Das Konzil zu Calzedonia (2/2)

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Die ikonoklastische Hypermoralisierung Deutschlands im Sommer 2015 (revisited) Teil 2

von Martina Rettul

Der netzbasierte hochsommerliche Widerstand, den Lehrer einer Realschule in Horb/Baden-Württemberg 2015 ernteten, als sie der nackten Haut ihrer Schülerinnen durch das Verbot von Hotpants und bauchfreien T-Shirts zu Leibe rücken und Zuwiderhandlungen mit dem Spießrutenlauf in XXL-Shirts sanktionieren wollten, war also auch ein Bekenntnis der Solidarität von praktizierenden Gläubigen mit ihrer ästhetisierenden Hierarchie; ikonographisch verkörpert durch storchenbeinige Models wie Alexa Chung, Miranda Kerr und Cara Delevingne. Es war ein Ja der „mündigen Basis“ zu Orthopraxie und strengster Dogmatik und die kollektive Abweisung einer gut gemeinten Moral-Agenda per Kleiderordnung.

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Entscheidend war und ist, daß Hotpants sehr kurz sind – sonst sind sie keine. Das eine hängt mit dem anderen zusammen. So kanonisch-kompliziert geht Mode. Die Jagd nach dem Thigh-Gap, der auf Deutsch etwas ungelenk klingenden Oberschenkellücke, hätte, jenseits der Bademoden-Enklaven Stand, Freibad, Baggersee gar keinen Sinn; ist also nicht denkbar ohne die dogmatische Off-Beach-Vorgabe: Hotpants. Nicht jede Frau kann einen Thigh-Gap haben, egal, wie dünn oder durchtrainiert sie ist. Die Beckenstellung ist entscheidend, ein Thigh-Gap ist nur bei sehr schmal gebauten Damen möglich. Aber darum geht es nicht. Jedes Modebewußtsein zielt immer auf dogmatische Nachfolge; ist ein Reflex auf die vorangegangene Ikonenproduktion – auf das IT-Girl, den Film-Star oder das Top-Model.

Das wurde bereits vor Pfingsten 2015 deutlich, als mit Manfred Lütz und Heidi Klum zwei Antipoden öffentlich einen jedweder Mode vorgelagerten ästhetischen Disput um den modellhaften Frauenkörper austrugen, der in Wahrheit ein zugespitzt theologisch-konfessioneller war.

Wir können das ewige Genörgel der Gemüseesser nicht mehr hören. Das große Plädoyer für die Lust am Steak: Sonntag in BamS. Und jetzt: Grill raus und frei fühlen.

Gepostet von BILD am SONNTAG am Samstag, 16. Mai 2015

Auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart ist – theologisch gesehen – danach sehr viel weniger passiert als in dieser Auseinandersetzung zwischen Klum und Lütz, was eigentlich schade war, denn die meteorologischen Bedingungen in Stuttgart lieferten durchaus korrespondierende Ausblicke und Ansichten in Hülle und Fülle. Also: Bullenhitze, Grill-Wetter; kurze Röcke, Hotpants, Fleisch über Knochenbau; anonyme Katholiken. Und Merkel war da. Gauck war da. Wulff war da. Aber Manfred Lütz fehlte. Wo, wenn nicht dort in Stuttgart, hätte er gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe auf den Holzkohle-Rost hauen können: Heidi Klum, den BMI und die Veganer:

Wir sind „Irre!“ – Wir essen das Falsche; und wir gucken, mit „Germanys Next Top Model“, die falsche TV-Sendung, waren die vor-pfingstlichen Wortmeldungen des schreibenden Psychiaters, Psychologen und katholischen Theologen gewesen: „Wer grillt, ist frei!“ Diese als frohe Bild-am-Sonntags-Botschaft lancierte „Streitschrift für die Lust am Fleischessen“ war bereits eine anbiedernde Häresie vom Feinsten. Denn in der Bibel steht natürlich überhaupt nichts vom Grillen, sondern nur: „die Wahrheit wird euch frei machen“. Mitunter sah es so aus, als wäre Lütz von allen guten und heiligen Geistern verlassen worden. Dabei waren es nur die polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, die ihren neurologischen Tribut forderten. Schade also, dass Manfred Lütz in Stuttgart auf keinem Podium mit gegrillt hat. Denn er wäre dort umgeben gewesen von anderen Protestanten… .

Auch die vorangegangenen Invektiven gegen „Germany´s Next Topmodel“ (GNTM), die monastische Gemeinschaft der Hungerkünstlerinnen um die ikonodule Äbtissin Heidi Klum, zeugten nicht gerade von filigranem Verständnis für asketisch-ästhetische Nachfolge um eines irdischen Himmelreiches willen. Lütz zweifelte öffentlich an den „unfehlbaren Urteilen“ (Lütz) von Klums Jury und wollte ihr Kloster mitsamt der hochartifiziellen Bild- und Ikonenproduktion schleifen lassen.

