Kompass ohne Norden: Keine Zukunft ohne Tradition

Kompass ohne Norden: Keine Zukunft ohne Tradition

Der Künstler Prinz Pi hat im April 2014 die Single „Kompass ohne Norden“ veröffentlicht. In diesem Lied macht er deutlich, dass die Moderne keinen Sinn, keine Motivation und keine Bedeutung vermitteln kann:

Bob Dylan gab mir einst einen Kompass ohne Norden
So treibe ich verloren in ein unbekanntes Morgen

Prinz Pi

Tabea Mussgnug schreibt darüber im FAZ Artikel „Das Jetzt ist eine Wartehalle“, in dem sie ihr Buch „Nächstes Semester wird alles anders“ vorstellt: „In uns paart sich Unverbindlichkeit mit Fatalismus und einem Schuss abenteuerlustigem Tanz-am-Abgrund-Gefühl. Heraus kommen dabei entweder BWL-Studenten mit 60-Stunden-Praktika oder solche wie ich“. BWL ist Pragmatismus. Was zählt sind Zahlen, schlichte „facts“, finanzieller Nutzen, messbare Ergebnisse. Es geht um Performanz. Die Leitfrage lautet: „was nützt?“

Die Moderne hat den romantischen Traum geträumt und ist in Nietzsches Niemandsland erwacht, in dem es kein Vertrauen und keine Hoffnung gibt: „Du hast keinen fortwährenden Wächter und Freund für deine sieben Einsamkeiten – du lebst ohne den Ausblick auf ein Gebirge, das Schnee auf dem Haupte und Gluten in seinem Herzen trägt – es gibt für dich keinen Vergelter, keinen Verbesserer letzter Hand mehr – es gibt keine Vernunft in dem mehr, was geschieht, keine Liebe in dem, was dir geschehen wird – deinem Herzen steht keine Ruhestatt mehr offen, wo es nur zu finden und nicht mehr zu suchen hat“ – Friedrich Nietzsche, Excelsior.

Der Bruch mit der Tradition ist der Bruch mit Gott. Man verlässt sich nicht mehr auf das, was trägt, sondern will sich selbst tragen. Der Kompass ohne Norden ist das Leben nach dem Gottestod. Heraus kommt Performanz ohne Weisheit, denn „der Anfang der Weisheit ist es, den Herrn zu fürchten“ (Sir 1, 14). Wer Gott fürchtet, kehrt um und findet Zukunft in der Tradition. Sie hat die Vergangenheit getragen und trägt auch unsere Zukunft.

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