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Sport und Glauben – ein perfektes Zusammenspiel für die Zukunft

Das Zusammenspiel von Glaube und Sport ist vor allem da, wo viele es nicht erwarten: beim Fußball.

Markus Lederer beim Halbmarathon. Foto: Privat

Von Markus Lederer

Bayern-Trainer Kovac bekennt sich zum Glauben

Der neue Bayern-Trainer Niko Kovac und der kroatische Nationalmannschaftstrainer Zlatko Dalic treten für ihren katholischen Glauben in der Öffentlichkeit ein – in einer völlig ehrlichen und natürlichen Art und Weise.

Sie sind mutig und sagen etwas, was man selbst von katholischen Geistlichen nicht mehr oft zu hören bekommt: „So oft wie möglich Gottesdienst besuchen“, empfiehlt der neue Bayern-Coach. Zudem gibt Kovac einen weiteren richtigen Hinweis: Geht beichten, wenn ihr etwas falsch macht. Er zeigt sich froh, dass es dieses heilige Sakrament gibt.

Weitere Bekenntnisse finden wir bei Dalic, der sagt, dass ihm der Rosenkranz in vielen Schwierigkeiten des Lebens geholfen hat: „Ich halte mich daran fest, und dann ist alles leichter“. Für Dalic als gläubigen Katholiken und Familienvater ist klar, „dass es ohne meinen starken Glauben als Motivation sehr schwer gewesen wäre, das zu erreichen.“ Er empfiehlt Gottvertrauen: „Wenn ein Mann alle Hoffnung verliert, dann muss er sich auf unseren barmherzigen Gott und unseren Glauben verlassen“.

Da ich selbst Fußballfan bin, begeistert mich diese Normalität der Glaubensverkündigung von Kovac und Dalic und macht mir wieder neu bewusst, dass Sport und Glauben sehr gut zueinander passen. Fassen wir zusammen: Zwei öffentlichkeitswirksame Fußballtrainer empfehlen Gottvertrauen, betonen die Wirksamkeit des Rosenkranzes, empfehlen zur heiligen Beichte und so oft wie möglich in den Gottesdienst zu gehen. Früher hätte man so etwas von Katholiken erwartet, aber heute ist das nicht mehr üblich.

Gegen Ende meines Studiums habe ich wieder neu zum Sport gefunden und dabei ist mir immer mehr bewusst geworden, wie positiv sich Sport und Glauben beeinflussen können.

Mittlerweile bin ich zum begeisterten Läufer geworden und bestreite Laufwettkämpfe. Nächstes Jahr möchte ich selbst einen Triathlon absolvieren.

Wenn man fällt, steht man einfach wieder auf!

Erst vor Kurzem erschien das Buch: „Eine Frage der Leidenschaft – mit Mut und Motivation zum Erfolg“, geschrieben vom besten deutschen Triathleten und Ironman Hawaii Gewinner: Jan Frodeno. Dabei schildert er sein Durchhalten trotz Schmerzen beim Ironman-Triathlon auf Hawaii letztes Jahr. Trotz solcher Schmerzen, die ihn während des Marathons zum Gehen zwangen, feuerte er die übrigen Triathleten an, die ihn überholten. Ich denke, dass dieses Verhalten selten außerhalb des Sports zu finden ist: Man kämpft, manchmal verliert man, aber man macht immer weiter. Kurzum: Wenn man fällt, steht man einfach wieder auf!

Vor ungefähr zwei Wochen bestritt ich einen Halbmarathon in Ettlingen bei krachender Sommerhitze. Das Schöne war, dass nach dem Laufwettkampf Sportler, die bereits lange im Ziel waren, diejenigen bis zuletzt angefeuert haben, die noch Kilometer bis zum Ziel zu laufen hatten. Auch an knackigen Bergen während der Strecke wurde sich gegenseitig Mut zugesprochen.

Um erfolgreich zu sein, ist Training notwendig. Beim Sport steht ein konkretes Ziel im Vordergrund – und dafür lohnt es sich zu kämpfen. So ist es doch auch bei unserem Glauben.

Oftmals wird ein Zitat aus dem Korintherbrief verwendet, um darzulegen, dass Sport und Glauben doch ganz verschieden sind: „Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadtion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt (…), jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber um einen unvergänglichen Siegespreis zu gewinnen.“ (1 Kor 9,24-27)

Zunächst macht der Apostel jedem Christen klar, dass er laufen muss, um zu gewinnen. Er rät sogar dazu schnell zu laufen, um den unvergänglichen Siegespreis auf jeden Fall zu erhalten. Auch der Hl. Johannes Paul II., der selbst Sportler war, macht den Glauben zu einer Herausforderung: „Gib dich nicht mit Mittelmaß zufrieden im Glauben!“

Die Gemeinsamkeiten von Glaube und Sport

Wo bedingen sich nun Glauben und Sport positiv? Wer bereits darum weiß, wie es ist, um einen vergänglichen Siegespreis zu kämpfen, ist auch besser für den Wettkampf aufgestellt, bei dem es um einen unvergänglichen Siegespreis geht: um unser Heil.

Ich würde mir mehr Positives und Motivierendes innerhalb der Kirche wünschen. Es wäre schon, wenn Geistliche und katholische Laien einen eher wie ein guter Trainer am Spielfeldrand anfeuern, als Kritik zu üben. Außerdem bringen die ständigen Diskussionen um die gleichen Themen nichts. Hinzu kommt das häufige Nörgeln über die Glaubenszustände. Aber wen soll so eine Haltung motivieren? Noch tiefer gefragt: Möchten wir als Kirche überhaupt noch junge Menschen motivieren? Und wenn ja: Wozu? Als ich begann katholische Theologie und Germanistik auf Lehramt zu studieren, meinten viele: Mach das nicht. Ein unmotivierter Lauftrainer wird niemanden zu einem ambitionierten Läufer ausbilden können. Fehlt es nicht allgemein an Begeisterung und Glaubenskraft?

Allgemein könnte mehr sportliche Kameradschaft, wie sie Jan Frodeno beispielsweise zeigte, als er die anfeuerte, die ihn überholten, zu einem besseren Klima in der Kirche beitragen. Es ist der Athlet, der letztlich auch für Paulus ein Vorbild gewesen ist: Einer, der trainiert, kämpft, motiviert und so am Ende als Sieger vom Platz geht. Gehen wir, vom Sport gestärkt, auch im Kampf unseres Glaubens als glorreiche Sieger vom Platz! Oder lernen wir wenigstens vom Sport, dass nur der, der trainiert und wettstreitet siegen wird. Dabei sind die Heiligen unsere Vorbilder. Sie sind die wahren Athleten unseres Glaubens! Sie waren kämpferisch, ehrgeizig, kraftvoll und stark. Und selbst wenn sie schwach waren, waren sie stark, denn sie wussten, dass sie mit Christi Hilfe immer wieder aufstehen können.

„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast!“

(1. Timotheus 6,12)

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