Schöpfung und Sündenfall nach den Visionen der Anna Katharina Emmerick

Schöpfung und Sündenfall nach den Visionen der Anna Katharina Emmerick

Die selige Anna Katharina Emmerick hat nicht nur Visionen über die Kreuzigung Christi gehabt, sondern über die gesamte Heilsgeschichte, von der Erschaffung der Welt bis zur Endzeit. Ausführlich schilderte sie die Erschaffung Adams und Evas und den Sündenfall:

„Ich sah Adam nicht im Paradiese erschaffen, sondern in der Gegend vom nachmaligen Jerusalem. Ich sah in glänzend und weiß aus einem gelben Erdhügel hervorgehen, wie aus einer Form … Er wurde wie von der Erde geboren, die eine Jungfrau war … Ich sah eine Gestalt in seiner Rechten und ward inne, dass es Eva sei, welche später im Paradiese von Gott aus ihm hervorgezogen wurde.“

Dann beschreibt sie die Erschaffung Evas. Gott habe Adam in einen Schlaf gesenkt. Da habe Gott aus Adams rechter Seite Eva an der Stelle hervorgezogen, wo die Seite Jesu durch die Lanze eröffnet wurde. Eva sei vollkommen groß und schön gewesen. Ohne den Sündenfall wären alle Menschen „in sanftem Schlafe geboren“ worden.

Adam und Eva werden als „ganz leuchtend“ beschrieben, „mit Strahlen bekleidet, wie mit einem Flor.“ In ihren Herzen habe der Heilige Geist gewohnt.

Der Sündenfall

Anna Katharina Emmerick beschreibt den „Baum der Erkenntnis“ als „geschuppt, wie bei Palmen“. Die Blätter würden unmittelbar vom Stamme wachsen, wären groß und breit gewesen. Die Frucht sei gelb und eher wie eine Birne geformt gewesen.

Als Adam und Eva durch das Paradies wandelten, hätte Eva mehr mit den Tieren zu tun gehabt als Adam. Eva hätte allgemein mehr mit den Geschöpfen zu tun gehabt. Adam sei stiller und mehr Gott empor gerichtet gewesen.

Unter all den Tieren wäre eines gewesen, das „etwas Schreckliches“ gehabt hätte. Es sei „fast wie ein Aal“ gewesen. Das Tier sprach mit Eva und verführte sie, von der Frucht zu essen. Das Tier brach die Frucht und reichte sie Eva. Eva reichte sie Adam. Ohne Adams Einwilligung wäre die Sünde nicht geschehen.

Die Sünde kam in die Welt: „Ich sah, dass sie sich verfinsterten und in ihrer Gestalt sanken. Es war, als weiche auch die Sonne.“ Durch das Essen der Frucht, sei die Sünde nicht vollendet gewesen. Das Wesen des Baumes sei die „eigenmächtige Fortpflanzung“, „eines sinnlichen, von Gott trennenden Einpflanzens in sich“. Durch den Genuss der Frucht mit dem Ungehorsam sei die Trennung der Kreatur von Gott und die „selbstische Begierde“ in den Menschen gekommen. Als Folge seien so die Erniedrigung der Natur, die Sünde und der Tod gekommen.

Vor der Sünde seien Adam und Eva ganz anders gewesen, als wir Menschen heute. Nach der Sünde waren sie nicht mehr eins in Gott. Sie hätten einen Eigenwillen, Eigentlust, Sündenlust und Unreinheit einwickelt. Ohne den Sündenfall hätte der Mensch sich bis zur Vollzahl der gefallenen Engel vermehrt, dann wäre die Schöpfung vollendet gewesen. Hätten Adam und Eva nur eine Generation ohne Sünde gelebt, wären sie nicht mehr gefallen. Mit Adam und Eva ist die gesamte Schöpfung gefallen: Menschen, Tiere und Pflanzen. Affen, Insekten und „elende Tiere“ sah Emmerick vor dem Sündenfall nicht. Sie interpretiert diese Tiere als Sündenstrafe. Vor dem Sündenfall seien die Tiere „rein, edel und sanft“ gewesen.

Adam und Eva wurden aus dem Paradies vertrieben. Das Paradies liege östlich vom Prophetenberg, „wo die Sonne aufgeht“. Adam und Eva stiegen hinab auf die „Buß-Erde“. Sie kamen in der Gegend des Ölbergs an. Adam konnte einen Ölzweig aus dem Paradies mitnehmen, aus dessen Holz später das Kreuz gezimmert wurde.

Gottes Heilsplan

Anna Katharina Emmerick sah auch Gottes Heilsplan: „Nach dem Falle des Menschen zeigte Gott den Engeln, wie Er das Menschengeschlecht wieder herstellen werde. Ich sah den Thron Gottes, die Allerheiligste Dreifaltigkeit, eine Bewegung in ihren Personen. Ich sah die neun Chöre der Engel und wie Gott ihnen verkündete, auf welche Art Er das gefallene Menschengeschlecht wieder herstellen wolle; und ich sah eine große, unbeschreibliche Freude und großen Jubel bei den Engeln darüber.“

„Ich sah nun in Bildern das Geheimnis der Erlösung als Verheißung bis herab zur Fülle der Zeit und sah auch Bilder der Gegenwirkung. Zuletzt sah ich über dem leuchtenden Felsen eine große herrliche Kirche, die eine heilige katholische und apostolische Kirche, welche das Heil aller Welt lebendig in sich trägt.“

Quelle: Stocker, Josef (Hg.), Anna Katharina Emmerick. Schöpfung und Heilsgeschichte. Geheimnisse des alten Bundes Band 1, 2. Auflage Wien 2018. Erhältlich hier: Mediatrix Verlag: Die Visionen der Anna Katharina Emmerick

Das Banner des Köln-Chapitre Anna Katharina Emmerick auf der Wallfahrt von Paris nach Chartres 2018

Siehe auch:

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