Gedicht zum Sonntag – „O stört sie nicht, die Feier der Natur!“

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Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält;
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

fritz-hebbelChristian Friedrich Hebbel (1813-1863) wurde am 18. März 1813 in Wesselburen bei Dithmarschen geboren. Hebbel wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und verdiente sich seinen ersten Unterhalt als Laufbursche und Schreiber eines Kirchspielvogts, dessen Bibliothek er zum Studieren benutzen durfte. Es entstanden erste Gedichte. Hebbel zog nach Hamburg, wo er im „Wissenschaftlichen Verein von 1817“ arbeitete. Ab dem 18. März 1835 führte Hebbel regelmäßig Tagebuch. 1836 folgte ein weiterer Umzug. Dank eines Stipendium konnte er in Heidelberg ein Studium beginnen. Von Heidelberg aus begab sich Hebbel nach München. Schon 1839 kehrte er wieder nach Hamburg zurück.

1842 begab sich Hebbel nach Kopenhagen und von dort nach Paris, wo er u.a. Heinrich Heine (1797-1856) kennenlernte. Von 1844 bis 1846 bereiste er Italien. Auf der Rückreise machte er in Wien halt und ließ sich dort dauerhaft nieder. In der Zwischenzeit hatte Hebbel in Philosophie promoviert. Die Heirat mit der Burgschauspielerin Christine Enghaus (1817-1910) im Jahr 1846 sicherte Hebbel finanziell ab. In der Folgezeit entstanden vor allem Dramen: „Agnes Bernauer“ (1855) oder auch „Gyges und sein Ring“ (1856). Als Höhepunkt seines Schaffens gilt sein Drama „Maria Magdalena“ (1844). Hebbel war der erste Preisträger des Schillerpreises. Seine Werke dienten Komponisten wie Robert Schumann (1810-1856) oder Franz Liszt (1811-1886) als Stoff für Opern. Friedrich Hebbel starb am 13. Dezember 1863 in Wien.

Quelle: Britta Dörre, zenit.org 

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