Alles zur höheren Ehre Gottes: Der Jesuit und Widerstandskämpfer Rupert Mayer

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1912 kam der Schwabe Rupert Mayer nach München. Dort ist der große Jesuit bis heute ein großes Vorbild für den mutigen katholischen Widerstand gegen den heidnischen Nationalsozialismus. Sein Grab in der Bürgersaalkirche ist allen Münchnern und Touristen Beispiel und Mahnung.

Die Zeit vor dem Nationalsozialismus

Geboren wurde er 1876 in Stuttgart, als zweites von sechs Kindern des Kaufmanns Rupert Mayer. Nach seinem Abitur in Ravensburg 1894 studierte er von 1894-1898 Theologie in Freiburg, München und Tübingen und trat 1900 in Österreich dem Jesuitenorden bei. In Deutschland konnte er nicht Jesuit werden, denn der Orden galt im protestantisch-preußischen Kaiserreich als zu papsttreu und wurde im Zuge des Kulturkampfes 1872 verboten. Erst 1917 wurde er wieder zugelassen.

In München wirkte Rupert Mayer vor allem sozial. Er kümmerte sich um die Seelsorge der Zuwanderer und war Mitgründer der Kongregation der Schwestern von der Heiligen Familie. Während des Ersten Weltkriegs diente er als Divisionspfarrer und erhielt das Eiserne Kreuz, weil er einem Kameraden mutig das Leben rettete. Eine Kriegswunde führte schließlich dazu, dass sein linkes Bein amputiert werden musste.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er 1921 Präses der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal, in dem er heute auch begraben ist. Die Marianische Männerkongregation kümmert sich heute um die Grabpflege und das Andenken des Paters.

Rupert Mayer als Widerstandskämpfer

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kam er immer wieder zu Spannungen zwischen Mayer und dem NS-Regime. Im April 1937 erhielt er ein Predigtverbot für ganz Deutschland. Im Juni desselben Jahres wurde er wegen Nichtbeachtung verhaftet. Er wurde zwischenzeitlich entlassen und ihm wurde bei Einhaltung des Predigtverbots Freiheit zugesichert. Doch Rupert Mayer gab eine Erklärung ab, die ein für alle Mal klarstellte, wo seine Loyalität lag.

„Ich erkläre, dass ich im Falle meiner Freilassung trotz des gegen mich verhängten Redeverbots nach wie vor predigen werde. Ich erkläre insbesondere, dass ich auch in Zukunft von der Kanzel herab in der bisherigen Form die Kirche mit aller Entschiedenheit verteidigen werde.“

Rupert Mayer vor der Gestapo, in: Haub/Subbrack – Pater Rupert Mayer SJ

Über seine Zeit in der Haft sagte er, dass er sie nicht als Schande empfinde, sondern als Krönung seines Lebens. 1939 folgte die Überführung ins KZ Sachsenhausen. Er wusste, dass er durch seine Haft Zeugnis für Christus ablegte – und das war ihm Trost genug. So äußerte er vor Gericht: „Der liebe Gott hat mir im Gefängnis zu erkennen gegeben, dass er mit mir zufrieden war, das andere ist mir gleich.“

Als sein Gesundheitszustand 1940 bedrohlich wurde, verlegte man ihn ins Kloster Ettal. Dort blieb er bis zum Kriegsende. Nach dem Kriegsende wirkte und predigte Rupert Mayer wieder in München. Er starb, wie er gelebt hatte: aufrecht, mutig, tapfer, während einer Predigt in der Kreuzkapelle von St. Michael. Nachdem er die folgenden Worte beendet hatte, traf ihm am 1. November 1945 der Schlag:

„Die Kranken, die Heimatlosen, die Gefangenen, die elternlosen Kinder … Woher holen die Apostel der Caritas ihre Kraft? – Der Herr! Der Herr! Der Herr!“

Rupert Mayers letzte Predigt, in: Haub/Subbrack – Pater Rupert Mayer SJ

Am 3. Mai 1987 wurde Rupert Mayer im Olympiastadium in München seliggesprochen. Seine Heiligsprechung ist im Gange.

SELIGER RUPERT MAYER, BITTE FÜR UNS!

  • Literatur: HAUB, Rita, SUDBRACK, Josef, Pater Rupert Mayer SJ. Zeugnis für Gott – Dienst am Menschen, München 2008.

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