The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Kunst & Kultur (Seite 1 von 43)

Game of Thrones

Tolkiens Werk, Martins Beitrag und der machiavellistische Zeitgeist

Von Marco F. Gallina

Man muss nicht HBO schauen, oder die Bücher aus der Hand von George R. R. Martin lesen, um vom Phänomen „Game of Thrones“ gehört zu haben. Es reicht bereits, auf dem eigenen – eher mittelmäßigen – Email-Anbieter mit Nachrichten darüber torpediert zu werden, was in der neuen Staffel rund um Martins Fantasy-Welt geschieht. Ach was, Email-Anbieter – selbst die einst ehrwürdige FAZ spekuliert, was als nächstes im Kampf um jenen Eisernen Thron geschieht, um den sich die Völker, Familien und Adligen von Westeros streiten.

Martins Version des phantastischen Mittelalters handelt von politischen Ränkespielen, Bastardsöhnen, Drachen – und viel nackter Haut. Viel, viel nackter Haut und ausgelebten sexuellen Phantasien, die das Barbarische und Animalische, kurz: das Triebhafte und Primitive im Menschen ebenso ins Extreme ziehen wie es Neid, Habgier und Mord auf einer anderen Ebene exerzieren. Unter Verwandten wird gestritten, gehasst, gemordet – und sogar der gemeinsame Koitus ausgeübt.

Die Crux in Westeros besteht darin, dass, weil nahezu jeder Charakter seine Schattenseiten hat, ein jeder auch dem völlig Zügellosen und Bösen verfällt, wenn es seinen Zielen dienlich ist. Die Noblen, die Aufrechten, die Ehrenhaften und Treuen sind die ersten, die sterben. Martin schreckt nicht davor zurück, beliebte Charaktere für eine gute Story zu opfern. Er ist dabei nicht minder kalt als seine Protagonisten, die im Kampf um die Macht über Leichen gehen. Ein großer Teil der Faszination von Martins Werk liegt darin, dass es völlig unberechenbar erscheint. Hauptcharaktere sterben plötzlich. Neue Helden, neue Antagonisten treten auf. Die erfolgreichsten Charaktere wechseln im richtigen Moment die Seiten oder ändern ihre Prioritäten – weshalb es weiter unmöglich bleibt, abzusehen, was als nächstes kommt.

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Film über Benedikt und Franziskus

Netflix macht Anthony Hopkins zum Papst

Nach einer Serie über Jesus Christus findet der Streamingdienst Netflix sein nächstes christliches Unterhaltungsprojekt: Im Spielfilm „Der Papst“ wird Anthony Hopkins Papst Benedikt spielen.

Hollywoodlegende Anthony Hopkins, vor allem bekannt als Kannibale Dr. Hannibal Lecter in „Das Schweigen der Lämmer“, soll Papst Benedikt spielen
Foto: gdcgraphics, Wikipedia / RUNKKU pelle, flickr | CC BY-SA 2.0

Der Streamingdienst Netflix produziert den Film „Der Papst“, der sich um die Beziehung zwischen Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus dreht. Wie die Filmseite Deadline Hollywood berichtet, soll Anthony Hopkins („Das Schweigen der Lämmer“, „Thor“) Papst Benedikt spielen. Papst Franziskus wiederum werde von dem „Game of Thrones“-Darsteller Jonathan Pryce gespielt. Als Regisseur hat Netflix den Brasilianer Fernando Meirelles („City of God“) verpflichtet.

Der Film, dessen Drehbeginn in diesem November in Argentinien geplant ist, basiert auf dem Bühnenstück von Anthony McCarten. Der oscarnominierte Drehbuchschreiber McCarten („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) hat bereits die Vorlage für „Der Papst“ fertiggestellt. Im Frühjahr hatte Netflix die Serie „Messiah“ angekündigt, die Jesus Christus auf die Erde zurückkehren lässt, um die Menschen auf die bevorstehende Apokalypse vorzubereiten.

