„Woche für das Leben“ in Österreich: Ruf nach Modernisierung der Fristenregelung wird lauter

„Woche für das Leben“ in Österreich: Ruf nach Modernisierung der Fristenregelung wird lauter

Österreichs Bischöfe: Mehr Unterstützung für Frauen im Schwangerschaftskonflikt, Abschaffung eugenischer Indikation und Verbesserung der Fristenregelung

Im Juni fanden die „Wochen für das Leben“ in den Diözesen Österreichs statt. Bischof Krautwaschl (Graz), Bischof Scheuer (Linz) sowie Weihbischof Turnovszky (Wien) prangern die derzeitige Abtreibungssituation an und wollen mehr Hilfen für Frauen in Not. Turnovszky fordert von der Politik die Abschaffung der eugenischen Indikation und eine Bedenkzeit vor der Abtreibung.

Abschaffung der eugenischen Indikation: Sie ist „die Spitze der Grausamkeit“

„Ohne jegliche Art von Abtreibung zu relativieren, ist die eugenische Indikation die Spitze der Grausamkeit, denn sie ist eine zusätzliche massive Diskriminierung von behinderten Menschen.“, so Weihbischof Turnovszky in seiner Predigt bei der von Jugend für das Leben initiierten Pöstlingberg-Wallfahrt. Die eugenische Indikation müsse abgeschafft werden. Beim Festgottesdienst „Leben in Vielfalt“ im Linzer Dom betonte Bischof Scheuer: „In der gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskussion fällt eine große Diskrepanz zwischen der Inklusion von behinderten Kindern nach der Geburt und der Selektion der als behindert diagnostizierten Kindern vor der Geburt auf“. §97 StGB stellt die Abtreibung behinderter Kinder bis zur Geburt straffrei.

Verbindliche Bedenkzeit vor Schwangerschaftsabbruch und mehr Information über Hilfen für Schwangere

Zudem fordert Weihbischof Turnovszky in seiner Predigt eine verbindliche Bedenkzeit vor dem Abtreibungstermin. „Es ist ein Skandal, dass man Frauen im Schwangerschaftskonflikt einfach überfährt und ihnen nicht die Möglichste einräumt, durchzuatmen und sich dessen bewusst zu werden, was zur Entscheidung steht.“, so der Weihbischof. Bischof Krautwaschl aus Graz betont, dass die Tabuisierung der Abtreibung gebrochen werden müsse, damit Frauen in Not geholfen werden kann und Betroffene Heilung und Vergebung erfahren. Anstatt Abtreibung mit öffentlichen Geldern mitzufinanzieren, sollen alle Mittel für die Schaffung von Alternativen aufgebracht werden.


Jugend für das Leben bekräftigt Aussagen der Bischöfe und erwartet von der kommenden Regierung Handlungsschritte

„Die Aussagen der Bischöfe kann man nur unterstreichen. Die Forderungen nach Abschaffung der eugenischen Indikation, Bedenkzeit vor einem Schwangerschaftsabbruch und mehr Hilfen für Schwangere gibt es seit Jahren. Eine Modernisierung der 40 Jahre alten Fristenregelung ist längst überfällig!“, so Myroslava Mashkarynets, Presseprecherin der Jugend für das Leben. „Nachdrücklich betonen wir die Notwendigkeit von Alternativen für Frauen im Schwangerschaftskonflikt. Wir erwarten von der neuen Regierung im Herbst die Umsetzung der geforderten Maßnahmen, um Österreich zu einem Land zu machen, in dem jeder Mensch willkommen ist.“

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