The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Weltkirche (Seite 1 von 5)

Kirche in Not

Eine Million Kinder beten den Rosenkranz

Plakat zur Kinder-Gebetsaktion am 18. Oktober.

Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ ruft zur Teilnahme an der Aktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ auf. In aller Welt werden sich am Mittwoch, dem 18. Oktober, um 9:00 Uhr Ortszeit Kinder jeden Alters versammeln, um für Einheit und Frieden in der Welt zu beten. In vielen Regionen der Welt wird hierfür der Unterricht für eine halbe Stunde unterbrochen.

Die Kinder-Rosenkranz-Aktion ist 2005 in Venezuela entstanden. Die Initiatoren vertrauen auf einen Ausspruch des heiligen Paters Pio, der lautet: „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird die Welt sich verändern.“ So ist die Initiative zu ihrem Namen gekommen. Der Oktober gilt in der katholischen Kirche als Rosenkranzmonat.

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An junge Menschen in der Kirche: „Wir beten für euch, wir ermutigen euch“

Die Website catholic-link.org hat einen Artikel veröffentlicht, der die Situation junger Katholiken in der Messe beschreibt. Es wird angenommen, dass junge Menschen oft alleine in der Kirche seien und keine Altersgenossen fänden, die sie begleiten. Trotz der ganzen Schwierigkeiten wird man ermutigt am Glauben festzuhalten. Woher kommt die Ermutigung?

Foto: pilot_micha / flickr.com. Lizenz: CC BY-NC 2.0

Gegen die Gesellschaft und die Altersgruppen?

„Es gibt Zeiten, in denen Katholischsein hart sein kann“, heißt es in dem Artikel. Denn es gebe Zeiten, in denen man gegen den Herzschlag der Gesellschaft gehe. Vielleicht sei man, so Ruth Baker weiter, momentan in einem massiven Glaubenskampf. Vielleicht könne man die Wichtigkeit des Glaubens im Leben nicht sehen. Vielleicht laufe alles im Leben gut, aber der Glaube fühle sich nur wie eine Pflicht an.

Die beschriebene Dramatik gibt wenig Hoffnung darauf, dass sich diese Situation bald ändern wird. Im Gegenteil, die wahrgenommene Situation scheint die der gesellschaftlichen Diaspora zu sein, in der man einfach nur durchhalten könne. Es stellt sich die Frage, ob diese Beschreibung realistisch ist oder eine übertriebene Dramatisierung.

Junge Menschen in Gottesdienst und Kirche

Die Autorin des Artikels kommt aus England, in dem es zahlenmäßig weniger Katholiken gibt und das Bekenntnis zum aktiven Christentum ohnehin sehr gering ist. Die anglikanische „Church of England“ hat kaum noch junge aktive Anhänger. Aber auch die der katholischen Kirche scheinen wegzubrechen. Vielleicht gibt es noch einen nebulösen Glauben, aber mit Kirche scheint dieser nicht viel zu tun zu haben. In der Shell Jugendstudie heißt es dazu nüchtern: “Der individuelle Glaube, die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft und die aktive Mitwirkung in dieser Glaubensgemeinschaft stehen für viele Jugendliche nach wie vor in keinem direkten Zusammenhang, sondern werden unabhängig voneinander betrachtet.” (Shell Jugendstudie 2016).

Das Alleinsein in der Kirche als junger Mensch ist also der Normalfall. Mitunter wird Gemeindearbeit, selbst von Pfarrern als „Sterbebegleitung“ erlebt. Es wird gewartet bis zur Fusion oder bis zur Kirchenschließung, aber an eine Umkehr wird nicht mehr geglaubt. Das kulturelle Klima scheint ganz auf der Seite eines agnostischen Trends zu sein. Niemand weiß recht, wie es um Gott steht, die Kirche wird bestenfalls als ein Angebot von vielen wahrgenommen, aber nicht als „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“ (Zweites Vatikanisches Konzil. Lumen Gentium). Hier trifft die Lebenserfahrung der jungen Menschen nicht die ideelle Vorstellung der Kirchenvertreter.

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Fragebogens zur Bischofssynode 2018

Jetzt sind auch die Cathwalker & Cathwalk-Leser gefragt!

