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In eigener Sache

Stellungnahme zur Veröffentlichung der MGTOW-Serie auf The Cathwalk

Entscheidung zur Fortsetzung der MGTOW-Serie "Geschlecht & Charakter".

Pixabay-Kollage MGTOW Cathwalk
Bild: CC

Es ist selten der Fall, dass der Herausgeber eines jungen, katholischen Netzmagazins eine interne Entscheidung öffentlich macht und begründet. Im Falle unserer Serie „Geschlecht & Charakter“ von André Thiele ist es notwendig.

THE CATHWALK versteht sich als Ort, an dem junge katholische Stimmen zu finden sind. Sie äußern sich zu Themen, die geeignet sind, das Leben von Katholiken zu berühren. Wir haben keine der allzu oft „hochgejazzten“ sogenannten „heißen Eisen“ gesucht, um uns wichtig zu machen – aber da, wo Themen „heiß“ sind und von anderen katholischen Medien gemieden werden, haben wir uns nicht gescheut, sie anzufassen. So bekommen auf THE CATHWALK auch Katholikinnen, die sich als Feministinnen nennen, Möglichkeiten, sich zu äußern.

Seit vor 14 Tagen der erste Teil der Serie „Geschlecht & Charakter“ zum MGTOW-Phänomen auf THE CATHWALK veröffentlicht wurde, haben wir einen Sturm von Protest und Anwürfen erlebt. Sowohl in den Kommentaren als auch an anderen Orten wurden der Autor und THE CATHWALK aufs Heftigste angegriffen, was ich nicht nachvollziehen kann.

Obwohl die Serie noch nicht abgeschlossen ist, habe ich akzeptiert, dass zwei Erwiderungen auf THE CATHWALK Platz fanden, damit jedem unmissverständlich klar wurde, dass THE CATHWALK für die ernsthafte Diskussion in seiner großen Vielfalt steht – nicht für Einseitigkeit und Ideologie.

Ich möchte festhalten, dass ich mich ganz entschieden dagegen wehre, dass in welcher Form auch immer verächtlich über Frauen gesprochen wird. Es muss aber auch möglich sein, das Verhältnis zwischen Männern und Frauen aus den Standpunkten des Zeitgeistes zu zeigen, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht begrüßenswert sind. Es geht dabei um das Verstehen eines Phänomens, das immer mehr Anhänger findet.

Genau diesen Versuch unternimmt MGTOW für viele Männer, und André Thiele beschreibt dieses Phänomen als Katholik und Schriftsteller. Dass dabei nicht alle provozierten Emotionen nur positiv-bestärkende sein können, liegt in der Natur der Sache. Die MGTOW-Serie wird von mir nicht als Werbung, sondern als Darstellung verstanden. Der dadurch angeregte Diskurs soll im Ziel müden, eine christliche Antwort auf MGTOW und den Feminismus zu finden und das Geschlechterverhältnis zwischen Mann und Frau neu zu gestalten. Es geht also darum, eine reife und verantwortliche katholische Antwort zu finden.

Allerorten beschwert man sich über die zunehmende Einschränkung der Meinungsfreiheit. Auf unserem Onlineportal gibt es sie und ich bin stolz drauf, dass bei uns ein Ideenaustausch stattfindet, der manchmal den geistigen Blutdruck in die Höhe schnellen lässt.

Denn „echte Leser interessieren sich nicht allzu sehr für ihre eigene Meinung. Denn die kennen sie ja zur Genüge. Der Reiz des Medienkonsums besteht vielmehr darin, die eigene Meinung an den Gegenpolen zu testen.“ (Kurt W. Zimmermann, Die Weltwoche)

Aus diesen Grund habe ich mich entschieden, dass die Serie bis zum Schluss auf dem THE CATHWALK fortgesetzt wird. Selbstverständlich hat jeder die Möglichkeit, sich an diesem Diskurs und Ideenstreit zu beteiligen, sei es via Kommentar oder aber in Form von Gastbeiträgen.

Im Übrigen habe ich Herrn Thiele gebeten, sich nicht weiter zu Kommentaren zu „Geschlecht & Charakter“ zu äußern. Sollten sich dort Argumente finden, die nicht im Verlauf der Serie widerlegt worden sind, wird er ggf. in einem abschließenden Beitrag zur Kritik, die er selbstverständlich aktuell zur Kenntnis nimmt, Stellung beziehen. Im Lichte von Teil 2 und von Teil 3 der Serie, der morgen veröffentlicht wird, kann der aufmerksame Leser viele Wendungen der Polemik in Teil 1 sehr leicht selbst als wohldurchdacht erschließen.

