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„Blaue Länder der Wolken, Weiße Segel dicht “

„Träumerei in Hellblau“ von Georg Heym (1887-1912)

Alle Landschaften haben
Sich mit Blau gefüllt.
Alle Büsche und Bäume des Stromes,
Der weit in den Norden schwillt.

Blaue Länder der Wolken,
Weiße Segel dicht,
Die Gestade des Himmels in Fernen
Zergehen in Wind und Licht.

Wenn die Abende sinken
Und wir schlafen ein,
Gehen die Träume, die schönen,
Mit leichten Füßen herein.

Zymbeln lassen sie klingen
In den Händen licht.
Manche flüstern, und halten
Kerzen vor ihr Gesicht.

Georg Heym (1887-1912) wurde am 30. Oktober 1887 in Hirschberg in Schlesien geboren. Der Familientradition folgend, begann Heym auf den Wunsch des Vaters nach dem Abitur 1907 ein Jurastudium in Würzburg und Jena. 1911 beendete er sein Studium in Berlin, aber nicht den Vorbereitungsdienst, sondern ließ sich beurlauben. Er schrieb sich in das Orientalische Seminar in Berlin ein und bewarb sich auf eine Stelle als Offiziersanwärter. Ab 1899 war Heym schriftstellerisch tätig und führte ab 1904 Tagebuch. Vier Wochen vor seinem Tod begann er das letzte Heft, das den Titel „Tagebuch des Georg Heym. Der nicht den Weg weiß“ trug. Georg Heym ertrank am 16. Januar 1912 beim Schlittschuhlaufen auf der Havel in Berlin.

Quelle: Britta Dörre, zenit.org

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