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Manfred Lütz (2009), Quelle: Wiki

Ist Manfred Lütz wirklich noch katholisch, in seinen Gedanken, Worten und Werken? Sind nicht auch seine Loblieder auf die „Lebenslust“ viel zu demonstrativ, zu vordergründig, zu wenig sublim und nichtparadox, um katholisch zu sein? Lütz ist vor allem Moralist und Ikonoklast und er suchte für seinen diesbezüglichen Furor 2015 denselben medialen Resonanzraum wie sein Bruder im Geiste Heiko Maas anno 2016.

Heidi Klum, die sich nach Abschluss ihres TV-Konvents zu Einzel-Exerzitien in die Wüste von Kalifornien zurückzuziehen pflegt – 2015 sogar zeitlich parallel zur Familiensynode in Rom – hat sich bei den Regeln und visuellen Richtlinien für 2016 gottlob nicht zu einer Pastoral der Ermäßigung hinreißen lassen, obwohl beim Bodymass-Index und den trinitarischen Ideal-Proportionen (85-60-85) doch ein Quantum Barmherzigkeit in ihren Vorgaben für 2016 spürbar war. Die massiven Polemiken von Lütz über ihre „mörderische Sendung“ könnten also, ebenso wie die Bombendrohung beim GNTM-Finale 2015, der sensiblen Äbtissin durchaus zugesetzt haben. Auch das unerwartete Ausscheiden des Beichtvaters Wolfgang Joop aus der „heiligsten Dreifaltigkeit, die vorne das Jüngste Gericht spielt“ (Lütz) war mit Sicherheit nicht leicht zu verschmerzen. Joop konnte 2016 nicht adäquat ersetzt werden.

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Gepostet von Calzedonia am Montag, 23. Mai 2016

Gepostet von Calzedonia am Montag, 23. Mai 2016

Dennoch: die zu Andacht und kurzer Besinnung auffordernden Plakate des italienischen Bademodenherstellers Calzedonia an jeder Straßenecke Deutschlands lassen auf eine nach wie vor intakte synergetische Zusammenschau und perichoretische Kooperation der diversen visuellen Dogmatisierungs-Instanzen schließen; denn daß Calzedonia einfach so, ein paar Gramm Körperfett mehr oder weniger plakatiert, davon ist nicht auszugehen. Das gleiche gilt für die Höhe des Lichtschutzfaktors und die Quadratzentimeter-Vorgaben im textilen Bereich. Daß der Bräunungsgrad der abgebildeten Ikonen von 2015, der etwas tiefere Hautton, bereits eine Konzession an „Gegrilltes“ und damit bereits 2015 ein ökumenisches Signal an Lütz gewesen war, ist weitgehend übersehen worden und konnte erst beim aktuellen Vergleich mit den Ikonen von 2016 endgültig verifiziert werden. Die Kalkulation, den Objekten nun weniger Hitze-Einwirkungen, den Subjekten damit weniger Hitze-Auswirkungen zuzumuten, hat sich als Moralisierung-Prophylaxe bezahlt gemacht. Zu viele Plakate waren 2015 als Folge der vorangegangenen Auseinandersetzung Lütz/Klum mit häretischen Parolen beschmiert worden.

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Prognose: Am Fegefeuer der Eitelkeiten könnten sich Heiko Maas und Manfred Lütz noch ihre Finger verbrennen. Gerade Lütz als Theologe müßte es ein Menetekel sein, daß Calzedonia die altkirchliche Autorität des Konzil von Calcedon im Namen trägt, das Konzil, das die Göttlichkeit des Menschen Jesus dogmatisierte. Hier waren und sind also Kräfte und Traditionen mit im Spiel, die bei einem drohenden „Bilderstreit“ – womöglich auf einem öffentlichen Konzil zu Calzedonia – nicht mal eben klein beigeben werden. Dass „jede dünne Frau eine kleine Skulptur aus Überlegenheit sei; Vorwurf und Vorbild in einem“ – übrigens ganz ähnlich wie die Jungfrau Maria – sollten Lütz und Maas nochmal bei der Berliner Philosophin Ariadne von Schirach nachlesen, bevor sie es zum Äussersten eines Schismas kommen lassen.

Der Gesellschaft droht dann ästhetisch dasselbe wie politisch. Mit dem Unterschied, daß der Sinn für Schönheit sehr viel mehr nach Maßen und Proportionen dürstet, nach Idealen und damit nach dogmatischen Grenzen verlangt, als es sich moralisch und politisch denkende Zeitgenossen vorstellen können. Daß es also Widerstand geben wird, nicht nur Proteste. Der byzantinische Bilderstreit läßt schön grüßen: Er wogte von ca. 730 bis 843 nach Christus, führte zu Unruhen in der Bevölkerung und endete mit dem Sieg der Ikonodulen – der Bilderverehrer.