Am Gründonnerstag setzen wir für eine Folge aus. Teil 4 von „Geschlecht & Charakter“ erscheint am 5. April unter dem Titel „Hello Everyone, Sandman Here“ und stellt zentrale MGTOW-Kanäle vor.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen, Ihr Matthias Jean-Marie Schäppi

Schreiben Sie mir: matthias.schaeppi@gmx.ch

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10 Kommentare

  1. Hauke Held 28. März 2018

    Faszinierend, dass MGTOW ausgerechnet auf einer Seite eines „jungen, katholischen Netzmagazins“ zum Thema wird. Mutig! Weiter so!

    Man kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass das bei einem alten, evangelischen Magazin nicht so schnell passieren wird.

  2. Claudia Sperlich 24. März 2018

    Das trieft ja von Selbstmitleid.
    Sie wussten von Anfang an, daß dieser angeblich katholische Vogel zu Hass und Verachtung von Frauen aufhetzt und haben deutlich gemacht, daß die entsprechende Seite Ihnen gefällt.
    Nur so als Tip, es gibt einen sich katholisch nennenden Na zu, der ab und zu seine antisemitischen Pöbeleien im Netz hinterlässt. Würden Sie dem auch eine Plattform bieten? Nein? Warum nicht?

  3. Claudia Sperlich 24. März 2018

    Das trieft ja von Selbstmitleid.
    Sie wussten von Anfang an, daß dieser angeblich katholische Vogel zu Hass und Verachtung von Frauen aufhetzt und haben deutlich gemacht, daß die entsprechende Seite Ihnen gefällt.
    Nur so als Tip, es gibt einen sich katholisch nennenden Na zu, der ab und zu seine antiseptischen Pöbeleien im Netz hinterlässt. Würden Sie dem auch eine Plattform bieten? Nein? Warum nicht?

  4. Crescentia 22. März 2018

    „Wir haben keine der allzu oft ‚hochgejazzten‘ sogenannten ‚heißen Eisen‘ gesucht, um uns wichtig zu machen“ – mhm…

    Herr Schäppi, Sie haben die von Herrn Thiele betriebene MGTOW-Facebookseite mit fünf Sternen bewertet. Ich gehe also davon aus, dass Sie sich zumindest einige der Beiträge dort durchgelesen haben müssen. Und was liest man da so? Männer sollen Frauen, die belästigt werden, nicht helfen, weil die ja immer so empowert sein wollen und sich gefälligst selber helfen sollen. Ungewollte Schwangerschaften seien zu 99,9% gar nicht wirklich ungewollt. Unverheiratete Mütter nutzen Sozialhilfe aus und angeln sich „Beta-Männer“ als Versorger. Passt solches Zeug für Sie mit katholischer Nächstenliebe und Ihrem Engagement für 1000plus zusammen? Oder auch nur mit dem gesunden Menschenverstand? Für mich sieht Ihr Verhalten nach Heuchelei aus. Sie *wissen*, wie verächtlich auf MGTOW-Seiten über Frauen gesprochen wird, also lassen Sie wenigstens die Lippenbekenntnisse von wegen „Ich möchte festhalten, dass ich mich ganz entschieden dagegen wehre, dass in welcher Form auch immer verächtlich über Frauen gesprochen wird“ weg. Es ist schon etwas tragikomisch, wenn neben einem MGTOW-Artikel eine Anzeige mit „Wir helfen Schwangeren in Not“ aufblinkt.

    Des weiteren setzen Sie einen katholischen Feminismus, wie er von Franziska Holzfurtner vertreten wird, mit Herrn Thieles Frauenfeindlichkeit gleich. Dabei hat Frau Holzfurtner nie auch nur angedeutet, alle Männer wären gleich (schlimm), weshalb Frauen sich vom Umgang mit ihnen zurückziehen müssten, oder irgendetwas in der Art, wie es MGTOW tut (MGTOW = „Men going their own way“; AWALT = „all women are like that“). Sie hat auch nirgends sonst katholischen Lehren widersprochen. Würden Sie *der* Art von Feministin, die die Institution Familie per se als heteronormatives patriarchales Gefängnis ablehnt, hier zwölf Beiträge erlauben? Ich hoffe mal, nicht – oder wenn, dann zumindest ausdrücklich gekennzeichnet als nichtkatholischen Beitrag.

