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Kristijan Aufiero: Was es heißt, ‚pro life‘ zu sein

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Paradigmenwechsel im Lebensschutz: Der Vorstandsvorsitzende von Pro Femina e.V. und Leiter des Projekts 1000plus, Kristijan Aufiero, fordert als einer der Hauptredner auf dem zweiten One of Us-Forum in Budapest ein Umdenken im Einsatz für das Leben. ‚Pro life’ zu sein bedeutet, an der Seite der Frau zu stehen! 

Vor über 600 Repräsentanten europäischer Lebensschutz-Organisationen hielt Kristijan Aufiero in Budapest eine Grundsatzrede zu einer neuen Definition von ‚pro life‘. © 1000plus

Budapest/München (1000plus.net), 16. Juni 2017. – Ende Mai zog der kontinentaleuropäische Lebensrechtskongress One of us über sechshundert Repräsentanten von Pro-Life-Organisationen aus ganz Europa in die ungarische Hauptstadt. Vor diesem größten Lebensschutz-Auditorium Europas, zu dem auch prominente Politiker wie der italienische Abgeordnete Rocco Buttiglione, der frühere spanische Innenminister Jaime Mayor Oreja und der ungarische Familienminister Bence Rétvari zählten, hielt Kristijan Aufiero eine Grundsatzrede über die Beratung und Hilfe für Frauen im Schwangerschaftskonflikt.

Als zentrale Botschaft strich der Vorstandsvorsitzende von Pro Femina e.V.heraus, dass „pro life“ völlig neu gedacht werden müsse, ausgehend von einer radikalen Solidarität mit der Frau, die vor der Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung stehe. Die Rede, die einen echten Paradigmenwechsel im Lebensschutz ankündigte, stieß auf breite Zustimmung unter den anwesenden Vertretern europäischer Lebensschutzorganisationen.

Keine Frau wünscht sich die Abtreibung

Als Leiter des Projekts 1000plus, welches seit seiner Gründung im Jahr 2009 bereits über 15.000 Schwangere aus dem ganzen deutschsprachigen Raum beraten hat, erläuterte Kristijan Aufiero, dass keine Frau sich eine Abtreibung wünsche. Vielmehr würden ungeplant Schwangere von außen dazu gedrängt, einen Abbruch vornehmen zu lassen. Meist seien es der Partner, die Familie, die sozialen oder biographischen Umstände, die zu dieser unfreien Entscheidung führen. Aufiero, selbst Vater zweier Kinder und seit über 10 Jahren im Lebensschutz tätig, betonte, dass es trotz aller Widrigkeiten immer eine Möglichkeit für ein Ja zum Leben gebe und dass die Entscheidung für das Leben auch die richtige sei.

Als logische Konsequenz forderte der Vorsitzende von Pro Femina e.V. eine „radikale und fundamentale Solidarität“ mit schwangeren Frauen: „Echte Barmherzigkeit in allem, was wir tun, mit allem, was wir sagen, und mit jedem unserer Gedanken – das ist der Weg, der zu einem Ja zum Leben führt.“ 1000plus sei überzeugt, dass es durch sachliche Informationen, echte Beratung und konkrete Hilfe möglich sei, jeder schwangeren Frau in Europa eine bessere Alternative zur Abtreibung anzubieten.

Gemeinsam für eine Kultur des Lebens in Europa

Nichts sei europäischer als Ungerechtigkeiten zu überwinden, sich unserer Wurzeln zu besinnen und unsere Kultur neu aufzubauen, sagte Kristijan Aufiero, der in Deutschland, Italien und Kroatien aufgewachsen ist und sich seinen Zuhörern als „wirklicher Europäer“ vorstellte. Der Vorstandsvorsitzende der stärksten pro-life-Frauenhilfsorganisation in Deutschland lud darum die anwesenden Repräsentanten der europäischen Lebensschutzorganisationen zu einer Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg ein, um gemeinsam mehr für Schwangere in Not zu tun.

Mehrere europäische Organisationen kündigten bereits ihren Besuch in München an, um die Arbeit von 1000plus vor Ort kennenzulernen. Auch der italienische Abgeordnete Rocco Buttiglione ermutigte Pro Femina und sagte, der von 1000plus praktizierte Weg der Solidarität mit der Frau sei „der beste Weg“, um Abtreibungen zu verhindern.

Neben der Information, Beratung und Hilfe für Schwangere in Not ist ein Kernanliegen von 1000plus der Aufbau einer „Kultur des Lebens“, wie sie 1995 von Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika Evangelium Vitaeentfaltet wurde: Laut diesem geht darum, „dieser unserer Welt neue Zeichen der Hoffnung zu geben, indem wir bewirken, daß Gerechtigkeit und Solidarität wachsen“ und „den heiligen Wert des menschlichen Lebens vom ersten Augenblick bis zu seinem Ende zu erkennen und das Recht jedes Menschen zu bejahen, daß dieses sein wichtigstes Gut in höchstem Maße geachtet werde.“

Kristijan Aufieros Rede im englischen Original sowie in einer autorisierten deutschen Übersetzung und weitere Informationen über das Projekt 1000plus stehen unter www.1000plus.net/budapest zur Verfügung.

