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Bikini, Burkini, Busen & ein bisserl Betroffenheit

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Zoon katholikon – die Kolumne von Klemens Stenzel

Willkommen bei dem Artikel, der mich als zoon katholikon wohl vor die größte Herausforderung stellt, da man mir diesen Beitrag so oder so übel auslegen wird. Sei’s darum, als Katholik habe ich einen freien Willen, Glaube und ein wenig die Hoffnung, nicht in alle Fettnäpfchen zu treten.

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Und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter.

Islam und Christentum, man hat schon fast alles darüber gelesen, man hat sich darob zerstritten, versöhnt und wird dennoch niemals müde sich mit der Materie zu befassen. Und da kommt mir als Autor von Cathwalk, der schon den Bikini als Katholik seine Glückwünsche dieses Jahr entgegenbrachte, nichts Besseres in den Sinn und fasst ohne Kneifzange dieses Reizthema an.

Der Islam ist in Europa angekommen. Factum est. Und er wird auch nicht wieder verschwinden.

Er soll und braucht auch nicht wieder zu verschwinden. Er braucht seinen richtigen Platz in der Gesellschaft, nicht unterworfen, nicht erhöht, sondern eingegliedert in die christliche Mehrheitsgesellschaft. Und diese glaubt an den freien Willen. Aufklärung und Katholizismus sei Dank.

Die Theorie sollte dazu führen, dass muslimische Frauen in Burkini und jedwede andere Dame auch gerne barbusig zur selben Zeit mit Männern im selben Bade sein können, ohne verurteilt oder belästigt zu werden.

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Die Praxis sieht leider anders aus: barbusig ist dank dem atavistischen Verhalten der meist muslimischen Männern leider verschwunden, wenn nicht gar schon vorher dem zumeist linken Zeitgeist geopfert worden, unter dem Applaus unserer eigenen ultrakonservativen Christen. Und muslimischen Frauen im Burkini ernten Misstrauen und Ausgrenzung durch selbsternannte Retter der Freiheit und des Abendlandes. Merci pour rien, vous misérables!

Und jetzt fragen Sie sich, was das alles mit Ihnen als Katholik und Leser des Cathwalks zu tun hat? Wieder einmal so ziemlich alles, denn Sie glauben als Katholik an den freien Willen, Selbstverantwortung, Genuss und vor allem auch an Disziplin, wenn es um Fragen der Entblößung oder Verhüllung geht. Nicht der vermeintliche Schutz des Mannes und der Moral sind Kriterien an denen sich diese Frage beantworten lässt, auch nicht der Wunsch nach übertriebener Gastfreundschaft gegenüber jenen, die längst keine Gäste sondern Mitbewohner sind und nun einmal akzeptieren müssen und dies Großteils auch schon haben, dass hier die Freiheit, mit wenigen, sinnvollen Einschränkungen, der Grundpfeiler unserer aller Leben ist. Und das betrifft uns Katholiken im vollen Maße! Sie wollen dass unser Glaube wieder gelebt wird? Sichtbar ist? En vogue kommt? Dann setzen sich auch bitte für den Burkini, oben ohne, Bikini und den Badeanzug ein: für die Freiheit, die Selbstverantwortung und somit auch Ihr Recht, so katholisch leben zu wollen, wie sie es für nötig erachten!
Das Schwimmbad soll uns dabei ruhig als moderne Parabel gelten.

 

Die Aussagen unserer Kolumnisten spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion von The Cathwalk wider.

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