Katholisch ohne Kompromisse: Erzbischof Fulton Sheen

Katholisch ohne Kompromisse: Erzbischof Fulton Sheen

Erzbischof Sheen steht kurz vor der Seligsprechung. Sein Leichnam wurde Ende Juni 2019 nach dem Willen seiner 94-jährigen Nichte von der St. Patrick’s Cathedral in New York City zum Bistum von Peoria umgebettet.

Erzbischof Sheen war der erfolgreichste Medienbischof der USA. Geboren 1895 in der Diaspora in Illinois, ausgebildet auf der ganzen Welt, prägte der hochgebildete Bischof von den 20er Jahren bis zu seinem Tod 1979 die Radio- und Fernsehlandschaft Amerikas. Hager, ernst und von durchdringendem Blick war seine Erscheinung. Heiter, klar und kompromisslos seine Predigten. Sheen war der erste Fernsehprediger Amerikas, der berühmteste Geistliche nach dem Papst.

Die klare und kompromisslose Linie brachte ihn nicht selten in Konflikte. Kardinal Spellman, Erzbischof von New York, wollte Gelder aus einem Fonds, den Sheen verwaltete. Sheen weigerte sich – als Pius XII. in den 50ern den Streit schlichten sollte, gab der Papst Sheen Recht. Ein lebenslanges Zerwürfnis zwischen dem damaligen Weihbischof Sheen und seinem Kardinal begann. Spellmann drohte Sheen und schickte ihn 1966 in die „Verbannung“ als Erzbischof von Rochester. Der Medienbischof sollte kaltgestellt werden: statt TV-Auftritten und Fernsehserien sollte er ein Bistum verwalten, weit weg von New York.

Sheen scheiterte kläglich als Diözesanbischof. Paul VI. nahm 1969 Sheens Rücktrittsgesuch an und machte ihn zum Titularerzbischof von Newport, Wales. Die letzten 10 Jahre trat Sheen wieder medial in Erscheinung und reiste umher.

Er nahm am Zweiten Vatikanischen Konzil teil und erlebte die großen Verwirrungen in den Folgejahren. Er sah, wie das Priesterbild erodierte und viele bisher selbstverständliche Grundlagen des Glaubens in Frage gestellt wurden. Sheen wollte dem vor allem durch Exerzitien für Priester entgegenwirken. Den Rückgang von Strenge und Disziplin bewerte er als Hass auf das Kreuz Christi und er kritisierte eine Verweltlichung in der Kirche.

Früh sah Sheen die falschen Kompromisse, die seit den 60er Jahren gemacht wurden. Man trat auch an ihn heran und bat ihn, mit der Zeit zu gehen, aber er weigerte sich energisch. Sheen sah das Schweigen der Hirten und gab den Laien einen klaren Rat, um die Kirche zu retten: „Erinnert die Bischöfe daran, wieder Bischöfe zu sein und die Priester, wieder Priester.“

Sein Erbe ist unerreicht: tausende Stunden Radio- und Fernsehmaterial, dutzende Publikationen und missionarisches Wirken weltweit. Er hat sein Leben für Christus gegeben und die Ewigkeit gewonnen.

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