Ab sofort ist die offizielle deutschsprachige Fassung des Fragebogens zur Bischofssynode 2018 online. Er wendet sich an alle jungen Menschen zwischen 16 und 29 Jahren. Bis zum 30. November 2017 können sich Jugendliche an der Umfrage des Vatikans unter youth.synod2018.va beteiligen.

Bild: http://youth.synod2018.va

Die Bischofssynode 2018 steht unter dem Leitthema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“. Zur Vorbereitung lädt der Vatikan mit einer weltweiten Umfrage unter jungen Menschen ein. Sie haben so die Möglichkeit von ihren Lebensrealitäten und Erfahrungen mit Kirche und Glauben zu berichten.

Die deutschsprachige Fassung wurde in Zusammenarbeit mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und der Aktion „Nightfever“ erstellt, um insbesondere eine jugendgerechte Sprache zu ermöglichen.

Der Fragebogen ist so konzipiert, dass man jede Frage beantworten muss, um zur nächsten Frage zu gelangen. Die Antworten werden vom Vatikan ausgewertet und finden Eingang in die Synodenvorbereitung.

Hier geht’s zum Fragebogen

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Zur ARD Themenwoche 2017

„Woran glaubst Du?“ – Warum die Antworten nicht egal sind

Die ARD hat 2017 eine so genannte „Themenwoche“ ins Leben gerufen, in der die Frage gestellt wird: „Woran glaubst Du?“ – Warum man die Frage und die Antworten sehr ernst nehmen muss.

Bildquelle: http://www.ard.de

Warum die Antwort so relevant ist

Es scheint en vogue zu sein, zu meinen man müsse sich nicht für einen Glauben entscheiden, sondern könne sich von allem „das Beste“ rausnehmen, würde so nichts verpassen und immer eine Flatrate im Wellness-Wohlfühlbereich nutzen. Das ist ein Irrtum. In Wirklichkeit geht das nicht. Alles hat seinen Preis, alles seine Konsequenzen. Auch die Frage nach dem Glauben. Sie ist keine, die egal ist. Es ist die tiefste Frage, nämlich die nach Identität, Sinn und Ziel des eigenen Lebens. Die Frage nach dem Glauben zu beantworten, heißt mitzuteilen worauf man sein Leben ausrichtet, wofür man lebt und worin man sterben kann.

Wenn die Glaubensfrage daher mit „ich glaube an mich“, „ich glaube an Geld“, „ich glaube an den Menschen“ beantwortet wird, sagt dies existenziell etwas über den Antwortenden selbst aus. Die Frage, die sich bei alle den Antworten stellt, ist: Trägt das, woran ich glaube?

Trägt das, woran ich glaube?

Trotz aller Katastrophen, die rein innerweltliche Systeme gebracht haben, zeigt  die „Themenwoche“ der ARD, dass der reine innerweltliche Glaube dennoch nicht überwunden ist. Dabei zeigt sich das Scheitern des Säkularhumanismus bereits mit dem Beginn dessen Totalisierung während der Französischen Revolution. Über dieses Ereignis gibt es verschiedene Narrative. Durchgesetzt hat sich weitgehend eine Deutung, wonach diese Revolution der Anfang alles Guten sei, sie habe Freiheit und Menschenrechte gebracht, mitunter wird 1789 wie die Geburt eines messianischen Zeitalters präsentiert, vor dem alles finster und düster gewesen sei.

Neben dem Guten und berechtigt Fortschrittlichen, was man am Anfang der Revolution, die als Reform begann, konstatieren muss, ist es durchaus berechtigt gegen die weitere Entwicklung der Französischen Revolution polemisieren. Denn auf ihrem Höhepunkt hat sie vor allem Krieg, Terror und Priestermorde zu verantworten. Klar wird, dass mit ihr kein „tolerantes“ Zeitalter anbrach, sondern ein alternatives, in dem die Religion und alles Bisherige abgeschafft werden sollte – zugunsten eines Neuen und zwar mit Terror, Krieg und Kopf ab.

Die neue Zeit konnte keine Motivationsquellen zur Moral installieren, sondern trieb den Hedonismus und das Messer der Guillotine ad extremum. Der von Robespierre verzweifelt eingeführte „Kult des höchsten Wesens“, eine Art säkulare Ersatzreligion, endete wie sie begann: in der Katastrophe.

