Der heilige Antonius von Padua

Die franziskanische Ordensfamilie hat die größten Volks-Heiligen hervorgebracht. Den Stellenwert von Pater Pio heute, hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur einer, wenn er ihn nicht sogar übertroffen hat: Antonius von Padua. Kaum eine Kirche wurde damals gebaut, in der der Heilige nicht verewigt wurde: Tonsur, braune Mönchskutte, Jesuskind. Eine Antonius-Statue galt als must-have, schließlich ist Antonius für alles zuständig – nicht nur für das finden verlorener Gegenstände.


Antonius ist der Patron der Liebenden, der Ehe und Ehebindung, der Schwangeren, der Reisenden, der Bäcker, Bergleute und Sozialarbeiter, der Schiffbrüchigen, der Indianer und von Portugal. Er hilft gegen Unfruchtbarkeit, Fieber, teuflische Mächte und Viehseuchen. In Österreich wurde der Antoniussegen oft angebracht als wirksames Mittel gegen Feuer, Pest und Zauberei. Dann gilt er als Schutzheiliger der Frauen und Kinder. Er hat auch ein Patronat über die Armen, woraus der Brauch des Antoniusbrotes hervorgeht.

Leo XIII. nannte ihn einen „Heiligen für die ganze Welt.“ Und das ist er auch, wenn man die Wunder bedenkt, die er gewirkt hat.

Antonius wurde 1195 in Lissabon geboren und trat den Regulierten Chorherren des hl. Vinzenz bei. Weil er ein „glühendes Verlangen“ zum Martyrium hatte, wechselte er 1220 zum Franziskanerorden in St. Antonius zu Coimbra. Er wurde auf eigenen Wunsch nach Marokko gesandt, musste aber wegen einer Erkrankung zurück nach Sizilien. Danach begab er sich 1221 zum Generalkapitel nach Assisi. Gratian, der Provinzial, sandte ihn nach Monte Paolo bei Forli, wo er als Einsiedler in Gebet und Zurückgezogenheit lebte.

Weil Antonius gut predigen konnte, wurde ihm das Predigeramt übertragen und 1223 ernannte ihn Franz von Assisi zum ersten Lektor der Theologie in Bologna und begründete damit das älteste Generalstudium des Ordens. 1224 wurde Antonius als Prediger gegen die Albigenser nach Südfrankreich gesandt. Nach dem Tod von Franz von Assisi kehre er nach Italien zurück und kümmerte sich um den Orden und die Seelsorge. Manchmal sollen bis zu 30.000 Personen seinen predigten zugehört haben.

Antonius starb am 13. Juni 1231. Seine Ruhestätte fand er in Padua, am 17. Juni, am Dienstag nach seinem Tod. Darum findet man seit dem 127. Jahrhundert die Antoniusdienstage.

An seinem Grab gab es zahlreiche Wunder, die seine Heiligsprechung beschleunigten. 1232 wurden schon 47 gezählt. Am 30. Mai 1232 wurde Antonius heiliggesprochen. 1263 wurde sein Leib im Beisein des hl. Bonaventura erhoben und in eine neue Basilika überführt, wobei man seine Zunge unversehrt fand.

Seit dem 15. Jahrhundert gewann die Verehrung des heiligen Antonius die größte Verbreitung.

Der Festtag des heiligen Antonius ist der 13. Juni.

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Literatur: Stöckerl, Dagobert, OFM, Antonius v. Padua in: LThK 1 (1930), Sp. 518 f.

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