„Ein Vorbild für alle Frauen in der Kirche“: Maria Magdalenas Gedenktag aufgewertet

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Ikone Maria Magdalenas aus der Grabkammer Christi, Heiliges Grab, Jerusalem. Foto: EWTN/Paul Badde

Die von Kardinal Robert Sarah geleitete oberste Liturgie-Behörde der Kirche, die Gottesdienstkongregation, hat in einem anspruchsvollen Schreiben diesen Schritt erklärt, der auf Wunsch von Papst Franziskus gemacht wurde.

Maria Magdalena „hat die Ehre, erste Zeugin der Auferstehung des Herrn“ gewesen zu sein, schreibt darin Erzbischof Arthur Roche.

„Sie ist Zeugin des auferstandenen Christus und verkündet die Botschaft der Auferstehung des Herrn wie die anderen Apostel auch“, sagte er in seiner Begründung, „deshalb ist es richtig, dass die liturgische Feier dieser Frau den gleichen Rang eines Hohen Festtages habe wie die Festtage der Apostel im allgemeinen römischen Kalender.“

Erzbischof Roche ist der Sekretär der Glaubenskongregation; sein Name steht unter dem, am 10. Juni, veröffentlichten Schreiben. Am gleichten Tag ist die Entscheidung auch offiziell in Kraft getreten.

Maria Magdalena sei „ein Beispiel und Vorbild für alle Frauen in der Kirche“. Ihrer Mission werde nun der aufgewertete Feiertag gerecht: Sie könne als „Paradigma für die Rolle der Frau in der Kirche“ gesehen werden.

„Maria Magdalena ist das Beispiel einer wahren, authentischen Verkünderin der Frohen Botschaft: einer Evangelistin, die die frohmachende, zentrale Botschaft von Ostern verkündet.“

Im liturgischen Kalender der Kirche werden Heilige entweder mit einem „Gedenktag“ , einem „Festtag“ (festum) oder einem „Hochfest“ (sollemnitas) gewürdigt. Die Aufwertung von einem Gedenktag zu einem Festtag hat große Bedeutungskraft.

Bislang gab es bereits 15 Gedenktage am gleichen Datum, dem 22. Juli, wovon nur ihrer ein gebotener war, also obligatorisch. Wenn etwa die Messe nun an ihrem Tag gefeiert wird, dann sind die Texte der Messfeier – wie im Stundenbuch – weiter gleich; hinzu kommt aber eine eigene Präfation für den neuen Festtag, und das Gloria wird gesungen.

Im derzeitigen kirchlichen Kontext, schreib Erzbischof Roche weiter, lade die Aufwertung ein, „tiefer über die Würde der Frauen nachzudenken, die Neu-Evangelisierung und die Größe und das Geheimnis von Gottes Barmherzigkeit.“

Quelle: Dieser Artikel erschien auf dem Nachrichtenportal CNA und darf mit freundlicher Genehmigung auf The Cathwalk weiterverbreitet werden.

2 Kommentare

  1. Wie im Beitrag schon eingangs richtig erwähnt wird, gibt es für Maria von Magdala schon lange die Ehrenbezeichnung „Apostelin der Apostel“. Sie ist zuerst wohl im 3. Jahrhundert im Kommentar zum „Hohelied“ des hl. Kirchenvaters Hippolyt von Rom belegt, bezog sich damals aber noch auf alle Frauen, die vom leeren Grab berichteten, nicht nur auf Maria von Magdala. Der Zeitpunkt der ersten Erwähnung der Bezeichnung „Apostelin der Apostel“ im 3. Jahrhundert in einem exegetischen Kommentar macht auch einen Unterschied zum Apostolat der Zwölf deutlich: Es ist eine außerbiblische Ehrenbezeichnung aufgrund einer Textexegese. Damit ist dieses „Apostolat“ neben dem Apostolat des Zwölferkreises und dem Apostolat im weiteren Sinn, das sich in der Bibel findet, z.B. für Junia(s) (Röm 16,7), ein drittes und spezielleres „Apostolat“, mit dem – dem Johannesevangelium zufolge – Christus oder – den Synoptikern zufolge – ein oder mehrere Engel – Maria von Magdala (und die anderen Frauen) betraut hat: von seiner Auferstehung den Jüngern zu berichten. Das weist auf den großen Glauben und die Liebe der Maria von Magdala (und der anderen Frauen) zu Christus hin, ist aber nicht mit dem Apostolat der Zwölf zu verwechseln, das die Führung der Weltmission einschloß (Mt 28, 16ff.).

  2. Hier ist eines aber bedeutsam: Sie ist einerseits Apostelin wie die anderen, wenn auch nicht im formellen Rahmen. Sie ist aber nicht einfach nur Verkünderin der Auferstehungsbotschaft, sondern ihr Amt war es, die männlichen Apostel darüber zu belehren. Das macht die Brisanz aus und stellt sie letzteren sogar voran.

    Frühe Kirchenväter haben das sehr gut begriffen und auch ausgedrückt – etwa Hippolyt von Rom. „Eva ist Apostelin (für die Männer) geworden – welch ein Trost!“ schrieb er. Dass die Männer ihr nicht glauben, hebt er hervor und Jesu harte Mahnung an die Männer, sie seien „verstockt“ gegen die gewesen, die er ihnen gesandt habe…

    Wenn man sich überlegt, dass es Evas ursprüngliche Aufgabe – dem Mann gegenüber – gewesen war, dies zu sein, dann hat das viel mehr Sprengkraft, als wir es wahrhaben wollen: dieses „Hilfesein“ der Frau ist exakt das, was sich in der Gottesmutter widerspiegelt: Sie ist Beistand, Hilfe, Advocata, Gefährtin – nicht untergeordnete „Gehilfin“. Auch Maria steht eindeutig nach der Lehre der Kirche weit über den Aposteln und Engeln. Passend dazu auch Jesu ausdrücklicher Verweis darauf, dass „im Anfang“ es so war, dass ein Mann Vater und Mutter verlässt und sich an seine Frau bindet – nicht umgekehrt…

    Da stecken echte Mysterien drin in dem Thema, und die plumpe Sichtweise der Fluchordnung, die die Kirche leider eben doch in großen Teilen weitererhalten oder wieder eingeführt hat, ist wie ein Bann der Sünde über unseren Augen, die die Schönheit der ursprünglichen Ordnung schlicht nicht verkraften.

    Ich freue mich über die Aufwertung des Gedenktages zum Fest!

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