Die großen Häresien: Der Kampf gegen Europa

Die großen Häresien: Der Kampf gegen Europa

Seit letzten Monat ist das Buch Die großen Häresien von Hilaire Belloc erstmals in deutscher Sprache erhältlich. Es ist die einzige systematische Gesamtdarstellung der theologischen Häresien und gleichzeitig eine kompakte, da auf knapp 200 Seiten begrenzte, Apologetik des trennscharfen Denkens. An den Beispielen von Arianismus, Islam, Manichäismus, Reformation und Moderne stellt Belloc den Charakter und die theologischen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen von Häresien dar.

Nach dem Titel Der Sklavenstaat. Vom Verlust von Eigentum und Freiheit, der gewissermaßen eine Vorrede für den von Belloc vertretenen Distributismus darstellt, hat der Renovamen-Verlag ein weiteres Buch des englischen Schriftstellers vorgelegt.

Den Buchumschlag ziert eine doppelseitige Fotografie des großen Brandes der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Dass die berühmteste Kirche Frankreichs, ein Wahrzeichen nicht nur des Landes, sondern auch des Katholizismus, den Flammen zum Opfer fiel, ist für den Renovamen-Verlag ein einprägsames Symbol für die von Hilaire Belloc beschriebenen Angriffe auf den christlichen Glauben.

Dem geneigten Leser des Buches mutet der Autor nicht nur einen robusten Katholizismus, sondern auch einiges an geistiger Anstrengung zu. Neben geschichtlichen Ereignissen werden auch die denkerischen Strömungen jener Epochen dargestellt und nachvollzogen. Die Forderung Bellocs nach klaren Definitionen, um mit klaren Begriffsbestimmungen unsere abendländisch-katholischen Verhaltensmaßregeln und Sitten zu schützen, die für das Gedeihen unserer Gesellschaft unerlässlich sind, mutet – ganz zu schweigen von seiner Vorhersage eines Wiedererstarkens des Islam –prophetisch an. Den Relativismus, der wie ein Krebsgeschwür unsere Gesellschaft durchdrungen und an den Rande des Todes gebracht hat, sehen wir schließlich täglich vor uns.  

In dem Buch geht es um Häresien. Doch Belloc geht weit über eine theologische Abhandlung hinaus. Seine umfassende historische und philosophische Analyse der Häresien befähigt den Leser bis heute, sich gegen alte und neue Irrlehren zu immunisieren. Gleichzeitig verdeutlicht er, wie die Europäer in Zeiten großer Glaubenskrisen immer zusammenfanden und die durch Häresien verursachten Zeiten schwerer Not überwanden.

Möge Belloc uns dabei helfen, auch diese gegenwärtige Not kraft unseres katholischen Glaubens eines Tages zu meistern.

Hilaire Belloc, Die großen Häresien. Der Kampf gegen Europa. ISBN 978-3-95621-136-2, gebundener Ladenpreis (brutto) 16 Euro. Aus dem Englischen übersetzt von Julian Voth. Mit einem Vorwort von Dr. Robert Hickson.

Über den Autor:

Hilaire Belloc, 1870 in der Nähe von Paris geboren, war ein britischer Schriftsteller, Historiker und Politiker. Nach dem Geschichtsstudium an der Oxford University war Belloc als Journalist und Parlamentsmitglied tätig, vor allem jedoch als freier Autor. Unter seinen 150 Büchern finden sich Gedichte, Romane, Biographien, Kinderbücher und Schriften zur Geschichte und Politik. Der strenggläubige Katholik, glühende Europäer, radikale Sozialkritiker und monarchistische Reaktionär war einer der streitbarsten Gestalten seiner Zeit. Gemeinsam mit seinem engen Freund G. K. Chesterton entwickelte er die ökonomische Philosophie des Distributismus in Opposition zu den Wirtschaftssystemen des Kapitalismus und des Sozialismus. Er starb 1953 in Surrey.

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