Die Zerstörung der Familie

„Im letzten Kampf zwischen dem Herrn und der Herrschaft Satans geht es um Ehe und Familie. Fürchten Sie sich nicht, denn wer für die Heiligkeit von Ehe und Familie eintritt, wird immer in jeder Hinsicht angefochten und bekämpft werden, denn das ist das entscheidende Thema … Aber Unsere Frau hat bereits seinen Kopf zerschlagen“ – diese Zeilen schrieb Schwester Lucia von Fatima an Kardinal Caffarra.

Was einst als Prophezeiung begann, ist mittlerweile bittere Wirklichkeit. Kann man als Christ, dem die Familie heilig ist, die aktuellen Entwicklungen anders deuten, denn als Krieg gegen die Familie? Nicht, wenn man genau hinschaut. Was heute passiert ist kein Zufall, sondern von langer Hand geplant. Es geht darum, die Familie zu zerstören, um den Menschen ganz verfügbar zu machen – wie es totalitäre Regime und revolutionäre Bewegungen schon immer wollten.

Die Französische Revolution und der Totalitarismus

Der Kampf gegen die Familie ist ein Kampf gegen den Menschen, ein Kampf gegen den Mann und gegen die Frau. Der Kampf reicht zurück zur Erbsünde von Adam und Eva. Der Artikel kann aber nicht die ganze Menschheitsgeschichte wiedergeben und beginnt deshalb mit der Französischen Revolution. Die Französische Revolution 1789 war der Beginn eines neuen Zeitalters in Europa. Sie zerstörte das katholische Frankreich, ermordete Tausende Priester und fromme Katholiken und übersäte ganz Europa mit Krieg. Es ging damals um den gewalttätigen Aufbau einer neuen Zeit ohne Christentum, Kirche und Familie. Man führte einen neuen Kalender ein, der mit der Revolution begann, der „Kult der Vernunft“ ersetzte das Christentum und der Revolutionseid das Glaubensbekenntnis. Der entwurzelte Mensch sollte so „Verfügungsmasse“ der Jakobiner werden. Am Ende scheitere dieses Projekt der Gottlosigkeit an Selbstzerstörung und Überheblichkeit. Gott sei Dank.

Aber damit war es nicht vorbei. Mit dem Bösen verhält es sich so, wie Tolkien schreibt: „Immer wieder nimmt der Schatten nach einer Niederlage und einer Ruhepause eine andere Gestalt an und wächst von neuem.“ Von neuem Gewachsen ist der Schatten in Karl Marx mit dem Kommunismus. Das „Manifest der Kommunistischen Partei“ von 1848 ist das erste Werk in der Weltgeschichte, das eine systematische Philosophie des Kommunismus schafft, den dialektischen Materialismus, den Marxismus. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis ist es eine Anleitung zum Bösen, zur Zerstörung vom Christentum, der Kirche und der Familie, eine Französische Revolution 2.0. Der Kommunismus ist der erste systematische Totalitarismus der Moderne, der duldet nichts gegen und nichts neben sich. Er ist Staat, Religion, Gesellschaft und Familie. Ein absolutes Monster.

Der einzelne Mensch ist im Kommunismus nichts. Die Verfügungsmasse alles. Der Kommunismus fürchtet die Familie als Keimzelle der Opposition, als Bereich, über den er keine Macht hat. Deshalb möchte er sie zerstören. Als Lenin 1917 an die Macht kam, führte die Sowjetunion als erster Staat der Welt das „Recht“ auf Abtreibung ein, um die Frau zu brechen und die Familie zu zerstören.

Viele subversive Bewegungen wurden im kommunistischen Russland erdacht oder weiterentwickelt, um die Familie zu zerstören und alle Menschen unter das Joch des totalen Staates zu bringen. So wurde auch der „Feminismus“ im Kommunismus gefördert, weil dieser aus Frauen Männer und aus Männern Frauen macht – und so die Familie zerstört. Framing, also das Umbenennen von bösen Dingen in angeblich gute und erstrebenswerte Sachen ist eine Kernleistung des Kommunismus und später des Nationalsozialismus, der eine weitere Spielart des Materialismus ist.

