Endlich Frei!

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Wege aus der Porno-Falle mit Safer Surfing

von Phil Pöschl

Haben Sie das schon einmal erlebt? Sie kommen nach der Arbeit nach Hause und wollen sich nach einem anstrengenden Tag einfach nur erholen. Nach einem schnellen Abendessen setzen Sie sich vor den PC, um zu entspannen. Nur ein bisschen im Internet surfen, doch halt, sind wirklich schon 4 Stunden vergangen? Wo ist die Zeit nur geblieben? Dazu kommt das schlechte Gewissen, denn sie schämen sich für die Seiten, die sie besucht haben. Das wollten sie nicht und doch bleibt das Gefühl, dass morgen wieder das Gleiche geschehen wird.

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2,4 Millionen Besucher pro Stunde verzeichnet die Webseite eines der größten Anbieter pornographischer Inhalte. Foto: Gemeinfrei via Pixabay

Da sind Sie nicht alleine, denn so geht es vielen anderen auch. Etwa 50% der Männer in Gemeinden gaben bei anonymen Umfragen zu, in den letzten 6 Monaten aktiv Pornos angesehen zu haben, Familienväter wie auch Jugendliche. Durch den leichten Zugang zu pornografischem Material im Internet und die mögliche Anonymität ist die Versuchung für viele Männer enorm angestiegen, denn selbst härteste Pornos sind nur einen Mausklick entfernt.

Das Problem dabei: Es bleibt meist nicht beim gelegentlichen Ansehen solcher Seiten, denn die Pornosucht ist vergleichbar mit der Sucht nach Heroin und hat ein sehr hohes Abhängigkeitspotential. Daher ist es für die meisten schwer bis unmöglich wieder von alleine aus dem Teufelskreis von Verlangen, schnellem Kick und dem mit Sicherheit folgenden Gefühlstief, loszukommen. Dazu kommt das Gefühl der Angst, wieder Pornos zu schauen oder dabei erwischt zu werden.

Aber es gibt Hoffnung! Es gibt einen Weg aus der Sucht! Ich kann das aus eigener Erfahrung bezeugen. Schon seit meiner Jugend arbeite ich in christlichen Gemeinden mit und doch war ich selbst viele Jahre von Pornografie abhängig. Ich lebte in dem Zwiespalt, dass ich abends vor Jugendlichen predigte und nachts Pornos im Internet ansah. Unter diesem Gewissenskonflikt litt ich sehr, der einsame Sex brachte mir keine Erfüllung und doch kam ich nicht davon los. Ich bin Gott dankbar, dass er mir Menschen in mein Leben gestellt hat, die mir damals halfen. Heute bin ich frei, doch hätte ich es alleine nicht geschafft.

Und jetzt ein paar praktische Tipps, wie der Weg in die Freiheit gelingen kann. Finden Sie zuerst eine Vertrauensperson, der Sie alles erzählen können. Denn es ist wichtig, dass Licht in die Situation kommt, damit das Geheime seine Macht verliert. Einmal im Licht, muss man sich nicht mehr verstecken. Auch die Angst, erwischt zu werden, verliert ihren Schrecken.

Zweitens müssen Sie sich bewusstwerden, dass nichts in der Welt der Pornografie der Wahrheit entspricht. Es wird eine heile Welt präsentiert, die Männer glücklich machen soll, doch die gibt es nicht. Denn die Frauen, die scheinbar jederzeit mit Freude bereit sind alle meine Bedürfnisse zu stillen, tun dies im besten Fall aus einer wirtschaftlichen Not heraus, sind aber immer wieder Opfer von Menschenhandel, haben keine andere Wahl und leben unter den schlimmsten Bedingungen. Was die Pornoindustrie uns verkaufen will, ist eine Lüge. Menschen wurden in Gottes Ebenbild geschaffen, um geliebt und nicht als Ware gehandelt zu werden. Das ist die Wahrheit.

Ein wichtiger Schritt ist, dass wir die Ich-Zentrierung ablegen und unsere Aufmerksamkeit von uns weg auf andere richten. Was können wir für andere tun, wie können wir anderen helfen? Denn es geht nicht darum, unsere Lust zu befriedigen. Gerade in der Ehe geht es ja darum, die Bedürfnisse des Partners zu erkennen und zu erfüllen. Das Gegenüber ist wichtiger als man selbst. Wenn wir aber nur an unsere eigene Befriedigung denken und Pornos ansehen, schaden wir nicht nur uns selbst, sondern verletzen besonders diejenigen, die wir am meisten lieben, unsere Ehefrauen und unsere Kinder.

Erst wenn wir erkennen, dass wir es aus eigener Kraft nicht schaffen können, kann wahre Umkehr und Veränderung geschehen. Gott muss wirken, wir müssen aufhören zu kämpfen und die weiße Fahne hissen. Denn nur Gott kann uns wirklich freimachen.

Es ist wunderbar zu wissen, dass Gott gnädig ist und uns vergibt, wenn wir ihn darum bitten. Auch wenn der Weg nicht leicht ist, ist er durch alle guten und schlechten Zeiten bei uns. Mit Gott können wir das Ziel erreichen.

 Phil Pressefotos WebPhil Pöschl ist Obmann des Vereins Safer Surfing. Er ist verheiratet, hat 3 Kinder und wohnt in Mödling. 

Safer Surfing

– Hilfe für Betroffene und Angehörige: www.loveismore.de
– Information für Eltern: www.saferchildren.eu
– Online Videokurs: : https://www.loveismore.de/kurs/
– Veranstaltungen: Predigten, Seminare, Lehrerfortbildungen, Informationsabende für Eltern

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 Wenn Sie selbst Hilfe benötigen, oder wissen möchten, wie sie Ihren Partner unterstützen können, laden wir Sie ein, den Videokurs zum Thema Ausweg aus der Pornografie zu machen: https://www.loveismore.de/kurs/
In 14 Einheiten zu je 5 – 7 Minuten spricht Phil über seine Erfahrungen mit der Pornografieabhängigkeit und zeigt, dass es Hoffnung und einen Ausweg aus der Sucht gibt. Pornografiesucht betrifft aber nicht nur Männer. Auch für Frauen gibt es einen Videokurs, der das Thema Pornografieabhängigkeit und aus der Sicht der Frau behandelt: https://www.loveismore.de/kursfrauen/

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