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Papst: Mehrheit der Ehen ungültig

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Franziskus beantworte Fragen von Priestern bei der Öffnung der Diözesankonferenz vom Bistum Rom

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Diözesankonferenz, 16. Juni 2016 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Eine große Mehrheit der sakramentalen Ehen könnte ungültig sein. Diese Einschätzung hat Papst Franziskus am Donnerstag bei der jährlichen Konferenz der Diözese Rom gegeben. Er begründete das damit, dass viele Eheversprechen ohne Bewusstsein über die Konsequenzen gegeben werden, und daher nur vorläufig seien. Die Ehepartner wüssten oft nicht, was das Sakrament bedeute. Er warnte vor dem Entschluss zur Ehe unter Druck, wenn etwa ein Kind unterwegs sei. Die Paare sollten nicht zur Hochzeit gedrängt werden, sondern vielmehr den Entschluss dazu reifen lassen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche antwortete damit auf eine Frage zur Krise der Ehe.

Er sagte, dass es wichtig und notwendig sei, Familienthemen zu analysieren. Die Analysen verhelfen seiner Auffassung nach zu einem gesunden Realismus. Nichts sei jedoch mit dem Realismus des Evangeliums vergleichbar. Darin bleibe es nicht bei der Situationsbeschreibung, der Schilderung von Problemen oder noch weniger von Sünden, sondern gehe immer darüber hinaus, und sehe hinter jedem Gesicht, jeder Geschichte und jeder Situation eine Gelegenheit oder Möglichkeit. Diesen Realismus kennzeichne das Wissen darum, dass Weizen und Unkraut zusammen wachsen.

Der Papst verwendete das biblische Bild vom alten Mann aus dem Buch Joel, der Träume träumen sollte, um den Wert des Erbes, besonders der Rolle der Älteren in der Gesellschaft darzustellen. „Als Gesellschaft haben wir die Älteren um ihre Stimme gebracht, um ihren Raum, um die Gelegenheit, uns über ihr Leben erzählen zu lassen, ihre Geschichten und ihre Erfahrungen“, bedauerte er. „Wir haben sie beiseite gestellt und dadurch den Reichtum ihrer Weisheit verloren. Indem wir sie ausgeschaltet haben, haben wir die Möglichkeit verworfen, mit dem Geheimnis in Kontakt zu kommen, das ihnen ermöglichte vorwärts zu kommen. Wir sind des Zeugnisses von Eheleuten beraubt, das nicht nur die Zeit überdauert hat, sondern auch in ihrem Herzen die Großzügigkeit für alles, was sie gelebt haben, bewahrt.“

Der Mangel an Zeugnissen, an Vorbildern, hindere junge Leute an der Befähigung zu planen, angesichts der Tatsache, dass die Zukunft Unsicherheit, Argwohn und Angst auslöse. Wie sollten junge Leute denn auch den Herausforderungen von Ehe und Familie begegnen, wenn sie fortwährend hörten, dass dies alles eine Last sei, fragte der Papst. “Wenn wir uns Visionen wünschen, so lasst uns unsere Großeltern erzählen, uns ihre Träume mit uns teilen, so dass wir Prophezeiungen des Morgen haben können.“

Die Worte von Papst Franziskus sind  im Wortlaut hier (in italienischer Sprache) abrufbar.

Quelle: Michaela Koller. Dieser Artikel erschien auf dem Nachrichtenportal Zenit.org und darf hier weiterverbreitet werden. The Cathwalk empfiehlt seinen Lesern das Abonnieren des zenit.org-Newsletters.

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