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Priestertum in den USA

Mit Snapchat und Soutane: Erfinden die Millennials das Priestertum „neu“?

Von CNA Deutsch/EWTN News

What Is It Like to be a Priest and a Millennial?

What is is like to be a priest and a millennial? http://ti.me/2smm4v2

Posted by TIME on Sonntag, 11. Juni 2017

WASHINGTON, D.C. (CNA Deutsch).- Egal wie alt sie sind, und egal, zu welcher Zeit sie leben – im ersten, zehnten oder einundzwanzigsten Jahrhundert – katholische Männer stehen immer vor der gleichen Entscheidung: Entweder sind sie berufen, als Laie zu leben – und damit meist als Ehemann und Familienvater. Oder sie sind zum geweihten Leben berufen – und damit meist zum Priestertum.

Wie diese zeitlose Wahrheit der Berufung dann in der Praxis aussieht, kann freilich sehr vielfältig sein.

Die sonst eher weltlichen Themen gewidmete Zeitschrift „Time“ hat untersucht, wie Seminaristen und Priester der „Generation Y“, auch „Millennials“ genannt, ihren Weg als Gott geweihte Männer gehen.

Das Zentrum für angewandte Forschung des Apostolats der Universität von Georgetown hat berechnet, dass sich im Jahr 2016 in den USA 1.900 Männer, die jünger als 30 sind, in den katholischen Seminaren aufhalten. Im Jahr 2005 waren es noch 1.300 gewesen.

Mit Smartphone und Soutane

Die „Millennial-Priester“ sind einerseits genauso Priester wie die Männer, die seit Jahrtausenden diese Berufung in der Kirche leben. Andererseits ist vieles bei ihnen ausgedrückt in der Kirche des 21. Jahrhunderts: Sie nutzen Facebook und Snapchat, chatten mit ihren Freunden, verwenden lustige GIFs, so die Journalistin Elizabeth Dias in ihrem Artikel.

Dass diese Priester also oft „Digital Natives“ sind, wird wenige wundern. Für die heute altvordere Generation der 1968er, deren Priester oft nicht als solche erkennbar sind, schon eher frappierend: Es ist „wahrscheinlicher, dass sie in der Öffentlichkeit ihre Soutane tragen als Jeans“, so die Journalistin, und „dass sie eher Details aus ihrem Gebetsleben teilen als ihre Freitagabende mit Videoschauen auf Netflix zu verbringen.“

