Dienstag, 9. August 2022

Der Synodale Hochmut

Das Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz hat eine neue, farbenfrohe, reich illustrierte Broschüre, in der es weder an Tabellen, Fotos noch an Grafiken mangelt, im Umfang von 85 Seiten publiziert, der Titel lautet: „Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen und Fakten 2021/22“. Der Lesegenuss ist überschaubar, die Apologie des Synodalen Weges erwartbar.

Bischof Dr. Georg Bätzing erklärt im Vorwort: „Es ist nichts schönzureden, und ich bin zutiefst erschüttert über die extrem hohe Zahl von Kirchenaustritten.“ Mittlerweile träten sogar Engagierte aus der Kirche aus. Der Limburger Bischof wirbt sogleich für den Synodalen Weg: „Die Schritte, die wir mit dem Synodalen Weg zurzeit gehen, scheinen vielen Gläubigen noch fern, zu langatmig. Es gibt keine Selbstverständlichkeiten mehr für uns als katholische Kirche. Wir müssen uns neu erklären, erläutern, was wir tun und warum wir es machen. Zur Kirche zu gehören ist ebenso wenig eine Selbstverständlichkeit wie aktiv in ihr mitzuwirken.“ Der ewige Sermon des „für uns“ narkotisiert – und provoziert eine Erwiderung: Ich fühle mich oft so unbeteiligt und schlicht außen vor, wenn kirchliche Würden- und Amtsträger oder laikale Funktionäre von „wir“ sprechen und zugleich beherzt alles diskutieren und zur Disposition stellen, was römisch-katholisch ist.

In der katholischen Kirche gibt es schon noch Selbstverständlichkeiten: das Credo, die Sakramente, das Kirchenrecht, die verbindlich gültige Lehre der Kirche aller Zeiten und Orte, der Katechismus … Wir müssen uns auch nicht neu erklären, wenn wir einfach bekennen: Die Kirche ist die Stiftung Jesu Christi. Wir singen: Fest soll mein Taufbund immer stehn … und nicht: Fest auf dem Synodalen Weg will ich marschieren, ins deutsch-synodale Abseits, ins weite Land der kunterbunt illuminierten Unklarheit – und in die kleine, aber sich ganz groß dünkende Provinzkirche Marke Eigenbau.

Bischof Bätzing aber führt aus: „Die Botschaft des Evangeliums hat Kraft, die wir mit allen, die der Kirche angehören, zur Entfaltung bringen und ins Leben übersetzen können. Das ist nicht einfach, aber ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem Synodalen Weg als Impuls zur inneren Reform und Erneuerung wichtige Schritte in die richtige Richtung machen.“ Die deutsch-synodale Kirche weiß Bescheid, die einzig wahre, alleinseligmachende, die „richtige Richtung“ ist erkannt. Darum wird in der Broschüre auch die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und Präsidentin des Synodalen Weges, Dr. Irme Stetter-Karp, zitiert. Sie sagte im Umfeld der Frankfurter Synodalversammlung: „Der Synodale Weg hat seit Jahrzehnten überfällige Veränderungen auf die Tagesordnung gesetzt. Ich erwarte von den Bischöfen, dass sie umsetzen, was Papst Franziskus schon zu Beginn seines Pontifikats anstieß: dezentrale Lösungen zu finden – und damit für die Kirche in Deutschland Wege für eine kraftvolle Zukunft zu eröffnen.“ Die „richtige Richtung“ und die „kraftvolle Zukunft“ wird gelobt und gepriesen, wozu aber sind wir als einfach gläubige Katholiken bestellt? Darauf mögen die deutsch-synodalen Schulmeister viele Antworten kennen.

Ich halte es lieber mit dem Katechismus: „Wer mit der Hilfe Gottes den Ruf Christi angenommen und ihm in Freiheit entsprochen hatte, wurde durch die Liebe zu Christus gedrängt, die Frohbotschaft auf der ganzen Welt zu verkünden. Dieses von den Aposteln erhaltene kostbare Vermächtnis wurde von ihren Nachfolgern treu bewahrt. Alle an Christus Glaubenden sind berufen, es von Generation zu Generation weiterzugeben, indem sie den Glauben verkünden, ihn in brüderlicher Gemeinschaft leben und in der Liturgie und im Gebet feiern [Vgl. Apg 2,42.].“ (I, 3) Das dürfen wir frohen Herzens tun, in Gemeinschaft mit unseren Schwestern und Brüdern im Glauben, mit den Heiligen und geborgen in der Kirche, die alle Zeiten und Orte umspannt. Wer möchte, kann sich noch eine klar römisch-katholische Predigt von Pater Engelbert Recktenwald zum Synodalen Weg anhören.

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