Berlinale: Sex und Kirchenkritik gewinnen

Berlinale: Sex und Kirchenkritik gewinnen

Am Samstag hat die Jury des Filmfestivals Berlinale ihre Gewinner bekannt gegeben. Ein goldener Bär ging an „Touch me not“, einen Film über Sexualität. Der kirchenkritische Film „Twarz“ erhielt den silbernen Bären.

Der mit dem goldenen Bären ausgezeichnete Film „Touch me not“ von Adina Pintilie zeigt drei Menschen auf der Suche nach Intimität. Aus verschiedenen Gründen fällt es allen dreien schwer, sexuelle Beziehungen auszuleben. Die rumänische Produktion war schon im Verlauf der Berlinale wegen ihrer sehr expliziten Sex-Szenen umstritten.

Den silbernen Bären vergab die Jury an den polnischen Film „Twarz“ (Gesicht). Darin verliert ein junger Mann nach einem Unfall sein Gesicht. Durch eine Transplantation kann er mit neuem Äußeren weiterleben. Doch seine fromme Dorfgemeinschaft lehnt ihn fortan ab. Die Regisseurin Małgorzata Szumowska nimmt sich mit viel schwarzem Humor dem kirchlichen Innenleben an und fragt kritisch nach dem Umgang der Frommen mit Menschen, die anders sind.

Preise für Filme mit positivem Zugang zum Glauben

Eine Auszeichnung für den besten Darsteller ging an den Franzosen Anthony Bajon im Film „La Prière“ (Das Gebet). Darin spielt er einen jungen Mann, der in einer katholischen Kommunität Heilung von seiner Drogensucht findet. Der Film zeichnet ein ausgesprochen positives Bild einer christlichen Gemeinschaft und zeigt, dass das Gebet Menschen hilft und sogar deren Leben retten kann.

Bester Film in der Jugend-Kategorie Generation 14plus wurde ebenfalls eine Produktion, die die positiven Einflüsse der Kirche auf die Gesellschaft zeigt: „Fortuna“ von Germinal Roaux gewann den kristallenen Bären. Der Film beschreibt den Weg eines jungen Mädchens, das in einem Kloster in den Schweizer Bergen Kirchenasyl gefunden hat. Zugleich beschäftigt er sich mit der Frage, wie sehr sich fromme Gemeinschaften verändern können und sollten, um ihrem Auftrag, Nächstenliebe zu leben, gerecht zu werden.

Kirchenjury vergibt Preise

Die ökumenische Jury, zusammengesetzt aus Vertertern der evangelischen und katholischen internationalen Filmarbeit, zeichnete in diesem Jahr den deutschen Film „In den Gängen“ aus. Er zeigt die Lebenswelt eines einfachen Angestellten in der ostdeutschen Provinz. Besondere Erwähnung fand der Film „Utøya 22. Juli“, der das Attentat auf der gleichnamigen norwegischen Insel auf dem Jahr 2011 aufarbeitet. Der Film war deshalb auf ein gemischtes Echo gestoßen, weil einige Zuschauer die Frage stellten, ob es legitim sei, die Ereignisse eines Anschlags derart actiongeladen in die Kinos zu bringen.

In der Kategorie Panorama vergab die ökumenische Jury einen Preis an das deutsche Drama „Styx“, das eine Frau bei einem Segelturn begleitet, die mitten auf dem Meer auf ein sinkendes Flüchtlingsboot trifft. Regisseur Wolfgang Fischer stellt dem Zuschauer die Frage, was er tun würde, wenn sich der Kampf um Leben und Tod, ausgelöst durch die Flüchtlingskrise, direkt vor einen Augen abspielen würde. In der Kategorie Forum gewann „Teatro de guerra“ einen Preis der ökumenischen Jury. Er setzt sich kreativ mit dem Krieg um die Falklandinseln im Jahr 1982 auseinander.

Von: Anna Lutz / CHRISTLICHES MEDIENMAGAZIN PRO | WWW.PRO-MEDIENMAGAZIN.DE 

Vorheriger ArtikelZum 142. Geburtstag von Pius XII.
Nächster ArtikelBad Banks

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

NEUESTE ARTIKEL

Mehr Tradition wagen – Wie die Kirche aus der Selbstzerstörung kommt

Es gibt unzählige Bücher und Bewegungen, die der Kirche sagen wollen, wie und wo es langgeht: "Der...

Eintreten statt austreten: Warum wir alle die katholische Kirche brauchen

"Ich kann auch so an Gott glauben", "Ich brauche keine Kirche", "Die Kirche hat soviel Dreck am...

Leben für die Ewigkeit: Die Mönche von Le Barroux (Video)

Gott ist Mensch geworden. Über dieses Wunder kann man ein ganzes Leben lang meditieren. Wer Mönch wird,...

The Last of Us: Wenn Nietzsche PlayStation spielt

„Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder...

Buchtipp: „Zur Theologie der Eucharistie in der Corona-Krise“

Das neue Buch von Mag. P. Justin Minkowitsch OCist „Wann kann ein menschlicher Repräsentant...

Doctor Angelicus ist exmatrikuliert: Traditionelle vs. moderne Theologie

Moderne Theologie hat zwei Grunddogmen: den "ewigen Dialog" und die "Moderne". Sie hat den Thomismus abgeschafft und...

Meist gelesen

- Advertisement -

Für DichLesenswert
Weitere Artikel