3G-Skandal in St. Michael in München: Wenn Corona über Christus herrscht

Update: 5. November 2021

„Du kommst hier nicht rein“. Diesen Satz werden bald immer mehr Gläubige hören. Denn immer mehr Kirchen führen freiwillig 3G ein. Das heißt für Ungeimpfte oder Arme, die sich nicht immer testen lassen können: Kirchen schließen unberechtigt Menschen von Messen und Sakramenten aus. Ein riesiger Skandal. Seit Anfang Oktober tut das auch die Jesuitenkirche St. Michael in München. Tatsächlich wurden schon Menschen abgewiesen, wie der BR berichtet.

Seit dem 3. Oktober gilt 3G für die 9 Uhr Messe am Sonntag. Für die anderen Messen gilt 3G anscheinend noch nicht. (Bitte Korrektur am Ende des Artikels beachten)* … Was ist nur in die Jesuiten gefahren?

Diese Entwicklung ist himmelschreiend! Noch nie in der 2000-jährigen Geschichte des Christentums wurden Menschen von der Messe und den Sakramenten aus Schutz vor ansteckenden Krankheiten ausgeschlossen. Weder bei der Pest, noch bei anderen Seuchen hat es das jemals gegeben.

Die Begründung, dass durch 3G, was ja vor allem Umgeimpfte ausschließt, mehr Menschen zur Heiligen Messe kommen könnten, weil die Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr nötig seien, der übersieht zwei wichtige Dinge: 1. Wenn man einmal mit 3G anfängt, dann wird sehr wahrscheinlich bald für jede Messe 3G und irgendwann vielleicht sogar 2G gelten. 2. Wenn man tatsächlich aus Gründen eine „volle Messe“ zu wollen 3G einführt, dann heißt das nur, dass man zu wenig Mühe unternimmt, um die Kirche so anzupassen, dass auch ohne 3G alle reinkommen.

Dieser Skandal zeigt, dass mittlerweile die Angst vor einer Krankheit den Glauben bestimmt, dass Corona in vielen Kirchen über Christus herrscht. Oder auch ganz einfach, dass die Kirchen in vorauseilendem Gehorsam sich selbst beschränken. Geht es noch um den Himmel, um die Rettung der Seelen oder nur noch um Angst vor Ansteckung und um völlige Unterwerfung um alles, was staatlich gewollt scheint? 3G ist vielleicht für eine „Kulturveranstaltung“ angemessen, aber niemals für die Heilige Messe. Wie soll das erst werden, wenn aus 3G 2G und am Ende vielleicht sogar 1G (nur Geimpfte) wird?

Heiliger Ignatius von Loyola, bitte für uns. Heiliger Franz Xaver, bitte für uns.

*Dem Cathwalk ist zu Ohren gekommen, dass in der Messe am Sonntagabend, am 24. Oktober um 21:00 Uhr verkündet wurde, dass 3G in Zukunft auch für die Messen am Sonntagabend (21:00 Uhr) gelten solle. Dies stand deshalb in einer früheren Version des Artikels. Dazu gibt es aber widersprüchliche Angaben. Bis diese geklärt sind, bleibt es dabei, dass 3G nur für Messe um 9:00 Uhr gilt.

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7 KOMMENTARE

  1. Wow! Auch meine ergänzenden Fakten wurden nach wenigen Stunden wieder gelöscht; vermutlich nur ein Versehen des Moderators, daher hier ein zweiter Versuch.
    Es ist richtig, dass wir auch bei 3G-Gottesdiensten immer wieder einzelne Besucher, die keinen Impf-, Genesungs- oder Testnachweis dabeihaben, abweisen müssen. Bevor wir in St. Michael für das sonntägliche Hochamt um 09:00 Uhr die 3G-Regel eingeführt haben, mussten wir auf Grund der vom Staat und der Erzdiözese vorgegeben Regeln nicht selten 50-60 Besucher abweisen. Mit der 3G-Regel können wir jetzt mit sehr viel mehr Gläubigen gemeinsam den Gottesdienst feiern. Das ist doch eine gute Nachricht.

  2. Ja, das ist ein Ding…:
    Gestern Abend habe ich hier einen Kommentar platziert, der war dann ca. eine halbe Stunde später noch online zu sehen und jetzt? Jetzt wurde er, wann auch immer, gelöscht! Dabei habe ich nur ein paar Fakten klargestellt:
    – St. Michael bietet an jedem Wochenende sechs Messen für die Gläubigen an,
    – nur eine davon, nämlich am Sonntag um 09.00 h, wird als 3G Messe zelebriert,
    – so können in diese Messe statt 116 bis ca. 150 (je nachdem, wie viele Familienmitglieder nebeneinander sitzen) weit über 800 Gläubige (bis der letzte Stehplatz belegt ist) den Gottesdienst in Gemeinschaft feiern!
    Also, die Jesuiten haben ihr Angebot für die Gläubigen massiv erweitert – es geht eben nicht um Abweisung, sondern um die Spannbreite der offenen Arme zu erweitern!
    Ich hoffe, dass diese Klarstellung nicht wieder gelöscht wird!
    Herzlicher Gruß aus St. Michael

    • Im verlinkten BR-Artikel steht: „Immer mal wieder müssen die ehrenamtlichen Helfer Kirchenbesucher abweisen, zum Beispiel eine Frau, die extra eine längere Anfahrt auf sich genommen hat und sichtlich enttäuscht reagiert.“

      • Es ist richtig, dass wir auch bei 3G-Gottesdiensten einzelne Besucher, die keinen Impf-, Genesungs- oder Testnachweis dabeihaben, abweisen müssen. Bevor wir in St. Michael das sonntägliche Hochamt um 09:00 Uhr als 3G-Gottesdienst eingeführt haben, mussten wir auf Grund der vom Staat und der Erzdiözese vorgegeben Regeln nicht selten 50-60 Besucher abweisen. Mit der 3G-Regel können jetzt sehr viel mehr Gläubige den Gottesdienst gemeinsam feiert.

      • In anderen anderen Kirchen ist es oft so, dass man Wege findet ohne Besucher abzuweisen: zum Beispiel, indem man mit Corona-Abstand Stühle aufstellt oder die Amzahl der Gottesdienste erhöht. Aber mit 3G anzufangen, dass heißt doch bald sind alle Messen in 3G, vor allem an Festtagen wie Weihnachten. Und dann? Kommt später 2G und die Impfung wird zum Glaubensbekenntnis?

  3. Auch andere Bistümer beginnen, ihre letzten Schäfchen zu vertreiben.

    Machen wir uns nichts vor. Weihnachten steht vor der Tür und für manch einen Weihnachtsgottesdienstbesucher bedeutet das den einzigen „Gottesdienst“besuch im Jahr. Und dafür zahlt er oftmal einen vierstelligen Kirchensteuerbetrag. Bei diesen Eintrittspreisen muß die Hütte voll werden, koste es, was es wolle. Und das geht nur mit 3G.

  4. Sicher ist zumindest, dass es der Gesellschaft in Deutschland an Zusammenhalt fehlt.

    Da, wo Menschen keine menschlichen Freundschaften führen können (die übrigens sehr gesund sind), und wo man keinen Ort der Geborgenheit hat, bahnt sich die Angst andere Wege.

    Herr, erbarme dich viel tausendmal!

    Jungfrau Maria und alle Heiligen, bittet für uns viel tausendmal!

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