Glaube, Hoffnung und Liebe – dreifach Impfstoff für die Menschheitsfamilie!

Glaube, Hoffnung und Liebe – dreifach Impfstoff für die Menschheitsfamilie!

Von Christian Schallauer

Nach der Betrachtung des Glaubens, möchte ich nun den zweiten Bestandteil von diesem Serum, diesem Impfstoff analysieren: spes – die Hoffnung!

Wie sehr hofft die Welt nicht gerade auf eine Rettung, auf ein Ende der Krise und auf wieder uneingeschränkte Freiheit! Doch wovon nähren wir unsere Hoffnung? Von der Politik, von der Wissenschaft oder doch vom EuroMillionen Los?

Es bedarf wirklich einer ehrlichen Betrachtung um die Quelle zu finden und sie auch im reichen Maße zu erschließen!

2. Die Hoffnung

Von der Hoffnung gibt es unglaublich viele Gedichte, Lieder und Bücher. In den letzten Jahren ist es sehr modern geworden – gerade im Bereich Coaching, Leadership – von der „positiven Kraft“ zu sprechen. Die Hoffnung ist etwas fundamental Gutes, sie ist die Mutter aller positiven Kräfte! Was wären wir Menschen ohne Hoffnung? Ganz ehrlich: Hofft nicht jeder von uns auf etwas? Jeden Tag auf ein wenig Anerkennung im Job, jeden Tag auf diesen einen Moment, das uns diese Frau oder jener Mann endlich wahrnimmt, beachtet oder wertschätzt? Wir hoffen auf den Durchbruch, auf die geniale Idee und auf unseren großen Tag. Die Hoffnung auf mehr Gehalt am Ende des Monats, lässt jeden Tag unzählige Menschen noch mehr leisten, noch mehr nicht schlafen, noch mehr sich selbst hinten lassen!

Mindestens einmal pro Woche hoffen wir, dass eben der besagte Lottoschein unser Leben so viel besser macht und wenn schon nicht diese Woche dann die nächste, die übernächste Woche! Ganz sicher aber dann die über, übernächste Woche …

Mir würden die Zeilen nicht ausgehen, um all das festzuhalten worauf wir Menschen hoffen. Das heißt und das kann man völlig sachlich festhalten: Ganz egal welcher Mensch auf dieser Erde, egal wo er lebt, welche Hautfarbe er hat, ob er arm oder reich ist: die Hoffnung, diese tiefe Sehnsucht in unserem Herzen, haben wir alle gemeinsam! Wow! Schon irgendwie erstaunlich!

Wie noch nie, hoffen wir nun seit einem Jahr, als Menschheitsfamilie auf ein Ende dieser Krise. Da würde auch der größte Jackpot der EuroMillionen-Lotterie keine Hoffnung mehr sein. Diese Krise ist so global, so mächtig und so tief in unser aller Leben eingedrungen, das sie mir manchmal fast etwas surreal vorkommt.

Jeden Tag ist sie Thema … 24 Stunden lang, ob im Radio, im Fernsehen, oder im Internet. In der Arbeit oder einfach zuhause am Küchentisch – es gibt nur noch ein Thema und das seit fast einem Jahr. Die Meinungen darüber so konträr, so diametral, dass Freundschaften aufhören, Beziehungen beendet werden und Arbeitskollegen um Versetzung ansuchen. Der Nachbar zeigt den Nachbarn bei der Polizei an, weil der in der Einfahrt, mit Feuerwehrkameraden ein Bier trinkt – im Lockdown … und das, obwohl die Beiden eigentlich immer gern ein Bier gemeinsam getrunken haben. Doch jetzt ist alles anders.

Eine dreizehnjährige sprang ein paar Tage vor Weihnacht aus dem ersten Stockwerk, vorher hatte sie sich Tabletten eingeworfen. Sie hatte gerade erfahren, dass der nächste Lockdown vollzogen wird, über die Feiertage und somit wieder keine Familientreffen, keine Freunde und Verwandten besucht werden können. Wo ist sie nun, die Hoffnung? Was passiert hier, wenn laut einer aktuellen Österreichischen Studien jeder zweite Schüler (!!) depressive Gefühl angibt und oder darüber nachgedacht hat, sich das Leben zu nehmen? Was passiert hier mit einer ganzen Generation, mit unserer „Zukunft“, wie die jungen Menschen immer genannt wurden?

An diesem Punkt möchte ich aufbauen, auf den ersten Teil dieser Reihe. Ich habe behauptet, dass wir den Glauben an Gott zerstört, verworfen und verloren haben. Das bringt natürlich auch etwas mit sich, das schlägt sich in Konsequenzen nieder, die man nie oder sagen wir kaum noch analysiert hat.

Dieser Generation fehlt in einem gewaltigen Ausmaß der Glaube komplett!! Warum haben sich die „Trümmerfrauen“ nach dem 2 Weltkrieg nicht reihenweise die Berge hinabgeworfen? Warum gibt es überhaupt den christlichen Glauben noch in dieser Welt, wo doch mit so viel unglaublicher Energie und Aufwand über Jahrhunderte versucht wurde, diesen auszulöschen, ja jeden Christen auszurotten – was übrigens jeden Tag heute noch passiert!

