Wer die Welt retten will, muss seine Seele retten

1
1084

Der Grundirrtum der Marxisten besteht in der Annahme, der Mensch sei von Natur aus gut, er müsse nur von Herrschaften und Hierarchien befreit werden.

Der Grundirrtum der Liberalen besteht in der Annahme, es gebe keine erkennbare Wahrheit und daher auch keine religiösen Pflichten.

Beide eint eine Skepsis gegenüber der Metaphysik und damit einher geht eine „aversio a Deo“, eine Abkehr von Gott und es kommt zu einer „conversio ad creaturam“, einer Hinkehr zum Geschaffenen. Das endet in der Machtergreifung des Egoismus, daher führen Marxismus und Liberalismus zum Totalitarismus. Freiheit gibt es, wenn es Wahrheit und Verantwortung gibt.

Unfrei ist der Mensch, der sich von Gott abwendet. Er wird von seinen Leidenschaften versklavt und lebt in Unordnung und Durcheinander. Ihm fehlt die richtige Ausrichtung, er vergötzt das Geschaffene und ignoriert das Anbetungswürdige.

Die Welt ist für ihn alles. Etwas anderes gibt es für ihn nicht. Wenn man erwartet, dass jemand wirklich frei, gut und heilig handelt, braucht man eine andere Grundlage als die Welt, man braucht Gott. Gnade befreit uns zum Guten. Alles andere sind nur Egotrips.

1 Kommentare

  1. Wobei man nicht vergessen darf, dass die von außen aufgepresste Staatsräson oft Ziel und Sinn des Einzellebens aus der individuellen Entwicklung herausnimmt. Wir stehen also auch vor dem Phänomen, dass Millionen Menschen die Möglichkeit, ihre Seele zu retten, dadurch genommen wird, dass ihnen die Sicht auf diese Option von Kindesbeinen an verstellt ist. – Deshalb wäre es Aufgabe der Kirche und auch der in ihr wirkenden Individuen (der Gläubigen), diesen Blick zu ermöglichen (Mission). Stattdessen aber scheint sie zumindest in den Ländern des Westens in einer Phase, sich dieser Staatsräson zu fügen, sich an deren Stabilität zu beteiligen. Um seine Seele retten zu können, muss man sich eben bewusst sein, eine zu haben. Es bedarf also einer Kirche, die sich dem Totalitarismus – in unserem Fall dem liberalen – entgegenstellt. Die sehe ich mittelfristig nicht, weshalb ich zum Schluss kommend schreibe: Alles richtig, was im Text steht. Aber so lange das Insiderwissen bleibt, ist damit keinem geholfen. – Wir konservativen Katholiken bleiben zu passiv in unseren Blasen, retten (vielleicht) unsere Seelen und beklagen das Elend der Welt, die sich nicht retten lassen will. Wir müssen raus aus unseren Wohlfühlzonen!

Kommentieren

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.