Manfred Lütz predigt – genauer besehen – ganz in der Nachfolge des „feisten Doktor Martin Luther“ (Lyndal Roper) eine Art Protestantismus: Er verdammt die abgehoben, televisionären Exerzitien und Liturgien des schönen Scheins und fordert den Aufstand der anständig carnivoren Leckermäuler gegen eine vegane Hochscholastik; die Rückkehr zum biblischen Befund nach Mt 11,19; mit Jesus als „Schlemmer und Trinker, als Fresser und Säufer“. Er wirft damit auch die alte, frühchristliche Frage neu auf, ob die Fleischwerdung Gottes von Vegetariern und Veganern (von Gnostikern) überhaupt verstanden werden kann. An diesem christologisch neuralgischen Punkt könnte der Sommer 2015 – Hotpants hin, Thigh-Gap her – für Lützens Anliegen nicht ganz verloren gewesen sein: „Sündige tapfer“, riet schon der Augustinermönch. „Stellt euren Grill auf“, predigte der Alexianer-Arzt. Allein: Seinen Thesenanschlag 2015 hätte er besser in „Beef“ als in der BamS unters Volk gebracht. Sei es drum. Hören wir auf den lukullischen Reformator Lütz, gilt: In-carnation ist immer auch ein wahrhaft herzhaftes Geschehen. Der Ablaßhandel mit Emissionsrechten rund ums tier- und klimagerechte Essen gehört abgeschafft; die vegetarische und vegane Hierarchie dito. Jeder ist sein eigener Schweinepriester. Holzkohlebefeuerte Heilsgewißheit: Wir alle müssen nur ganz fest daran glauben, daß uns Gegrilltes frei macht. Mit gutem Gewissen – jeder allein vor seinem Steak – wird dann offenbar: Hier grille ich, ich kann nicht anders!

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1 Kommentare

  1. Liest man Rettul, diesen Möllers und Nietzsche im Zusammenhang, kommt mir der italienische Straßenverkehr als ein dann doch irgendwie sehr katholisches Geschehen in den Sinn:
    Die Ampel zeigt Rot. Alle wissen was das bedeutet. Das Prinzip der Ampel steht nicht in Frage, das Dogmatische daran – und man fährt trotzdem. Gegebenenfalls bezahlt man dafür, denn man weiss, was man getan hat. (genau wie der verlorene Sohn, die verlorene Tochter – ein, wie ich finde, sehr schönes Bild gerade fürs Katholische)
    Umgekehrt „im Norden“: Die Ampel, im hinterletzten Kaff, bei Nacht, zeigt Rot. Der nordische Barbar des Geistes (Nietzsche), ärgert sich schwarz, stellt damit das Prinzip der Ampel (das Dogma) theoretisch in Frage. Er fährt aber erst bei grün.
    Mir ist dieses unterschiedliche Verkehrsverhalten schon immer als konfessionell begründet vorgekommen. Fakt ist, dass die wohl besten und am wenigsten ängstlichen Autofahrer Europas in Italien fahren. Weniger Angst, mehr Freiheit; gleichzeitig: keine theoretische Diskussion über das Prinzip (der Ampel). Nietzsche, einmal als Autofahrer vorgestellt, hätte also ergänzend vermutlich durchaus sagen können: „die Deutschen verstehen neben dem Wesen einer Kirche auch das Wesen des Straßenverkehrs nicht.“

  2. Die „Debatte“ mit Zeitschnur war von Anfang an wenig sachdienlich und gar keine Debatte; der „blasierte Soziologen-Essayisten-Stil“ sofort ein Dorn im Auge. Humor ist, wenn man mit Loriot lacht. Genau das ist tatsächlich „ausreichend begründet“ worden.

  3. @ Martina Rettul

    Ich möchte aus der Debatte jetzt aussteigen.

    Sie hat nun erheblich an Niveau verloren und glaubt, mit Seitenhieben das argumentatorische Defizit ausgleichen zu können – ich habe jedoch ausreichend begründet, warum ich diese Parallelisierung für unhaltbar halte. Das muss genügen.

    A bientôt!

  4. Tja, warum redet man wohl aneinander vorbei? Weil bestimmte Worte wohl heilig sind und die Sprechpolizei kommt, wenn sie im falschen, verbotenen Kontext (Mode) aufgerufen werden.
    „Die Unhaltbarkeit von Parallelisierungen“ wird hier – sorry – „dogmatisch“ verfügt.
    Begründung: keine.
    Obwohl die Sprache intelligenter Sprecherinnen und Sprecher ständig Parallelisierungen und Kontextverschiebungen vornimmt.
    Also ein letzter „präziser“ Hinweis zum „dogmatischen“ Potential von Hotpants. Sie müssen sehr kurz sein, sonst sind sie keine. Das gilt „absolut“. Und Lagerfeld ist sehr wohl ein Modepapst. Er macht seine saisonalen Vorgaben „mit höchster Lehrgewalt“. Ich werde diese und andere Kontextverschiebungen und Parallelisierungen nicht widerrufen. Denn sie machen auch Spaß.

