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Der Herr der Ringe: Liebe für das traditionelle Leben

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Zuhause, Heimat, Freundschaft, Opferbereitschaft, Geborgenheit, Schicksalsgemeinschaft, Liebe: das macht „Der Herr der Ringe“ aus. Kriege und Veränderungen werden als Bedrohungen dargestellt, die entwurzeln und zerstören. Die Moderne meint, dass sie eine Verbesserung durch Zerstörung des Alten hervorbringt. Tolkien stellt das radikal in Frage.

Das Auenland in „Der Herr der Ringe“ ist der Sehnsuchtsort aller vormodernen Romantik. Dort gelten traditionelle Werte und Tugenden, man schätzt das Beständige, Veränderungen werden kritisch gesehen. So heißt es im Film treffend: „Und so geht das Leben im Auenland weiter, ziemlich genauso wie im vergangenen Zeitalter. Es herrscht das übliche Kommen und Gehen und Veränderungen finden nur langsam statt, wenn überhaupt. Denn im Auenland schätzt man Dinge, die von Dauer sind. Sie werden von einer Generation an die nächste weitergereicht. Schon immer hat ein Beutlin hier unter dem Berg gelebt, in Beutelsend. Und so wird es auch immer bleiben.“

Die ländliche Idylle, bewohnt von Bauern und Handwerkern, ist der Gegenentwurf zu dem dunklen Land „Mordor“, das nicht nur lautmalerisch der englischen Aussprache von „modern“ nahe ist. In Mordor werden in radikal-industrieller Massenproduktion seelenlose Armeen aufgestellt, die das Auenland angreifen und zerstören – so der Plot in den Büchern. Das Böse zieht über Mittelerde auf wie ein dunkler Nebel, der alles tötet, was sich nicht versklaven lässt.

Das Gute hingegen sucht das Unscheinbare, um zu siegen. Ein Hobbit wird zum Held und rettet die Welt, die stolzen Krieger versagen im Schlachtfeld. Die ganzen Bücher behandeln im Grunde den Kampf um die Rettung des Wahren, Guten und Schönen, das vor allem da zu finden ist, wo Güte, Freundschaft und Einfachheit gelten. Das Böse bläht sich auf, das Gute bejaht das Leben.

Es geht nicht darum, in Märchenwelten unterzugehen. Aber Märchen können helfen, das Leben zu verstehen. Tolkien hat zu seinen Lebzeiten etwas beobachtet und literarisch verarbeitet, was seine Generation erlebt hat: Viele starben in Kriegen und die bisherige Ordnung löste sich auf. Es begann etwas, das in den 60ern immer mehr an Fahrt aufnahm: eine technische und weltanschauliche Revolution veränderte die Gesellschaft. Die Welt und die Werte, die er schätzte, gingen immer mehr verloren. Die neue Welt erfuhr er als Entfremdung vom wahren und guten Leben. Tolkien sah neuen Zwang, neuen Druck und neue Versuchungen.

Es ist etwas kaputt gegangen, was nur schwer zu heilen ist. Wir können aber an der Heilung mitwirken: durch den traditionellen katholischen Glauben und die Alte Messe.

2 Kommentare

  1. Eine Rück-Besinnung auf den >> „traditionellen“ << katholischen Glauben halte auch ich für höchst wünschenswert.
    .
    Diesfalls müssten alle von der frohen Botschaft abweichenden Frömmigkeits-Formen getilgt und der Herr Jesus Christus wieder in den Mittelpunkt gestellt werden.
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    Sicher sind viele Gläubige auf dem Weg dorthin — und das ist hoch erfreulich!
    Aber leider vertraut eine Mehrheit (auch hoher Geistlicher) lieber einer irgendwo erschienenen "Himmelskönigin" als unserem Herrn.
    Bei uns sind sonntags noch eine Handvoll in der Messe.
    Aber ein großer Reisebus wird voll, wenn es zur Himmelsmutter nach Medjugorje oder neuerdings nach Bad St. Leonhard in Kärnten geht.
    Unser Heiliger Vater Franziskus hat den der Geburt und Pflege der Kirche durch den Heiligen Geist geweihten Pfingstmontag durch das Hochfest "Maria, Mutter der Kirche" ersetzt.
    Irgendwie läuft da doch etwas schief!

  2. Ein ansonsten guter Artikel wird wie in letzter Zeit üblich durch das unbegründete Rekurrieren auf die Alte Messe entwertet.

    Wie erklären sich die Autoren eigentlich funktionierende Kirchengemeinden, die nicht dem Alten Ritus folgen?

    Das Problem ist nicht die Alte Messe per se – ich erlebe beide Formen als sehr bereichernd , sondern deren Vergötzung durch die Autorenschaft auf dem Cathwalk.

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