Im Mittelpunkt der Geschichte des neuen Netflix-Films steht die Wahl von Papst Benedikt und dessen Rücktritt. Das öffnete die Tür für den Argentinier Jorge Mario Bergoglio, welcher der ersten Jesuiten-Papst überhaupt und der erste Papst seit dem 8. Jahrhundert wurde, der nicht aus Europa kam. Es gehe um den Übergang von Papst Benedikt zum ehemaligen argentinischen Kardinal. Dessen „Aufopferung für die Armen habe ihn zu einer Lichtgestalt der Toleranz und des Wandels“ gemacht, heißt es in der Pressemitteilung. Der Film soll die Visionen der beiden Päpste miteinander vergleichen und dabei ihre biografischen Prägungen untersuchen. (pro)

Von: mm / Christliches Medienmagazin pro | www.pro-medienmagazin.de 

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Filmkritik

The Circle

Eine Filmkritik von Dr. José García

Vor etwa drei Jahren stand der Roman „Der Circle“ von Dave Eggers wochenlang auf Platz eins der „Spiegel“-Bestseller-Liste. „The Circle“ heißt ein Internet-Konzern, der als eine Art Zusammenschluss von Google, Apple, Facebook, Twitter und YouTube für absolute Transparenz eintritt: „Wenn du Circle-Tools benutzen wolltest, und es waren die besten Tools, die dominantesten und omnipräsent und gratis, musstest du das als du selbst tun, als dein wahres Selbst, als dein TruYou. Die Ära der falschen Identitäten, des Identitätsdiebstahls, der mehrfachen Benutzernamen, komplizierten Passwörter und Zahlungssysteme war vorüber. Jedes Mal, wenn du irgendwas sehen, irgendwas benutzen, irgendwas kommentieren oder irgendwas kaufen wolltest, genügte ein Button, ein Konto, alles war miteinander verknüpft und rückverfolgbar und simpel, und alles funktionierte per Handy oder Laptop, Tablet oder Netzhaut.“

Das Credo dieser omnipräsenten Firma namens „Circle“: Wenn die Menschen keine Geheimnisse mehr haben, wenn sie alles miteinander teilen, wird es keine Verbrechen mehr geben. Dafür bleibt alles, was gesprochen, geschrieben und fotografiert wird, in der „Cloud“: „Wir löschen nicht.“ Das Unternehmensprinzip „Teilen ist Heilen“ bedeutet aber auch, dass das Private verschwindet, dass das Individuum nur noch Teil einer Gemeinschaft ist, die sich immer mehr ausbreitet. Damit bietet Dave Eggers die dystopische Vision einer mit totalitärem Gehabe in die Politik eingreifenden und das Leben aller Bürger bis in jeden Winkel bestimmenden Firma, in der immer wieder von Gemeinschaft, aber nie von Freiheit die Rede ist. Eggers´ Roman rief kontroverse Reaktionen hervor: Die einen warfen ihm vor, gegen Internet-Firmen pauschal zu polemisieren. Die anderen lobten die dystopische Vision als Mahnung an eine Gesellschaft, die sich den „Sozialnetzwerken“ immer mehr verschreibt. Von der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ beispielsweise wurde „Der Circle“ als „der Roman unserer Epoche“ gefeiert. Eine Verfilmung war deshalb nur eine Frage der Zeit. Der Film, der auch in Deutschland unter dem Originaltitel „The Circle“ das Licht des Kinos erblickt, beginnt vielversprechend: Mae (Emma Watson) hat einen grauen Job in einer ebenso grauen Versicherungsfirma, als sie plötzlich durch die Vermittlung einer Freundin zu einem Vorstellungsgespräch bei der angesagtesten Internet-Firma überhaupt, dem „Circle“, eingeladen wird. Der Gegensatz zwischen einer traditionellen Welt, in der junge Menschen kaum eine Zukunftschance bekommen, und der schönen, neuen Internet-Welt, die ihnen unbegrenzte Entwicklungsmöglichkeiten bietet, wird durch Seitenhiebe gegen das amerikanische Gesundheitssystem ergänzt. Denn die Behandlungskosten für Maes schwerkranken Vater (Bill Paxton) werden von der Versicherung nicht gedeckt. Der „Circle“ übernimmt hingegen alle Kosten der modernsten Behandlung.