  5. @ Martina Rettul

    Nana – wenn nordische Barbaren sich mit Verweis auf die großartigen Südländer und ihren einzigartig überlegenen Geist mal wieder von ihrem eigenen nordischen Barbarentum distanzieren, gehen bei mir alle Warnlampen an.
    Zum Glück hat Loriot diese Schwärmereien auf seine Weise aufs Korn genommen…
    Das ist Humor!
    Dieses ewige deutsche Selbstbashing unter Verweis auf das grüne Gras in Nachbars Ziegenwiese und die angebliche eigene Humorlosigkeit ist irgendwie eine nordisch-barbarische Krankheit…

    Warum haben die dann in Italien einfach so wenige Kathedralen gebaut, wieso stehen die so notorisch in Deutschland und Frankreich nördlich der Alpen?! Und warum gab es dann auch Reformatoren im Süden? War Savonarola ein Deutscher? Und was war mit Petrus Valdes? Und so?

    Und Jacob Burckhardts Ideen sind hier ohnehin viel zu verallgemeinert und ermangeln der präzisen Quellennachweise. Leider.

    Der Beweis aus den historischen Fakten ist leider immer noch offen.

    Es gibt auch Leute, die für den Islam oder als Frau für den Harem, die Drittfrau des eigenen Ehegatten und den Hidschab schwärmen. Und da kann durchaus auch intelligent geschehen.
    Wahr ists deshalb nicht.

    • Das Selbstbashing Nietzsches ist allemale erhellender als die Verweigerung, einmal aus der Box herauszudenken. Es geht darum, Begriffe zu kontextualisieren, statt sie einzusperren. In Bezug auf Mode kann deshalb sehr wohl von Dogmatik gesprochen werden. Dass hier dann keine „zeitlose“ Mode gemeint sein kann, versteht sich eigentlich von selbst (wenn man kontextualisieren kann. Mode funktioniert eben anders). In jedem normativen Kontext allerdings greift das Möllers Diktum, ob das Ihnen nun gefällt oder nicht. Habe das Gefühl, Sie sympathisieren nicht gerade mit dem verlorenen Sohn, der verlorenen Tochter, sondern mit dem zu Hause gebliebenen neidischen Bruder, der sich alle Loriot-Folgen anschauend, köstlich amüsiert, bis dann die große Party dem oder der Anderen zuliebe ausgerichtet wird.

    • Irgendwie reden wir aneinander vorbei. Ich bin es jedenfalls gewohnt, möglichst präzise Begriffsanwendungen zu vollziehen. Was soll denn hier „Kontextualisierung“ sein?

      Das führt ab von der Unhaltbarkeit ihrer Parallelisierung. Dogmen sind in der Kirche nun mal nicht kontextuell gedacht. Das habe ich nicht erfunden, sondern das verlangt unser Glaube. Das hat auch nichts mit einer „Box“ zu tun, sondern damit, dass mit dem Glauben Ewigkeit und Beständigkeit in eine sterbende Welt hineinwirkt.
      Ich will Ihnen ja um alles in der Welt nicht Ihre Sterblichkeit wegnehmen… Vielleicht sitzen ja Sie in einer Box, die sich nicht mehr vorstellen kann, dass Heiliges immer absolut ist, aber gerade deswegen auch keine Grenzen mehr hat – eine „Box“ sind dagegen diese armseligen Modenormen.

      Ich glaube, es bringt wenig, darüber nun im Kreise zu diskutieren.

      Ich empfehle Ihnen theologische Lektüre, etwa mal eine Dogmatik zu lesen. Dass Ihrer These tatsächlich das „Anathema sit“ gesagt ist, finden Sie im Dekret „Dei filius“ des Vaticanum I. Hier wird ausdrücklich gesagt, dass kein Dogma in einem anderen Sinn verstanden werden darf („kontextualisert“), als die Kirche es bislang verstanden hat.
      Das bedeutet nicht, dass man nicht Dogmegeschichte betreiben dürfte – aber daraus folgt nicht die Dekonstruktion der logischen Aussagen.

      Was logisch wahr ist, ist innerhalb des logischen Systems immer wahr und immer genauso wahr. Lösen Sie das „System“ auf, werden Sie keine wahrheiten mehr haben. Falls Sie das meinen, sind Sie beim „Relativismus“ angekommen, der nichts mit katholischer Weite zu tun hat, sondern dem Verlust des Glaubens.

      Wenn Christus etwa nicht auferstanden wäre, wären wir die Ärmsten, sagt Paulus. In dieser „Box“ muss ein Gläubiger also bleiben.