  5. Nepomuk 22. März 2018

    Katholische Meinungsfreiheit ist eine gute Sache.

    Aber sie muß eben fest auf dem Boden des katholischen Glaubens, insbesondere der Dogmen, stehen.

    (Ja, auch wenn Erich Honecker mal das analog Selbe gesagt und dann nicht eingehalten hat. Der Unterschied ist, daß der Katholizismus wahr und der Sozialismus falsch ist; es gibt keinen Ersatz für die Wahrheitsfrage.)

    Ich hatte den Cathwalk bisher immer für eine auf dieser Basis agierendes, insofern sehr sinnvolles, Debattenmagazin gehalten, anfänglich mit einer (ebenfalls berechtigten) gewissen Frontstellung gegen spaßverderbende übertriebene Moralauslegungen. Was eine gute Sache ist,.

    Ich tue das auch weiterhin, auch wenn „sine dubiis“ schon grenzwertig war. Aber gegen Loyalität gegenüber dem Heiligen Vater, auch wenn sie übertrieben ist, widerspricht man als Katholik ungern. Dennoch kann ich nicht umhin, die Entscheidung, daß Texte veröffentlicht werden, die die katholische Wahrheit, daß Männer und Frauen nicht in Feindschaft gegeneinander, sondern zur gegenseitigen Ergänzung geschaffen sind (und wir erinnern uns: sowohl der Sündenfall wie die Gesellschaftsverwerfungen der Moderne machen die Dinge schwieriger, aber sie ändern die Natur des Menschen nicht) mit so ungefähr jedem Wort leugnen, und zwar ohne, daß sich die Redaktion *vorher*, ausdrücklich und mit der Aufforderung an die Kommentatoren zum Auffinden von Gegenargumenten distanziert, für eine falsche zu halten.

  6. Morbrecht 22. März 2018

    Katholische Antworten auf den Feminismus zu finden ist prinzipiell ja eine gute Sache. Die von Herrn Thiele dargestellten Ansätze scheinen ihrem Wesen nach zwar wenig christlich zu sein, aber sie scheinen in dem einen oder anderen Punkt immerhin von einem realistischen Menschenbild auszugehen.
    Davon abgesehen gäbe es aber so viele katholische Impulse, die m.E. wesentlich besser dazu geeignet wären, den problematischen Aspekten des Feminismus und anderer säkularer Weltanschauungen zu begegnen. Ich möchte nur auf Romano Guardini verweisen, der in seinem Aufsatz „Der ritterliche Mann“ vielem vorweggegriffen hatte, was aktuel diskutiert wird. Hier eine Zusammenfassung:
    https://bundsanktmichael.org/2017/10/29/romano-guardini-der-ritterliche-mann/

  7. Jan P. Steenwerth 21. März 2018

    Thiele sollte gründlich zensiert werden. Sonst nichts.

    • Michael van Laack 21. März 2018

      Ah, deshalb nennt er Sie auf Seiner Seite einen Tyrannen, Herr Steenwerth – Schade auch, dass Schäppi sich täuschen lässt. Statt sich selbst schlau zu machen, was das Endziel von MGTOW ist, faselt er diesem versehentlich zum Katholizismus Konvertierten und sich selbst gern als Martyrer für die Meinungsfreiheit betrachtenden alles nach. Gibt sicher auch geile Klickzahlen. Und nur darauf kommt es ja an. Katholiken wollen ja nichts Katholisches lesen, sondern sich gern mit hedonistischem pseudosoziologischen Gefasel auseinandersetzen. „Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe“ hieß es früher. Nun, nachdem die Mehrzahl der Kleriker bereits zum Glauben an die politische Klasse konvertiert ist, muss es wohl heute heißen: „Die Krise der Kirche ist die Krise Ihrer Journalisten und Blogger“. Der Cathwalk ist das beste Beispiel dafür. Hedonismus, Relativismus, Liberalismus mit einer konservativen Zuckerglasur. Und auch die blättert schon ab.

      • DM 22. März 2018

        Seht, wie sie sich lieben!

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