den Mann. Und gerade Jesus, der Mann über allen Männern, der Göttliche, der uns allzeit Liebende, unser Retter und Erlöser, Helfer in der Not, der jederzeit für uns Streitende und für uns bei seinem Vater Bittende, dem wir alles, unser Sein und Leben verdanken, gerade er hat doch die allerschönste Braut verdient! Dass Schönheit sich nur auf das Geistige bezieht, ist eine calvinistische Irrlehre.

Dass Schönheit sich nur auf das Geistige bezieht, ist eine calvinistische Irrlehre.
Dass Schönheit sich nur auf das Geistige bezieht, ist eine calvinistische Irrlehre.

Hat Gott uns etwa nur eine Seele geschenkt? Körper, Geist und Seele lassen sich nicht gegeneinander ausspielen – gerade dann nicht, wenn man eine Braut Christi sein möchte! Christi Bräute sollten sich auch äußerlich Mühe geben, ihm zu gefallen. Was soll man denn sonst von Jesus denken? Dass er nur die Frauen „abkriegt“, die kein Mann gewollt hat? Das Aufkommen dieser Frage ist bei einem solchen Anblick, wie dem oben beschriebenen, leider nicht auszuschließen.

Aus der Geschichte von Jahrhunderten internationaler Staatslenkung wissen wir, dass die Frau eines Präsidenten bzw. eines Königs ebenfalls insofern eine Rolle für die Öffentlichkeit spielt, als sie sich präsentiert und dadurch ihren Ehemann repräsentiert: Ist die Ehefrau unattraktiv, zeigt sie keinen Stil, scheint sie keinen Wert auf ein schönes, ansprechendes Erscheinungsbild zu legen, so fällt dies negativ auf ihren Mann zurück; und besonders, wenn dieser ein Amt in der Öffentlichkeit innehat, wird umso mehr geredet und seine scheinbare Geschmacksverirrung bzw. die seiner Lebenspartnerin lassen leicht Vorurteile entstehen gegenüber seinen Ansichten in anderen – politischen – Bereichen.

Und auch Jesus ist ein König – der König! -, und hat es mehr als jeder weltliche König oder Politiker verdient, dass seine Braut ihn würdig repräsentiert. Die Aufgabe einer Braut Christi ist es also sicherlich nicht, als abschreckendes Beispiel zu dienen, sondern vielmehr eben auch äußerlich missionarisch zu wirken und für ihren Bräutigam zu werben – sein Apostel zu sein; immerhin hat sie ihm ihr Leben geweiht!

Und gerade Jesus, der Mann über allen Männern, der Göttliche, der uns allzeit Liebende, unser Retter und Erlöser, Helfer in der Not, der jederzeit für uns Streitende und für uns bei seinem Vater Bittende, dem wir alles, unser Sein und Leben verdanken, gerade er hat doch die allerschönste Braut verdient!
Und gerade Jesus, der Mann über allen Männern, der Göttliche, der uns allzeit Liebende, unser Retter und Erlöser, Helfer in der Not, der jederzeit für uns Streitende und für uns bei seinem Vater Bittende, dem wir alles, unser Sein und Leben verdanken, gerade er hat doch die allerschönste Braut verdient!

Die Freude und das Glück, welches sie als Braut des Allmächtigen erfüllt, sollte sich auch in ihrer Kleidung widerspiegeln.

Klausurierte Orden wie die „Dienerinnen des Heiligen Geistes von der ewigen Anbetung“ oder wie die „Anbetungsschwestern des Königlichen Herzens Jesu“ machen vor, wie schön ein Brautkleid Christi sein kann.

Doch auch die Numerarierinnen des Opus Dei oder die Cruzadas de Santa Maria als Säkularinstitut haben begriffen, dass man sich nicht nur bei der inneren Schönheit an den göttlichen Bräutigam anpassen muss.

Also bitte, liebe Tradi-Spinsters: Legt euer Bettlergewand ab und zieht das Hochzeitskleid an! Lasst eure Freude darüber, eine Braut Jesu sein zu dürfen, nach außen strahlen; zeigt aller Welt, welch schöne Frau unser Erlöser und Herr seine Braut nennen darf!