  6. @ Dr. Martin

    „Dogma“ ist in der katholischen Theologie nicht der beliebigen Verstehensweise überlassen, sondern klar definiert: Ein Dogma ist ein feststehender, normativer Lehrsatz, dessen Wahrheit gilt und nie wieder umgestoßen werden kann. Wer es unterläuft hat in zahlreichen lehramtlichen texten sein „Anathema sit!“ sicher.
    Sorry – ich hab das nicht erfunden, ist aber dennoch so.

    Was ich sagen wollte: Der Vergleich hinkt. Absolute Lehrsätze dieser Art gibt es in der Modewelt nicht.

    Es gibt auch Leute, die halten ein Holzbild für einen echten Gott.
    Na denn.

  7. Die Außenstehenden, die Konvertiten: Jesus hätte sie bestimmt „gemocht“ und ihnen den „euphorischen“ , den „systematischen“, vielleicht auch den unterhaltsam „humorvollen“ Blick verziehen, mit dem sie seine Kirche „angehen“.
    Übrigens: zahlreiche außenstehende Protestanten sollte man durchaus mal zum Katholischen zu Rate ziehen, gerade wenn sie Historiker sind oder Philosophen. Es folgt: 2x Nietzsche, 3x Jacob Burckhardt; aber es hilft wahrscheinlich alles nichts, denn schöner als im vorangegangenen Wort von Christoph Möllers und dem Hinweis zum „verlorenen Sohn“ ist das Gerede von der „katholischen Doppelmoral“ noch nie dekonstruiert worden – als schon immer intellektuell wenig erfrischend.

    „Es scheint, die Deutschen verstehen das Wesen einer Kirche nicht. Sind sie dazu nicht geistig genug? nicht mißtrauisch genug? Der Bau der Kirche ruht jedenfalls auf einer südländischen Freiheit und Freisinnigkeit des Geistes und ebenso auf einem südländischen Verdachte gegen Natur, Mensch und Geist – er ruht auf einer ganz andren Kenntnis des Menschen, Erfahrung vom Menschen, als der Norden gehabt hat. Die Luthersche Reformation war in ihrer ganzen Breite die Entrüstung der Einfalt gegen etwas »Vielfältiges«, um vorsichtig zu reden, ein grobes, biederes Mißverständnis, an dem viel zu verzeihen ist – man begriff den Ausdruck einer siegreichen Kirche nicht und sah nur Korruption, man mißverstand die vornehme Skepsis, jenen Luxus von Skepsis und Toleranz, welchen sich jede siegreiche, selbstgewisse Macht gestattet…“

    „Der Glaube, wie ihn das erste Christentum verlangt und nicht selten erreicht hat, inmitten einer skeptischen und südlich-freigeisterischen Welt, die einen Jahrhunderte langen Kampf von Philosophenschulen hinter sich und in sich hatte, hinzugerechnet die Erziehung zur Toleranz, welche das Imperium Romanum gab, dieser Glaube ist nicht jener treuherzige und bärbeißige Untertanen-Glaube, mit dem etwa ein Luther oder ein Cromwell oder sonst ein nordischer Barbar des Geistes an ihrem Gott und Christentum gehangen haben…“

    „Der (vor-reformatorische) Katholizismus, ohne wesentlichen Druck, hatte keine Idee gehemmt, nicht einmal die atheistische Frevelrede, und gerade das Reformatorische aufkommen lassen.“

    „Beide Kirchen (…) verlangten, die Menschen sollten alle wieder einseitig werden, nachdem die Vielseitigkeit und Freiheit den Anfang des 16. Jahrhunderts charakterisiert hatte.“

    „Der Katholizismus war im Lebenlassen äußerst tolerant gewesen und hatte die Gesinnung der Leute auf sich beruhen lassen; das große Ganze konnte viel aushalten.“

  8. Einfach mal raus, aus der Box, die ums Wort „Dogma“ Weihrauchschwaden hochsteigen läßt. Systemtheoretisches Nachdenken tut not, gerade wenn die halbe Familie womöglich glaubte, Innen und Außen zur Deckung bringen zu können und deshalb zur normativen Seite des Katholischen ein nicht gerade lateinisches Verhältnis entwickeln konnte. Differenz , Ambivalenzfähihkeit und Selbstdistanz sind ultramontane Eigenschaften, die, weil wohl kein Aspekt der Taufgnade, hier in gewissen Regionen wohl gar nicht zur Verfügung stehen und gegebenenfalls, horribile dictu, „hart erarbeitet“ oder – leider – erlitten werden müssen.
    Eventuell wissen Außenstehende mehr über das Wesen des Katholischen – auch des Dogmatischen – als vermeintliche Insider. Zwei Beispiele:
    Muriel Spark, die 1918 in Edinburgh geborene Romanautorin, Tochter eines jüdischen Ingenieurs und einer anglikanischen Mutter, formulierte sieben Jahre nach ihrer Konversion: „Der katholische Glaube ist eine Norm, von der man abweichen kann.“
    Christoph Möllers (hier noch einmal, weil es wohl nicht leicht zu begreifen ist): „Denn nur da wo Normen gebrochen werden können, bewahren sie ihre Normativität. Und nur da, wo Normen operieren, können wir über das hinauskommen, was wir ohnehin sind“:
    verlorene Söhne, verlorene Töchter…

