Gedicht zum Sonntag – „Das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen“

Gedicht zum Sonntag – „Das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen“

„Der Herbst“ von Johann Christian Friedrich Hölderlin (1770-1843)

 

Das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen,
Wo sich der Tag mit vielen Freuden endet,
Es ist das Jahr, das sich mit Pracht vollendet,
Wo Früchte sich mit frohem Glanz vereinen.

Das Erdenrund ist so geschmückt, und selten lärmet
Der Schall durchs offne Feld, die Sonne wärmet
Den Tag des Herbstes mild, die Felder stehen
Als eine Aussicht weit, die Lüfte wehen

Die Zweig‘ und Äste durch mit frohem Rauschen
Wenn schon mit Leere sich die Felder dann vertauschen,
Der ganze Sinn des hellen Bildes lebt
Als wie ein Bild, das goldne Pracht umschwebet.

hoelderlin_1792Johann Christian Friedrich Hölderlin (1770-1843) wurde am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar geboren. Nach dem Studium in Tübingen arbeitete Hölderlin als Hauslehrer. 1796 nahm er eine Stellung im Hause des Frankfurter Bankiers Gontard an und verliebte sich in dessen Frau Susette. Hölderlin musste daher die Stellung aufgeben und begab sich nach Homburg. Seine finanzielle Lage war schwierig, erschwerend kamen erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung hinzu. Es folgten weitere Tätigkeiten als Hauslehrer. Im September 1806 verschlechterte sich Hölderlins seelischer Zustand dergestalt, dass er in eine Klinik eingeliefert werden musste. Seit 1807 lebte er bei dem Tischler Ernst Zimmer, der sich bis zu Hölderlins Tod am 7. Juni 1843 um den Kranken kümmerte. Zu Hölderlins bekanntesten Werken zählen „Hyperion“ (1797-1799), „Ödipus“ (1804) oder auch „Antigone“ (1804).

Quelle: Britta Dörre. Dieser Artikel erschien auf dem Nachrichtenportal Zenit.org und darf hier weiterverbreitet werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

NEUESTE ARTIKEL

Für alle Synodal-Senioren: Finde Deinen passenden Rollstuhl für den Weg in den Abgrund

Die Tradition ist jung. Die Häresie ist alt. Der Synodale Weg ist wie ein gemischter Kirchenchor von...

Das Wunder von Mexiko: Unsere Liebe Frau von Guadalupe

"Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der...

Maßhalten und die Maß halten (Tugendserie 4/7)

Endlose Begeisterung und tobender Applaus brandet in der Halle auf. Endlich ist da jemand, der nicht nur...

Das katholische Priestertum in den Worten Pius' XI.

"Seit dem Tage, da Wir Uns durch den unerforschlichen Ratschluß der göttlichen Vorsehung auf dem höchsten Gipfel...

Die größte Provokation für den BDKJ im Erzbistum Köln

Ehemann, Vater, Katholik. Eine größere Provokation scheint es für den BDKJ nicht zu geben. Bei über 60...

„Je suis l’Immaculée Conception“ – Lourdes und das Dogma der unbefleckten Empfängnis Mariens

Am 8. Dezember ist das "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria". Die Makellosigkeit Marias...

Meist gelesen

- Advertisement -

Auch interessantÄHNLICHE ARTIKEL
für dich