The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Kunst & Kultur (Seite 1 von 40)

Metal & Romantik

Die Rammstein-Welt: dunkle Romantik und unerlöste Sehnsucht

Rammstein ist momentan eine der erfolgreichsten deutschen Bands im In- und Ausland. Sie besingt meist die Abgründe des Menschen, hat aber auch Liebesballaden und tief sehnsüchtige Romantik in ihrem Programm. Sie feuert auf ihren Live-Konzerten mehr Pyrotechnik ab als die meisten Silvesterfeiern in mehreren Jahren. Was macht Rammsteins Reiz aus, was vermittelt die Band religiös und theologisch? Eine Auseinandersetzung anhand ihrer Lieder.

Rammstein auf dem Wacken Open Air (2013) – Bild: CC BY-SA 3.0, Jonas Rogowski

Wer und was Rammstein ist

Die Band „Rammstein“ besteht aus sechs Personen: Leadsänger und Dichter Till Lindemann, Leadgitarrist Richard Z. Kruspe, Rhythmusgitarrist Paul H. Landers, Elektrobassist Oliver Riedel, Drummer Christoph „Doom“ Schneider und Keyboarder Christian Flake“ Lorenz. Alle sechs Mitglieder kommen aus der ehemaligen DDR und haben dort ihre Jugend verbracht. Als die Mauer fiel, waren sie Anfang bis Mitte zwanzig und haben ihre bisherigen Band- und Musikerfahrungen 1994 in der Gründung der Band Rammstein zusammengeführt. Sie wollten weder eine deutsche Band gründen, die einen Abklatsch der englischsprachigen Popmusik darstellt, noch Schlagersänger sein. Aus der Punk- und Vergangenheitserfahrung der Mitglieder ist schließlich eine Art Metal-Band, geworden wie es sie kein zweites Mal gibt: Gewalt wird zu dunkler Kunst. Aus Abgrund wird Lyrik, aus Vergewaltigung und Mord werden Lieder gemacht. Der Bandname leitet sich nicht von dem Rammstein eines Rammbocks ab, was wegen der Schreibweise naheläge, sondern, laut Paul Landers, von der Flugkatastrophe in der Stadt Ramstein, der Name wurde aus Unkenntnis mit zwei „m“ geschrieben.

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Buchkritik

Geballter Glaube und bröckelnder Unglaube

Ein Glaube, den wir selbst festlegen können, ist überhaupt kein Glaube. Und keine Minderheit hat einen Grund, sich durch eine Mehrheit Glauben vorschreiben zu lassen. Der Glaube und seine Praxis kommen entweder vom Herrn her durch die Kirche und ihre sakramentalen Dienste zu uns, oder es gibt ihn gar nicht.“ (Papst Benedikt XVI.)

Über „300 Jahre gläubige & ungläubige Theologie“ von Georg May

Eine Buchrezension von Hannes Kirmse

Die Theologie – ein „vorpolitischer Raum“ der Kirche?

Theologie ist, wenn man diese Parallele ziehen will, sozusagen der „vorpolitische Raum“ der Kirche. Wie Ideen und Weltbilder ihre entsprechenden Vordenker haben, so ist auch das, was von der Kirche gesprochen und gepredigt wird, einmal bewußt ersonnen worden. Es treten zahlreiche Akteure auf, die um die rechte Lehre und die korrekte Wiedergabe der Frohen Botschaft bemüht sind, die aber in immer größer werdender Zahl auf jene treffen, die sich zu mehr oder minder offenen Feinden der Kirche, ihrer Tradition und ihres verbindlichen Lehramts erklärt haben. Es finden teils heftige Auseinandersetzungen statt, die man allein durch die Verwendung von Begriffen wie Keuschheit oder Sünde entfachen kann. Die angeleitete Herausbildung des Glaubens in jedem konkreten einzelnen Getauften wird zusehends schwieriger. Jeder will auf seine Weise mitreden. Laien wollen den Priestern vorschreiben, was und in welcher Weise sie etwas zu sagen haben. Nun finden sich hier eben keine Politiker mit Unternehmensvertretern in den Lobbys in informellen Runden zusammen. Hart auf hart geht es zu in den theologischen Seminaren und Fachkreisen. Nicht nur die Ausdifferenzierung des Wissenschaftsbetriebes hat dazu geführt, daß die Gräben ihre Vertiefung fanden und dies geht über die klassische Gegenüberstellung von Protestantismus und Katholizismus mittlerweile weit hinaus.

