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Divestment-Bewegung

Milliardenschwere katholische Institutionen trennen sich von Investitionen in klimaschädliche Kohle-, Öl- und Gasunternehmen

Caritas Internationalis, katholische Banken in Deutschland mit einem Vermögen von 7,5 Milliarden Euro, Diözesen und andere katholische Institutionen schließen sich der weltweiten Divestment-Bewegung an

ROM, ITALIEN— Fünfunddreißig katholische Organisationen und Institutionen haben heute ihre Entscheidung bekannt gegeben, sich von fossilen Brennstoffen als Hauptverursacher der Klimakrise zu trennen. Dazu gehört die humanitäre Hilfsorganisation Caritas Internationalis, eine offizielle Einrichtung der katholischen Kirche.

Außerdem trennen sich wichtige katholische Banken in Deutschland von fossilen Brennstoffen: die Pax Bank, die Bank Im Bistum Essen eG und die Steyler Ethik Bank verwalten insgesamt ein Vermögen in Höhe von rund 7,5 Milliarden Euro. Sie wollen in Zukunft kirchlichen Anlegern sozial gerechte und klimafreundliche Anlageoptionen bieten.

S.E. Kardinal Luis Tagle, Präsident von Caritas Internationalis, deren Konföderation 162 Mitgliedsorganisationen, die in mehr als 200 Ländern und Regionen tätig sind umfasst, kommentierte die Ankündigung: „Die Hauptleidtragenden der Klimakrise sind die Armen. Aus diesem Grund hat sich Caritas Internationalis dazu entschieden, nicht mehr in fossile Brennstoffe zu investieren. Wir ermutigen unsere Mitgliedsorganisationen und andere Gruppen und Organisationen, die mit der katholischen Kirche verbunden sind, das gleiche zu tun.“

Das globale Bündnis aus Organisationen von vier Kontinenten, welches am 22. April zum ‘Earth Day’ (Tag der Erde) bekannt gibt, nicht länger in fossile Brennstoffe zu investieren, umfasst außerdem religiöse Orden, Laienorganisationen und andere katholische Organisationen, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Sie verpflichten sich, Investitionen aus klimaschädlichen Kohle-, Öl- und Gasunternehmen abzuziehen und derlei Investitionen in Zukunft auszuschließen. [1].

Damit schließen sie sich 60 katholischen Institutionen und über 850 Universitäten, Städten, Pensionsfonds und anderen Investoren weltweitan, die bereits in der Vergangenheit den Abzug von Geldern aus Kohle-, Öl- und Gasunternehmen beschlossen haben.

Die wachsende Divestment-Bewegung wird zunehmend von führenden Kirchenfunktionären einschließlich Bischöfen unterstützt. Die Erzdiözese Luxemburg, die Erzdiözese Salerno-Campagna-Acerno und die Diözese Communauté Mission de France haben heute ebenfalls angekündigt, dass sie divestieren werden.

Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg, sagte: „Mit unseren Brüdern und Schwestern in der Kirche sind wir Bischöfe zunehmend dazu verpflichtet, finanzielle Entscheidungen zu treffen, die unseren moralischen Werten entsprechen. Divestment ist eine wichtige Möglichkeit für die Kirche, eine Vorreiterrolle im Kontext eines sich verändernden Klimas einzunehmen. Gelobt seien all jene, die ‘den Geringsten’ dienen, indem sie die Umwelt schützen.“

Diese gemeinsame katholische Ankündigung, Investitionen in fossile Brennstoffe zu stoppen, wurde vomGlobal Catholic Climate Movement (GCCM)koordiniert, das sich in diesem Zusammenhang ebenfalls dazu verpflichtet hat, zu divestieren.GCCM Geschäftsführer Tomás Insuasagte: „Wenn es darum geht, unser gemeinsames Zuhause zu schützen, haben wir keine Zeit zu verlieren. Divestment von fossilen Brennstoffen ist wichtig, um den Emissionsbogen bald nach unten zu biegen. An diesem Tag..sind wir dankbar, dass wir uns der wachsenden Bewegung katholischer Institutionen anschließen, gegen schmutzige Energie und für unsere Schöpfung. Eine Vorreiterrolle der Kirche in dieser Frage war nie dringlicher“.

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