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Mediennetzwerk Pontifex

Die Kunst des Glaubens

Seit dem Frühjahr veröffentlicht das Mediennetzwerk Pontifex auf seiner Facebook-Seite unter dem Hashtag #KunstdesGlaubens sehenswerte Kunst-Vlogs. Die Kunstkritikerin Theresa Wagener legt dabei besonderen Wert auf den historisch-gesellschaftlichen Kontext und die Symbolik von Werken christlicher Meister. The Cathwalk empfiehlt: Anschauen 😉  

In einer Eigenbeschreibung von Pontifex heißt es:

‚Bilder sagen mehr als Worte‘ – und gerade bei so komplexen Dingen wie den Geheimnissen des Christentums kann das ziemlich hilfreich sein. Und außerdem noch ein wahrer Genuss, wenn die Bilder so schön sind, wie die, die wir in der europäischen Kunst finden. Wir haben das Glück, mit unserer Sprecherin Theresa Sophie eine exzellente Kunsthistorikerin im Team zu haben! Sie wird euch in einer neuen Videoreihe „Die Kunst des Glaubens“ ein paar großartige Kunstwerke näherbringen, die besser als tausend Worte erklären, was wir eigentlich feiern.

Madonna im Grünen | Raffael

Liebe und Leid – ganz nah beieinander und das in perfekter Harmonie. Das kann nur einer so vollendet: der große Meister der Madonnen!

Maria Magdalena | Orazio Gentileschi

Was ist eigentlich wahre Schönheit? – In der dritten Folge von „Kunst des Glaubens“ geht es um die Frau, die gleichzeitig Sinnbild der Sünderin und Apostelin der Auferstehung ist – Maria Magdalena, gemalt von Orazio Gentileschi. Als Liebling der Kunstgeschichte versinnbildlicht sie die Paradoxa des Christentums wie keine andere. – mit Theresa Sophie

Quelle: Pontifex (bitte liken ;-))

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Popkultur

Popkünstler. Provokateur. Katholik. Wer war Andy Warhol?

Von Adelaide Mena

Andy Warhol, Self-Portrait, 1964 via The Andy Warhol Museum, Pittsburgh.
Foto: The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc.

Für Romaine, der auch Präsident der internationalen Vereinigung von Kunsthistorikern des Christentums (ASCHA) ist, schließt die landläufige Interpretation von Warhols Kunst – als Kritik am Konsum – keineswegs eine religiöse Interpretation seiner Arbeiten aus. Im Gegenteil.

„Die gängige Interpretation von Warhols Werk halte ich durchaus für zutreffend”, sagte Romaine der CNA. „Und ich sehe diese Sichtweise durchaus vereinbar mit der Art, wie wir bereits über sakrale Kunst sprechen”, so Romaine. „Ich finde, dass sich diese Aspekte von Warhols Gesamtwerk ergänzen und gegenseitig erweitern.”

Wer also war Andy Warhol? Oder besser gesagt: Wer war Andrej Warhola?