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  1. Europa und Pro Life, geht nur zusammen. – Kristijan Aufiero hat Recht, wenn er unsere radikale und fundamentale Solidarität mit schwangeren Müttern in existenziellem Konflikt hinsichtlich des Lebens ihres ungeborenen Kindes einfordert und sagt: Denn echte Barmherzigkeit in allem, was wir tun, mit allem, was wir sagen, und mit jedem unserer Gedanken – das ist der Weg, der zu einem Ja zum Leben führt.“

  2. Lars Bancini

    Hinzuweisen wäre bei dieser Diskussion auf die von den Meisten als widersprüchlich empfundene Haltung der Katholischen Kirche.
    .
    Auf der einen Seite verbietet man jederart künstliche Verhütungsmittel.
    .
    Auf der anderen Seite stellt man sich an die Spitze derjenigen, die jede Abtreibung ablehnen.

  3. Harald Schätz

    Diese wichtige Grundsatzrede war überfällig! Ja, der dringend benötigte Paradigmenwechsel ist ein Gebot der Stunde, sowohl was die inhaltliche Priorisierung der öffentlichen Kommunikation als auch die Gewichtung der konkreten Arbeitsschwerpunkte von Pro-Life-Organisationen betrifft. Denn der Topos von der „Solidarität mit der Frau“ wurde jahrzehntelang auf perfide Weise vereinnahmt von den Ideologen der Abtreibungslobby. Dieser tödlichen Lüge kann nur auf eine einzige Weise wirklich erfolgreich begegnet werden: Eben durch die wahre, die radikale Solidarität mit der schwangeren Frau, durch bedingungslose liebevolle Annahme und konkrete Hilfe. Das ist nicht nur der wirkungsvollste Schutz gegen einen regelrecht totalitären Abtreibungsdruck, der auf ungewollt schwangeren Frauen lastet, sondern auch ein Königsweg, das Denken und Sprechen über Abtreibung zu verändern und einer Kultur des Lebens den Weg zu bahnen.
    Ohne die Bedeutung aller anderen Formen des Engagements zu schmälern: Letztlich entschieden werden wird der Kampf gegen die Tragödie der Massenabtreibung – wie könnte es anders sein – durch die wahre Revolution der Liebe, die sich glaubwürdig und erfahrbar im bedingungslosen Dienst am einzelnen Not leidenden Menschen vollzieht.

    • Klaus Ebner

      Was Sie fordern passiert ja ohnehin ständig. Sowohl durch die Caritas, wie auch durch das SkF wie auch durch Donum Vitae oder andere Organisationen. Der einzige Unterschied zu Herrn Aufiero und seinem Verein ist, dass diese Vereine seriös, das bedeutet face to tace, beraten und dass ihre Mittelverwendung transparent ist.

      • Josef Broszeit

        Ein ganz fundamentaler Unterschied von z.B. „1000plus“ zu „Donum vitae“ ist der, dass 1000plus auf die Ausgabe eines Beratungsscheins nach erfolgter Beratung der schwangeren Frau grundsätzlich verzichtet.
        1000plus ist somit letztlich erfolglos, wenn sich nach der Beratung die schwangere Frau doch noch zur Abtreibung entschließt.
        Da 1000plus im Gegensatz zu Donum vitae und anderen Vereinigungen wie Caritas oder SkF rein und ausschließlich spendenfinanziert ist und eben im Gegensatz zu den gen. Organisationen weder durch staatliche noch durch kirchliche Steuern alimentiert wird, wird 1000plus dauerhaft nur Erfolg haben, wenn sie eine ungemein hohe und ausschließlich dem Leben der Schwangeren MIT dem Kind zugewandte Beratung anbieten können!
        Das ist für 1000plus geradezu Überlebenswichtig als Beratungsorganisation – im Unterschied zu den anderen genannten.
        Das erkennen offenbar auch betroffene Frauen – der steigende Zuspruch beweist es.

      • Josef Broszeit

        In nicht geringem Maße dürfte der in ständig steigenden Beratungszahlen abzulesende Erfolg von 1000plus an dem niederschwelligen Einstieg Betroffener in die Beratung zu suchen sein: Es geht eben z.B. anonym per Internet z.B. auf dem Portal vorabtreibung.net los und kann, wenn von der Schwangeren gewünscht, auch telefonisch oder im persönlichen Gespräch fortgesetzt werden.
        Diese modernen niederschwelligen Beratungseinstiege als „unseriös“ zu bezeichnen, wie es @Klaus Ebner hier wieder einmal tut, ist m.E. schon geradezu böswillig und rufschädigend.