Kathpedia zur Jungfrauenweihe: http://www.kathpedia.com/index.php/Jungfrauenweihe

23 Kommentare

  1. Ich sag es wieder mal hier die ganze Kleidungstheater in Tradi _Kreisen ist ein relativ neuer Blödsinn so ende der 80er Jahre kam das auf leider neigen jetzt einige Priester der FSSPX dazu aus dem französisch Bereich hier Dinge einzuführen die vorm Konzil hier nicht üblich waren wie die Mantilla eine Dame zitierte vor ein paar Jahren einem Priester gegenüber die Zeile aus einem Wienerlied “ Ludmilla was machst du mit einer Mantilla dir paßt ein Hubertus sonst nix“
    (Hubertus ist die Wiener bezeichnung für einen grünen Mantel)

  2. Ja, es ist schon eine Plage mit den im Artikel beschriebenen Jungfern wider Willen. Bei manchen dieser Protagonistinnen hat man echt das Gefühl, die anfängliche Frustration, keinen abbekommen zu haben, ist einem regelrechten Hass auf alle vitalen Pärchen und hübschen Frauen gewichen.

    Das sind dann die, die mal ganz schnell „moralisch besorgt“ sind, wenn sie ein glückliches, sich küssendes Paar auf dem Kirchhof sehen.

    Als Achtsamkeit verbrämter purer Neid, pfui Spinne!

  3. Ein ziemlich oberflächlicher, lästernder und unreifer Artikel. Klar ist es schön, wenn Leute sich stilvoll kleiden, aber noch wichtiger als ein perfekter Kleidungsstil und tadelloses Make-up ist doch wohl immer noch der Charakter, das Wesen und die Ausstrahlung eines Menschen. Wenn man nach dem Äußeren urteilt, ob man Menschen überhaupt kennenlernen will, dann hat man wohl keinen sonderlich reifen Charakter und verpasst Gelegenheiten wirklich interessante und nette Menschen kennenzulernen.
    Es wäre wünschenswert, wenn endlich mal qualitative neutrale Artikel erscheinen, denen man auch etwas positives abgewinnen kann und nicht am Ende immer das Gefühl der Abneigung und Zeitverschwendung empfindet.

  4. Also mir scheint es ja fast so, als ob sich hier so manche Lady durchaus angesprochen fühlt, bei all diesen beleidigt anmutenden Kommentaren! Und es ist eben wissenschaftlich bewiesen, dass jeder Mensch in den ersten Millisekunden aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes einer Person unterbewusst urteilt, ob er diese näher kennenlernen möchte oder nicht. Das hat also nichts mit Oberflächlichkeit zu tun!

    • Ich kann Ihnen versichern, dass ich mich in keinster Weise von den Stillästerungen angesprochen fühle! Im Gegenteil, ich bin sehr stilsicher. 🙂 Es ist tatsächlich so, wie ich es in meinem vorangehenden Kommentar ganz bewusst sehr deutlich zum Ausdruck brachte. Nicht nur dieser Artikel, sondern auch vorangehende von Herrn Junge und Dr. Krah- die selbst teilweise einen sehr eigenwilligen Stil vertreten – lassen sehr zu wünschen übrig. Sie präsentieren sich sehr abwertend, fast arrogant anderen gegenüber und reagieren, wenn es sie selbst betrifft, jedoch äußerst empfindlich.
      Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, anderen Menschen Modetipps zu geben und sie für ein gutes stilvolles Auftreten zu begeistern. Das finde ich grundsätzlich sehr gut! Allerdings sollten Sie bedenken, dass guter Journalismus darin besteht, zu informieren und nicht abzuwerten. Wenn Sie bei anderen wirklich etwas bewirken wollen, dann versuchen Sie doch einfach mal die Dinge, ohne andere abzuwerten, positiv darzustellen und andere durch Wertschätzung dafür zu begeistern. Pädagogisch und psychologisch gesehen, erwirken Sie damit bestimmt viel mehr! Zu Ihrer Beruhigung, ich kenne die meisten Studien und wissenschaftlichen Arbeiten zu solchen Themen. Ich kenne auch das von Ihnen angeführte Argument und obwohl ausnahmslos jeder sich ein rasches Urteil anhand von Äußerem bildet, so vertrete ich wie bereits erwähnt die Meinung der Oberflächlichkeit wenn man an solchem hängen bleibt und sich davon komplett leiten lässt.