    • Sie wissen ja – die Außenstehenden und die Konvertiten sehen das alles euphorisch. Wenn ein paar Jahre verstrichen sind und sie immer noch ihre Illusionen über die Kirche haben, dann ist das verwunderlich… Ich denke nicht, dass die Kirche es besonders gemocht hat, wenn sie „systemtheoretisch“ angegangen wurde… und das hat mit meiner Familie gar nichts zu tun, sondern damit, dass ich glaube, dass Sie einer Illusion erliegen.
      Warum, meinen Sie, hat man so gnadenlos Menschen, die ein wenig von der Norm wegrutschten im Denekn, dermaßen gnadenlos verfolgt, wie es jahrhundertelang geschehen ist. Wo war da das Augenzwinken und das Unterlaufen der Normen?
      Bitte – man maß mit zweierlei Maß. Wenn es um Sex ging, waren die 700 offiziellen Huren in Konstanz während des Konzils okay, die inffiziellen wie der Chronist Riechenthal schreibt, nicht mitgerechnet. Man durfte sexen wie es beliebte, auch wenn man Purpur trug oder Soutane.
      Aber wehe, es kam einer Jan Hus- mäßig daher: 20 menschen hat man verbrannt, weil das Augenzwinkern jenseits der Bordelle nämlich aufhörte. Und jenseits der Bordelle heißt: im bereich des Dogmas.

      Beweisen Sie Ihre Meinung nicht mittels protestantischer Romanautoren und jüdischer Euphoriker, sondern mittels handfester historischer Quellen aus dem Katholischen selbst.

      Und dann sieht es sicher etwas anders aus.

      Ich habe einen ganz anderen Gedanken bei ihren Ausführungen:
      Kann es sein, dass das, was Sie da zu erblicken glauben, genau diese Hltung ist, die letztendlich zu der Krise geführt haben, die wir nun haben?

      Dass dem katholischen Glamour, der doch in Korrespondenz zu dem echten und wahren Heiligen stehen soll, schlicht der Ernst fehlte, dass zuviel Augenzwinkern bei manchen im Spiel war und so der Glaube der einfachen Leute zerrüttet wurde?
      Ja, was denken einfache Gläubige, wenn der Herr Bischof huren geht und lautstark den Herrn Hus brennen lässt?
      Und das, obwohl das Gehure eine Todsünde ist und der Bischof keine Reue zeigt und keinen Vorsatz, davon zu lassen, denn er spürt nicht, dass er die Heiligkeit Chroisti, die er doch in sich trägt, aufs Gröbste lästert?!
      „Wasser predigen und Wein trinken“, nennt man das.
      Oder: Katholische Doppelmoral.

      Und die gibt es wirklich.
      Es gibt nämlich jenseits der Systemtheorie auch so etwas wie die Disziplin der philosophischen Logik, der Wahrheitstheorien und der Ethik.

      Auch wenn sie nicht die Königsdisziplinen des Katholischen sind, dürfen sie doch nicht einfach mit Snob-Gehabe missachtet werden.

      Vielleicht schadet es ja doch nichts, mal die Heilige Schrift aufzuschlagen und sich die Mühe zu machen, darin zu lesen. Das könnte manches zurechtrücken.
      Und übrigens: Das ist nichts Protestantisches, sondern etwas sehr Katholisches – lesen, bilden, Rosenkranz beten, Gewissensprüfugnen am Abend und so – ich weiß, das kennt man heute nicht mehr so, aber Lesen, Kontemplieren über heiligen texten und Beten bildet katholisch. Echt katholisch.

      Mit den Meinungen von Romanautoren über den Katholizismus im Poesiealbumformat kann man mich nicht überzeugen.

      Der Katholizismus fordert dem Gläubigen eine maximale Selbstdisziplin bzw. ein ernsthaftes Streben danach ab – nicht, weil ihn das retten würde, sondern weil es ihn Christus ähnlicher macht.
      Die Dogmen sind auch nicht einfach ein „Normensystem“, sondern sie sind Echorufe aus der Ewigkeit, die in uns widerhallen wollen, um uns zu verändern und christusfähig machen sollen, fähig, mit ihm eines tages zusammenzusein für alle Ewigkeit.
      Leider kommt ein soklch frommer Aspekt in ihren Gedanken nirgends zum Ausdruck.