  4. Harald Stollmeier

    Kristijan Aufiero hat Recht: Es ist ein Paradigmenwechsel, wenn die Diskussion über Schwangerschaftskonflikte aus dem Schützengraben (hier Mord – da Frauenrecht) herauskommt. Das Lebensrechtslager war immer in Versuchung, um der Klarheit der Abgrenzung willen die echte Not betroffener Frauen zu übersehen (das Pro-Choice-Lager auch, um der Klarheit des Feindbildes willen).
    Die Kinder zu retten, indem man den Müttern beisteht, das ist caritativ, konstruktiv und aussichtsreich.

  5. Martin Voigt

    Der Schutz des Lebens muss dort beginnen, wo es entstanden ist und wachsen will – bei der Mutter, bei der Schwangeren! Wenn deren Familie, der Kindsvater und das soziale Umfeld alle zusammen versagen, wenn sie sich verweigern oder oder sogar Druck ausüben, dann kann das zunächst vielleicht zaghafte Vertrauen zu einer Beraterin tatsächlich ein emotionaler Rettungsanker sein! Wenn da jemand ist, der zuhört, Halt bietet und mal im Gegensatz zu allen anderen Vertrauen schenkt, kann das den entscheidenden Unterschied ausmachen!

  6. Michael van Laack

    Ich habe die Rede nun zweimal gelesen und frage mich. wo hier der „Paradigmenwechsel“ liegt? War Lebensschutz bisher nicht solidarisch mit den Frauen, hat er ihnen keine Unterstützung in der Not gewährt, keine Perspektiven aufgezeigt, nicht in der Krise begleitet? – Wenn es so sein sollte, dann war der Lebensschutz bisher kein Lebensschutz, sondern lediglich Protest gegen die Abtreibungsgesetzgebung. – Was mich betrifft, so habe ich das stets anders wahrgenommen. – Ich warne aber davor, sich jetzt zu 100% auf die Begleitung der werdenden Mütter zu konzentrieren und den – ohnehin nicht hohen Druck – auf politische Entscheider vollständig verdampfen zu lassen. – Und noch eindringlicher warne ich davor, sich davor zu fürchten,, dass „Du sollst nicht töten“ verschämt im gut gesicherten Argumentationstresor liegen zu lassen. Und auch davor, nicht teuflisch zu nennen, was teuflisch ist: Die Abtreibungslobby, die Abtreibungsindustrie und jene linke und liberale Politik, die permanent lügt, wenn sie behauptet, ihr ginge es um die freie Entscheidung der Frau. Ihr geht es nicht um Freiheit, ihr geht es um Sicherung, um Erhalt der Arbeitskraft in Gesellschaften, in denen hinunter bis in die Keimzellen – die Familien – alles der Wirtschaft-Ökonomie unterworfen werden soll. -Hier vermisse ich schon seit langem klare Aussagen unserer professionellen Lebensschützer. Mag sein, dass solche deshalb fehlen, weil ja letztendlich auch sie im kapitalistischen System zu den Sahneabschöpfern gehören. Smarter und eloquenter als die meisten anderen, aber letztendlich ist man Teil des „Guter Bulle, böser Bulle“-Spiels, welches nicht zu übertreiben Selbstverpflichtung jedes Entscheiders und jeder in die Öffentlichkeit hineinwirkende Person ist.

  7. Klaus Ebner

    Na da war mit Buttiglione und Retvari ja offensichtlich die extreme europäische Rechte wieder mal gut versammelt. Und in der Gesellschaft fühlt sich Aufiero genau so wohl wie bei den Piusbrüdern. Und erzählt die ständig gleiche Geschichte – nämlich das kein Schwangerschaftskonflikt so schlimm sei, dass er nicht mit ein paar Hundert Euro und ein bisschen NLP Blablabla – kostenstparenderweise via Email – gelöst werden könnte. Also sollte man ihm wohl nur ein paar Millionen Euro auf ein Konto seiner Wahl überweisen und schon sind alle Schwangerschaftskonflikte gelöst. Oder auch nicht.

    • Josef Broszeit

      In nicht geringem Maße dürfte der in ständig steigenden Beratungszahlen abzulesende Erfolg von 1000plus an dem niederschwelligen Einstieg Betroffener in die Beratung zu suchen sein: Es geht eben z.B. anonym per Email und Internet z.B. auf dem Portal vorabtreibung.net los und kann, wenn von der Schwangeren gewünscht, auch telefonisch oder im persönlichen Gespräch fortgesetzt werden.
      Diese modernen niederschwelligen Beratungseinstiege als unseriös darzustellen, wie es @Klaus Ebner hier wieder einmal tut, ist m.E. schon geradezu böswillig und rufschädigend.
      Betroffene Frauen im Schwangerschaftskonflikt sehen das offensichtlich anders als @Klaus Ebner, wie der Jahr um Jahr steigende Zuspruch bei 1000plus eindrucksvoll beweist.

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