Advent, Advent, die Synodalkerze brennt …

Advent, Advent, die Synodalkerze brennt …

Von Thorsten Paprotny

Säkularen Firlefanz, Weihnachtsmann & Weihnachtsfrau sowie bunte Flackerlichter nehmen wir schon seit Wochen wahr, alle Jahre wieder. Mein Staunen über den Erfindungsreichtum der katholischen Kirche in Deutschland hält an. Das Medienportal domradio.de berichtete: In einigen Domkirchen – nicht in allen, immerhin! – werde am 1. Advent auch die „Synodalkerze“ angezündet, also das einzig wahre Aufbruchslicht.

Ja, ein „Weg der Umkehr“ ist uns verheißen – und die Kirche in Deutschland bräuchte genau das, was Benedikt XVI. 2011 in Freiburg empfahl: „Entweltlichung“, Bekehrung, mehr Freude am Glauben und mutige Bischöfe, die für eine beherzte Neuevangelisierung werben. Ich gestehe allen Beteiligten am „Synodalen Weg“ auch die besten Absichten zu. Doch ich sehe: ein synodales Logo und eine Synodenkerze. Also kommt mir ein anderes Lied in den Sinn: „Lasst uns froh und munter sein … lustig, lustig, trallalala.“

Wir könnten klagen, wir könnten stöhnen. Aber können wir den „Synodalen Weg“ wirklich ernst nehmen? Haben wir vergessen, dass wir auf das hochheilige Weihnachtsfest zugehen? Ich ziehe noch immer das „Rorate caeli“ vor. Wir alle möchten ernst genommen werden. Wir möchten doch nur beten. Wir möchten den Herrn immer mehr lieben. Wir möchten die römisch-katholische Kirche nicht nach unseren Wünschen reformieren, sondern uns von der Kirche neu formen lassen. Wir möchten einzig und allein uns von Gott erneuern lassen. Und wir brauchen diese Erneuerung so sehr.

Advent, Advent, die Synodalkerze brennt … Mich macht das traurig, doch ich weiß: Ich bin damit nicht allein. Wir brauchen die Bekehrung zu Gott, Sie und ich. Die Synodalkerze wird brennen, ja. Doch ich habe Hoffnung. Warum? Hoffnung schenken mir fromme, gläubige und betende Menschen. Etwa, wenn ich diesen Beitrag von Martha Klawitter-Weiß lese. Die junge Katholikin beschreibt unsere neukatholische Lebenswirklichkeit und berichtet von der Sehnsucht nach einem fast vergessenen Sakrament:

„Die Internetauftritte unserer Gemeinden sind voller kreativer Angebote. Von Wortgottesdienstfeiern mit Yoga bis hin zum meditativen Mandala-Malen ist alles dabei. Aber wehe dem, der nach Beichtgelegenheiten sucht. … Mir scheint: Überall beschäftigt man sich mit jenen, die irgend­etwas nicht mehr tun. Nicht mehr zum Gottesdienst kommen, ihre Kinder nicht mehr taufen lassen, eine sogenannte freie Trauung der kirchlichen vorziehen. Mit kreativen Ideen versucht man sie zurückzugewinnen. Doch wer kümmert sich um den Rest, der sich bloß wünscht, einen Priester im Beichtstuhl vorzufinden, der den Gläubigen das Bußsakrament spendet?“

Ja, leuchtende, treffende, großartige Worte! Die Kirche lebt, ob Synodalkerzen brennen oder nicht. Ihre Herzmitte ist Christus. Darum bleiben wir einfach römisch-katholisch – und so ist es würdig und recht.

Rorate caeli

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