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#metoo vs. #mgtow

Männlichkeit lernen von Christian Grey und Donald Trump

Bildkollage: Christian Grey (Universal Pictures) und Donald Trump (Wikipedia)

Der Mann ist in einer Krise. Männlichkeit als Prinzip ist es, und viele einzelne Männer sind es auch. Zwischen #metoo und einem Präsidenten, der in einer Weise offen prahlt, die taktlos, wenn nicht geradezu peinlich ist, sind viele westliche Männer tief verunsichert. Manche entscheiden sich für ein anderes Rollenverständnis, manche für ein anderes Geschlecht. Manche passen sich dem Feminismus an, andere beschließen, dass Frauen der Feind sind, und leben von ihnen getrennt, sei es zölibatär, sei es als gelegentlicher Besucher.

Von Roger Strayt

Diese letzte Gruppe, die sich selbst MGTOW nennt, „men going their own way“, hält in meinen Augen eine Folge des Problems für einen Teil der Lösung. Sie hat insoweit Recht, als der Feminismus definitiv gewonnen hat, jedenfalls im Westen, und das kein Kampf die gute alte Zeit zurückbringen kann. Und nein, dies ist nicht der Ort zu diskutieren, ob sie so gut in Wirklichkeit war – für die meisten Männer war sie es, ungerecht oder nicht: Man kannte die Regeln, und jeder Mann konnte nach oben kommen, wenn er geschickt nach ihnen spielte.

Es hat also eine feministische Revolution gegeben, und die Könige von einst sehen sich im Staub liegen, einige buchstäblich, die meisten nur im Vergleich zu früher. Was sollen sie tun, wenn sie ihre Selbstachtung wahren oder, vielleicht, zurückgewinnen wollen? Was ist ein richtiger Mann, und gibt es noch einen Platz für ihn im Westen von heute? Ist etwas an Männlichkeit, für das es sich zu kämpfen lohnt, ist dieser Kampf zu gewinnen, und müssen Frauen diesen Sieg fürchten? Um es deutlich zu sagen: Es gibt viel, für dass es sich zu kämpfen lohnt, der Kampf ist gewinnbar, und Frauen brauchen das nicht zu fürchten; tatsächlich tun sie das auch nicht.

Populäre Kultur kann irreführend sein, ebenso wie Wahlen es sein können. Sonst hätte ein Mann nur zwei Optionen: Schwul zu werden, oder Grey zu werden (in Schattierungen, vom erfundenen und letztlich harmlosen Sadisten Christian über den realen, wenn auch zum Fremdschämen peinlichen Präsidenten bis zum offenbar sexuell missbrauchenden Weinstein). Missbrauch ist in Wirklichkeit überhaupt keine Option. Er ist eine Perversion. Wenn wir uns aber ansehen, was eigentlich pervertiert worden ist, finden wir vielleicht etwas, dass es sich zu heilen lohnt.

Im Fall von Christian Grey ist es die Verlässlichkeit – abgesehen davon, dass er eine furchtbare Kindheit überlebt hat, kümmert er sich gut um alles und alle, für die er Verantwortung übernommen hat, und er hält seine Versprechen. Im Fall von Donald Trump ist es der Mut, sich festzulegen, egal was die Menschen über ihn denken. Die meisten Menschen halten sich gern eine Hintertür offen. Wer das nicht tut, geht ein Risiko ein.

Diese „men going their own way“ haben vielleicht Recht, wenn sie nicht um die Wertschätzung von Frauen kämpfen. Sie haben sicher Unrecht, wenn sie sie ablehnen. Wenn Millionen von Frauen dafür bezahlen, von Christian Grey zu träumen, wenn Millionen von Frauen Donald Trump wählen, dann muss es einen Hunger nach dem geben, wofür diese beiden wenn auch in verzerrter Form stehen: das Original.

Nicht nur die Bibel sagt, dass der Mann nur mit einer Frau vollständig ist, genauer ausgedrückt: dass der Mensch nur als Mann und Frau vollständig ist. Das ist auch seit Jahrhunderten die Botschaft der westlichen Kunst. Für einen Mann auf der Suche nach seiner Identität kann es deshalb zwar richtig sein, sich eine Zeitlang von Frauen fernzuhalten. Aber Glück, Erfüllung, sogar Ewigkeit sind woanders zu finden: in der Verbindung mit einer Frau. Entschuldigung: in der Verbindung mit einer einzigen Frau. Eine Frau zu heiraten bedeutet sich festzulegen, egal was es kostet. Ihr treu zu bleiben bedeutet, verlässlich zu sein.