Karl Rahner und Uta Ranke-Heinemann

Da ist etwa eine Uta Ranke-Heinemann, die als bis in die 1970er Jahre hinein als katholische Theologin beständig gegen das Papstamt und die kirchliche Sexualmoral gewettert hat. Sie ließ es gipfeln in ihrer Publikation „Eunuchen für das Himmelreich – katholische Kirche und Sexualität“, die mehr Fragen aufwirft als tatsächlich beantwortet. Da ist aber auch ein Karl Rahner, der die theologische Angleichung an den Marxismus suchte. Über den Zerwürfnissen sieht man sich gerade als Laie der Problemstellung ausgesetzt, daß man das dezidiert Katholische nicht mehr auf den ersten Blick für sich und seinen Erkenntnishorizont ausmachen kann. Was ist überhaupt eine katholische Denkart, was eine genuin protestantische? Darf und kann man die Geister scheiden? Im inner- und außerkirchlichen Konsens haben sich Verwirrung und Gleichgültigkeit breitgemacht, die durch die Progressisten noch befeuert wird. Wenn man sich mit heutigen Theologiestudenten unterhält, erfährt man recht schnell, daß sehr viel von der Welt und ihren Anliegen geredet, aber verhältnismäßig wenig von dem Glauben und seinen Inhalten gesprochen wird. „Die Kirche mag ja gut und schön sein, aber Jesus Christus war schlußendlich für alle gleichermaßen da.“ – So mag die Grundeinstellung vielerorts sein. Doch ist die Lage deshalb hoffnungslos? Stehen die Verteidiger der Kirche und ihres Lehramts nicht schon längt auf gänzlich verlorenen Posten?

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Albert Camus‘ Roman „Die Pest“

Es gibt am Menschen mehr zu bewundern als zu verachten

„Was ist der Mensch?“- Diese Frage stellt schon die Bibel (Psalm 8,5). Es ist auch die zentrale Frage in Camus‘ meisterhaft geschriebenem Roman „Die Pest“. Als diese Seuche in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Nordafrika ausbricht, stellt sie die ganze soziale Ordnung auf den Kopf. Was lernt man in solchen Situationen über den Menschen?

Die algerische Stadt Oran in den 40er Jahren vor dem Ausbruch der Pest

„Eine praktische Art, eine Stadt kennenzulernen, besteht darin, sich anzusehen, wie in ihr gearbeitet, wie in ihr geliebt und wie in ihr gestorben wird. In unserer kleinen Stadt – womöglich liegt es am Klima – macht man alles gleichzeitig, auf ein und dieselbe hektische und abwesende Weise.“ So beschreibt Camus die algerische Stadt Oran vor dem Ausbruch der Pest. Es gibt Langeweile und Gewohnheiten, Betriebsamkeit und Handel. Alles geht seinen gewohnten Gang. Es käme wohl niemand darauf, dass sich dies auf einmal schlagartig ändert.

Oran ist auch der Ort des Geschehens des Romans „Die Pest“ des französischen Schriftstellers Albert Camus, inspirierte vier Jahre zuvor wohl auch den italienischen Dichter Raoul Maria de Àngelis zu seinem Werk Die Pest in Urana (La peste a Urana) und ist die Heimatstadt des Raï. Sie gilt als die liberalste der algerischen Städte. | CC BY-SA 1.0, Faycal.09

Die toten Ratten

Alles beginnt mit einer toten Ratte. Die Sonne glüht weiterhin über Oran, aber etwas ändert sich. Eine tote Ratte wird schnell vergessen, auch zwei oder drei. Aber selbst dabei bleibt es nicht. Der Untergang der Stadt ist eingeleitet und schreitet sicher voran. Eines Tages dann „spien die Fabriken und Lagerhäuser tatsächlich Hunderte von Rattenkadavern aus“. Die toten Ratten bestimmen das Stadtbild. Bald wird es den ersten toten Menschen geben. Es ist der Concierge. 40 Grad Fieber, angeschwollene Lymphknoten und ein gemartertes Gesicht. „‚Er ist tot‘, sagte Rieux“, der Arzt, schließlich.

