Die Kirchengeschichte beweist: Umkehr, nicht Anbiederung löst Kirchenkrisen

Die Kirchengeschichte beweist: Umkehr, nicht Anbiederung löst Kirchenkrisen

Wir befinden uns in der größten Kirchenkrise seit der arianischen Häresie. Warum? Weil überall Verwirrung darüber herrscht, was der wahre Glaube ist, was richtig und falsch. Vor allem aber wissen immer weniger, wer Christus ist. Dann gibt es Verbrecher unter Kardinälen, Bischöfen und Priestern, die sexuellen Missbrauch begangen oder vertuscht haben.

Die Kirche hat zwar Milliarden an Euros, aber endlose Schulden beim Glauben und den Sitten. Was nützt dann das Geld? Was nützt der Wohlstand? – „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?“ (Mt. 16,26). Wer kennt heute noch den katholischen Glauben – voll und ganz? Wer beichtet noch, was Sünde ist?

Wir sind einer Krise von historisch einmaligem Ausmaß. Und in dieser Krise, die nicht über Nacht zu lösen ist, meinen einige, man gewinne, indem man den Weg der Weltlichkeit weiter gehe. Noch mehr Anbiederung, noch mehr Weltlichkeit, dann werde man das Kirchenschiff schon wieder voll kriegen. Bischöfe loben Greta und Klima-Demos. Theologen wollen den Zölibat abschaffen und der Gender-Ideologie ihren Segen geben. Christus aber erschütterte bis ins Mark als er sagte: „Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr“ (Mt. 31,21).

Christus weist uns den Weg. Genau deshalb sind die Scheinlösungen von vielen Theologen so unverständlich. Wie kann man heute noch so blind sein? Wie kann man so ignorant sein vor dem Evangelium und vor 2000 Jahren Kirchengeschichte? Die Kirchengeschichte beweist: Niemals hat Laxheit, niemals hat Weltlichkeit eine Kirchenkrise gelöst. Sie wurde immer von Christen gelöst, die die Nachfolge Christi ganz ernst genommen haben: Buße, Reue, Umkehr, Hinwendung zur Heiligkeit: das ist der Weg, der die Kirche aus jeder Krise geführt hat. Dazu gibt es zahllose Beispiele. Zwei davon sind Franz von Assisi und Ignatius von Loyola.

Franz von Assisi

Franz hörte die Stimme Christi: „Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.“ Franziskus wurde ein strenger Mönch und betete viel. Er gründete den Franziskanerorden und überall in Europa entstanden Klöster, in denen Armut, Fasten und Beten geboten war und gute Werke getan wurden. Der franziskanische und der dominikanische Bettelorden haben Europa so geistig und moralisch wieder aufgebaut.

Ignatius von Loyola

Ignatius wurde durch Gnade und Glaube neu geschaffen. Dieser Weg war jedoch nicht ohne Mühe. Ignatius erinnerte sich an sein früheres Leben als Offizier. Er war bekannt als Spieler und Schürzenjäger, ganz davon eingenommen, nahezu süchtig, weltlichen Ruhm und Lust zu finden – grenzenlos, rücksichtslos. Als ihm die Leere und Sinnlosigkeit seiner bisherigen Bestrebungen klar und deutlich wurde, erkannte er wie weit er sich dadurch von Gott entfernt hatte und erlebte schwere Depressionen und innere Kämpfe.

Nach vielen Problemen, mehrfacher Inquisitionshaft und gescheiterter Wallfahrt nach Jerusalem, studierte Ignatius schließlich in Paris und gründete 1534 zusammen mit 6 weiteren Männern eine Gemeinschaft. Sie legten erste Gelübde auf dem Montmartre in Paris ab und nannten sich später „Societas Jesu“ – Gesellschaft Jesu. 1539 konstituierten sie sich als Orden und wurden 1540 Orden durch Papst Paul III. bestätigt. Zu den Gründervätern des Ordens zählen neben Ignatius bedeutende Missionare wie Franz Xaver, Peter Faber oder Petrus Claver. Schon wenige Jahre nach der Ordensgründung wurde die ganze Welt vom jesuitischen Geist erfüllt. In Europa, Nord- und Südamerika, Indien, Japan und Afrika – überall wurde in missionarischer Hingabe Christus verkündet.

Für uns bleibt eine Frage: Welchen Weg müssen wir heute gehen, um der Welt Christus zu bringen?

Der hl. Franziskus meditierend, von Francisco de Zurbarán (public domain)

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