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Traditioneller Schott in erweiterter Ausgabe erschienen

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Von Christoph Matthias Hagen

Das Vollständige Römische Messbuch ist wieder da. Dieses Buch, der sogenannte Große Schott oder Schott I, führt uns zurück ins Jahr 1934. Damals beging der Verlag Herder in Freiburg im Breisgau das Fünfzigjahrjubiläum, seit Pater Anselm Schotts OSB (1843-1896) Messbuch der heiligen Kirche 1884 zum ersten Mal erschienen war.  Dieser Schott II und der Schott I hatten seinerzeit eine Reifestufe erreicht, die vor den grundlegenden Änderungen im Zuge der nachkonziliaren Liturgiereform Pauls VI. geradezu Endgültigkeit bedeutete. Die letzten nennenswerten Überarbeitungen fanden damals unter der Verantwortung von Pater Sebastian Gögler OSB (1897-1991) statt. Von 1931 bis 1948 leitete er die Redaktion der verschiedenen Schott-Ausgaben.

Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat den Schott I dreimal in dieser Gestalt nachgedruckt, zuletzt 2006. Im Dezember 2018 hat nun die Priesterbruderschaft St. Pius‘ X. ein Buch vorgelegt, das sich vor allem äußerlich positiv vom letzten Nachdruck unterscheidet. Es hat wieder schwarzen Echtledereinband und Goldschnitt und verwendet ein gelblich getöntes Bibeldruckpapier, das gesamte Buch ist in Zweifarbendruck gestaltet und verfügt über sechs, statt wie bisher vier Lesebändchen. Der Satz, sogar die Paginierung ist im Stammteil bis S. 1132 und im schon ursprünglich vorhandenen Gebetsanhang bis einschließlich S. [276] oben völlig identisch. In der Originalausgabe folgten S. [276] unten bis S. [288] „In Deutschland gefeierte Heiligenfeste“. Diese Formulare, sowie ein 2006 eingefügtes Formular der Messe der Patrona Bavariae,  sind in der Neuausgabe in einen Anhang II eingegliedert worden, der die S. [277] bis S. [463] umfasst und „Heiligenfeste für bestimmte Orte“ anfügt. Den Großteil hat man dabei mit dessen Einwilligung von Pater Martin Ramm aus der entsprechenden Sammlung von Messformularen im Volksmissale übernommen. Das Volksmissale enthält Übersetzungen sämtlicher Messformulare pro aliquibus locis, wie sie das Pustet-Missale von 1963 bietet, Pater Ramm hat nur noch zusätzlich drei Formulare hinzugefügt und ein viertes, dasjenige des heiligen Bruder Klaus, das eigentlich auch hierher gehören würde, mit einer gewissen Inkonsequenz an Ort und Stelle ins Proprium Sanctorum aufgenommen. Die Neuausgabe des Schott I hat nicht alle diese Formulare bestehenlassen, sondern manche durch andere Messformulare ersetzt, die im Missale Romanum von 1962 strenggenommen nicht mehr vorkommen.

An sich sind es aber gerade diese, teilweise sehr schönen, Formulare, die ein inhaltliches Motiv sein können, den neuen Nachdruck des Schott I dem Volksmissale vorzuziehen. Nachteilig ist, dass man für die ergänzten Texte die reformierte Rechtschreibung anwendet, so dass in einem Buch zwei verschiedene Orthographien nebeneinander koexistieren.

Für den Anhang II hat Bischof Dr. Vitus Huonder von Chur unter dem Datum des 7. Oktober 2018 eine aktuelle kirchliche Druckerlaubnis erteilt. Ansonsten stützt man sich auf die ursprüngliche Druckerlaubnis des damaligen Beuroner Erzabtes Benedikt Reetz vom 20. Januar 1961 und des damaligen Freiburger Generalvikars Föhr vom 27. Januar 1961. Vergleicht man Volksmissale  und die Neuauflage des Vollständigen Römischen Messbuches in der Schott-Reihe abschließend noch einmal unter rein äußerlichem Gesichtspunkt, ist der einzige, nennenswerte Vorzug des letzteren, dass das verwendete Dünndruckpapier  weniger durchschlägt als das im Volksmissale der Fall ist.

Bibliographische Angaben:

Das vollständige Römische Meßbuch, lateinisch und deutsch, mit allgemeinen und besonderen Einführungen, im Anschluß an das Meßbuch von Anselm Schott O.S.B. herausgegeben von den Benediktinern der Erzabtei Beuron (Sarto, Lizenzausgabe des Herder-Verlages, Freiburg i. Br.) Bobingen 2018, goldgeprägter, schwarzer Echtledereinband, Dünndruckpapier einer Grammatur von 40 g/qm, allseitiger Goldschnitt, sechs Lesebändchen in drei verschiedenen Farben, X, 45*, Tabelle für den Fall, daß zwei liturgische Feste auf denselben Tag fallen, Tafel der beweglichen Feste (2007-2028), 1132, [463], beigebunden, mit eigener Paginierung: Kyriale für das Volk, XII,76, Alphabetisches Inhaltsverzeichnis, Inhaltsverzeichnis von Anhang II, Format: 16,9 x 10,7 cm, Buchblock ca. 4,5 cm dick, Preis: € 49,00,- (D), ISBN: 978-3-943858-99-0.

3 Kommentare

  1. Am 18. Dezember 2018 erschien auf kathnews.de bereits eine interessante, allerdings äußerst ausführliche Besprechung dieser Neuerscheinung.

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