Deshalb ist der richtigste, der männlichste Mann der Ehemann. Ein Ehemann zu werden und zu bleiben ist nicht nur christlicher als saure Trauben abzulehnen, es ist auch nachhaltiger. Denn gelegentliche Besucher mögen Kinder zeugen, aber nur Ehemänner werden ihnen Väter sein. Und das ist der sicherste Weg, Grundsätze weiterzugeben.

Roger Strayt ist ein amerikanischer Westernautor. In deutscher Sprache liegt vor: The Talks – Die Verhandlungen, Ruhland Verlag, 94 Seiten, EUR 9,80.

 

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13 Kommentare

  1. Mimi 14. März 2018

    Verehrter Herr van Laack, Sie wollen doch nicht ernsthaft das Schuldprinzip wieder ins Scheidungsrecht einführen? Dass dieses seit nunmehr 40 Jahren nicht mehr existiert, ist durchaus eine Errungenschaft auf dem Weg hin zu mehr Gerechtigkeit im Familienrecht!
    Man muss meines Erachtens keineswegs eine Feministin sein, um sagen zu können, dass zu einer Trennung in 99 Prozent der Fälle IMMER Zwei gehören! Vorzugsweise Männer mögen ja gern die Augen verschließen vor ihrer Mitschuld am Scheitern der Beziehung, aber es hat alles im Leben zwei Seiten.
    Zu einem fremdgehenden Mann mag beispielsweise eine Frau gehören, die sich ihm sexuell verweigert. Aber zu einer fremdgehenden Frau mag ebenso ein Mann gehören, der sie sträflich vernachlässigt (was keinesfalls im Sinne katholische Ehelehre wäre, die Frau mag dem Mann untertan sein, aber dies ist im Hinblick darauf zu sehen, dass der Mann sie im Gegenzug so lieben soll, wie Christus die Kirche liebt!).
    Es gibt doch nie nur einen Schuldigen!
    Als es das Schuldprinzip noch gab, wurde aber vor Gericht so getan, und es wurde viel schmutzige Wäsche gewaschen, und am Ende siegte, wer besser lügen konnte! Kann man tatsächlich dahin zurück wollen? Oh, bitte!

    Auch würde ich die Schuld zunächst nicht unserer Regierung in die Schuhe schieben.
    Auf einem Portal, das sich „Cathwalk“ nennt, möchte ich vielmehr die Pflicht der katholischen Kirche ins Gedächtnis rufen!
    Wenn die Kirche ihre Gläubigen nicht lehrt, wie eine katholische Ehe auszusehen hat, wer dann? Wenn die Kirche ihre Gläubigen nicht über die Pflichten von Mann und Frau in einer katholischen Ehe unterrichtet, wer dann? Wie kann es sein, dass ein Priester heute zulässt, dass es im Ehevorbereitungsgespräch nur um den Blumenschmuck und sonstige Nichtigkeiten geht und nicht darum, was eine Ehe zwischen Mann und Frau ausmacht? Wo ist deren Rückgrat?
    Wieso setzt sich die Kirche nicht vehementer für den Schutz des ungeborenen Lebens ein? Warum wird der Marsch des Lebens nicht mehr unterstützt? Warum diskutiert die Kirche nun über die Wiederzulassung wiederverheirateter Geschiedener, anstatt zum Beispiel mehr über die existierenden Gründe für eine mögliche Ehenichtigkeit aufzuklären, womit bereits viele vermeintliche Probleme wiederverheirateter Geschiedener beseitigt wären?
    Ich nehme die Kirche in die Pflicht! Man kann auch kirchlich heiraten, ohne vor dem Staat eine Ehe eingegangen zu sein. Wen interessiert das Papier, Gott ist wichtig!

    Wir brauchen eine Kirche, die klar und eindeutig katholische Standpunkte vertritt und nicht mit Wischi-Waschi niemanden verprellen möchte. Wir brauchen Priester, die unbequeme Wahrheiten aussprechen. Wenn die Kirche geschlossen die traditionelle Lehre von Mann und Frau und die traditionelle Ehelehre verkünden würde, wäre es verhältnismäßig egal, was der Staat veranstaltet, weil man eine klare Richtschnur hätte, an der man sich ausrichten könnte, und weil man sich in möglichem Leid, das durch gesetzliche Gerichtsbarkeit entsteht, auch des Beistandes seines Beichtvaters sicher sein könnte, der einem helfen würde, sein Kreuz auf sich zu nehmen und weiterhin Gottes Willen zu erfüllen.