Weil der Glaube an Gott, an Jesus der für uns gestorben und auferstanden ist und an die Liebe zwischen diesen Beiden – an den heiligen Geist, die Quelle aller Hoffnung ist. Diese Quelle versiegt niemals. Die Gewissheit, dass uns durch Jesus der Himmel offen steht, dass dort eine Ewigkeit in Frieden, Freude und ohne Mühsal auf uns wartet, ist der Ursprung aller Hoffnung – mag es noch so übel und dramatisch um uns hier auf Erden stehen!

Zusammenfassend, lesen wir im Katechismus:

„Die Tugend der Hoffnung entspricht dem Verlangen nach Glück, das Gott in das Herz jedes Menschen gelegt hat. Sie nimmt in sich die Hoffnungen auf, die das Handeln der Menschen beseelen; sie läutert sie, um sie auf das Himmelreich auszurichten; sie bewahrt vor Entmutigung, gibt Halt in Verlassenheit; sie macht das Herz weit in der Erwartung der ewigen Seligkeit. Der Schwung, den die Hoffnung verleiht, bewahrt vor Selbstsucht und führt zum Glück der christlichen Liebe.“

KKK Nr. 1818

Beide Bestandteile des Serums sind von enormer Wichtigkeit: Der lebendige und authentisch gelebte Glaube an Gott und die daraus fließende Quelle von Hoffnung! Diese Kombination hat eben schon so viele Menschen – wie auch die zum Bsp. angeführten „Trümmerfrauen“, durch wirklich schwere Krisen hindurchgetragen. Damals waren zwar die Häuser zerbombt aber die Kirchen waren voll und man durfte sich in den Arm nehmen, trösten und für einander da sein – aber was keiner brauchte war Abstand halten. Es war gerade die Gemeinschaft, die das Leben erträglich machte und die Liebe zu einem anderen Mitmenschen aber dazu kommen wir ja noch im dritten Teil.

Ich habe in der Einleitung davon geschrieben, dass es eine ehrliche Analyse braucht. Was ich damit meinte? Es ist sehr verlockend und es hat sich schnell eingeschlichen, dass wir zwar am Weg des Glaubens sind und natürlich die Quelle der Hoffnung in uns tragen aber wir trinken quasi nicht daraus, wir schöpfen nicht davon. Ja- wir lassen sie sogar veröden! Darum betone ich diese EHRLICHE Analyse. Viele Christen versuchen anstatt durch die wahre Quelle, ihre Hoffnung aus weltlichen Dingen zu schöpfen! Diese Problematik zieht weite Kreise und hat gravierende Folgen! Plötzlich gehen christliche Ehen und somit ganze Familien kaputt, der Priester lebt mit einer Frau zusammen und meint, dass es völlig in Ordnung ist, der junge Gebetskreisleiter ist in der Pornografie Sucht gefangen, die junge engagierte Religionslehrerin erzählt der schwierigen Klasse lieber etwas Cooles, anstatt vom Leben Jesu und so weiter und so fort, das zieht sich wie ein roter Faden durch!

Diese Beispiele sind konkrete Erfahrungen und im Gespräch, in der Begleitung bin ich auf diese verödete Quelle gestoßen! Diese Menschen setzten keine Hoffnung mehr in Gott – in verschiedenste Angebote der Welt schon (Anerkennung von Mitmenschen oder messbaren, weltlichen Erfolg waren häufig dabei) aber nicht, dass ganz konkret Gott ihnen helfen oder beistehen würde! Als aber dann oft nur Enttäuschung, scheitern und große Schwierigkeiten auftauchten, war keine Hoffnung mehr da – die besagte, weltliche Quelle hatte keine Power mehr! Erst als durch ein ehrliches anerkennen der eignen Schwächen, der eigenen Unvollkommenheit und dem falschen Vertrauen in die Welt, konnte die eigentliche Quelle der Hoffnung wieder zum sprudeln erweckt werden! Gott liebt ein reuiges Herz und mag die Wüste noch so ausgetrocknet sein, er lässt mitten darin eine Oase der neuen Hoffnung entstehen, das durfte ich bei Menschen schon erleben!

Am Ende möchte ich nochmal betonen, dass wir wirklich voller Hoffnung sein dürfen! Es liegt einfach an uns, dass wir uns der richtigen Quelle bedienen und dafür auch kämpfen. Das ist nicht immer ein selbst Läufer, das kostet uns auch was – ja wirklich aber es lohnt sich so sehr dafür zu kämpfen! Schließen möchte ich diesen zweiten Teil mit einer weiteren Stelle aus unserem Katechismus, die es nochmal sehr auf den Punkt bringt. Die Hoffnung:

Sie ist auch eine Waffe, die uns im Kampf um das Heil schützt: Wir wollen „uns rüsten mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil“. Sie verschafft uns selbst in der Prüfung Freude: „Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis!“

KKK Nr. 1820

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