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Ödön von Horváths Werk neu verfilmt

Jugend ohne Gott

Eine Filmkritik von Dr. José García

Im Jahre 1937 veröffentlichte der österreichisch-ungarische Autor Ödön von Horváth den Roman „Jugend ohne Gott“, in dem er eine der beunruhigenden gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit verarbeitete. Ein christlich-humanistischer Lehrer wird während eines Zeltlagers mit der nationalsozialistischen Haltung seiner Schüler konfrontiert, bis es schließlich zu einem tragischen Tod kommt. Die Schüler scheinen ohne die christlich-humanistischen Werte auszukommen — was zur Katastrophe führt. Gegen Ende seines Romans stellt Horváth fest: „Wenn kein Charakter mehr geduldet wird, sondern nur der Gehorsam, geht die Wahrheit und die Lüge kommt. Die Lüge, die Mutter aller Sünden.? Endlich kommt der an Gottes Existenz zweifelnde und an einem gerechten und strafenden Gott verzweifelnde Lehrer zu der Erkenntnis: „Gott ist die Wahrheit“, was dem Romantitel einen Sinn verleiht. Mit „Jugend ohne Gott“ zeichnete Ödön von Horváth eine düstere Zukunftsvision, die sich bald bewahrheiten würde.

Kann Horváths Roman als finstere Zukunftsahnung angesehen werden, so ist es nur folgerichtig, dass eine heutige Adaption des Romans fürs Kino als futuristische Dystopie inszeniert wird — selbst wenn auf den ersten Blick der nun anlaufende Spielfilm von Alex Buresch und Matthias Pacht (Drehbuch) sowie Alain Gsponer (Regie), der bereits mit „Lila, Lila“ Erfahrungen mit einer Literaturverfilmung gesammelt hatte, keine Ähnlichkeit mit der Vorlage hat.

Zwar kann der Spielfilm „Jugend ohne Gott“ nicht ohne weiteres als „Science-Fiction-Film“ bezeichnet werden. Dessen Handlung ist allerdings in einer nicht näher beschriebenen, wohl aber nicht allzu fernen Zukunft angesiedelt. Dazu sagt der Schweizer Regisseur Gsponer: „Uns war es wichtig, eine dystopische Lebenswelt aufzuzeigen und deutlich zu machen, dass es nicht ganz so ist wie bei uns, sondern ein bisschen anders. Und dass es trotzdem nicht so weit entfernt ist. Es mag eine andere Welt sein, aber sie ist sehr dicht dran an unserer.“ Bereits die Filmmusik, mit der die Off-Stimme zu Beginn unterlegt wird, weist in eine futuristische Richtung. Das in der Romanvorlage im Mittelpunkt stehende Zeltlager zur Wehrertüchtigung wird durch eine Art „Assessment-Center“ ersetzt, in dem Schüler aus einer Elite-Schule ausgewählt werden sollen, die eine ebenfalls Elite-Universität besuchen dürfen. Die Gebäude, die „Zelte“, die sie selbst bauen müssen, haben diesen leicht futuristischen Charakter, in dem ein kaltes Grau überwiegt. Den Zukunftscharakter des Settings bestärkt ebenfalls der kleine Chip, den jeder unter die Haut implantiert bekommt. Von der eigentlichen Schule sowie von der anderen Welt ist wenig in Rückblenden zu sehen. Vieles erinnert dabei an Science-Fiction-Filme. So besitzt etwa die Überfüllung bestimmter „Sektoren“, in die das Land eingeteilt ist, eine gewisse „Blade-Runner-Anmutung“. Die sogenannten Leistungsempfänger dürfen nicht bestimmte Sektoren verlassen. Wer es tut, gilt als „illegal“. Was in Horváths Roman die „Räuberbande“ war, wird in der Verfilmung einfach durch eine Gruppe jugendlicher Illegaler ersetzt.

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Sternstunde Philosophie

„Homo Deus“: Ein Historiker erzählt die Geschichte von morgen

Nach seinem Bestseller «Eine kurze Geschichte der Menschheit» blickt der scharfsinnige Historiker Yuval Harari in die Zukunft. In seinem neuen Buch «Homo Deus» sagt er, wir stehen kurz vor dem Ende der Menschheit, wie wir sie kannten. Was die neuen Menschen wollen, diskutiert er mit Barbara Bleisch.

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