Dienstag, 9. August 2022

Können wir uns unseres Heiles sicher sein?

Im Mittelalter wurde von kirchlichen Autoritäten diese Frage missbraucht, um der hl. Johanna von Orleans bei ihrem ersten Inquisitionsprozess eine Falle zu stellen. Hätte sie behauptet, nicht im Stand der Gnade zu sein, wäre es als Schuldgeständnis ausgelegt worden, hätte sie sich sicher im Gnadenstande gewähnt, als häretische Anmaßung. Fast 600 Jahre später ist der Missbrauch der kirchlichen Autoritäten ganz anderer Natur: Den Menschen wird weithin eine Heilsgewissheit vorgespielt. So wird der Text des Karnevalsschlagers „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel“, in den 1950er Jahren noch eindeutig als Verballhornung erkennbar, nun selbst von katholischen Priestern für bare Münze genommen. Das ist so als würde ein Arzt seinem Patienten sagen, er könne bedenkenlos und ohne krank zu werden exzessiv rauchen, essen und Alkohol trinken und müsse sich auch nicht um seinen Bluthochdruck oder Diabetes kümmern, um seinen Patienten nicht zu beunruhigen, so als ob ein Arzt ja Froh- und keine Drohbotschaften zu verkünden hat.

Und wie viel wichtiger als die Gesundheit des vergänglichen irdischen Körpers ist die Gesundheit der unsterblichen Seele? Viel wird investiert und in Kauf genommen, um gesundheitliche Risiken zu minimieren – wir erleben es alle in der Corona-Krise –, doch wenn es um das ewige Leben geht, verbietet sich erst Recht jede Risikobereitschaft, denn hier geht es um Alles. 

Und um die dogmatische Antwort auf die Frage in der Überschrift zu beantworten: Nein, es ist dogmatisierte Lehre der Katholischen Kirche, dass sich niemand (ohne besondere Offenbarung) mit absoluter Sicherheit sich im Gnadenstand wähnen kann. Gewiss darf eine fromme Seele bester Hoffnung sein, dennoch wird sie nicht vergessen, das Rosenkranzgesätzchen mit dem Gebet „ ( … ) bewahre uns vor dem Feuer der Hölle ( … )“ zu beschließen, auch wenn sie sich keiner schweren Schuld bewusst ist. Denn auf die Mitwirkung des eigenen guten Willens, die unbedingte Voraussetzung für die Rettung der Seele ist, kann niemand mit Sicherheit zählen. Weil aber Gott will, dass alle Menschen gerettet werden (1 Tim 2,4), finden sich in der Schrift und auch in Privatoffenbarungen, wie der von Fatima, eindringliche Warnungen vor der Verdammnis, um die Menschen wieder auf den Weg zum Heil zu führen. Und weil Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, bietet er immer wieder Rettungsmittel an. 

Ein ganz vorzügliches ist die Sühneandacht zum unbefleckten Herz Mariä. In Fatima (Portugal) hat die Gottesmutter verkündet, dass Gott sie in der Welt begründen will, um Seelen zu retten. In Pontevedra (Spanien) hat sie versprochen, „( … ) all jenen in der Todesstunde mit allen Gnaden beizustehen, die für das Heil dieser Seelen notwendig sind, die fünf Monate lang jeweils am ersten Samstag beichten, die heilige Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und mit mir eine Viertelstunde verbringen, indem sie die Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten, in der Absicht mir dadurch Sühne zu leisten.“

Der Weg ins Verderben beginnt oft unmerklich und langsam. Nach und nach entfernt man sich von Gott, wird zunehmend unempfänglich für helfende Gnaden zur Bekehrung und ist am Ende ganz abgestumpft, träge und geht so zugrunde. Eine plötzliche Bekehrung am Lebensende ist dann selten und erfordert oft Gebet und Opfer von Dritten. Was für ein Trost ist dann solch eine Verheißung für jene, die um das Seelenheil eines geliebten Menschen fürchten! Überhaupt sind die wenigen glaubenstreuen Katholiken heute besonders gefragt, für die so zahlreich gewordenen Sünden anderer Sühne zu leisten.

