Vertrauen in die göttliche Vorsehung als Weg zu Frieden und Glück

Vertrauen in die göttliche Vorsehung als Weg zu Frieden und Glück

„Wenn ich meine Träume und Wünsche leben kann, dann bin ich glücklich.“ Oft machen die Träume und Wünsche aber nicht so glücklich wie erhofft – oder sie sind gar nicht erst erfüllbar. Das braucht aber keine Angst zu machen. Denn es gibt noch einen anderen Weg, der alles übersteigt, einen Weg, der zum Thron Gottes erhebt: den Weg der göttlichen Vorsehung.

Um den Weg der göttlichen Vorsehung voll zu bejahen und anzunehmen, müssen wir uns an die Grundwahrheiten unseres Glaubens erinnern: Gott ist ein liebender und gütiger Vater, der uns in der Taufe als seine Kinder angenommen hat. Wir sind zum ewigen Leben berufen, zur „Anschauung Gottes und im genussvollen Auskosten der Schönheit dessen, der da ist die Quelle und der Urgrund aller Wesensgüter und Vollkommenheit“ (Catechismus Romanus).

Nichts kann uns daran hindern, zu diesem Ziel zu gelangen – außer unserer Sünde. Daher kann uns auch nichts schaden, außer unserer Sünde. Allein unsere Sünde trennt uns von Gott. Mit Ausnahme der Sünde kommt alles von Gott und dient zu unserem Heil. Thomas von Aquin und Augustinus lehren einmütig, dass Gott die Ursache aller Dinge ist. Wenn wir enttäuscht und niedergeschlagen sind, sollten wir nicht dem Bösen oder Menschen die Schuld zuschieben, sondern Gott. Gott handelt souverän. Alle seine Handlungen gründen in seiner Weisheit und dienen heiligen und übernatürlichen Zielen. Gott hat einen Plan. Er führt zum Heil.

Wenn wir unsere Gesundheit verlieren, dann, weil Gott es will. Wenn wir wieder gesund werden, mittels Arzt, Medizin oder Wundern, dann auch, weil Gott es will. Wenn wir unseren Reichtum verlieren, dann auch, weil Gott es will. Krankheit, Armut und anderes Leid wird uns von Gott zugemutet, weil er eine gute Absicht damit verfolgt: unser Heil. Nichts außer der Sünde kann uns von Gott trennen. Im Jenseits gibt es weder Raum noch Zeit. Gott kennt unser Heute und Morgen. Als liebender Vater tut er alles, was nötig ist, damit wir auf ewig mit ihm, unserem Ursprung und Ziel, vereint werden. Was uns zustößt, dient dazu, dass wir in den Himmel kommen. Das haben wir vergessen, weil wir auf die Welt schauen statt dem Himmel den Vorzug zu gehen. Die Welt aber kann kein Maßstab sein. Durch die Erbsünde ist nicht nur unsere Natur zum Bösen geneigt, sondern die gesamte Schöpfung in Unordnung geraten. Keine menschliche Anstrengung kann diese Wunde heilen. Allein Gottes Gnade genügt.

„Wer immer das Gebet zur Gewohnheit macht“, sagt die heilige Teresa von Avila, „sollte nur daran denken alles in Einheit mit dem Willen Gottes zu tun. In dieser Einheit liegt die höchste Vollkommenheit, die wir erreichen können und diejenigen, die sie mit der größten Sorge ausüben, werden von Gott mit der größten Gabe begünstigt und den schnellsten Fortschritt im inneren Leben machen. Glaube nicht, dass es andere Geheimnisse gibt. Alles Gute besteht darin.“

Wenn wir Gottes Willen annehmen, werden wir Frieden und Freude haben. Der Franziskaner-Pater Gereon Goldmann drückt es so aus:

„Nun bin ich ein alter und kranker Mann. Fester als je ist meine Überzeugung das alles, was auch immer im Leben geschehen wird, unter der gütigen und liebevollen menschenfreundlichen Vorsehung einer ewigen Liebe geschieht. Freude und Leid, Erfolg und Misserfolg, Krankheiten und Nöte aller Art. Alles schlägt zum Guten aus – Ja, zu unserem Besten, wenn wir die Überzeugung bewahren, dass Gott uns sieht, dass er uns liebt und hört, wenn wir uns an ihn wenden. Die Brücke zu ihm ist aber das Gebet und die heilige Eucharistie.“

Literatur:

Jean Baptiste Saint-Jure SJ, , Claude De La Colombiere SJ, Trustful Surrender to Divine Providence, Charlotte, NC, 1983.

Gereon Goldmann, Tödliche Schatten – Tröstendes Licht: Ein Franziskaner in Uniform (Zitat am Ende).

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