Wenn der Kommunismus zum Beispiel von „Arbeiterrechten“ spricht, will er die Arbeiter gegen den Arbeitergeber aufhetzen. Wenn er von „Frauenrechten“ spricht, will er die Frau gegen den Mann positionieren, wenn er von „Freiheit“ spricht, will er die Revolution in der Gesellschaft und den Umsturz propagieren. Es ist ein perfider Plan zur Schaffung eines neuen Menschen, der vollständig dem Diktat des Staates untersteht.

Der Nationalsozialismus griff die Familie mit seiner „Rassen“-Ideologie an. Er brauchte Kinder, um Soldaten für den Weltkrieg zu haben. Er wollte vor allem regelrechte Nazis „züchten“, Kinder wurden, vor allem in besetzten Gebieten, verschleppt in den „Lebensborn“ gesteckt und Nazis in die Obhut gegeben. Durch Nazi-Internate, Jugendorganisationen und weitere Nazi-Anstalten und Vereine, sollten die Kinder ganz in der NS-Ideologie untergehen und die Familie durfte nur als Ernährer, nicht aber als Erzieher gelten.

Die 68er-Bewegung

Die 68er Bewegung war nicht nur eine politische Bewegung, sondern eine Kulturrevolution. Am härtesten traf es die katholische Kirche. Am deutlichsten wird das beim Thema Sexualmoral. Das katholische Festhalten am Verbot von Pille und Kondom durch die Enzyklika von 1968 „Humanae vitae“ wurde von den meisten abgelehnt. Es passte nicht in die Zeit der sexuellen Revolution, in der es keine Sünde mehr gab.

Entgegen einer Moral, die auf Bibel, Natur und Tradition Bezug nahm, forderten die 68er „Freie Liebe“ – was aber nichts anderes war und ist als Versklavung unter Leidenschaften. Andere Argumente, ja das ganze das Konzept einer Vernunftmoral, waren gesellschaftlich verpönt.

1969 drang 68 in die Politik ein: Es kam zur „Großen Strafrechtsreform“, die besonders im Bereich der Sexualität weitgehende Liberalisierungen schuf und somit die „sexuelle Revolution“ in Recht umsetzte. Unter anderem wurden Ehebruch, Pornographie und die Förderung vorehelichen Geschlechtsverkehrs („Kuppelei“) nicht mehr unter Strafe gestellt. Für die Kirche hieß das: Die Entzweiung zwischen Kirche und Gesellschaft wurde Gesetz, die christliche Moral unter CDU-Führung politisch abgeschafft.

Die 68er-Bewegung war ein Aufstand gegen die traditionelle Gesellschaftsordnung. Kardinal Höffner nannte 68 einen „Traditionsbruch“, eine „maßlose Emanzipation“. Man habe sich von den bergenden Händen der Familie und Gott abgesondert und sei in die Hände anderer Mächte gefallen.

Die Gesellschaftsordnung konnte von den 68ern deshalb angegriffen und in weiten Teilen zerstört werden, weil sie die Öffentlichkeit erfolgreich täuschen konnte: Die These, dass Tradition und Faschismus verbunden seien, konnte die 68er-Bewegung erfolgreich propagieren. Diese Lüge ist der Kern des Erfolgs der ganzen Bewegung. Hitler aber kam aus der Gosse und endete dort.