Also: Hören wir auf zu Jammern über den allgemeinen Glaubens- und Sittenverfall, die Kirchenkrise, den Spott über das Heilige, wie etwa Sprechchöre bei der Gegenfraktion zu Pro-Life-Demonstrationen wie: „Hätt‘ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“, sondern die nächsten Herz-Mariä-Sühnesamstage im Kalender markieren und das neuste Video von Certamen anschauen, um zu erfahren, welche fünf konkreten Bedingungen die Gottesmutter für einen gnadenreichen Herz-Mariä-Sühnesamstag gestellt hat.

„O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen.

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2 Kommentare

  1. .. ach, und ich denke auch: wir sollten unterscheiden, zwischen Heilsgewissheit und Heilssicherheit.
    Das sind nämlich zwei verschiedene Aussagen.
    Ich bin gewiss, dass ER das Heil ist und schenkt … aber sicher sein, dass ich immer an IHN geklammert bin, kann ich nicht … und strenge Selbstüberprüfung tut not … um zu sehen, wo ich abweiche … vom Weg .. oder sich Sündiges und Zerstörerisches einschleicht.

    Ich leide auch hier in meiner Heimatstadt in BW, dass der Pfarrer meiner Seelsorgeeineit und überhaupt das ganze kathlische Leben hier zu bunt ist und er sich weigert, mir die Beichte abzunehmen — der gesamte KGR, an den ich geschrieben habe, haben mir deutlich gemacht, dass ich in dieser Gemeinde unerwünscht bin, nicht einer ist zu einem Gespräch bereit gewesen.
    Diese sind sich ihre Heiles sicher —- aber die Gewissheit, von WEM das Heil kommt ist ihnen verloren gegangen.
    „Wer meine Gebote hält, ists der mich liebt“ … dies sollte man immer im Herzen bewegen … ich denke, das führt in die Demut, in die hinein wir leiden müssen, vor allem ein Leiden an sich selbst .. an der Unvollkommenheit und des Zweifels.

  2. Das ist etwas, womit ich wirklich Schwierigkeiten habe … diese „Bedingungen“.
    Ich für meinen Teil denke, dass wir durchaus Heilsgewissheit haben dürfen, wenn wir an IHN angeklammert sind, dessen Kreuzigung und Blut und die Vergebung geschenkt hat und das ewige Leben und zwar ganz ohne Bedingung, so wie der Hl Paulus gesagt hat: ER ist für uns gestorben, als wir noch Sünder waren – als Seine Feinde.

    EIn schlichtes einfältiges Herz ist die beste „Bedingung“ für die Errettung, die so sicher ist, wie ER ans Kreuz gegangen ist und auferstanden.

    Zitat:
    „Trotz dieser und anderer Wunder überließen sich die Jünger bald mehr bald weniger ihren verzagten Gedanken. Da erschien der Herr in ihrer Mitte und sprach zu ihnen: „Der Friede sei mit euch!“ (Lk 24,36; Joh 20,26). Und damit sie nicht an der Meinung festhielten, die sie in ihrem Inneren hatten […] zeigte er den Zweifelnden die Wundmale, die an seinen Händen und Füßen erhalten geblieben waren […] Sollte man doch nicht nur vermuten, sondern aufs bestimmteste wissen, dass die Natur, die im Grabe gelegen war, den Thron des Vaters teilen wird. Während der ganzen Zeit, die zwischen der Auferstehung des Herrn und seiner Himmelfahrt liegt, hat, Geliebteste, die Vorsehung Gottes für die Ihrigen gesorgt, sie belehrt und sich ihrem Auge und ihrem Herzen geoffenbart: Sie sollten erkennen, dass unser Herr Jesus Christus, der wahrhaft Mensch geworden war, der wahrhaft litt und starb, auch wahrhaft von den Toten auferstanden sei!“

    Hl. Leo der Große (?-um 461)
    Papst und Kirchenlehrer
    Sämtliche Sermonen. 1. Predigt über die Himmelfahrt des Herrn, 2–4 (vgl. Bibliothek der Kirchenväter, München 1927)

    „Da gingen beiden die Augen auf“ (Gen 3,7)

    Alles andere muss eben aus Liebe zu IHM geschehen … und nicht eine erfüllte Bedingung sein. Die Werke können erst nach der Errettung geschehen, denn erst dann bekommen wir die Kraft dazu …von IHM …

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