    Erst die Kirche, dann der Staat.
    Und, nein, kein Schuldprinzip mehr… das war das Einfallstor für die Sünde der Unwahrhaftigkeit!

    • Michael van Laack 14. März 2018

      Ich möchte Selbstverständlich nicht im Wortlaut zu dem alten Gesetz zurückkehren, aber das aktuelle Scheidungsrecht scheint mir ebenso untauglich. Wenn man keine Härtefall Scheidung erreichen möchte, muss man ja nicht einmal mehr einen Grund für den Scheidungswunsch angeben. Man erklärt nach dem Trennungsjahr vor dem Richter, dass man die Ehe für unheilbar zerrüttet hält und fertig ist es.

      Und das Familienrecht… Die Jugendämter sollen im wesentlichen das Wohl des Kinds im Blick haben, sind haben häufig in ihren Gutachten bei Streitfällen primär advokat gegenüber den Interessen der Mutter. Das Kindeswohl wird über die Sicherstellung der Durchsetzung der Interessen der Kindsmütter definiert. Sie finden dafür in den einschlägigen Web-Foren zehntausende Beispiele. Auch hier muss sich dringend etwas ändern, wenn man nicht als Ziel die vaterlose Gesellschaft hat.

    • Michael van Laack 14. März 2018

      Zweiter Teil – Gerade hat die Seite mich abrupt rausgeworfen 🙁

    • Michael van Laack 14. März 2018

      Und ja, Mimi, Sie haben recht – Die Kirche muss der erste Ritter sein im Kampf gegen die Zerstörung der Familie als Keimzelle der Gesellschaft. Und sie muss lauter und redundanter als bisher gegen Abtreibung aufstehen, gegen frühkindliche Sexualsierung, gegen Sex als Konsumgut. – Es gibt viele Privatinitiativen im kirchlichen Milieu, die da mit gutem Beispiel vorangehen. Die Amtskirche (DBK und Bistümer) schauen immer zuerst, was sagt das politische Berlin und was die Leitmedien. Das eigene Profil wird dem Mainstream unterworfen.

  2. Caroline 14. März 2018

    Oh mein Gott, Herr Thiele! Sie schreiben hier tatsächlich in einem, dass Sie eine fast 17jährige Tochter haben und das bereuen? Wie lebensfeindlich kann man eigentlich noch sein, wenn man das eigene Kind bereut? Nein, das ist nicht katholisch, sondern antikatholisch, misogyn und nur widerwärtig. Und jetzt freuen Sie sich bestimmt, dass ich Sie mit diesen Adjektiven bewerfe, weil Frauen ja nicht anders können… .

    • Mimi 14. März 2018

      Caroline, Sie haben falsch gelesen! Herr Thiele hat Herrn van Laack zitiert. Und Herr van Laack bereut mitnichten sein eigenes Kind, sondern die persönlichen Umstände im Nachgang der Scheidung, wie er schreibt.

      • Michael van Laack 14. März 2018

        So ist es!

  3. Mimi 14. März 2018

    Der Autor sagt:
    <<>>

    Mir ist jetzt nicht ganz klar, aus welcher Bibelstelle explizit das hergeleitet wird. Weil Gott den Menschen als Mann und Frau erschaffen hat? Entschuldigung für mein biblisches Unwissen! 🙂

    Paulus sagt im 1. Korintherbrief 7,7: „Ich wünschte, alle Menschen wären unverheiratet wie ich. Doch jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.“

    Ich halte die Formulierung, dass Mann und Frau nur mit ihrem gegengeschlechtlichen Pendant „vollständig“ wären, jedenfalls für verfehlt, um nicht zu sagen für gefährlich. Gott hat uns nicht in unvollständiger Weise unser Leben geschenkt. Wir sind auch als Individuum durchaus vollständig und dazu berufen, Ihn zu erkennen, Ihn zu lieben und Ihm zu dienen.