      • Liebe Redaktion,

        ich bitte meinen Kommentar vom 26.11. von der Seite zu nehmen, die Diskussion belastet mich zu sehr.

        Danke.

        lg, Regine

        @Marie danke für Ihre Antwort. Sie konnten es ganz gut ausdrücken. Ich denke es ist besser die Dinge positiv darzustellen, dass es anderen Freude macht sich besser zu kleiden und nicht so wertend über andere zu schreiben.

  5. Ich finde es gut, dass Cathwalk die Selbstgerechtigkeit und Heuchelei so manches Moralapostels und so mancher Moralapostelin deutlich beim Namen nennt.

    Man darf sich nämlich nicht von solchen Leuten einschüchtern lassen.

  6. Mich beschleicht so ein Gefühl, die Autoren dieser Modeartikel haben nicht so viel Kontakt zur katholischen Tradition. Wer Glamour erwartet, wie in Modemagazinen, der hat etwas falsch verstanden. Meine Beobachtung ist, dass die Frauen ein gepflegteres Erscheinungsbild haben, als moderne weltliche Frauen. Man merkt das v.a. im Sommer. Während sich die Frau von Welt sich mit kaum mehr bedeckt, als mit Unterwäsche -das ist nicht besonders appetitlich, wenn man bedenkt, dass die ihren Schweiß überall hinterlassen-, trifft man die Tradifrauen stilbewusst mit knielangen Röcken. Diese lassen sich nicht zur Sklave der Mode machen, die in letzter Zeit eigentlich nur hässlich ist. Bis in die 60er Jahre ging es ja noch. Seit der Kulturevolution geht es allerdings nur noch bergab. Ich denke da an die Schlaghosen der 70er, oder ganz extrem die 80er Jahre, die nicht umsonst die Zeit des schlechten Geschmacks genannt werden. Heute ist es auch nicht viel besser. Da gibt es diesen „boyfriend style“, oder eben die Fraktion „Halb nackt“.
    Leiden die Leute heute alle an Geschmacksverirrung?

    • Fazit: Es wird ein Problem beschrieben, das tatsächlich gar nicht existiert!
      Was will man damit erreichen? Um jeden Preis die katholische Tradition diffamieren?
      Noch ein Schlussgedanke:
      Wer die katholische Tradition in so einem schlechten Licht darstellt, der kann die Leute natürlich nicht für Christus und die Tradition begeistern.

      • Karl, ich fürchte, Sie leiden unter ideologischer Verblendung. Das Video ist absolut nichtssagend.

        Diese Internatsmeierei ist ein großer kontraproduktiver Witz. Abschottung funktioniert nicht.

        Und wenn Sie diesen seltsam dressierten Auftritt jener französischen Schülerinnen, diese Mischung aus Schlumpfenfamilie und Pinguinherde als stylisch bezeichnen, diskutieren wir ohnehin nicht auf der selben Geschmacksgrundlage.

      • @Karl es geht nicht „um die katholische Tradition“ sondern um die Karikatur der selben die uns in Tradihausen leider seit Anfang der 90er Jahre geboten wird

      • Ihnen gefallen also die ersten beiden Bilder, mit denen dieser Artikel unterlegt ist? Hahaha…

  7. Liebes Redaktionsteam:

    Was ist denn wenn jemand nicht mit Schönheit gesegnet ist ? Ist er dann eine Beleidigung für den Ehepartner.

    Ich mache mich auch gerne schön für meinen Mann und habe Freude an hübscher Kleidung. Aber wenn eine Frau sich durch unschöne Kleidung vor Blicken schützen will – warum nicht.

