Kinoereignis: „Padre Poveda“

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Film über Leben und Sterben des spanischen Märtyrers feiert Premiere im Vatikan

VATIKAN (The Cathwalk). – Der Film „Padre Poveda“ erzählt das Leben des gleichnamigen Priesters, Ordensgründers und Märtyrers während des spanischen Bürgerkrieges. In der katholischen Kirche wird Pedro Poveda (1874-1936) als Heiliger verehrt und so wurde auch die Vatikan-Premiere in Anwesenheit von Santos Kardinal Abril y Castelló würdig gefeiert.

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Das biographische Filmdrama schildert uns Pedro Poveda (Raúl Escudero) als einen jungen, idealistischer Mann, der sich vollkommen dem Glauben verschrieben hat. Schnell steigt er mit nur 23 Jahren zum Priester auf und gründet eigene Institutionen, die das Christentum unter der Bevölkerung verbreiten sollen. Doch er setzt sich auch für Bildungs- und Chancengleichheit, gerade ärmeren Gesellschaftsschichten und Frauen gegenüber ein. In seinen selbstgegründeten Schulen leistet er Pionierarbeit bei der Alphabetisierung von (Straßen-)Kindern und mittellosen Erwachsenen.

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Pedro Poveda Castroverde (1874-1936)

Bewundernswert ist auch Povedas mutiger Kampf für die Emanzipation der Frauen und deren Integration in alle Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. So gründete er beispielsweise 1911 die Theresianische Institution, die es noch heute in 34 Ländern mit über 4000 Mitgliedern gibt. Dort arbeitet er u.a. mit der jungen Pepita Segovia (Elena Furiase) zusammen, die als eine der ersten Frauen ihrer Zeit einen Hochschulabschluss erwerben konnte. In seinen Schulen und Instituten stand – auch in damaligen Zeiten noch revolutionär – der permanente Dialog zwischen Glaube und Wissenschaft auf dem Bildungsplan.

Als 1936 die sozialen und politischen Unruhen im spanischen Bürgerkrieg eskalierten, stellte sich Poveda, ein Mann des Friedens und des Dialogs, ganz klar gegen das Franco-Regime und versuchte mit seiner Lehre auch weiterhin den Menschen zu helfen und in seinen Schulen den katholischen Glauben zu verkünden. Seinen Mitarbeiter riet zu ihren christlichen Überzeugungen zu stehen, aber mit Sanftmut und ohne Provokationen. So betonte er immer wieder: „Milde und Sanftmut sind die Tugenden, die Welt zu gewinnen“.

Und noch wenige Tage vor seinem Tod schrieb er: „Mehr denn je müssen wir das Leben der ersten Christen studieren, um von ihnen zu lernen, wie man sich in Zeiten der Verfolgung zu verhalten hat. Wir müssen ihnen zusehen, wie sie stets die Lehren der Kirche befolgt und wie sie zu Christus gestanden haben, wie sie für ihre Verfolger beteten und ihnen vergeben haben, wie sie ihren Herrn und Gott liebten und ihre Mitbrüder ermunterten.“

Als in der Morgendämmerung des 28. Juli 1936 General Francos paramilitärische Einheiten General Francos Povedas Haus stürmten und diese ihn nach seinem Namen fragten, sagte er in Anlehnung an die Ölbergszene: „Ich bin ein Priester Christi“. Er wurde kurzerhand hingerichtet und ging so im Alter von 61 Jahren und gemäß seinem paulinischen Motto: „Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet“ als Marterer für Christus in die ewigen Freunden ein.

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Im Jahr 1974 wurde ihm für seinen unermüdlich akademisch-pädagogisch Einsatz der Titel „Educator und Humanist“ von der UNESCO verliehen. Papst Johannes Paul II sprach ihn 1993 selig und 2003 heilig. Trotz begrenzten finanziellen Mitteln hat Produzent Paulo Moreno mit diesem Film eine sehr würde und bewegende Darstellung der Gestalt des Priesters Pedro Poveda Castro geschaffen und die Hoffnung bleibt, dass dieses Kinoereignis – was nach derzeitigem Wissensstandstand noch völlig unklar ist – auch in die deutschen Kinos kommt.

MS

Englischer Trailer mit Kommentar

Spanischer Originaltrailer

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