„Die Welt leidenschaftlich lieben!“ – der Hl. Josefmaria Escriva

„Die Welt leidenschaftlich lieben!“ – der Hl. Josefmaria Escriva

Der Kneipenbesuch, der Besuch im Stadion, das gemeinsame Mittagessen, das Studium, die persönliche Arbeit: alles reale Möglichkeiten, die sich uns täglich bieten, um Apostel Christi zu sein. Dort, wo du hingestellt bist, sollst du Gott gefallen. Doch wie gelingt es, dieser Berufung gerecht zu werden?

von Markus Lederer

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Josemaría Escrivá de Balaguer y Albás (* 9. Januar 1902 als José María Escriba Albás in Barbastro, Spanien; † 26. Juni 1975 in Rom)

Der Gründer des Opus Dei – der Hl. Josefmaria Escriva – kann uns wieder neu daran erinnern, dass Katholiken keine Pessimisten sind. Wir sind keine verdrossenen Moralapostel oder Hüter einer antiquierten Moral, sondern Freunde Gottes, die sich mit innerlicher Liebesglut Christus ganz anvertrauen dürfen.

„Denke nicht wie ein Spießer – Mache dein Herz weit, weltweit, katholisch!“ (Escriva, Der Weg 7).

Die Welt ist gut und schön, und dies ist bereits darin begründet, dass in jedem Moment die Vorsehung Gottes wirken kann. Als Katholik gibt es keine nutzlose Zeit, keine Langeweile, denn stets sind wir dazu berufen, Christus näher zu kommen. Was gibt es denn schöneres, als Gott näher zu kommen? Ihm immer mehr Zeit schenken zu können und im Nächsten Ihn selbst erkennen zu dürfen?

Jeder Christ, und dies erkannte der Hl. Josefmaria Escriva bereits vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65), hat eine tiefe Berufung zur Heiligkeit. Diese gilt für jeden! Für dich und für mich. Wenn wir von Heiligkeit sprechen, reden wir nicht von einer lebensfernen Weltflucht, denn Christus wünscht, dass wir ihn in unserem Alltag groß werden lassen.

Es gibt keinen Ort und keine Gelegenheit, die wir nicht heiligen könnten. Diese Welt, diese Zeit ist „der Schauplatz, auf dem wir unseren Feldzug führen müssen – diesen wunderbaren Kampf der Liebe -, damit wir alle den Frieden erlangen, den Christus uns gebracht hat.“ (Die Spur des Sämanns 290)

Du hast eine christliche Berufung zur Heiligkeit. Nicht nur der Priester, der Papst und die Bischöfe, sondern jeder Getaufte. Und diese Berufung „kennt keine Pausen, sondern einen wahren Eifer, sie zu erreichen.“ (Die Spur des Sämanns, 129) Jede Gelegenheit kann mit oder ohne Liebe gelebt werden. Der Kneipenbesuch, der Besuch im Stadion, das gemeinsame Mittagessen, das Studium, die persönliche Arbeit: alles reale Möglichkeiten, die sich uns täglich bieten, um Apostel Christi zu sein. Dort, wo du hingestellt bist, sollst du Gott gefallen. Doch wie gelingt es, dieser Berufung gerecht zu werden?

„Du musst unbedingt ein Mensch Gottes sein, ein Mensch des inneren Lebens, ein Mensch des Gebetes und des Opfers – Dein Apostolat muss ein Überfließen deines Lebens aus der Tiefe heraus sein.“ (Der Weg, 961).

Zudem darf man mit Christus, wie mit einem guten Freund, oft Kontakt pflegen. Man darf ihn besuchen vor dem Tabernakel, man darf ihn selbst in der Hl. Messe empfangen, man darf mit ihm innig im Gebet sprechen und sich ihm ganz anvertrauen. „In manus tuas, Domine, commendo spiritum meum“ (Dt. Herr, auf dich vertraue ich, in deine Hände lege ich mein Leben.)

Des Weiteren haben wir die Kirche, die ja von ihm selbst uns als Hilfe geschenkt wurde. „Wie gut war Christus, als Er seiner Kirche die Sakramente hinterließ! Sie sind Heilmittel für alle Not.“ (Der Weg, 521)

Wir Christen sollen also die Welt lieben, denn sie ist der Ort, an dem die Vorsehung wirkt und wir dazu berufen sind, Apostel Christi zu sein. Was für ein Geschenk Gottes an seine geliebten Kinder! Führen wir also tapfer und entschlossen den heiligen Liebeskampf in dieser Welt und „flattern nicht wie eine Henne, wenn wir wie ein Adler aufsteigen können.“ (Der Weg, 7)

„Dein Leben darf kein fruchtloses Leben sein. Sei nützlich – hinterlasse eine Spur. Leuchte mit dem Licht deines Glaubens und deiner Liebe. Tilge durch dein Leben als Apostel den zähen Unrat, den die verseuchten Prediger des Hasses verbreitet haben. Entzünde alle Wege der Erde mit dem Feuer Christi, das Du im Herzen trägst!“ (Der Weg, 1)

Beginnen wir mit dieser Aufgabe am besten sofort! Mit voller Leidenschaft!

Markus Lederer (23) studiert katholische Theologie an der Universität Würzburg. Seit 2013 arbeitet er als freier Mitarbeiter bei kathnews. Insbesondere die Schriften Bendikts XVI. haben ihn tief begeistert, da sie ihm immer wieder veranschaulichen, dass lehramtstreue Gesinnung und wissenschaftliches Studium sich nicht ausschließen, sondern sich gegenseitig bedingen müssen.

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