    Aus romantischer Sicht mag das ja geradezu der Stoff für eine Liebesschnulze sein, dass wir ohne einen geliebten Partner unvollständig wären… es gibt Verse, die ich durchaus schön finde wie z. B. „Jeder von uns ist ein Engel mit einem Flügel, und wir können nur dann fliegen, wenn wir einander umarmen.“ (Luciano de Crescenzo)
    Wie süß! 😉

    Aber mal im Ernst: Wenn wir tatsächlich als Individium unvollständig sind, wenn uns etwas fehlt und wir insofern alleine nicht dazu in der Lage wären, ein uns zugedachtes Leben zu führen, dann würde der neu hinzukommende Partner doch lediglich eine Lücke ausfüllen? Kann das Sinn machen? Kann das die Basis sein? Ehrlichgesagt möchte ich lieber einen Partner, der auch alleine vollständig ist und mit beiden Beinen im Leben steht. Zwei vollständige Individuen vereinen sich zu etwas Neuem, das noch größer ist, noch besser ist, aber sie sollten auch vorher schon vollständig gewesen sein. Ich möchte keine Bedürftigkeit ausfüllen.

    Erschwerend kommt hinzu, dass jeder Mensch seine ureigene Berufung hat, insofern minimiert die These, Mann und Frau wären ohne ein Gegenüber unvollständig, doch Gottes Plan für einen jeden von uns!
    Außerdem war Jesus ganzer Gott und ganzer Mensch. Er hatte aber keine Frau. Wäre Seine Menschengestalt dann unvollständig? Natürlich nicht.

    Mir ist bewusst, dass der Autor dies mitnichten aussagen wollte, aber ich störe mich einfach an der Formulierung.

    Passender finde ich dazu diesen schönen Vers:
    „Von jedem Menschen geht ein Lichtstrahl aus, der direkt in den Himmel reicht, und wenn zwei Seelen einander finden, die dazu vorherbestimmt sind, vereinen sich die Lichtstrahlen, und ein einziger hellerer Strahl geht von diesem vereinten Wesen aus.“ (Ba’al Shem Tov)
    Zwei Lichtstrahlen sind vorher bereits vollständig und komplett, ein jeder leuchtet für sich selbst… und wenn sie sich finden, verschmelzen sie zu einem gemeinsamen Lichtstrahl, der sogar noch schöner und heller leuchtet, aber trotzdem war es auch vorher bereits ein ganzer Lichtstrahl, der bis in den Himmel reichte…

    In diesem Sinne wünsche ich mir Männer und Frauen, die für sich so vollständig sind, wie Gott sie erschaffen hat, und die, wenn dies für sie vorherbestimmt ist, ihr passendes Gegenüber finden, mit dem sie noch heller und schöner Gottes Willen erfüllen können.

    • Mimi 14. März 2018

      Nachsatz:
      Aus mir unerfindlichen Gründen wurde mein Zitat nicht übernommen.

      Ich hatte vom Ursprungsartikel zitiert:
      „Nicht nur die Bibel sagt, dass der Mann nur mit einer Frau vollständig ist, genauer ausgedrückt: dass der Mensch nur als Mann und Frau vollständig ist.“

      Danke! 🙂

  4. Harald Stollmeier 14. März 2018

    Roger Strayt hat Recht: MGTOW ist das kampflose Vorwegnehmen einer Niederlage. So eine Emigration mag ja menschlich verständlich sein. Aber worauf blickt so ein Eheverweigerer am Ende seines Lebens zurück?

  5. Michael van Laack 14. März 2018

    Man kann dem Autor nur danken für diesen Klartext. Mehr Lob muss nicht sein und ist – wie ich neulich noch gelesen habe – Westernhelden außerhalb des (Ehe-)Betts ohnehin eher peinlich. Was den Helden recht ist, sollte folglich ihren Erschaffern billig sein.

    Ich weiß nicht, ob die dem Artikel vorangestellte Einleitung vom Autor selbst verfasst wurde oder von Dritten. Das ist aber auch nicht entscheidend. – Ich warne davor, den Begriff „zölibatär“ aus dem vertrauten religiösen Kontext herauszureißen und ihn auf andere Lebenswirklichkeiten zu übertragen. Bei manchem Leser dürfte der Eindruck entstehen, Kleriker würden pauschal die Frau als Feind identifizieren. Ich hoffe, dass ist hier nicht gewollt, kein Semi-Subtext also.

    „Populäre Kultur kann irreführend sein, ebenso wie Wahlen es sein können. Sonst hätte ein Mann nur zwei Optionen: Schwul zu werden…“ Na ja, bei Schwulen ist – und das nicht nur beim Sex sondern per Rollenzuweisung auch in einer Beziehung – nahezu immer einer der weibliche und einer der männliche Part. Es können also die gleichen Problematiken entstehen, wie bei Heteros.