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Ein Loblied auf Chartres

 Die Tradition auf dem Weg

Wallfahrtsimpressionen aufgezeichnet von Hannes Kirmse

Wenn man um fünf Uhr morgens von der erhebenden Melodie Henry Purcells „See see, we assemble“ und dem anschließenden durchdringenden Ruf „Bonjour! Il est cinq heures. Il est temps de se lever!“ geweckt wird, dann weiß man, daß man sich auf der Pfingstwallfahrt zum Schleier der Gottesmutter nach Chartres befindet. Man spricht sein Morgengebet und beginnt sich notdürftig zu waschen, um dann seine Sachen zusammenzupacken und sich wieder in sein Chapitre einzuordnen, um den Marsch fortzusetzen. Die Blasen und Schwellungen an den Füßen, von denen man sich im nächtlichen Zeltlager nicht wirklich erholen konnte, versucht man dann bestmöglich auszublenden, denn man weiß, was an Strecke noch ansteht, um dann endlich das Ziel zu erreichen. Ich mußte möglichst rasch das Österreicher Chapitre St. Leopold wiederfinden, dem ich mich angeschlossen hatte. Hier liefen Jugendliche, die für den Lebensschutz aktiv sind, aber auch Verbindungsstudenten und überraschenderweise verhältnismäßig viele zum Katholizismus übergetretene Konvertiten. Uns schloss sich das Schweizer Chapitre an, das nicht nur durch seine besondere Dialektfärbung auffiel, sondern auch durch ihre energischen Litaneien, die sie über mitgeführte Lautsprecher verstärkten und die sie jedes Mal mit einem jubelnden „Viva! Viva Cristo Rey!“ abschlossen.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt, eine Momentaufnahme von insgesamt gut an die 10.000 jungen Pilgern, begleitet von etwa 250 Priestern, die sich über drei Tage auf den Weg machten. Es ist daher nicht vermessen, von einem wahrhaftigen Pilgerstrom zu sprechen, der sich ausgehend von Paris durch die französische Landschaft der Beauce zog. Eben dieser Pilgerstrom, der im laizistischen Paris Chapitre für Chapitre seinen Anfang nahm, muß für viele Umstehende ein regelrechtes Skandalon gewesen sein. Eine Passantin, die gerade die Straße überqueren wollte, fragte mich leicht verstört: „Aber ich bitte Sie, warum defilieren Sie hier?“, woraufhin ich sie freundlich darauf hinwies, daß es sich hier um eine Pèlerinage, eine Wallfahrt handelt. Es ist aber auch dieses Land Frankreich, das von der Gottesmutter besonders geliebt wird. Catherine Labouré sah sie 1830 in der Pariser Rue du Bac, in der ihr die Herstellung der wundertätigen Medaille aufgetragen wurde und 1858 erschien sie dem aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Mädchen Bernadette Soubirous, das die Grotte von Lourdes mit ihrer reichen Wasserstelle weltweit berühmt werden ließ. Und bereits im Frühmittelalter übergab der römische Kaiser Karl der Kahle Chartres eine heilige Reliquie – die Sancta Camasia, ein Fragment jener Tunika, die Maria trug, als ihr der Verkündigungsengel erschienen ist. All diese erfahrenen Wundergaben verlangen uns auch heute eine tiefe Frömmigkeit ab, damit wir imstande sind, das Eindringen der Gnade Gottes in die Welt auf sensible Weise festzustellen. Die Kathedrale Notre-Dame von Chartres bezeugt jenen unerschütterlichen Glauben. Der Bildhauer Auguste Rodin bezeichnete sie als die „Akropolis Frankreichs“ und wollte damit wahrscheinlich auf die Langlebigkeit dieses Ortes hinweisen. Keine Macht der Welt könnte ihm den sich hier offenbarenden Sinn nehmen. Auch in den nächsten Jahrhunderten werden sich noch die Pilgerscharen in die Richtung südwestlich von Paris aufmachen, um das zu schauen, was von dem Zeugnis ablegt, was im Grunde nicht von dieser Welt ist: das Wunder der Jungfrauengeburt.

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Österreich

Sebastian Kurz: Ein Polit-Jungstar als Kanzlerkandidat

Mit erst 30 Jahren ist Sebastian Kurz zum Chef der Österreichischen Volkspartei gekürt worden. Der Politiker ist ein Ausnahmetalent – und steht dem christlichen Glauben nicht fern. Ein Porträt von Raffael Reithofer

Sebastian Kurz ist Hoffnungsträger der Österreichischen Konservativen. 2016 sprach er in Wien beim „Jesus-Marsch“. (Archivbild)
Foto: Raffael Reithofer

Am Anfang der politischen Karriere von Sebastian Kurz stand eine gefloppte Kampagne. Im Wiener Wahlkampf der Jungen rief der damals 24-Jährige 2010 als Kandidat der Jungen Volkspartei (JVP) den Slogan „Schwarz macht geil“ und fuhr mit einem als „Geil-o-Mobil“ bezeichneten Hummer durch die Stadt. Zwar bescherte diese Kampagne der JVP die erhoffte mediale Aufmerksamkeit, allerdings fuhr die christdemokratische Mutterpartei ÖVP (Österreichische Volkspartei) damals eine historische Niederlage im traditionell sozialdemokratischen Wien ein.

Seine Jugendsünden hat Sebastian Kurz schnell hinter sich gelassen. Noch vor seinem 25. Geburtstag hat der damalige Parteichef Michael Spindelegger Kurz überraschenderweise zum Staatssekretär für Integration – einem neu geschaffenen Amt – ernannt. Beobachter belächelten ihn damals, die auflagenstarke Kronen-Zeitung witterte in seiner Ernennung gar einen PR-Gag.