Unsere Gegenwart

Der aktuelle Kampf gegen die Familie im Westen ist eine Geburt des Liberalismus und der Aufklärung. Das heißt, es gibt keine feststehenden Werte und Ordnungen, sondern nur das ewig Neue, die Selbstschöpfung des Individuums. Die 68er begannen mit kommunistischen Schlagworten und ist mittlerweile zu einer „links-liberalen“ Subversion mutiert, die ihre Radikalität mit Nettigkeit tarnt. Nach der Strafrechtsreform 1969 wurde noch im gleichen Jahr Sexualkundeunterricht eingeführt, den die DDR schon 1947 kannte. 1974 wurde Abtreibung befristet straffrei, 1976 die Ehescheidung vereinfacht, 2017 die Ehe durch die „Ehe für alle“ ad absurdum geführt.

Man sieht der Kampf nimmt Fahrt auf. Es geht nach dem Zerstören der äußeren Dinge nun um das Seelenleben des einzelnen Menschen: durch eine radikale Gender- und Diverspolitik. Weltweit wird die Philosophie des radikalen Konstruktivismus mit Milliarden Dollar propagiert, um das „Ich“, das „Wesen des Menschen“ aufzulösen. „Kinderrechte“ werden gefordert, um Kinder den Eltern wegnehmen zu können. Was ist ein Mann, was ist eine Frau? Was ist die Familie? NICHTS! Es ist nichts! Das ist die traurige und dramatische Antwort, die unsere Zeit heute gibt. Mann und Frau, Vater, Mutter, Kind – das ist nichts mehr. Es ist nur das, was man darunter versteht. Familie ist heute ein Konstrukt von dem, was man selbst entscheidet: Zwei Väter, zwei Mütter, ein Junge, der ein Mädchen sein will, ein Mädchen, das ein Junge sein will … alles das ist heute erlaubt, alles das gilt als „gut“.

Abtreibung soll auch weltweit zum Menschenrecht werden – Abtreibung bis zur Geburt, um die Frau und die Familie durch dieses Verbrechen restlos zerstören zu können. Naive Feministen auf den unteren Ebenen mögen hier eine angebliche „gute Sache“ sehen und meinen, es sei ja ganz anders gemeint und nicht so schlimm … Aber die eigentlich Verantwortlichen wissen genau, was sie tun: das abgrundtief Böse.

Wo ist das Licht nach so viel Dunkelheit? Gehen wir zurück zu Tolkien. Als Gandalf Frodo mit damit konfrontiert, dass das Böse von neuem wieder wächst antwortet er: „Ich wünschte, das wäre nicht zu meinen Lebzeiten!“ Gandalfs Antwort gilt uns allen: „Das wünschte ich auch … und das wünscht sich jeder, der in solchen Zeiten lebt. Aber darüber haben wir nicht zu befinden. Entscheiden können wir nur, was wir mit der Zeit, die uns gegeben ist, anfangen.“

Wir müssen uns in dieser schwierigen Zeit entscheiden, wo wir stehen wollen, zu wem wir gehören wollen. Sagen wir Ja zu Christus, zu Gott, zur Kirche und zur Familie oder zum breiten Weg des Bösen? Es ist nicht unsere Aufgabe alle Probleme zu lösen, es ist unsere Aufgabe Gott treu zu bleiben – oder es zu werden. Diesen Kampf kämpfen wir nicht alleine. Diesen Kampf gewinnen wir nicht alleine. Aber eines ist gewiss: Wir werden ihn gewinnen. Denn die Prophezeiung endet mit ganz großer Zuversicht: „Fürchten Sie sich nicht, denn wer für die Heiligkeit von Ehe und Familie eintritt, wird immer in jeder Hinsicht angefochten und bekämpft werden, denn das ist das entscheidende Thema … Aber Unsere Frau hat bereits seinen Kopf zerschlagen.“

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1 KOMMENTAR

  1. Ein ganz toller Artikel, Josef! Ganz ganz großartig! Sogleich bekommt man Mut, den Rosenkranz in die Hand zu nehmen, sich den imaginären Elbenmantel umzulegen und die eigene Zeit gut zu nutzen! Danke dafür!

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