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich manchmal absichtlich unatraktiv kleide, weil ich nicht mit Blicken belästigt werden will. Das ist mein gutes Recht.

    Hygiene und Körperpflege sollten sich von selbst verstehen (kein Damenbart z.B.)
    Aber Wollsocken und Lodenrock halte ich jetzt nicht für schlimm bei einer ehelosen Frau.

    • Sie müssen ja der Meinung sein, dass Sie ohne hässliche Kleidung sehr unwiderstehlich sind. Auch eine Form von Eitelkeit…

      • Nein nahezu jede durchschnittliche junge Frau ist in Pumps, kurzem Rock und hübschem Shirt ein Hingucker.

        Es ist einfach verständlich, dass ehelos lebende Frauen eher unscheinbar aussehen wollen.

  8. Ich erzähle euch einmal eine kurze Begebenheit aus meiner (Berufs-) Schulzeit, denn ich habe den Eindruck, dass hier die doch ganz offensichtliche Message der Redaktion einfach nicht verstanden werden will:

    Ich besuchte vor wenigen Jahren im Rahmen meiner damaligen Ausbildung eine katholische (private) Berufsschule. Anlässlich eines Papstbesuches in Deutschland fuhren wir als Organisationshelfer nach Freiburg, wo der Papst seinen Besuch abstattete. In der Nähe des Hauptbahnhofs hatten wir uns als Helfer einzufinden. Nun kamen zur gleichen Zeit einige KJBler am Hbf an und gingen auf der anderen Straßenseite an mir und meinen Klassenkameraden vorbei. Natürlicherweise sahen einige meiner Schulgenossen die Gruppe vorbeilaufen und es fiel schon auf den ersten Blick auf, dass ausnahmslos alle KJBlerinnen traditypisch im Rock unterwegs waren. Sofort kamen Kommentare wie „Schaut mal, da drüben. Sieht aus wie von den Zeugen Jehovas!“ usw. Ganz ehrlich: Ich schämte mich dafür, diese Leute zu kennen. Nein, ich leugnete es nicht! Ich erzählte meinen Freunden, was das für junge Leute waren, versäumte aber nicht auch zu betonen, dass es bei der Tradition allerdings keine Pflicht ist, als Frau nur Röcke zu tragen und sie doch bitte mich als Beispiel nehmen sollten, die ich mich doch stets recht modebewusst kleidete (nicht zu verwechseln mit bitchy, wie das so manche gerne tun!).

    Und nein, ich schämte mich nicht dafür, Katholik zu sein oder gar jeden Sonntag in die Kirche zu gehen, vornehmlich in die tridentinische Messe. Ich schämte mich ganz einfach dafür, dass ich offensichtlich zu einer Gruppe von Katholiken gehörte, die genauso abschreckend wirkten wie Sektenmitglieder! Selbstverständlich liebt Gott alle Menschen und schaut mindestens so sehr auf die innere Gesinnung wie auf das äußere Erscheinen. Doch wollen wir die Menschen immer nur abschrecken, um uns vor ihnen zu schützen? Jesus will, dass wir seine Apostel sind und uns nicht vor der Welt abschotten, sondern in ihr leben und die Menschen berühren und erreichen. Seit wann ist es Gottes Wille, sich dermaßen von den übrigen Menschen durch Kleidung etc. abzusondern, sodass sie Berührungsängste bekommen, wenn sie uns nur schon sehen!?!

    „Manu“ schrieb unter Patrick Junges Artikel sehr treffend: Wenn man einen Herrn Krah oder einen Herrn Junge in seiner Kirchengemeinde weiß, so kann man guten Gewissens einen Bekannten mitbringen. Denn ganz ehrlich: Ich bin mit der FSSPX groß geworden und selbst ich mache eher einen Bogen um solche, die um jeden Preis der Welt demonstrieren wollen, dass ihnen Mode und Stil egal sind und sich dabei auch noch selbst einbilden, dadurch dem Willen Gottes zu folgen.