Doch in seinen beiden Jahren als Integrationsstaatsekretär leistete Kurz einen Beitrag zu einer sachlicheren Integrationsdebatte, stellte zusätzliche Staatsgelder für Deutschkurse bereit, erleichterte die Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen und forcierte die Einrichtung eines Studiums der Islamischen Theologie in Wien – um „einen Islam europäischer Prägung zu vermitteln“, wie es deren Vizerektor Heinz Faßmann formulierte.

Der Polit-Jungstar wird zum Chefdiplomaten

Internationales Aufsehen erregte Kurz, nachdem ihn die ÖVP nach den Parlamentswahlen 2013 zum Außenminister ernannt hat – im Alter von 27 Jahren. Auch auf dem rutschigen Parkett der internationalen Diplomatie erwarb sich der umtriebige Polit-Jungstar schnell den Respekt seiner Kollegen und erlangte durch sein junges Alter internationales Aufsehen. Ein politischer Coup von ihm war es 2016, gemeinsam mit den betroffenen südosteuropäischen Ländern die Flüchtlingsroute über den Balkan zu schließen – gegen den Willen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Grundsätzlich hat sich Kurz seit dem Ausbruch der Flüchtlingskrise immer stärker für eine harte Flüchtlingspolitik ausgesprochen. Im Interview mit der Zeitung Die Welt sagte er den vielzitierten Satz: „Es wird nicht ohne hässliche Bilder gehen.“ Kurz‘ Vorschlag, Flüchtlinge analog zur Politik Australiens auf Inseln zu internieren, hielt sogar der rechtspopulistische Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer für „überzogen“.

Kurz bekennt sich als Christ und hat in seinem Amt als Außenminister mehr als einmal die weltweite Christenverfolgung verurteilt. 2016 nahm er beim österreichischen „Marsch für Jesus“ in Wien teil und dankte den christlichen Kirchen in einer Rede für ihr gesellschaftliches Engagement. Über seinen privaten Glauben ist wenig bekannt – Kurz versucht bewusst, sein Privatleben vom Licht der Öffentlichkeit fernzuhalten.

Twitter-Screenshot: Sebastian Kurz

Mit lockeren Umgangsformen zum Erfolg

Der Nachwuchspolitiker Dominik Kutschera hat Kurz als Praktikant im Wiener Außenministerium bei mehreren Terminen begleitet und ihn dabei als begnadeten Zuhörer wahrgenommen. Gerade mit jüngeren Menschen pflege Kurz einen fast schon kumpelhaften Umgang und biete ihnen gleich das „Du“ an, wie Kutschera im Gespräch mit pro erzählt. Dennoch schaffe er es, den nötigen Abstand zu bewahren. Auffallend ist, dass Kurz meist auf das Tragen einer Krawatte verzichtet. Mit seiner jovialen Art kommt er bei den Österreichern jedenfalls gut an. Seit Monaten liegt er in einem österreichweit erhobenen Politiker-Vertrauensindex vor allen anderen Kollegen.

Die christdemokratische ÖVP gilt als gespaltene Partei mit einer komplizierten Struktur, die zu raschen Obmannwechseln führt. Bereits nach dem Rücktritt von Michael Spindelegger vor drei Jahren war Kurz für dessen Nachfolge im Gespräch. Nachdem auch Spindeleggers Nachfolger Reinhold Mitterlehner vergangene Woche spontan seinen Rücktritt erklärt hat, galt Kurz mit seinen mittlerweile 30 Jahren als dessen logischer Nachfolger.

Kurz‘ letzter Coup: Als Bedingung für seine Obmannschaft forderte er weitreichende Freiheiten für sich selbst und damit einen Machtverzicht für die bisherige Führungsstruktur. Mit diesen Forderungen ist er am vergangenen Freitag in die Öffentlichkeit gegangen. Mangels Alternative zu Kurz haben sich die führenden Köpfe der österreichischen Christdemokraten auf einen weitgehenden Umbau ihrer Partei eingelassen. Dieser geht sogar so weit, dass die traditionsreiche ÖVP bei der vorgezogenen Parlamentswahl im kommenden Herbst nicht mehr selbst antreten, sondern eine neu zu gründende Wahlliste unterstützen wird. Diese nennt sich: „Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“. (pro)

Quelle: rr, Christliches Medienmagazin pro | www.pro-medienmagazin.de 

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