Was ist das Phänomen Jordan Peterson – Er sagt die Wahrheit über Männer und Frauen

Was ist das Phänomen Jordan Peterson – Er sagt die Wahrheit über Männer und Frauen

Viele hassen ihn, viele lieben ihn: Jordan Peterson. Für einige ist er das Abbild des Bösen. Er gilt als Anti-Gender, Anti-Feminist und Anti-Linker. Andere sehen ihn als einen Propheten der Gegenwart, einen Prediger, eine Kultfigur. Sicherlich hat er etwas Nonkonformistisches, eine dylanesque Art. Den einen ist er zu modern, den anderen zu traditionell. So entzieht sich der Kanadier, wie der Künstler aus Minnesota, stets der Vereinnahmung und predigt aus dem Schatten zu den schweigenden Massen. Peterson predigt eine neue Zeit, die den Altlinken das fürchten lehrt. Er spricht zu den Enkelkindern der 68ern und schleudert den Alten jenen Dylanprotest um die Ohren, den sie einst für sich selbst beanspruchten: „Your sons and your daughters are beyond your command / Your old road is rapidly aging / Please get out of the new one if you can’t lend your hand / For the times, they are a-changin'“.

Auch die Kinder der Linken hören nicht mehr auf ihre Eltern. Die alte Straße des Wohlfühlsozialismus ist verrottet. Die Zeiten haben sich geändert. Was sind das für Zeiten? Es sind Zeiten, in denen nicht mehr Träume und Wünsche, sondern harte Realitäten zählen. Die Linken haben einen Traum vom neuen Menschen geträumt und ihre Kinder leiden an diesem Wahn: durch die zerbrochenen Ehen, durch die Kindheit ohne Vater, durch die Verwirrung über ihre Identität und vor allem: durch die totale Orientierungslosigkeit, in der es kein Richtig und Falsch gibt. Diese postmoderne Verrohung hat zu ganz neuen Phänomenen zwischen den Geschlechtern geführt. Die sexuelle Revolution ist wie alle sozialen Phänomene nach dem Paretoprinzip verlaufen: Während einige wenige einen moralfreien Extremismus praktizieren, der zur generellen Norm erhoben wird, vereinsamt die Masse.

Viele sind unsicher und identitätslos. Was ist ein Mann, was ist eine Frau? Im postmodernen Kontruktivismus ist diese banale Frage alles andere als klar. In diese Leere spricht Peterson hinein und kann mit ganz banalen Aussagen des gesunden Menschenverstands die Massen gewinnen. Selbst Brei ist wie ein Steak, wenn man vorher nichts zu essen hatte. Und wir leben in einer Hungersnot der Vernunft. Beispiel gefällig? Petersons Bestseller besteht aus Ratschlägen wie „räum dein Zimmer auf“, „geh aufrecht, Schultern zurück.“ Das ist nicht die neue Relativitätstheorie, es ist vielmehr ein Beweis dafür wie verwirrt und verloren wir heute sind.

Peter Hitchens analysiert das Phänomen Peterson für den englischen Spectator und bringt den Kern des Phänomens treffsicher und deshalb traurig auf den Punkt. Hitchens sagt, er selbst könne mit Peterson wenig anfangen, seine Werk sei im fremd. Petersons Botschaft sei an Menschen gerichtet, die in der postchristlichen Welt aufgewachsen seien. Und damit hat er recht. Hitchens ist wie der tolle Mensch, der nolens volens zur alten Zeit spricht. Peterson hingegen spricht zum Jetzt. In den Worten von Hitchens: Junge Männer könnten nicht herausfinden, wie sie sich richtig gegenüber modernen Frauen verhalten sollen. Der Geist dieser jungen Frauen sei darauf trainiert worden, Männlichkeit zu misstrauen. Aber in ihren Herzen verachteten sie schwache, feminisierte Männer. Das Resultat sei, dass Männer in einem Minenfeld gefangen seien, inmitten von Treibsand. Ob man still stehe oder sich bewege, es werde einen zerstören.

Und genau in dieses Chaos der Moderne spricht Peterson hinein. Seine Botschaft: Get your act together – reiß dich zusammen, krieg die Kurve und lebe so, dass du ein Vorbild sein kannst. Er glaubt an den Mann von heute. Deshalb traut er ihm zu, der Lüge der Linken entkommen zu können und als freier Mann sein Leben in den Griff zu kriegen. Dafür danken ihm Millionen – Männer und Frauen.

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