    „Deshalb ist der richtigste, der männlichste Mann der Ehemann.“ Das ist das Ideal, in der Tat. Aber nicht die Lebenswirklichkeit, der sich hunderttausende Ehemänner zu stellen haben.
    Hier wird sehr viel ausgeblendet. Zum einen wächst die Zahl der Frauen, die auch in (katholischen) Ehen kein Interesse an dem haben, was Männlichkeit definiert. Vielen schwebt eine basisdemokratische Gemeinschaft vor, in der bei Stimmengleichheit die Frau bestimmt. Das dies gut und richtig sei, wird ihnen von den medialen Gleichberechtigungs- und Gleichstellungsbeauftragten täglich neu versichert. Weibliche Emanzipation heißt nicht mehr Augenhöhe, sondern ein Zentimeterchen nach unten schauen.

    Zum anderen – und das ist der entscheidende Punkt – ist der Staat nicht am Bild des Ehemanns und Vaters interessiert, weshalb er auch alles dafür tut, den Ehebegriff zu verwässern und die Erziehung in seine Hände zu bekommen. Das geht einfach, indem man den Frauen juristisch erleichtert, „Alleinerziehend“ zu sein und sie so erwerbstätigkeitsabhängig macht, was den Zugriff auf den Nachwuchs ungemein erleichtert – Dann ist da noch das unselige Scheidungsrecht, eine Waffe in der Hand jeder Frau und Mutter.

    Wäre ich noch einmal jung und stünde dann vor der Entscheidung: Männlichster Mann sein wollen oder nicht, Kinder zeugen und erziehen oder nicht – so hart es klingt, denn ich habe eine fast 17jährige Tochter aus meiner geschiedenen Ehe – ich würde jedem jungen Mann raten: LASS ES! Deiner Kirche bedeutet der Treuebegriff kaum mehr etwas; Du wirst Deiner Frau untertan sein müssen, um nicht vor dem Scherbenhaufen einer Scheidung oder zumindest im Dauerstreit zu stehen; der Staat wird Deiner Frau jederzeit helfen, Dich von Deinem Kind zu entfremden im Trennungsfall. – Was Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen? Macht er aber millionenfach!

    Solange der Staat all diese Deutungshoheiten besitzt und all diese Instrumente, so lange sich die Kirche dem Feminismus und Gleichheitswahn nicht entgegenstellt, so lange ist die Diskussion um den männlichsten Mann oder die falschen Wege eine abstrakte, eine sich an Idealbildern orientierende, die kaum mehr von den letzten zwei Generationen erkannt geschweige denn gelebt wird.
    In other words: Schön, dass wir mal drüber gesprochen haben.

    Und dennoch: Roger Strayt hat vollkommen Recht, der männlichste Mann ist der Ehemann. Aber eben nicht mehr per Definition wie es vor einigen Jahrzehnten noch gewesen ist, sondern nur, wenn man ihn lässt.
    All die Dauersingles, Greys usw. sind eigentlich Opfer. Opfer eines Staates, der die bewährten Strukturen aufgelöst hat.
    Frauenfeindlichkeit – will mir scheinen – ist die Antwort vieler Männer auf das Versagen des Staates ihnen, ihren Eltern oder gar schon ihren Großeltern gegenüber.

    • André Thiele 14. März 2018

      „‚Deshalb ist der richtigste, der männlichste Mann der Ehemann.‘ Das ist das Ideal, in der Tat. Aber nicht die Lebenswirklichkeit, der sich hunderttausende Ehemänner zu stellen haben.
      Hier wird sehr viel ausgeblendet. Zum einen wächst die Zahl der Frauen, die auch in (katholischen) Ehen kein Interesse an dem haben, was Männlichkeit definiert. Vielen schwebt eine basisdemokratische Gemeinschaft vor, in der bei Stimmengleichheit die Frau bestimmt. Das dies gut und richtig sei, wird ihnen von den medialen Gleichberechtigungs- und Gleichstellungsbeauftragten täglich neu versichert. Weibliche Emanzipation heißt nicht mehr Augenhöhe, sondern ein Zentimeterchen nach unten schauen.

      Zum anderen – und das ist der entscheidende Punkt – ist der Staat nicht am Bild des Ehemanns und Vaters interessiert, weshalb er auch alles dafür tut, den Ehebegriff zu verwässern und die Erziehung in seine Hände zu bekommen. Das geht einfach, indem man den Frauen juristisch erleichtert, ‚Alleinerziehend‘ zu sein und sie so erwerbstätigkeitsabhängig macht, was den Zugriff auf den Nachwuchs ungemein erleichtert – Dann ist da noch das unselige Scheidungsrecht, eine Waffe in der Hand jeder Frau und Mutter.

