Gedicht zum Sonntag – „Es gab der Gott, zu dem wir beten“

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„Ergänzung“ von Betty Paoli (1814-1894)

Es gab der Gott, zu dem wir beten,
Dem Lenz der Blüten bunt Gewirr,
Den Sonnen gab er die Planeten,
Und meine Seele gab er dir.

Er gab dem nachtbedeckten Meere
Des Mondesstrahles lichte Zier,
Dem dunkeln Grund die gold’ne Ähre,
Und deine Liebe gab er mir!

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Betty Paoli, Lithographie von August Prinzhofer, 1847

Betty Paoli (1814-1894), eigentlich Barbara Elisabeth (Anna) Glück, war eine bedeutende österreichische Essayistin, Lyrikerin, Novellistin und Übersetzerin. Sie wurde am 30. Dezember 1814 in Wien als uneheliche Tochter eines Adeligen aus der Familie Esterhazy und einer Belgierin geboren. Durch ihren Stiefvater, einen Arzt, wurde ihr eine gute Ausbildung zuteil. Nach dessen frühem Tod musste sie sich den Lebensunterhalt als Erzieherin in Russland und Polen verdienen.

Ihre ersten Gedichte veröffentlichte sie 1832/33. Als sie 1843 Gesellschafterin Maria Anna von Schwarzenbergs wurde, bereisten die beiden Holland, Deutschland und Italien. Nach dem Tod der Fürstin im Jahr 1848 setzte Betty Paoli ihre Reisen fort. 1852 ließ sie sich endgültig in Wien nieder.

Zu ihren Bekannt- und Freundschaften zählten Bettina von Arnim (1785-1859), Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Adalbert Stifter (1805-1868) oder auch Franz Seraphicus Grillparzer (1791-1872).

Betty Paoli starb am 5. Juli 1894 in Baden.

 

Quelle: Britta Dörre. Dieser Artikel erschien auf dem Nachrichtenportal Zenit.org und darf hier weiterverbreitet werden. The Cathwalk empfiehlt seinen Lesern das Abonnieren des zenit.org-Newsletters.

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