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Das „Alltagsleben“ in YouTube Blogs: Sex, um dazuzugehören

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Von YouTube Kanälen kann man leben. Zwar ist das nicht einfach, aber wenn der eigene Kanal von genügend Leuten abonniert und die Videos oft angeklickt werden, kann man durch zuvor geschaltete Werbung Geld verdienen. Besonders junge Leute versuchen sich im hart umkämpften Markt als Video-Blogger, um mit professionell gemachten Videos über ihr Alltagsleben ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Doch im Grunde geht es dabei nur um das Eine.

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Der YouTube Kanal „Joyce“

„Joyce“ – so heißt ein sehr erfolgreicher YouTube Kanal der gleichnamigen Betreiberin. Im Bereich „Kanalinfo“ beschreibt Joyce ihren Inhalt als „Comedy“. Weiterhin sei sie aus Köln und gebe auch Autogramme, wenn entsprechend frankierte Briefe mit Rückumschlag zugesandt würden. Der Untertitel ihres Kanals lautet: „aus dem Leben einer arbeitslosen Schauspielerin.“

Die Videos auf dem Kanal sind in Bild-, Sprach- und Tonqualität sehr professionell, man merkt sofort, dass hier Zeit und YouTub-Profis dahinterstehen. Die gespielte Lockerheit gehört dabei ebenso zum Marketing wie das sich modern-cool gebende Image. Der Videokanal „Joyce“ will „Alltagscomedy“ auf YouTube verkaufen und hat damit offensichtlich eine Marktlücke entdeckt, schließlich hat der Kanal etwa 550.000 Abonnenten und viele Videos erreichen über eine Million Klicks. Auch wenn die genauen finanziellen Einnahmen Spekulation bleiben, Blogger, die derartige Klickzahlen aufweisen, können von ihren Videokanälen leben.

Sex sells – vor allem im anonymen Internet

Um entsprechend viele Klicks zu bekommen, muss man natürlich anregende Inhalte bieten. Die meisten Klicks erreichen oft Schmink und Lifestyle Kanäle junger Frauen, wie „daaruum“ oder „BibisBeautyPalace“. Die Comedy im YouTube Kanal „Joyce“ ist auffallend sexlastig. Es scheint, wie auch viele neue Comedyserien im Fernsehen offenbaren, dass Sexualität das interessanteste und finanziell ertragreichste Thema im Bereich der Alltagscomedy ist. Jeder scheint es zu machen, jeden scheint es zu reizen. Sex wird medial fast wie Eis-Essen präsentiert, alltäglich, befriedigend, unspektakulär – vor allem aber notwendig. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass man nichts zeigt, sondern nur darüber redet, alles andere wäre dann doch zu pornographisch, cool ist vor allen Dingen das Gespräch, das den Anschein des Unverklemmten, Hippen und Modernen hat. Man will dazugehören und tut, was dafür nötig ist.

So wird auch im Kanal von „Joyce“ darüber ausführlich gesprochen, in fast jedem Video und das recht ausführlich. Mit dem Reden über Sex wird Geld verdient. So zum Beispiel im Video: „Wenn Menschen nicht lügen würden – Thema: Pärchen“- Es geht fast nur um Fremdgehen, Befriedigungsqualitäten und sexuelle Attraktivität. Auch im Video „Was Frauen denken vs. Was Männer denken – feat UFONETV“ wird dies deutlich. Neben dem Jugendslang ist Sextalk oder das jungendfreie Zeigen von Szenen ein notwendiger Bestandteil.

Die neue Sexualität ist Anzeichen einer Kulturevolution

Die Häufigkeit und Alltäglichkeit der sexuellen Themen zeigt, dass Sexualität ein notwendiger Bestandteil ist, um zur Peergroup dazuzugehören. Die säkulare Moral ist auch Moral zur sexuellen Selbstdarstellung Das hat Konsequenzen für junge Menschen, die traditionelle bzw. sehr konservative Lebensformen leben wollen oder diese Art der „Selbstentfaltung“ nicht leben können. Sie gehören dann nicht mehr dazu. Damit wird Moral auch zur Bekenntnis- und Integrationsfrage. Das Konservative ist medial und gesellschaftlich ins Aus gestoßen  und durch die so genannte „Selbstbestimmung’“, die sich vor allem an Bedürfnissen und Konsum orientiert, ersetzt worden. Über Sex wie über Eis essen zu reden, ist ein Resultät davon. Man kann wohl von einer medialen Kulturrevolution reden, die einen subversiven Schub zu einem verschärften Säkularismus erzeugt.

Der YouTube-Kanal „Joyce“

1968: Eine Kulturrevolution, die Staat, Kirche und Gesellschaft beeinflusst

2 Kommentare

  1. Dann wäre es d doch an der Zeit den Spieß einfach umzudrehen und genauso hip und cool eine ganz andere Botschaft zu verbreiten. Als Christen sollten wir das Internet nicht scheuen, im Gegenteil: Wir sollten es christlicher machen.
    Ganz besonders im anglo-amerikanischen Raum wird das Internet mit großem Erfolg für konservative christliche Botschaften genutzt – gerade auch was Fragen der Sexualität angeht.
    Auf den Zug brauchen wir einfach nur aufzuspringen!

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