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Kunst & Malerei

Stil-Epochen

Stil-Epochen, alle Folgen: BR Dokumentation 2009

Stil-Epochen 01 – Antike – Griechenland um 800 v. Chr. bis 100 v. Chr.
Stil-Epochen 02 – Antike – Römisches Reich (600 v. Chr. bis 600 n. Chr)
Stil-Epochen 03 – Frühchristentum und Byzanz (300-1453)
Stil-Epochen 04 – Frühes Mittelalter und Romanik (750-1250)
Stil-Epochen 05 – Gotik (1130 – 1500)
Stil-Epochen 06 – Renaissance (1420 – 1600)
Stil-Epochen 07 – Barock und Rokoko (1600 – 1780)
Stil-Epochen 08 – Klassizismus (1770-1830) und Romantik (1790-1830)
Stil-Epochen 08 – Klassizismus (1770-1830) und Romantik (1790-1830)
Stil-Epochen 10 – Realismus und Impressionismus (1850-1900)
Stil-Epochen 11 – Jugendstil und Art Deco (um 1900-1940)
Stil-Epochen 12 – Die Klassische Moderne (1900-1937)
Stil-Epochen 13 – Moderne, Postmoderne und zeitgenössische Kunst (1945 bis heute)

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Heiliges Tattoo!

Eine 700 Jahre alte christliche Tradition blüht in Jerusalem

Razzouk Tattoo in der Altstadt Jerusalems
Foto: CNA / Addie Mena

Christliche Pilger kommen seit den Kreuzfahrerzeiten zur Familie Razzouk, um sich die alten Zeichen christlicher Identität und des Pilgerns einprägen zu lassen.

Heute sind die Geräte modern, und manche Entwürfe auch behutsam aktualisiert worden. Doch die Familie Razzouk sticht Tätowierungen aus Jahrhunderte alter Tradition und Geschichte.

Ein in Tinte gestochenes Familienerbe

Wassim Razzouk, 43, ist ein Tätowierungskünstler mit einer Jahrhunderte alten Ahnenreihe: einer 700 Jahre alten, um genau zu sein.

„Wir sind Kopten, wir kommen aus Ägypten, und in Ägypten gibt es eine christliche Tradition des Tätowierens, und schon meine Vorfahren aus uralter Zeit gehörten zu den Tätowierern koptischer Christen“.

Die ersten belegten christlichen Tätowierungen lassen sich in Ägypten und im Heiligen Land zurückverfolgen bis ins 6. oder 7. Jahrhundert. Von dort hat sich die Tradition unter den Ostchristen ausgebreitet, darunter den Äthiopischen, Armenischen, Assyrischen und Maronitischen Kirchen. Bis heute verlangen viele Koptische Kirchen als Beweis für die Zugehörigkeit zum Glauben ein Kreuz-Tattoo oder etwas vergleichbares.

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Gedicht zum Sonntag

„Der Mond, der stille, steigt empor“

„Traumwald“ von Christian Morgenstern (1871-1914)

Des Vogels Aug verschleiert sich;
er fällt in Schlaf auf seinem Baum.
Der Wald verwandelt sich in Traum
und wird so tief und feierlich.

Der Mond, der stille, steigt empor.
Die kleine Kehle zwitschert matt.
Im ganzen Walde schwingt kein Blatt.
Fern läutet, fern, der Sterne Chor.