    In einem der vorangegangenen Artikel von Benjamin Kalkum schreibt dieser u. a. „Im Alltag sind das Schöne und das Gute intuitiv assoziiert. Schöne Menschen werden u. a. für ehrlicher gehalten.“ So, bitte denkt darüber einmal nach und erzählt mir dann nochmal, warum es um Jesu Willen erlaubt bzw. angemessen sein soll, sich bewusst hässlich zu kleiden!

    • Da mag durchaus etwas dran sein nur es ist eben eine „Neuerung“ in der vorkonziliaren Kirche gab es in unseren breiten keinerlei Kleidung an denen ein Katholik zu erkennen war wie gesagt auch der Schleier die Mantillia entspricht hier eben nicht der vorkonziliaren Tradition

  9. Da habe ich aber nicht schlecht gestaunt! In Ihrem Artikel auf dem historischen Foto, direkt rechts auf dem Bild neben Prälat Dr. h.c. Robert Mäder sitzend, entdeckte ich doch tatsächlich meine Tante Sr. Margrit-Marie Haefely. Sie befindet sich inmitten des Lehrkörpers der katholischen Theresienschule der Heilig-Geist-Pfarrei Basel. Meine inzwischen verstorbene Tante hatte Jahrgang 1920 und war ein Mitglied von Mäders „Helferinnen vom Heiligen Geist“, eine talentierte Lehrerin, die für ihre Schülertheater, für musikalische Aufführungen (Haydns Kindersinfonie) und Ausstellungen von Schülerarbeiten höchstes Lob bekam. Das Bild muss kurz vor dem Tode Mäders 1945 aufgenommen worden sein. Sie trat in die Gemeinschaft ein, nachdem sie in ihrer Jugend regelmässige Blutsturzanfälle hatte. Bei einem solchen Anfall wurde Pfr. Mäder herbeigeholt, der in der Nähe sein Brevier betete. Er segnete das Mädchen, und von da an blieben diese Anfälle komplett aus. Als ich in meiner Jugend mit unserer Familie in Basel meine Tante besuchte, zeigte sie in ihrem Zimmer eine Reproduktion der Muttergottes von Tschenstochau, vor der sie ihren Betschemel stehen hatte. Eines Nachts erschienen auf diesem Bild beim Beten Lichtpunkte wie ein Wirbel, welche sich dann überall auf dem Bild den Gewandkonturen entlang verteilten und leuchtend blieben. Tante M.-Marie schloss die Vorhänge und wir konnten das Bild leuchten sehen. Ihr jüngere Bruder Johannes hatte am unteren Rand die Oberfläche etwas abgeschabt, aber dennoch leuchteten die Punkte auch dort weiter. Es waren also keine Phosphoraufträge. Später lebte meine Tante in Olten, und dort fragte ich sie einmal, ob sie mir die Ikone nochmals zeigen könne. Sie schloss wieder die Vorhänge, und das Bild leuchtete genauso, wie ich es Jahre zuvor gesehen hatte. Nachdem sie gestorben war, fragte ich mal ihre jünger Schwester, die das Bild aufbewahrte. Doch dann war das Leuchten bei Verdunkelung nicht mehr zu sehen. Ich betrachte es als persönliches Zeichen des Himmels an meine Tante, denn sie war eine vergeistigte und heiligmässige Frau.

  10. „[…] dass in der Regel jeder Mensch zuerst auf das Äußere einer Person schaut und danach automatisch urteilt, ob er diese näher kennenlernen will oder lieber auf Abstand bleibt. Und wir wollen doch die Menschen für Jesus gewinnen, also müssen wir sie zuerst einmal für uns gewinnen und das schaffen wir am besten durch ansprechende, geschmackvolle Kleidung. […]“

    Auf den Punkt gebracht, danke!

    „[…] Dass er nur die Frauen „abkriegt“, die kein Mann gewollt hat? Das Aufkommen dieser Frage ist bei einem solchen Anblick, wie dem oben beschriebenen, leider nicht auszuschließen. […]“

    Ein ebenfalls bemerkenswerter Gedanke.

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