  9. Mit ein wenig Humor und Systemtheorie könnte deutlich werden: nur in der Mode lassen wir uns heute noch normativ, sprich: dogmatisch bestimmen. Von Modepäpsten. Mit steilen Vorgaben, die dann augenzwinkernd unterlaufen werden. Nur in dieser Sphäre ist eine zutiefst katholische Mentalität offensichtlich noch mehrheitsfähig. Denn genau um diesen alleinstellungsfähigen Unterschied zum rein christlichen geht es doch: um die Objektivierung unserer Subjektivität; unser Ganz- und Vollständig-Werden in einem heiligen Spiel, rund um den Schmerz der individuellen Abweichung, der durchaus luzide herauszuarbeiten ist, will man nicht „biblizistisch“ oder „inklusionistisch“ differenzverweigernd und damit unerlöst eingemeindet werden. Übrigens: wo dieser Schmerz fehlt, droht die Angst.

    Dass das katholische Prinzip (das sich nicht in einem mit heiligem Ernst vorgetragenen bibelstellenseligen Bescheidwissen erschöpfen sollte) womöglich irgendwann nur noch jenseits der römisch-katholischen Kirche vorkommt – vollständig säkularisiert – ist eine reale Gefahr, nachdem sich Papst Franz allem Anschein nach gegen die klassische normative Überforderung in Kombination mit einer barmherzigen Praxis und für eine „normative Pastoral“ entschieden hat; in systemischer Ahnungslosigkeit, dass Barmherzigkeit als Dogma eine überfordernde Praxis zur Folge haben wird.

    Klum und ihre „unfehlbare Jury spielen das jüngste Gericht“, so Manfred Lütz. Er erkennt die eminent theologischen Implikate in dieser banalen Sendung und in diesem Punkt hat er verdammt recht. GNTM sitzt einfach orientierend und damit sehr katholisch in den Köpfen der jungen Mädels. Lütz hat durchaus gute Gründe, das negativ zu bewerten, aber er ist damit, wie schon die gutmeinenden Lehrer im Hopants-Sommer, völlig gesinnungsethisch und damit zutiefst protestantisch unterwegs. Gute Gründe sind immer verdächtig. Klums „Kloster“ ist ein asketischer, elitärer, ein „mörderischer“ (Lütz) Weg. Das waren die Klöster zur Zeit Luthers auch. Übrigens ist auch die katholisch verstandene Ehe zwischen einem Mann und einer Frau ein völlig überzogenes, verrücktes Wagnis, für das es kaum gute Gründe gibt – ausser das es einfach schön ist, die Ehe so zu sehen.

    • Sie werden mir verzeihen, dass ich diese Antwort als zu zu strukturverliebt und damit als zu oberflächlich ansehe.

      Katholisch ist nicht, dass man steile Normen setzt („Objektivität“) und sie dann „augenzwinkernd unterläuft“ („Subjektivität)… Und katholisch ist auch nicht, angesichts des eigenen subjektiven, leicht und wohlig zelebrierten Versagens an der Objektivität nur „Schmerz“, aber keine „Angst“ zu empfinden. Katholisch ist auch nicht, sich nicht in das Überlieferte zu vertiefen („Bibelstellenseligkeit“). Maria bewegte alles in ihrem Herzen… das ist katholisch. Der Pharisäismus, den Sie beschreiben, ist es nicht wirklich… Oder ist es Libertinage, was Sie propagieren?

      En Dogma ist ernst gemeint, und es drückt Heiliges aus, das kein Mensch, der bei Sinnen ist und weiß, dass es um Heiliges geht, „augenzwinkernd unterläuft“! Und erst recht vergleicht er ein kirchliches Dogma nicht mit den engherzigen Meinungen irgendwelcher alternder Models.

      Offenbar sind an Ihnen all die herzzerreißenden Biographien vorbeigegangen, die gerade aus der katholischen „Mentalität“ heraus mit dem permanenten Gefühl, schmutzig und sündig zu sein und es irgendwie immer nicht recht gemacht zu haben, durch die Welt schleichen und neben anderen Patienten mit ekklesiogenen Neurosen die Wartezimmer der Psychiater bevölkern. Meine halbe Familie ist wegen dieser „Mentalität“ aus der Kirche ausgetreten und wollte mit diesem doktrinären Laden, der einen solchen „Psychoterror“ ausübt, nie wieder etwas zu tun haben.
      Vielleicht meinte Lütz auch einfach nur das – so eine Art Dogmatismus macht jeden sensiblen, nicht oberflächlichen Menschen krank. Sei er nun differentiell „katholisch“ oder einfach nur das Geplärr irgendwelcher Laufstegmiezen.

      Vielleicht sind Sie aber auch zu jung, um das im Blick zu haben. Das, was Sie als „katholisch“ kennen, ist eine neuere Entwicklung.
      Bloß dürfen Sie dann den guten Franziskus nicht kritisieren, sondern müssen ihm ein herzliches Vergelt’s Gott sagen.