      Wäre ich noch einmal jung und stünde dann vor der Entscheidung: Männlichster Mann sein wollen oder nicht, Kinder zeugen und erziehen oder nicht – so hart es klingt, denn ich habe eine fast 17jährige Tochter aus meiner geschiedenen Ehe – ich würde jedem jungen Mann raten: LASS ES! Deiner Kirche bedeutet der Treuebegriff kaum mehr etwas; Du wirst Deiner Frau untertan sein müssen, um nicht vor dem Scherbenhaufen einer Scheidung oder zumindest im Dauerstreit zu stehen; der Staat wird Deiner Frau jederzeit helfen, Dich von Deinem Kind zu entfremden im Trennungsfall. – Was Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen? Macht er aber millionenfach!“

      Ich weiß nicht, ob Herr van Laack dezidiert vorhatte, einen Werbetext für MGTOW zu schreiben. Getan jedenfalls hat er es. Sein „Laß es!“ ist schon nah am Kern der Sache.

      • Michael van Laack 14. März 2018

        Ich werbe für niemanden Herr Thiele. Ich unterstütze auch solche Bewegungen nicht, denn sie haben geringe Halbwertszeiten. Ich stelle nur dar, wie sich der Staat verhält, wie Kirche reagiert, was die Lebenswirklichkeit ist. Von schönen Tellern kann man nicht essen und schöne Theorien machen aus niemanden den männlichsten Mann. – Permanent lese ich von den Realitäten, denen wir uns als Kirche zu stellen hätten. Macht das dann aber mal jemand, wird die Empörung groß und man wird hin und wieder dem Vorhof zugerechnet.
        Nein, Herr Thiele – MGTOW ist das nicht, da interpretieren Sie ein ganz klein wenig zu viel in mein „Lass es!“ hinein.
        Dieses „Lass es“ ist nur ein temporärer Rat. Ich sage hier lediglich: Unter den Bedingungen, die der Staat schafft, ist es, will man dem großen Schmerz entgehen, den Scheidung und die Trennung von Kindern mit sich bringen, klüger, nicht zu heiraten und keine Kinder zu zeugen. – Ich sage nicht. Macht lieber ONS; swingt; geht im den Puff; werdet Doms, damit ihr Euch in Sessions austoben könnt; werdet asexuell – das ist MGTOW – Hedonismus pur; ein Frauenbild, dass selbst einen Spartaner oder Römer das Grausen gelehrt hätte, einem Muslim gewiss aber gefallen würde.
        Nein, Nein, Herr Thiele. Ich habe auf Roger Stryt rekuriert, der im Plauderton den männlichsten Mann, den Ehemann zum leicht erreichbaren Ideal erhob. – So aber geht es nicht! Das wäre weltfremd. Es ist nicht leicht! Und es wird nur einer Minderheit von Paaren gelingen, ein solches Miteinander zu verwirklichen, so sie es überhaupt wollen.
        Ich werde bald 53 und bin frisch in einer Beziehung. Ich würde ein zweites mal heiraten. Erstens, weil diese Frau auch ein sehr hohes Maß an Lebenserfahrung mit sich bringt und ideologisch nicht beeinflussen lässt vom Mainstream und zweitens, weil wir keine Kinder mehr miteinander haben würden. – Ich kann aber keinem jungen Mann guten Gewissens empfehlen, irgend ein buntverseuchtes Mainstreampüppchen zu ehelichen oder eine Frau, deren Bauch auch während der Ehe noch ihr gehört bzw. alles Leben, was diesen Bauch verlässt als ihr Eigentum betrachtet und diesen Besitzanspruch in den allermeisten Fällen vom Staat garantiert bekommt.

        Wir brauchen kein MGTOW, wir brauchen eine christliche oder doch zumindest echt liberale Regierung, einen Systemwechsel, der das Scheidungsrechtreformiert und die Schuldfrage wieder einführt. Dazu ein Familienrecht, dass nicht im Namen der Gleichberechtigung automatisert die Kinder der Mutter zur Aufenthaltsbestimmung überlässt, sondern gründliche Einzelfallprüfungen durchführt, der Abtreibung wieder unter Strafe stellt und die Ehe für alle abschafft. – Dann sag ich nicht mehr „Lass es!“ sondern“ Mach es!“

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