Wenn Glaube anmacht: Die mystische Verzückung Teresas

Wenn Glaube anmacht: Die mystische Verzückung Teresas

Lust – kann sie Teil einer Glaubenserfahrung sein? Kann es eine erotische Gotteserfahrung geben? Die Kunst zeigt: Es kann sie geben. Nicht nur der Barock, der erlöste Leiblichkeit darstellen will, kann davon pompös künden, auch die Mystik, genauer: Teresa von Ávila.

Eine Statue von Giovanni Lorenzo Bernini aus dem Jahr 1652 in der Kirche Santa Maria della Vittoria in Rom verbildlicht die Transverberation Teresas, die mystische Durchbohrung des Herzens, in der ein Engel ihr mit einem Pfeil der göttlichen Liebe das Herz durchbohrt. Pater Pio hat ebenfalls eine solche Erfahrung gemacht.

Teresa beschreibt das Erlebnis in ihrer Biographie wie folgt:

„Unmittelbar neben mir sah ich einen Engel in vollkommener körperlicher Gestalt. Der Engel war eher klein als groß, sehr schön, und sein Antlitz leuchtete in solchem Glanz, daß er zu jenen Engeln gehören mußte, die ganz vom Feuer göttlicher Liebe durchleuchtet sind; es müssen jene sein, die man Seraphe nennt. In der Hand des Engels sah ich einen langen goldenen Pfeil mit Feuer an der Spitze. Es schien mir, als stieße er ihn mehrmals in mein Herz, ich fühlte, wie das Eisen mein Innerstes durchdrang, und als er ihn herauszog, war mir, als nähme er mein Herz mit, und ich blieb erfüllt von flammender Liebe zu Gott. Der Schmerz war so stark, daß ich klagend aufschrie. Doch zugleich empfand ich eine so unendliche Süße, daß ich dem Schmerz ewige Dauer wünschte. Es war nicht körperlicher, sondern seelischer Schmerz, trotzdem er bis zu einem gewissen Grade auch auf den Körper gewirkt hat; süßeste Liebkosung, die der Seele von Gott werden kann.“ (Wikipedia)

Bild: Livioandronico2013 [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

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