  10. Verzeihung – aber wenn man den etwas blasierten Soziologen-Essayisten-Stil mal in eine griffige und verstehbare Sprache übersetzt:

    Was will uns die Autorin eigentlich sagen?

    Dass dieser ganze Topmodel- und Bohnenstangen-Hype quasi asketische und religiöse Züge trägt, total materialisiert natürlich, und der böse böse Onkel Doktor genau das nicht kapiert und mit ein bisschen Moral und Aufforderung unbesorgt Steaks zu essen, dagegenhält und deswegen kein Katholik mehr ist?

    War es das?

    Was ein eingefleischter Marxist dazu sagen würde, kann man sich denken…

    Tempelhuren einer monastisch-konziliaren Gegenwelt, vielleicht sogar Unterwelt?

    Annäherungen also an ein großes Thema: Wie sollen wir uns anziehen und wieviel sollen wir essen? Als Katholiken, meine ich?

    Ist das wirklich unser Thema?
    Warum nicht ein wenig Gelassenheit?
    Warum unter Katholiken diese seltsame Fixierung aufs Äußere?
    Die einen wollen krampfhaft den hausbackenen Stil der 50er festhalten und Frauen auf mindestens knielange Röcke festfrieren, die anderen wollen verkrampft stylisch und aggiorniert sein…

    Dass die Welt nur um Kleiderfragen kreist, sagt uns schon der Herr (s.u.). Warum tun wir es mit der Welt? Sind wir noch heidnischer als die Heiden? (Auch der Tradiwahn, sich möglichst „züchtig“ zu kleiden, hat heidnische Züge!)
    Warum sind wir keine freien Kinder Gottes, die sich genau das erlauben, was ihnen in der wiedergewonnenen Unschuld schön erscheint?

    Bei Kleidung kann es nicht drum gehen, ob sie „moralisch“ ist, sondern darum, ob sie neben praktischen Notwendigkeiten schön ist.
    Und das Schöne ist nie anzüglich, das Schöne quält seinen Träger nie, das Schöne ist keine gesellschaftliche „Vorgabe“, sondern etwas, das der Berührung mit dem Heiligen entspringt. Schön ist nicht, dass man sich auch brav die Beine rasiert (seit wann machen Frauen das eigentlich? In meiner Kindheit machte das keine der älteren Frauen! Und doch waren sie schön! Schöner als die Damen heute… Eindeutig ist das ein Zwang, der aus den USA zu uns kam… Ein männlicher Verwandter sagte einmal zu mir, dieses Haarlosigkeitsideal wirke auf ihn abstoßend pädophil – denn eine normale Frau sei nun mal mehr oder weniger behaart, und nur Kinder seien es gar nicht… Auch darüber kann man in einer ruhigen, abgeklärten Stunde und nach einer gewissen Medienaskese und geistigen Abständigkeit mal nachdenken!

    Das Schöne ist tatsächlich auch bequem, weil es eben genau passt – so wie der Schuh des Aschenputtels. Die, der dieser Schuh passte, trug ihn bequem – die andern beiden, denen er nicht passte, hatten „Blut im Schuh“.

    Das sollte eigentlich ganz entspannt und einfach sein. Für echte Katholiken meine ich.

    Und das wissen wir allesamt ganz genau!
    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso es Katholiken dermaßen tangiert, womit sich die Welt ihre Höllenfahrt garniert.

    Katholischer Loifestyle sihet für mich – nach dem Herrenwort – so aus (Mt 6):

    „Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?
    26 Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
    27 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?5
    28 Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
    29 Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
    30 Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
    31 Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
    32 Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.
    33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“

    • Martina Rettul macht ein Angebot der Interpretation. Dessen, was ihrer Auffassung nach „katholisch“ ist. Wie mir scheint aus einer Binnenperspektive. Dass es in der katholische Welt auch andere Interpretationen von „Dogma“ geben mag, sei dahingestellt. Die katholische Theologie – wie auch der real existierende katholische Alltag – scheint mir gleichermaßen nicht monolithisch, sondern polypraktisch-orthopraktisch. Und die „zeitschnur“ setzt eine mögliche Perspketive auf’s „Katholisch-Sein“. Wenn dieses Kaholisch-Sein wirklich so dichotomisch sein soll, wie sie es darstellen, dann wär’s in meiner Lesart tatsächlich ein echter Höllentrip…

  11. Ich versteh die ganze Aufregung nicht – dass GNTM teenies eine falsche Botschaft vermittelt müsste klar sein.

    Wenn schlanke normale frauen wie z.b toni garrn, miranda kerr Bademoden bewerben, ist das schlicht ihr Job. Falsch finde ich es wenn operierte Frauen ständig zu sehen sind. Daran störe ich mich sehr weil es auch Erwachsenen signalisiert: Es geht besser als schlank oder normal.

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