Heute vor 15 Jahren wurde der Gründer des Opus Dei in Rom heilig gesprochen

San Josemaría Escrivá / Wikimedia Commons – Opus Dei Communications Office, CC BY-SA 2.0 (Cropped)

von Msgr. Dr. Peter von Steinitz

Heute vor 15 Jahren wurde der Gründer des Opus Dei, Josemaría Escrivá in Rom heilig gesprochen. Zehn Jahre vorher, am 17. Mai 1992 hatte Johannes Paul II. ihn zum Seligen erhoben. In der Predigt am 6. Oktober 2002 rief der Papst den Anwesenden zu: „Folgt seinen Spuren und verbreitet in der Gesellschaft das Bewusstsein, dass wir alle zur Heiligkeit berufen sind, ohne dabei Unterschiede zu machen nach Hautfarbe, Gesellschaftsschicht, Kultur oder Alter.“

Der inzwischen selber heilig geprochene Johannes Paul II. nannte Escrivá den „Heiligen des Alltags“ (Il santo dell´ordinario).

In der Tat, die Botschaft, die dieser moderne Heilige den Menschen unserer Zeit vermittelt, besteht vor allem darin: zunächst einmal zu wissen, dass alle Menschen zur Heiligkeit berufen sind, nicht nur die Priester und Ordensleute, und dann, dass dies sich im gewöhnlichen Alltag vollzieht, man also nicht besondere oder ausgefallene Dinge tun muss, um in den „Heiligenkalender zu kommen“ – so könnte man das Wort von Josefmaria frei übersetzen: „Santos de altar“.

Josemaría Escrivá de Balaguer wurde am 9. Januar 1902 in Barbastro (Provinz Huesca, Spanien) geboren. Er hatte fünf Geschwister: Carmen, Santiago und drei jüngere Schwestern, die im Kindesalter starben. Dem Elternhaus verdankte er, wie er selber sagte, nicht nur eine christliche Erziehung, sondern auch eine ganze Reihe von menschlich-übernatürlichen Elementen, die später in den Geist des Opus Dei eingeflossen sind, wie z.B. Einfachheit und Natürlichkeit im Umgang, laikale Mentalität und Pflege der kleinen Dinge des Alltags.

Etwa seit dem Jahr 1917 begann Josemaría, seine Berufung zu ahnen. Die Fußspur, die ein unbeschuhter Karmelit im Schnee hinterlassen hatte, ließ ihn ahnen, dass Gott auch von ihm etwas Bestimmtes wollte; er konnte jedoch nicht erkennen, was es war. Er kam dann zur Überzeugung, dass er als Priester leichter Klarheit darüber erlangen würde. So bereitete er sich zuerst in Logroño und danach im Seminar von Saragossa auf das Priestertum vor.

Am 28. März 1925 empfing er in Saragossa die Priesterweihe und begann seine Arbeit als Seelsorger zunächst in einer Landpfarrei.

1927 ging er mit der Erlaubnis seines Bischofs nach Madrid, um in Rechtswissenschaft zu promovieren.

Dort ließ ihn Gott am 2. Oktober 1928 erkennen, was seine konkrete Berufung war: Er „sah“ das Opus Dei, und zwar in bzw. nach der Hl. Messe. Von da an widmete sich Escrivá mit all seinen Kräften der Verwirklichung dieser Gründung, von der er wusste, dass sie nicht sein Werk, sondern das Werk Gottes war. Zugleich übte er einen umfangreichen seelsorgerlichen Dienst aus, bei dem er täglich dem Leiden und der Armut in den Spitälern und Außenvierteln von Madrid begegnete.

Im Laufe des spanischen Bürgerkrieg musste er des öfteren vor den kommunistischen Brigaden fliehen, die jeden Priester als vogelfrei betrachteten und umbrachten. 1939 kehrte er nach Madrid zurück.

1946 verlegte er auf Wunsch des Heiligen Stuhls seinen Wohnsitz nach Rom. Er promovierte an der Lateran-Universität in Theologie.

Wichtig war ihm, nicht nur den Geist des Werkes, also die Heiligung der Arbeit und des Alltags, das Apostolat der Laien usw. deutlich werden zu lassen, sondern zugleich auch für eine dauerhafte juristische Gestalt des Opus Dei zu sorgen. Die Form der Personalprälatur, die ihm von Anfang an vorschwebte, konnte er zu seinen Lebzeiten nicht mehr verwirklicht sehen. Erst sein Nachfolger, der inzwischen selig gesprochene Bischof Alvaro del Portillo, sollte dies am 28. November 1982 erleben.

Josefmaria Escrivá starb am 26. Juni 1975. Wie alle großen Heiligen war er sehr marianisch eingestellt. Bei einer Gelegenheit hatte er in Mexiko beim Anblick eines Bildes der Muttergottes von Guadalupe gesagt: „So möchte ich einmal sterben, mit dem Blick auf die Muttergottes“. Dieser Wunsch ging in Erfüllung: er starb – plötzlich – als er gegen Mittag in Rom sein Büro betrat, wo sich ein Bild der Muttergottes von Guadalupe befand.

Msgr. Dr. Peter von Steinitz war bis 1980 als Architekt tätig; 1984 Priesterweihe durch den hl. Johannes Paul II.; 1987-2007 Pfarrer an St. Pantaleon, Köln; seit 2007 Seelsorger in Münster. Er ist Verfasser der katechetischen Romane: „Pantaleon der Arzt“, „Leo – Allah mahabba“ (auch als Hörbuch erhältlich) und „Katharina von Ägypten“. Der Fe-Medienverlag hat einige ZENIT-Beiträge vom Autor als Buch mit dem Titel „Der Stein, den die Bauleute verwarfen“ herausgebracht.
Quelle: zenit.org
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