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Auf der Suche nach Liebe, Lust und Leidenschaft: Die Beziehungen zwischen Männern und Frauen

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von Beile Ratut

Das Geschlecht: Vor hundert Jahren noch unverrückbares Schicksal, heute Objekt von Misstrauen, Spekulation und Wagnissen. Der Mann schlägt alles Mannhafte in den Wind – die Frau steht ihren Mann; er steht mit dem Fläschchen an der Wiege – sie lenkt den Kampfjet, er weint und lamentiert – sie raucht, säuft und reißt auf; unter massiver Einwirkung von Medikamenten stillt ein Mann „sein“ Kind – die Frau in der Gesellschaft wuppt derweil Karriere, Haushalt und Überforderung.

Wenn der Mann heute mit der Frau ausgeht, ist er vor die schwierigste Frage gestellt: soll er gleich mit ihr ins Bett gehen oder erst eine Woche warten oder gar nicht? Die Frau, die früher schlecht dastand, wenn sie ja sagte, steht heute mit einer breitgefächerten Erwartungshaltung da. Will er es, ist er ein Schwein, will er es nicht, ist er ein Spielverderber, und die Zwischenstufen versprechen Zweifelhaftigkeit. In kürzester Zeit haben sich Rollenbilder gewandelt, und das zugrundeliegende Fürwahrhalten ist zerbrochen. Hart wird verhandelt, was Mann sein darf und Frau – es ist ein Spielball von Ideologie und Fundamentalismus geworden.

Wie ein Mann erscheint und eine Frau, das wird bestimmt von der göttlichen Quelle des Lebens her, aus der wir trinken oder eben nicht, von der Natur, über die wir längst nicht alles wissen, von den Prägungen in der Herkunftsfamilie, die uns auf den Boden von Schöpferkraft, Liebenswürdigkeit und Vernunft stellen oder aber verheerende Folgen haben können; es wird zuletzt bestimmt durch die Erwartungen und Vorbilder der Gesellschaft.

Liebe beginnt, wo man aufhört nach Nützlichkeit zu fragen

Im Wandel ist die Welt zu allen Zeiten gewesen, in jeder Epoche ist der Mensch Ungereimtheiten ausgesetzt, Umwälzungen und neuen Möglichkeiten. Er ist betrogen worden oder er hat betrogen, er hat einen Verlust erlitten oder anderen etwas entrissen, es geht bergauf mit ihm, es geht bergab. So ist der Mann in diese Welt gestellt und auch die Frau. Die Suche nach der Wahrheit ist eine schwere Aufgabe, bei der jeder selbst entscheiden muss, ob er sie auf sich nehmen will. Entfaltet sich aber nicht auch unsere geschlechtliche Wirklichkeit, indem wir in die Wahrheit hineingehen?

Erlösung ist doch nicht das Ergebnis einer Vertragsbeziehung mit Gott oder der Ausfluss einer juristisch begründeten Handlung des Menschensohnes. Erlösung ist da, wo wir aus dem Kessel, aus der Düsterkeit, aus dem Verlorensein gezogen werden, und dann können wir mit Gott gemäß seinem Wesenskern der Liebe zusammenkommen. Spielt man also die Spiele dieser Welt von Dominanz und Flucht, von Manipulation, Macht und Unterwerfung, dann antwortet Gott uns nicht, denn er antwortet nur seinem Ebenbild.

Die Liebe ist persönlich. Man kann nicht in der Liebe sein und eine Maske tragen. Man kann auch nicht einer Rolle, den Erwartungen oder seinem Rang verhaftet bleiben. Die Liebe setzt also voraus, dass wir mit unserem Mannsein, unserem Frausein herausgezogen sind aus dem Durcheinander und eingefügt werden in das augenblickliche, unverfälschte Leben von uns selbst und von allem, das ist. Der Mensch, der von Liebe nichts wissen will, beugt das Geschlechtliche den Nützlichkeiten, den Vorurteilen, den Trieben, den Süchten und den Abhängigkeiten. In der Liebe hingegen kommen Mannsein und Frausein zur Frucht, zur Erfüllung.

Aber wir müssen auch damit leben, dass die Abscheulichkeiten, Täuschungen und Verwirrung im Hinblick auf die Liebe so allgegenwärtig sind – denn man kann von seiner Liebe nicht erzählen, sie ist unser Geheimnis.

4 Kommentare

  1. Toller kleiner versöhnlicher und poetischer Text, nach den Thiele-Texten lese ich das mit Erleichterung, lädt auch zum Nachdenken ein. Da ist ganz viel hineingepackt, was lohnt, überdacht zu werden.

    • Finde es nur schade, dass die Thiele-Texte ohne jegliche Begründung von der Seite gelöscht wurden. Wäre es doch gut gewesen, diese so zu belassen, um wenigstens eine weitere Perspektive zur Verfügung zu haben.

  2. Und das ist jetzt wirklich ein christlicher Text zum Verhältnis von Mann und Frau. Es ist gut, dass der Cathwalk zu seiner ursprünglichen Intention zurückkehrt. Vergelt’s Gott!

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