Ein katholischer Abschied von der Sängerin der „Cranberries“

Ein katholischer Abschied von der Sängerin der „Cranberries“

Dolores O’Riordan starb unerwartet am 15. Januar 2018 im Alter von 46 Jahren. Die örtliche Polizei stufte den Tod als nicht verdächtig ein, gab aber auch an, dass im April diesen Jahres ein Bericht über die Todesursache veröffentlicht werden würde.

Die irische Sängerin, deren Name von ihrer Mutter Eileen, einer frommen Katholikin, in Anlehnung an Maria, die Schmerzensmutter gewählt worden war, litt an einer bipolaren Störung.

Vor einigen Tagen haben tausende Menschen an der Totenwache für die Sängerin in der Kirche von Saint Joseph in ihrer Heimatstadt Limerick (Irland) teilgenommen. Der irische Präsident, Michael Higgins, hat der Familie von Dolores sein Beileid ausgesprochen.

Pater Liam McNamara, der die Beerdigung hielt, betonte, dass das „freundliche Wesen und die schöne Stimme ihr viele Bewunderer“ gebracht hätte.

„Man muss auch erwähnen, dass die Zahl jener, denen sie aus der Finsternis der Depression herausgeholfen hatte, unmöglich zu zählen ist„, sagte er laut Angaben der Zeitung „The Irish Times“.

Der Priester, der auch ein Freund der Familie O’Riordan ist, versicherte, dass „es keine angemessenen Worte gebe, um Dolores zu beschreiben oder um den Einfluss für das Gute, den sie über die Jahre hinweg ausgeübt hatte, darzustellen.“

Zuvor teilte Erzbischof Kieran O’Reilly von Cashel und Emly mit, dass „viele Herzen in Irland und auf der ganzen Welt voller Trauer sind, nachdem sie diese Nachrichten erhalten haben.“

„Dolores stellte ihre von Gott gegebenen Talente in den Dienst anderer“,sagte O’Reilly und fügte hinzu, dass „ihre Gaben im Leben vieler Menschen Widerhall gefunden haben und dies auch weiter tun werden, während man ihre Musik und ihre Lieder weiterhin spielen und hören wird.“

Erzbischof O’Reilly erinnerte an die Worte der Sängerin, dass „die Kirche habe ihre Entwicklung als Künstlerin und Musikerin beeinflusst“ habe; und dass „ihr Glaube immer wichtig, eine Kraftquelle in ihrem Leben“ gewesen sei.

Dolores traf zweimal – in den Jahren 2001 und 2002 – Papst Johannes Paul II. Sie sang auf Einladung von Papst Franziskus 2013 beim Weihnachtskonzert im Vatikan.

Der irische Erzbischof erinnerte daran, dass Dolores in einem Interview nach einem Treffen mit dem heiligen Papst Johannes Paul II. gesagt hatte, ihr Glaube gehöre zu dem, was mit am meisten musikalisch Einfluss auf sie genommen habe.

An der Beerdigung der Sängerin nahmen ihre drei Kinder – Taylor, Molly und Dakota – teil, ihre Mutter, ihre Schwester Angela und ihre Brüder Terence, Brendan, Donal und Joseph. Ebenso ihr Mann, Don Burton, von dem sie geschieden lebte.

Auch die ehemaligen Bandkollegen von „The Cranberries“, und Ali Hewson, die Ehefrau des Sängers der irischen Band U2, Paul Hewson, der als Bono bekannt ist, waren anwesend.

Die Zeremonie begann mit dem Ave Maria, das Dolores zusammen mit dem ebenfalls verstorbenen Tenor Luciano Pavarotti gesungen hatte, und während der Kommunion wurde die Version des Panis Angelicus gespielt, die von der irischen Sängerin interpretiert worden war.

Nach der Begräbnisfeier wurde Dolores O’Riordan privat, im Kreise der Familie, beigesetzt.

Gegen Abtreibung

In einem Interview mit dem Musikmagazin Rolling Stone kritisierte Dolores 1995 die Abtreibung.

„Es ist nicht gut für Frauen, sich dieser Prozedur zu unterziehen und dass man etwas Lebendiges aus ihrem Körper nimmt.“ Es ist verachtend für die Frauen, auch wenn einige Frauen selbst sagen: „Oh, es macht mir nichts aus, eine durchzuführen“, sagte sie.

Die irische Sängerin sagte: „Jedes Mal, wenn eine Frau eine Abtreibung hat, zermalmt das ganz einfach ihr Selbstwertgefühl

Übersetzt aus dem Spanischen von Susanne Finner.

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