Christian (Otto Josef Wolfgang) Morgenstern (1871-1914) wurde am 6. Mai 1871 in München geboren. Im Kindesalter erkrankte er an Tuberkulose; seine Mutter war bereits 1881 an der Krankheit verstorben. Nach dem Abitur besuchte Morgenstern auf Wunsch des Vaters eine Militär-Vorbildungsschule. Kurze Zeit später verließ er jedoch die Einrichtung. Ein in München begonnenes Studium musste Morgenstern wegen seines schlechten Gesundheitszustandes abbrechen. Er entschloss sich, fortan als Schriftsteller tätig zu sein. Im April 1894 zog Morgenstern nach Berlin, wo er eine Anstellung in der Nationalgalerie annahm. In dieser Zeit war er außerdem für verschiedene Zeitschriften tätig. Im Frühjahr 1895 veröffentlichte Morgenstern sein erstes Buch, „In Phantas Schloß“. In der Folgezeit unternahm er Reisen an die Nordsee und nach Salzburg. Er unterzeichnete einen Vertrag mit dem S. Fischer-Verlag für die Übersetzung von Werken Henrik Ibsens. 1900 verbrachte Morgenstern einen Kuraufenthalt in Davos. Weitere Reisen führten ihn nach Italien, u.a. nach Rom. 1903 kehrte er nach Berlin zurück. Er wurde literarischer Lektor im Verlag Bruno Cassirers. In den Folgejahren unternahm Morgenstern weitere Reisen aus gesundheitlichen Gründen. 1909 lernte Morgenstern Rudolf Steiner kennen, mit dem ihn eine enge und lange Freundschaft verband. Morgensterns Gesundheitszustand war immer wieder sehr geschwächt; im Frühjahr 1911 begab er sich in das Deutsche Krankenhaus in Rom. Morgenstern lebte damals zwischen Davos und Arosa. Christian Morgenstern starb am 31. März 1914. Der Nachwelt ist er vor allem für seine komischen Gedicht bekannt, die aber nur einen Teil seines Werks ausmachen.

Quelle: Britta Dörre, zenit.org

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Jesus war kein Gutmensch!

Giottos Tempelreinigung

Von Marco F. Gallina

Es gibt einige Passagen innerhalb des Neuen Testaments, die in jüngerer Zeit gerne vernachlässigt werden. Da das Evangelium heute vornehmlich als Katalog sozialer Fragen und ethischen Zusammenlebens angesehen wird, in denen Jesus nur noch als besonders „guter Mann von Nazareth“ durch die Lande zieht, rücken einige Erzählungen in den Hintergrund. Womöglich sollte man besser sagen: sollen in den Hintergrund gerückt werden. Zeitgeistige Käßmann-Kirchen begreifen mittlerweile alles außerhalb der Bergpredigt nur noch als reinen Schmuck; Wunder haben keinen Platz oder werden als Metaphern erklärt. Dass Jesus die Ausgestoßenen der Gesellschaft aufnimmt – Kranke, Prostituierte, Zöllner – passt in diese durchsozialdemokratisierte Zeit wie das „Teilen“, ob nun Fische, Brot oder Wein. In nahezu gnostischer Verwandtschaft zu Katharern und anderen alten Sekten nimmt das Bibelbild manichäische Züge an: hier der liebe Jesus, dort der strafende Gott des Alten Testaments, der überwunden wird.

Ausschnitt aus Fresco in Padua von Giotto

Mit der Passionsgeschichte will man natürlich das Publikum weniger behelligen. Denk doch mal jemand an die Kinder! Und was sagen Tierschützer dazu, dass Jesus einen Dämon in eine Schweineherde fahren lässt, die dann jämmerlich ersäuft? Viele wissen zwar noch, dass der Gottessohn übers Wasser laufen konnte, aber die Erinnerung, dass Jesus auch ein „Strafwunder“ wirkte, ist heute augenscheinlich in Vergessenheit geraten. Ist es dabei Zufall, dass die Verfluchung des Feigenbaums und die Tempelreinigung – sowohl bei Matthäus, als auch bei Markus – im Zusammenhang stehen?

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